Besonderheiten der Beschaffungsplanung in Krankenhäusern
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sven Lübbe
- Abgabedatum: April 2005
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 496,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8903-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8903-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8903-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lübbe, Sven April 2005: Besonderheiten der Beschaffungsplanung in Krankenhäusern, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gesundheitswesen, Beschaffung, Dienstleistungen, Lieferantenmanagement, Materialwirtschaft
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Diplomarbeit von Sven Lübbe
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Beschaffung - insbesondere die Beschaffungsplanung - in Krankenhäusern zu durchleuchten. Mit der Darstellung des Status quo und der sich daraus ableitenden Möglichkeiten zur weiteren Gestaltung der Beschaffungsplanung in Krankenhäusern werden Besonderheiten dieses Bereichs herausgearbeitet.
Eine zunehmende Marktdynamik und strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen sorgen dafür, dass sich Krankenhäuser um Kostenreduzierung und Prozessoptimierung bemühen müssen, um zukünftig mindestens kostendeckend wirtschaften zu können. Auf der Suche nach Einsparpotenzialen ergeben sich im Allgemeinen nur zwei Alternativen: Entweder können Personal- oder Sachkosten reduziert werden. Einsparungen im Personalbereich sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen schwer durchsetzbar. Demzufolge kommt der Optimierung der Beschaffung von Sachmitteln eine besondere Bedeutung zu. Andere Branchen, die sich in ähnlichen Krisen durch finanzielle Engpässe befanden, haben das erkannt und durch Reorganisationen der Beschaffung Kosten in diesem Bereich eingespart.
Einige Maßnahmen der Krankenhäuser orientieren sich bereits an bewährten Praktiken der Industriebetriebe. Daher werden Besonderheiten der Beschaffungsplanung von Krankenhäusern in Bezug auf Industriebetriebe untersucht.
Dazu wird zunächst auf allgemeine Grundlagen zur Typologisierung von Betrieben eingegangen. Ziele, Aufgaben und Aufbauorganisation der unterschiedlichen Betriebe werden dargestellt. Darüber hinaus werden Definitionsansätze zum Begriff der Dienstleistungen skizziert, um so eine Abgrenzung von Dienstleistungs- und Sachleistungsbetrieben herstellen zu können. Während der Dienstleistungsbetrieb Krankenhaus in diesem Kapitel allgemein beschrieben wird, erfolgt in Kapitel 4. eine genauere Darstellung der Besonderheiten von Krankenhäusern.
Zuvor wird in Kapitel 3. die Beschaffungsplanung beschrieben und sowohl in die Unternehmensplanung als auch in den Beschaffungsprozess eingeordnet. Diese Ausführungen orientieren sich an Industriebetrieben. Zudem werden diverse Verfahren einzelner Elemente der Beschaffungsplanung beschrieben und bewertet.
Im darauf folgenden Kapitel wird die Beschaffung in Krankenhäusern zunächst allgemein erläutert, ehe auf die Besonderheiten der Bedarfe eingegangen wird. Eine Unterscheidung des medizinischen und nicht-medizinischen Bedarfs wird anhand der Bedeutung der Bedarfe für die Beschaffung vollzogen. Es erfolgt eine Gegenüberstellung von moderner und klassischer Beschaffung. Davon ausgehend werden Tendenzen und Möglichkeiten einer Anpassung von der klassischen zur modernen Beschaffung umrissen.
Das 5. Kapitel greift sich zunächst einzelne Elemente der Beschaffungsplanung heraus und beleuchtet deren besonderen Aspekte in Abgrenzung zu denen von Industriebetrieben. Zunächst wird sowohl speziell auf die Bedarfs-, Lager- und Bestellplanung als auch auf das Lieferantenmanagement eingegangen. Anschließend sollen Spezifitäten hinsichtlich des medizinischen Bedarfs erläutert werden. Dabei werden einzelne Handlungsempfehlungen zur Nutzung von Einsparpotenzialen herausgearbeitet, welche abschließend zusammengeführt und bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen zur Betriebstypologie | 3 |
| 2.1 | Betriebswirtschaftstheoretische Grundlagen | 3 |
| 2.2 | Industriebetriebe als Beispiel für Sachleistungsbetriebe | 5 |
| 2.3 | Dienstleistungsbetriebe | 8 |
| 2.3.1 | Ansätze zur Definition des Dienstleistungsbegriffes | 8 |
| 2.3.2 | Ziele und Aufgaben von Dienstleistungsbetrieben | 11 |
| 2.4 | Krankenhäuser als Sonderform von Dienstleistungsbetrieben | 13 |
| 3. | Grundlagen zur Beschaffungsplanung | 17 |
| 3.1 | Beschaffungsplanung innerhalb der Unternehmensplanung | 17 |
| 3.2 | Beschaffungsplanung innerhalb des Beschaffungsprozesses | 18 |
| 3. | Elemente der strategischen und operativen Beschaffungsplanung | 20 |
| 3.3.1 | Beschaffungsprinzipien | 20 |
| 3.3.2 | Lieferantenauswahl | 23 |
| 3.3.3 | Mengenplanung | 24 |
| 4. | Beschaffung in Krankenhäusern | 26 |
| 4.1 | Besonderheiten der Krankenhausfinanzierung | 26 |
| 4.1.1 | Folgen des Gesundheitsstrukturgesetzes | 26 |
| 4.1.2 | Unterscheidung der Wirtschaftsgüter in Krankenhäusern | 28 |
| 4.2 | Wertschöpfungsprozess „Beschaffung“ in Krankenhäusern | 29 |
| 4.3 | Bedeutung und Beschaffung medizinischen Bedarfs | 31 |
| 4.4 | Bedeutung und Beschaffung nicht-medizinischen Bedarfs | 33 |
| 4.5 | Anpassung an eine moderne Beschaffung | 35 |
| 4.5.1 | Anforderungen an eine moderne Beschaffung | 35 |
| 4.5.2 | Klassische Beschaffung in Krankenhäusern | 37 |
| 5. | Spezifika von Elementen der Beschaffungsplanung in Krankenhäusern | 40 |
| 5.1 | Schwierigkeiten und Chancen bei der Bedarfsermittlung | 40 |
| 5.1.1 | Probleme der Bedarfsermittlung in Krankenhäusern | 40 |
| 5.1.2 | Chancen einer Materialstandardisierung | 41 |
| 5.2 | Lager- und Bestellplanung | 43 |
| 5.2.1 | Aktuelle Verhältnisse und Anforderungen an die Lagerplanung | 43 |
| 5.2.2 | Besonderheiten der Bestellplanung | 45 |
| 5.3 | Lieferantenmanagement | 46 |
| 5.3.1 | Lieferantenbeziehungen | 46 |
| 5.3.2 | Anforderungen an ein ökonomisches Lieferantenmanagement | 49 |
| 5.3.3 | Möglichkeiten von Kooperationen | 51 |
| 5.4 | Besonderheiten der Beschaffungsplanung medizinischen Sachbedarfs | 54 |
| 5.5 | Konsequenzen der Anforderungen an die Krankenhausbeschaffung | 56 |
| 5.5.1 | Chancen durch Outsourcing | 56 |
| 5.5.2 | Zusammenfassende Beurteilung der Möglichkeiten für die Beschaffungsplanung in Krankenhäuern | 58 |
| 6. | Schlussbetrachtung | 61 |
| Literaturverzeichnis | 63 |
Die Desinfektionsmittel werden in dieser Arbeit jedoch dem Wirtschaftsbedarf zugeschrieben.146 Der Anteil der Sachkosten an den Gesamtkosten der Krankenhäuser liegt bei ca. 33%. Damit ist dieser Anteil zwar deutlich geringer als der der Personalkosten aber Einsparpotenziale sind schneller und ohne die üblichen Anpassungsschwierigkeiten im Personalbereich nutzbar. Bei Gesamtkosten der Krankenhäuser von 54,4 Mrd. € fallen auf die Sachkosten immer noch 18,1 Mrd. €. Dementsprechend ist die Bedeutung der Beschaffung des Sachbedarfs sehr hoch. Besonders die des medizinischen Bedarfs, da dieser mit einem Anteil von ca. 49% des Sachbedarfs am größten ist.147 Eine Umfrage aus dem Jahr 2003 („Krankenhaus-Barometer“) des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI)148 hat ergeben, dass bei der Beschaffung des medizinischen Bedarfs, der zu ca. 74 % zentral organisiert ist, für zwei Drittel der Befragten Krankenhäuser die Erzielung des besten Preises und die Optimierung der gesamten Beschaffungskette einen hohen Stellenwert besitzen. Dabei haben diese Strategien bei großen Krankenhäusern eine übergeordnete Bedeutung, während kleinere Krankenhäuser keine Strategie favorisieren. Nach der Standardisierung des Produktportfolios und einer Bündelung der Nachfrage sollte die Lieferantenzahl beschränkt werden.149 Gerade beim medizinischen Bedarf ist die durchschnittliche Anzahl der Lieferanten mit 144 sehr hoch. Je größer das Krankenhaus desto höher auch die Komplexität (durch die ansteigende Anzahl der Lieferanten) der Beschaffung des medizinischen Bedarfs.150 Die Auswahl der Lieferanten beherrschen laut Umfrage die Faktoren Produktqualität, Lieferzuverlässigkeit und Preis. Dies gilt für Krankenhäuser jeder Größe. Eine untergeordnete Rolle spielen Kriterien wie Produkttiefe und -breite sowie eine elektronische Bestellabwicklung. Das ist insofern erwähnenswert, da dies Kriterien sind, die zur Steigerung der Effizienz des Beschaffungsprozesses führen könnten.151 [...]
eine Kostenreduktion, sondern auch um Qualitätsverbesserungen140 der Produkte geht, ist es notwendig, dass Krankenhäuser zweckdienliche Kennzahlen ermitteln. Ein geeignetes Instrument dazu ist die Balanced Scorecard, die über ein einfaches Kennzahlensystem hinausgeht und als Managementinstrument genutzt werden kann.141 Diese Auffassung wird durch eine US-amerikanische Studie bekräftigt, nach der bei Krankenhäusern, die das Instrument der BSC einsetzten, neben einer Kostensenkung auch eine deutliche Qualitätsverbesserung festgestellt wurde.142 Das Spannungsverhältnis von Kostenreduktion, Leistungsverbesserung, Bedarf und Autonomieerhaltung zu lösen, ist Grundlage aller Beschaffungsentscheidungen. Damit muss über die Aufgabe der Beschaffung (eine auf ökonomische Weise quantitative und qualitative Versorgung des Krankenhauses) hinaus eine Organisation des Transaktionsprozesses zwischen Krankenhaus und Lieferant gewährleistet sein.143 [...]
hier vielfach anzutreffende Schwachstellen angeführt: eine nicht vollkommene Standardisierung von Routinebestellungen, die zu Nachbearbeitungen und Rückfragen führen und keine einheitliche Erfassung der Bestellung. Dies gilt sowohl für eine elektronische Erfassung und Bearbeitung in verschiedenen Datenformaten als auch für manuelle Erfassungen in Papierform und telefonischer Weiterleitung.135 Um die aus den Hauptprozessen abgeleiteten einzelnen Prozesse analysieren zu können, ist eine den Gesamtprozess umfassende Dokumentation des Ist-Zustandes notwendig. Auf Basis dieser erhobenen Daten können Statistiken über Lieferanten und deren Konditionen, Verbrauchsgewohnheiten, Bestellabwicklungen, etc. aussagekräftig genug sein, um Unwirtschaftlichkeiten aufzudecken. Da die Unwirtschaftlichkeiten jedoch abzustellen sind, müssen bedarfsorientierte Informationsund Kennzahlensystems existieren.136 Durch eine in den letzten Jahren deutlich professioneller gewordene Managementstruktur in Krankenhäusern (und damit auch bei der Beschaffung) ist ein starker Zuwachs beim Einsatz von betriebswirtschaftlichen Instrumenten zu verzeichnen.137 Als Instrumente zur Güterklassifizierung und daraus abzuleitenden Entscheidungshilfen sind die ABC- und XYZAnalyse zu nennen. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832489038
Arbeit zitieren:
Lübbe, Sven April 2005: Besonderheiten der Beschaffungsplanung in Krankenhäusern, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gesundheitswesen, Beschaffung, Dienstleistungen, Lieferantenmanagement, Materialwirtschaft



