Besonderheiten von syndizierten Krediten und ein empirischer Vergleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tim Boltzen
- Abgabedatum: Mai 2007
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 509,4 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- Bibliografie: ca. 97
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0398-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-0398-0 P - ISBN (CD) :978-3-8366-0398-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Boltzen, Tim Mai 2007: Besonderheiten von syndizierten Krediten und ein empirischer Vergleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kredit, Kreditsyndizierung, Kreditbepreisung, Konsortialkredit, Kreditkosten
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Diplomarbeit von Tim Boltzen
Einleitung:
Syndizierte Kredite sind eines der größten und flexibelsten Finanzierungsinstrumente weltweit. Sie können eine Laufzeit von wenigen Monaten bis hin zu 30 Jahren haben und für nahezu jeden Verwendungszweck eingesetzt werden. Kreditgebende Banken sowie Nichtbanken profitieren von den anfallenden Gebühren und Zinsen sowie von der Möglichkeit der Risikodiversifikation durch Aufteilung des Kreditbetrages auf mehrere Teilnehmer.
Diese Eigenschaften machen syndizierte Kredite sowohl für Kreditgeber als auch –nehmer gleichermaßen attraktiv. Trotz der Wichtigkeit von syndizierten Krediten auf dem internationalen Finanzmarkt und der immer größer werdenden Nachfrage nach dieser Finanzierungsform, gibt es nur eine überschaubare Anzahl an wissenschaftlicher Literatur, die sich mit diesem Thema befasst hat.
Die vorliegende Arbeit leistet daher einen Beitrag zum besseren Verständnis von syndizierten Krediten und beschäftigt sich insbesondere mit ausgewählten, geografischen Besonderheiten dieser Kreditform.
Der Schwerpunkt liegt dabei in der Analyse von unterschiedlichen Risiko- und Einflussfaktoren, die auf die Kreditkosten in Industrie- und Entwicklungsländern einwirken. Das Ergebnis soll Erkenntnisse darüber liefern, ob Banken Kreditnehmer in beiden Regionen gleich behandeln oder ob es signifikante Unterschiede in der Bewertung von Kreditrisiken gibt. Neben den Einflussfaktoren auf die Kreditkosten wird ebenfalls untersucht, ob Banken Kredite in Industrie- und Entwicklungsländern unterschiedlich strukturieren und wie sich das Verhalten der Kreditgeber bei unterschiedlichem Risiko ändert.
Die Kreditdaten für die empirische Untersuchung stammen aus der Datenbank Dealogic Loanware. Der Zugang zu dieser Datenbank wurde durch die Investmentbank Dresdner Kleinwort ermöglicht, der dafür ein besonderer Dank gilt.
Der Aufbau dieser Arbeit ist folgendermaßen strukturiert: Zunächst werden in Kapitel 2 die Grundlagen der Kreditsyndizierung beschrieben, um die Funktionsweise dieser besonderen Kreditform besser verstehen zu können.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, ob adverse Selektion und Moral Hazard auf dem Kreditsyndizierungsmarkt auftreten und welche Mechanismen gegen ein opportunistisches Verhalten von besser informierten Teilnehmern wirken. Ziel dieses Kapitels ist es aufzuzeigen, welche möglichen Risiken neben einer Bonitätsverschlechterung des Kreditnehmers für Kreditgeber durch asymmetrisch verteilte Informationen innerhalb des Kreditvergabekonsortiums bestehen.
Kapitel 4 ist der Kern dieser Arbeit und behandelt die eingangs erwähnten, empirischen Untersuchungen zu den Unterschieden in der Kreditbewertung, den -merkmalen sowie den Verhaltensweisen der geldgebenden Institute bei Krediten an Industrie- und Entwicklungsländer.
Kapitel 5 stellt aktuelle Trends auf dem Kreditsyndizierungsmarkt vor, wie sich Kreditrisiken auf andere Parteien übertragen lassen. Der Transfer von Kreditrisiken spielt im Zuge von Basel II eine immer größere Rolle für Banken, woraus sich in Zukunft ein immer größer werdender Markt entwickeln wird.
Kapitel 6 schließt die Arbeit mit einem Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung und Vorgehensweise der Arbeit | 1 |
| 2. | Grundlagen der Kreditsyndizierung | 2 |
| 2.1 | Definition | 2 |
| 2.2 | Der Syndizierungsprozess | 4 |
| 2.2.1 | Aufgaben und Pflichten der Teilnehmer | 4 |
| 2.2.2 | Zeitlicher Ablauf einer Kreditsyndizierung | 6 |
| 2.2.3 | Syndizierungsstrukturen | 8 |
| 2.3 | Motivation der beteiligten Parteien | 11 |
| 2.3.1 | Die Rolle der Banken und Nichtbanken | 11 |
| 2.3.2 | Gebührenstrukturen und Zinsen | 14 |
| 2.3.3 | Nichtmonetäre Aspekte | 16 |
| 2.3.4 | Besondere Vorteile für den Kreditnehmer | 18 |
| 2.4 | Einsatzmöglichkeiten und Bedeutung von syndizierten Krediten | 19 |
| 3. | Risiken durch Informationsasymmetrien | 22 |
| 3.1 | Adverse Selektion | 22 |
| 3.2 | Moral Hazard | 27 |
| 4. | Besonderheiten der Kreditsyndizierung in Industrie- und Entwicklungsländern | 30 |
| 4.1 | Definition von Industrie- und Entwicklungsländern | 30 |
| 4.2 | Internationale Entwicklung des Kreditsyndizierungsmarktes | 31 |
| 4.3 | Geografische Unterschiede bei der Risikoanpassung | 35 |
| 4.3.1 | Kreditstrukturen und -merkmale | 35 |
| 4.3.2 | Verhalten der beteiligten Banken | 38 |
| 4.3.3 | Internationalisierung des Kreditsyndizierungsmarktes | 42 |
| 4.4 | Einflussfaktoren auf die Kreditkosten in Industrie- und Entwicklungsländern | 44 |
| 4.4.1 | Datenherkunft und Methode der Untersuchung | 44 |
| 4.4.2 | Deskriptive Statistik | 47 |
| 4.4.3 | Mikroökonomische Faktoren | 49 |
| 4.4.4 | Makroökonomische Faktoren | 55 |
| 4.4.5 | Gemeinsame Betrachtung mikro- und makroökonomischer Faktoren | 63 |
| 5. | Ausgewählte Trends auf dem Risikotransfermarkt | 66 |
| 5.1 | Collateralized Loan Obligations | 66 |
| 5.2 | Loan Credit Default Swaps | 68 |
| 6. | Fazit | 71 |
| Anhang | 73 | |
| Literaturverzeichnis | 78 |
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung und Vorgehensweise der Arbeit | 1 |
| 2. | Grundlagen der Kreditsyndizierung | 2 |
| 2.1 | Definition | 2 |
| 2.2 | Der Syndizierungsprozess | 4 |
| 2.2.1 | Aufgaben und Pflichten der Teilnehmer | 4 |
| 2.2.2 | Zeitlicher Ablauf einer Kreditsyndizierung | 6 |
| 2.2.3 | Syndizierungsstrukturen | 8 |
| 2.3 | Motivation der beteiligten Parteien | 11 |
| 2.3.1 | Die Rolle der Banken und Nichtbanken | 11 |
| 2.3.2 | Gebührenstrukturen und Zinsen | 14 |
| 2.3.3 | Nichtmonetäre Aspekte | 16 |
| 2.3.4 | Besondere Vorteile für den Kreditnehmer | 18 |
| 2.4 | Einsatzmöglichkeiten und Bedeutung von syndizierten Krediten | 19 |
| 3. | Risiken durch Informationsasymmetrien | 22 |
| 3.1 | Adverse Selektion | 22 |
| 3.2 | Moral Hazard | 27 |
| 4. | Besonderheiten der Kreditsyndizierung in Industrie- und Entwicklungsländern | 30 |
| 4.1 | Definition von Industrie- und Entwicklungsländern | 30 |
| 4.2 | Internationale Entwicklung des Kreditsyndizierungsmarktes | 31 |
| 4.3 | Geografische Unterschiede bei der Risikoanpassung | 35 |
| 4.3.1 | Kreditstrukturen und -merkmale | 35 |
| 4.3.2 | Verhalten der beteiligten Banken | 38 |
| 4.3.3 | Internationalisierung des Kreditsyndizierungsmarktes | 42 |
| 4.4 | Einflussfaktoren auf die Kreditkosten in Industrie- und Entwicklungsländern | 44 |
| 4.4.1 | Datenherkunft und Methode der Untersuchung | 44 |
| 4.4.2 | Deskriptive Statistik | 47 |
| 4.4.3 | Mikroökonomische Faktoren | 49 |
| 4.4.4 | Makroökonomische Faktoren | 55 |
| 4.4.5 | Gemeinsame Betrachtung mikro- und makroökonomischer Faktoren | 63 |
| 5. | Ausgewählte Trends auf dem Risikotransfermarkt | 66 |
| 5.1 | Collateralized Loan Obligations | 66 |
| 5.2 | Loan Credit Default Swaps | 68 |
| 6. | Fazit | 71 |
| Anhang | 73 | |
| Literaturverzeichnis | 78 |
Kapitel 2.2.1, Aufgaben und Pflichten der Teilnehmer: Bei einer Kreditsyndizierung sind grundsätzlich vier verschiedene Parteien involviert: Arrangeure, Agenten, untergeordnete Banken (sog. Manager bzw.Participants) und der Kreditnehmer selbst.
Der Arrangeur und der Agent sind in der Praxis meist dasselbe Finanzinstitut, und auch in einer Vielzahl der existierenden Literatur werden diese Funktionen gleichgesetzt, jedoch sind die Aufgabenunterschiedlicher Natur.
Der Arrangeur kommuniziert vor der Vertragsunterzeichnung mit dem Kreditnehmer und einigt sich mit diesem u.a. über die Höhe des Auszahlungsbetrages, den Zinssatz, eventuelle Sicherheiten und die Rückzahlungsmodalitäten. Um einen Kredit risikogerecht zu bepreisen, ist es die Aufgabe des Arrangeurs eine Due Diligence durchzuführen, um die Risiken des Kreditnehmers abzuschätzen. Der Arrangeur erstellt außerdem ein Informationsmemorandum, welches potenziellen Konsortialmitgliedern zugesendet wird und detaillierte Informationen über den Kreditnehmer beinhaltet.
Nachdem der Arrangeur das Konsortium zusammengestellt und sich mit dem Kreditnehmer sowie dem Konsortium über die Konditionen des Kredites geeinigt hat, wird am Ende ein Kreditvertrag aufgesetzt, den alle beteiligten Parteien unterschreiben. Inder Praxis werden verschiedene Aufgaben des Arrangeurs auch auf andere Parteien übertragen, die sog. Co-Arrangeure bzw. -Agenten.
So kann es z.B. einen Dokumentationsagenten geben, der sich ausschließlich mit der Zusammenstellung der Kreditdokumente befasst. Die Co-Agenten erhalten für Ihre Tätigkeit eine Gebühr und sind meist Spezialisten auf ihrem Gebiet.
Der Agent kommt nach der Unterzeichnung des Kreditvertrages ins Spiel, erhält alle Zahlungen vom Kreditnehmer und hat dafür Sorge zu tragen, dass diese Gelder an die anderen Teilnehmer weitergeleitet werden. Des Weiteren sammelt der Agent fortlaufend Informationen über den Schuldner, zeichnet Änderungen in der Zusammenstellung des Konsortiums durch Kreditverkäufe am Sekundärmarkt auf und macht Vorschläge, wie das Konsortium im Falle eines Kreditausfalls weiterverfahren soll.
Alle relevanten Informationen, die der Agent durch die Überwachung des Kredites (Monitoring) erhält, müssen den anderen Teilnehmern unverzüglich weitergeleitet werden. Obwohl die Manager i.d.R. keine direkte Beziehung zum Kreditnehmer haben und lediglich den vereinbarten Kreditbetrag zur Verfügung stellen, gibt es auch für sie bestimmte Pflichten.
Sobald der Kreditvertrag unterschrieben wurde, sind die Manager zur Auszahlung verpflichtet, auch wenn sich deren finanzielle Situation in der Zwischenzeit ändert. Des Weiteren sind die Manager dazu verpflichtet, Informationen, die über andere Geschäfte mit dem Kreditnehmer auftauchen und einen Kreditausfall wahrscheinlich machen, dem konsortialführenden Agenten mitzuteilen.
Diese Pflicht wird standardmäßig in sog. Cross Default-Klauseln im Kreditvertrag festgehalten. Auf der Ebene der Manager wird oftmals zwischen Lead-Managern, Managern, Co-Managern und sog. Participants unterschieden, je nach Höhe des zur Verfügung gestellten Kreditbetrages.
Im Folgenden wird zur Vereinfachung und aus Gründen der Übersichtlichkeit nur von Managern als passiven Parteien bei einem Konsortialkredit gesprochen. Bei fast allen Konsortialkrediten sind die Arrangeure bzw. Agenten auch Manager, die im Regelfall einen Großteil des Gesamtkreditbetrages zur Verfügung stellen.
Die Pflichten des Kreditnehmers bei einem Konsortialkredit sind grundsätzlich keine anderen als bei einem bilateralen Kredit. Der Schuldner hat gegenüber den Kreditgebern wahrheitsgemäße Angaben in Bezug auf das Unternehmen zu machen, muss vereinbarte Kreditauflagen einhalten und darf ohne Zustimmung des Konsortiums nicht die Art der Geschäftstätigkeit ändern. Die Pflichten des Kreditnehmers im Detail werden im Kreditvertrag festgehalten.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836603980
Arbeit zitieren:
Boltzen, Tim Mai 2007: Besonderheiten von syndizierten Krediten und ein empirischer Vergleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kredit, Kreditsyndizierung, Kreditbepreisung, Konsortialkredit, Kreditkosten



