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Besonderheiten und Probleme des russischen Logistikmarktes

Unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken deutscher Unternehmen auf diesem Markt

Besonderheiten und Probleme des russischen Logistikmarktes
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Irina Ulrich
  • Abgabedatum: August 2006
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bochum Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9825-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9825-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9825-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ulrich, Irina August 2006: Besonderheiten und Probleme des russischen Logistikmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Russland, Logistik, Standortverlagerung, Outsourcing, Logistikmarkt

Diplomarbeit von Irina Ulrich

Einleitung:

Die Marktsättigung, eine größtenteils abgeschlossene Aufteilung der Marktanteile in Westeuropa und andere Gründe zwingen viele Hersteller, in Richtung Osteuropa zu schauen. Die aktuelle Tendenz zur Internationalisierung und Exportorientierung betrifft sehr stark auch die Logistikbranche. Durch die EU-Osterweiterung, die Verlagerung der Produktionsstandorte von Industrieunternehmen in MOE-Staaten sowie nach Russland und den zunehmenden Transit zwischen West und Fernost entstehen neue Märkte, neue Investitionsstandorte und damit insgesamt hohe Wachstumspotentiale für Logistikunternehmen.

Wenn die Produzenten ihre Standorte ins Ausland verlagern, müssen auch die Logistikdienstleistungen „mittransportiert“ werden oder sie werden vor Ort gesucht. Manche Unternehmen bauen ihre Geschäfte im Ausland gemeinsam mit dem bestehenden Partner aus, deren Zuverlässigkeit und Leistungsqualität durch die jahrelange gemeinsame Zusammenarbeit bekannt ist. Viele deutsche Logistikunternehmen engagieren sich bereits auf den osteuropäischen Märkten. Als ein potenzieller Standort wird oft Russland ausgewählt.

Die vorliegende Arbeit will Unternehmern und Managern eine fundierte Entscheidungsgrundlage bieten, die sich für einen Markteintritt in die Russische Förderation noch nicht endgültig entschieden haben, weil ihnen eine konkrete Vorstellung bzw. ein umfassendes Gesamtbild vom russischen Logistikmarkt fehlt. Es gibt zahlreiche Untersuchungen zum Thema Markteintritt in Russland. Die Unternehmen stoßen aber häufig auf die Informationsdefizite bezüglich der Logistikbranche in Russland. Erst in den letzten Jahren erschienen einzelne Studien über den russischen Logistikmarkt, die die wichtigsten Bereiche des Marktes untersucht hatten. Einige Aspekte bedürfen jedoch einer Ergänzung und einer weiteren Betrachtung.

Vor dem oben dargestellten Hintergrund stellt sich in dieser Arbeit die Hauptaufgabe, die Besonderheiten und Probleme auf dem russischen Logistikmarkt zu erfassen. Die Zielsetzung dieser Ausarbeitung ist es, eine umfassende Analyse des russischen Logistikmarktes vorzunehmen und mögliche Erfolgs- und Risikofaktoren für deutsche Logistikunternehmen daraus abzuleiten sowie einige wirkungsvolle und praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Unternehmen herauszuarbeiten.

Insbesondere stehen folgende Fragen im Mittelpunkt dieser Arbeit:

Welche Tendenzen herrschen in der Logistikbranche vor?

Welche Besonderheiten bezüglich der Bereiche Transport, Lagerimmobilien, IT-Technologien und Partnerschaftsbildung hat der russische Logistikmarkt im Vergleich zu westlichen Märkten?

Was sind die Beweggründe für deutsche Logistikanbieter, in Russland zu investieren? Welches sind die Einflussfaktoren auf die Entscheidung über den Eintritt auf den russischen Logistikmarkt und dessen weitere Bearbeitung?

Worin bestehen die Chancen und Risiken deutscher Logistikunternehmen im Russland-Geschäft?

Gang der Untersuchung:

Ausgehend von dieser Problemstellung besitzt die Arbeit folgenden Aufbau: Im zweiten Hauptkapitel werden zu Beginn die Grundlagen der Logistik erläutert. Schwerpunkte dieses Kapitels sind allgemeine Logistikdefinitionen, Entwicklungsphasen der Logistik, Nachfrage- und Angebotsseite des Logistikmarktes sowie Folgen von internationalen Standortverlagerungen für Logistikunternehmen.

Mit Hilfe von allgemeinen Theorieansätzen zur Logistik lässt sich die Logistikbranche in Russland untersuchen. Im Kapitel 3 wird zunächst die Situation Russlands insgesamt unter Einbeziehung insbesondere logistikrelevanter Aspekte, der geopolitischen Lage sowie der sozial-wirtschaftlichen Entwicklung, behandelt. Im Rahmen des dritten Kapitels wird ein umfassender Überblick über den aktuellen Stand der Logistik in Russland gegeben. Dieser Überblick dient gleichzeitig als Ausgangsbasis zur tiefen Betrachtung der einzelnen Sektoren des Marktes, wie z. B. Verkehrswirtschaft, Logistikimmobilien und Informationstechnologien. Eine Darstellung der vorhandenen Partnerschaften, Kooperationen und Integrationen und die Untersuchung von Möglichkeiten zur Bildung von neuen Kooperationen runden das dritte Kapitel ab.

Zu Beginn des vierten Kapitels werden zunächst kurz die Stärken der deutschen Logistik behandelt, die für die weitere Untersuchung relevant sind. Um die Attraktivität Russlands in Bezug auf die Wahl als Logistikstandort zu prüfen, werden dann die Rahmenbedingungen analysiert, mit denen deutsche Logistikunternehmen bei der Erschließung und Bearbeitung des russischen Marktes konfrontiert werden. Die anschließende Betrachtung der Erfolgsfaktoren für deutsche Unternehmen führt unmittelbar zu einer Diskussion der Marktrisiken. Aus den insbesondere im dritten und vierten Kapitel gewonnenen Erkenntnissen werden im Unterkapitel 4.5 praktische Tipps und Handlungsempfehlungen an die Unternehmen entwickelt, die eine Entscheidung über den Markteintritt erleichtern sollen.

Die zentralen Ergebnisse der Arbeit bzw. die Implikationen für die Unternehmenspraxis sind abschließend in Kapitel 5 zusammengefasst.

Es ist hierbei zu bemerken, dass die Arbeit in erster Linie an Logistikunternehmen gerichtet ist und viele für Unternehmen aus anderen Branchen allgemein gültige Aspekte der unternehmerischen Tätigkeit auf dem russischen Markt außer Acht bleiben bzw. nur kurz betrachtet werden, da sie sehr umfangreich sind und im Rahmen einer Diplomarbeit nicht behandelt werden können.

Inhaltsverzeichnis:

Tabellenverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Grundüberlegungen zur Logistik 4
2.1 Allgemeine Definitionen der Logistik 4
2.2 Entwicklungsphasen der Logistik 5
2.2.1 Logistik als funktionsbezogene Spezialisierung 5
2.2.2 Logistik als Koordinator unterschiedlicher Funktionsbereiche 6
2.2.3 Wandel zur Prozessorientierung 7
2.2.4 Supply Chain Management 7
2.3 Trends und Entwicklungen des Logistikmarktes 9
2.3.1 Megatrends der Nachfrageseite 9
2.3.1.1 Zeitwettbewerb und erhöhte Kundenanforderungen 9
2.3.1.2 Globalisierung und Internationalisierung 11
2.3.2 Aktuelle Entwicklungen auf der Angebotsseite 12
2.3.2.1 Kooperationen in der Logistik 12
2.3.2.2 Informations- und Kommunikationstechnologien 13
2.3.2.3 Transportsysteme 14
2.3.2.4 Lagerlogistik 17
2.3.2.5 Integratoren der Logistikkette 18
2.4 Standortverlagerungen und deren Folgen für Logistikunternehmen 20
2.4.1 Wichtige Faktoren der internationalen Standortwahl 20
2.4.2 Anforderungen an die internationale Logistik 21
3. Der Logistikmarkt in Russland 24
3.1 Allgemeine Informationen zu Russland 24
3.1.1 Die geopolitische Lage Russlands 24
3.1.2 Wirtschaftliche Eckdaten 25
3.2 Entwicklungsstand der Logistik in Russland 26
3.3 Der Markt für Logistikdienstleistungen 29
3.3.1 Übersicht über die Angebots- und Nachfrageseite 29
3.3.2 Nachfrageseite des Logistikmarktes 30
3.3.3 Angebotsseite des Logistikmarktes 31
3.3.3.1 Verkehrswirtschaft 32
3.3.3.2 Logistikimmobilien 35
3.3.3.3 Informations- und Kommunikationstechnologien 37
3.3.3.4 Partnerschaften, Kooperationen und Integrationen 38
3.3.3.5 Perspektiven 40
4. Bedeutung des russischen Logistikmarktes für deutsche Logistikunternehmen 43
4.1 Stärken deutscher Logistik 43
4.2 Analyse des russischen Logistikmarktes als potentieller Standort für deutsche Unternehmen 44
4.3 Chancen für deutsche Logistikunternehmen in der Branche 49
4.4 Übersicht über die allgemeinen und logistikbezogenen Risiken auf dem russischen Markt 52
4.5 Handlungsempfehlungen an deutsche Logistikunternehmen in Russland 54
5. Zusammenfassung 58
Anhang 1: Vor- und Nachteile alternativer Verkehrsmittel 60
Anhang 2: Ziele der Internationalisierung im Überblick 61
Anhang 3: Rankings der umsatzstärksten Unternehmen für das Jahr 2004 62
Anhang 4: Leistungsspektrum der wichtigsten russischen Transportunternehmen 64
Anhang 5: Sozialökonomische Entwicklung Russlands 65
Anhang 6: Gesamtumsatz Fracht und gesamtes Frachtaufkommen in Russland 68
Anhang 7: Wirtschaftsdaten kompakt: Russische Föderation 69
Literaturverzeichnis 74

Automatisiert erstellter Textauszug:

Mit den positiven Entwicklungen der russischen Wirtschaft steigt auch der Wohlstand der Bevölkerung Russlands. Die wachsenden Einkommen führen zur Erhöhung der Nachfrage nach neuen und hochwertigen Produkten und Dienstleistungen. Hinzu kommt, dass die Verbraucher in Russland qualitätsbewusster und anspruchsvoller werden. Bekannte internationale Hersteller aus Branchen wie Automobil- und Anlagenbau, Sportartikel, Nahrungsmittel, Sanitärausstattung usw. eröffnen für sich den russischen Markt.1 Einige Waren werden zwar importiert, dennoch werden viele hochwertige Erzeugnisse in Russland aus Komponenten ausländischer Hersteller produziert.2 Hierzu kommen einheimische Handelsunternehmen, die ihre Netze weiter ausbauen. Alle diese Faktoren führen dazu, dass die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen das Angebot erheblich übersteigt. Ausländische Unternehmen bauen ihre Produktion in Russland auf und entwickeln engere Kontakte und Kooperationen mit Handelsunternehmen. Für neue Netzwerke brauchen sie eine neue transparente Infrastruktur. Mit der Nachfrage nach professioneller Logistik und modernen Logistikdienstleistungen steigt der Bedarf an Steuerungs-, Planungs- Lager-, Umschlags- und Kommunikationsdienstleistungen kontinuierlich an. Daraus ergibt sich außerdem ein erhöhter Bedarf an Lagerkapazitäten und an schnelleren und pünktlichen Lieferungen. In eigene Distributionsnetze und russlandweite Lagersysteme investieren nur wenige ausländische Unternehmen.3 Logistikunternehmen in Russland erledigen üblicherweise entweder die Zollabfertigung oder die Lagerung oder den Transport der Waren.4 Auf dem Markt werden jedoch kreative Logistiklösungen und möglichst von einem Dienstleister nachgefragt. Allerdings zeichnet sich eine Tendenz zum Abschluss kurzfristiger Verträge ab.5 Auf diese Weise kommen ganz selten richtige Partnerschaften zwischen Industrie, Handel und russischen Logistikunternehmen zustande.6 Die Unternehmen werden aber immer selektiver und kritischer darin, was die Auswahl der Anbieter von Logistikdienstleistungen betrifft.7 [...]

Jedoch ist der Logistikmarkt ein ständig wachsender Sektor der Wirtschaft Russlands und hat gute Perspektiven. Mit einer Bevölkerungszahl von 143,5 Mio. gehört Russland zu den größten Märkten Europas. 2006 wird ein Zuwachs von 20 % in der Branche erwartet.1 Die Logistikplanung und das SCM werden dabei die wachstumsstärksten Bereiche sein. Spezialisten schätzen das Potential des Marktes auf bis zu 120 Mrd. USD.2 Logistik ist schon zu einem Wettbewerbsfaktor geworden.3 Die großen Finanzmagnate beschränken sich nicht mehr allein auf die Rohstoffbranche und entdecken Logistikdienstleistungen als ein lukratives Geschäftsfeld.4 Der Markt befindet sich „in einer frühen, aber schnell wachsenden Entwicklungsphase“5. Und der im Vergleich zum westlichen Logistikmarkt 20-jährige Rückstand könnte innerhalb von 3 – 5 Jahren überwunden werden. [...]

oder Zoll und haben keine umfassende Information über die gesamten Lieferketten. 1 Dabei entstehen bestimmten Schwierigkeiten, die sowohl mit dem Status solcher Abteilungen im Unternehmen als auch mit den von ihnen zu erfüllenden Funktionen verbunden sind. Das ist häufig die Folge von Wissensmangel und fehlender Erfahrung auf diesem Gebiet. Des Weiteren fehlt speziell für die Logistikbranche ausgebildetes Personal. Sogar die mächtigsten Unternehmen haben Probleme, qualifiziertes Führungspersonal zu finden. Auch Fachkräfte sind nur schwer zu finden. Und die Hochschulen in Russland sind zur Ausbildung von Logistikspezialisten noch nicht bereit. In der letzten Zeit sind allerdings von vielen Hochschulen erste Schritte zur Vorbereitung der Studenten in Richtung "Logistik" unternommen worden. Einige große Unternehmen haben schon eigene Zustellketten aufgebaut. Die komplette Warenbewegung befindet sich aber noch nicht im Fokus ihres Interesses. Logistik ist vielmehr ein Kontrollinstrument und ein Faktor zur Kostensenkung. Die Effektivität der Arbeit wird häufig anhand der Höhe der Lieferkosten, die bis zu 25 % des Gütereinzelpreises ausmachen2, in der Gesamtsumme des Umsatzerlöses bewertet. Ungerer verweist darauf, dass ca. 71 % der Firmen ihre Logistikkosten senken wollen.3 Dabei sind viele Unternehmen aber gar nicht in der Lage, ihre eigenen kompletten Lieferkosten zu berechnen. Der Logistikmarkt Russlands wird durch hohe Preissensibilität charakterisiert.4 Manche Unternehmen nehmen keine Logistikleistungen in Anspruch, weil sie diese Leistungen oft für sehr teuer halten. Da der gegenwärtige Markt sich allerdings vom Verkäuferzum Käufermarkt wandelt und der Wettbewerbsdruck auf die Logistikanbieter sich stark erhöht, wird in einigen Jahren ein Konkurrenzkampf um die Qualität das Kostenkriterium ablösen.5 [...]

Arbeit zitieren:
Ulrich, Irina August 2006: Besonderheiten und Probleme des russischen Logistikmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Russland, Logistik, Standortverlagerung, Outsourcing, Logistikmarkt

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