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Besondere Anforderungen des Wissensmanagement an Multinationale Unternehmen

Besondere Anforderungen des Wissensmanagement an Multinationale Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Masterarbeit
  • Autor: Bülent Cakir
  • Abgabedatum: Dezember 2006
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 344,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 82
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0750-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Cakir, Bülent Dezember 2006: Besondere Anforderungen des Wissensmanagement an Multinationale Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Knowledge Management, Wissensmanagement, Multinationale Unternehmen, MNC, Wissensgesellschaft

Masterarbeit von Bülent Cakir

Einleitung:

Wissensmanagement als junge Disziplin der Betriebswirtschaftslehre gewinnt immer mehr an Bedeutung. Insbesondere Multinationale Unternehmen erkennen in der heutigen Zeit der Globalisierung und der Informationstechnologien, dass nicht nur innovative Produkte oder günstige Preise, sondern viel mehr das Wissen ihrer Mitarbeiter ihnen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil ermöglicht. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass etwa 81% der führenden nordamerikanischen und europäischen Unternehmen zumindest eine Form von Wissensmanagement betreiben.

Die wissenschaftliche Betrachtung des Wissensmanagement steckt noch in den Anfängen. Es existiert zwar Literatur, die ein Grundverständnis davon gibt, wie Wissen identifiziert, erfasst und weitergereicht werden kann. Die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Wissensmanagement sind jedoch zu umfangreich und zu unterschiedlich. Entsprechend unterschiedlich sind auch Beiträge zu diesem Themenbereich, die zwar Einblicke und Lösungsansätze in verschiedene Problembereiche bieten, allerdings keine allgemeine Übersicht im Sinne Multinationaler Unternehmen liefern.

Diese Ausarbeitung macht den Versuch, diese Lücke zu schließen, indem es ein Modell dieser Rahmenbedingungen erstellt. Dies geschieht aus der Frage heraus, welche unterschiedlichen und besonderen Anforderungen an multinational operierende Unternehmen bei der Verwaltung ihres organisationsrelevanten Wissens zu beachten sind.

Um diese Frage schrittweise zu beantworten, wird folgende Unterteilung vorgenommen: Was ist Wissen und wie kann es verwaltet werden? Was sind Multinationale Unternehmen? Warum ist Wissensmanagement für Multinationale Unternehmen wichtig? Was müssen Multinationale Unternehmen bei der Anwendung von Wissensmanagement beachten?

Beginnend im zweiten Kapitel wird die Grundlage gelegt, indem „Wissen“, „Wissensmanagement“ und „Multinationale Unternehmen“ näher betrachtet werden. Hierbei wird der Versuch unternommen, diese Begriffe in einem für den Umfang dieser Arbeit hinreichendem Verständnis zu definieren.

Anschließend werden diese Begriffe im dritten Kapitel miteinander in Beziehung gesetzt. Dies geschieht durch die Fragen, warum Wissen in Multinationalen Unternehmen wichtig ist und welche Bedeutung das Wissensmanagement für Multinationale Unternehmen hat. Dabei werden Punkte wie Wettbewerbsfähigkeit, Produktinnovation und Prozessinnovation angesprochen, die in der heutigen Zeit für global operierende Unternehmen von existentieller Bedeutung sind.

Auf der Erkenntnis aufbauend, was Wissensmanagement ist und welchen Wert es für Multinationale Unternehmen hat, wird im vierten Kapitel dieser Arbeit ein Modell erstellt, in dessen Struktur die wesentlichen Anforderungen eingeordnet werden. Hierbei wird zwischen intraorganisationalen, internationalen, interorganisationalen und operationalen Anforderungen unterschieden.

Abschließend werden in den Schlusskapiteln die wesentlichen Einblicke und Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst und es werden noch offene Fragen aufgezeigt, deren Beantwortung weiterer Untersuchungen bedarf.

Die zur Recherche gewählte Literatur beinhaltet neben Standardwerken zum Wissensmanagement und zur Organisationslehre weiterhin Artikel aus international anerkannten Fachjournalen und Fachzeitschriften der Jahre 2001 bis 2006. Darüber hinaus beinhalten einige dieser Beiträge Einsichten in aktuelle Fallstudien internationaler Wissensmanagement-Projekte, die zur praktischen Veranschaulichung theoretischer Aussagen dieser Arbeit mit einbezogen werden. Insbesondere Kapitel 4 gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Diskussion. Einzuordnen ist diese Arbeit in die Betriebswirtschaftslehre mit Fokus auf Wissensmanagement, Organisationslehre und Unternehmensstrategie. Aspekte des Wissensmanagement wie Datenverarbeitungssysteme und Softwarelösungen sind in ausreichender Form in anderer Literatur beschrieben und werden im Umfang dieser Arbeit nicht mit einbezogen. Stattdessen liegt der eigentliche Wert darin, ein übersichtliches und aktuelles Modell von wesentlichen Faktoren des Wissensmanagement zu liefern, die bei großen und international tätigen Unternehmen vielfach unterschätzt oder sogar übersehen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 5
2. BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN 8
2.1 WISSEN 8
2.1.1 Begriffsdefinition 8
2.1.2 Wissensformen 10
2.1.3 Wissensentwicklung 12
2.2 WISSENSMANAGEMENT 14
2.2.1 Begriffsdefinition 14
2.2.2 Aufgaben 15
2.3 MULTINATIONALE UNTERNEHMEN 17
2.3.1 Typologie Multinationaler Unternehmen 17
2.3.2 Eingrenzung Multinationaler Unternehmen 20
3. BEDEUTUNG DES WISSENSMANAGEMENT FÜR MULTINATIONALE UNTERNEHMEN 22
3.1 WISSENSBASIERTE SICHT DES UNTERNEHMENS 23
3.2 WETTBEWERBSVORTEIL DURCH WISSENSMANAGEMENT 25
3.2.1 Produktinnovation 26
3.2.2 Prozessinnovation 28
4. ANFORDERUNGEN DES WISSENSMANAGEMENT AN MULTINATIONALE UNTERNEHMEN 30
4.1 INTRA-ORGANISATIONAL 31
4.1.1 Unternehmensstrategie 31
4.1.2 Unternehmenskultur 34
4.1.3 Leadership 36
4.1.4 Struktur 38
4.1.5 Personalentwicklung 40
4.1.6 Technologie 41
4.2 INTERNATIONAL 43
4.3 INTER-ORGANISATIONAL 45
4.3.1 Wissensnetzwerke 45
4.3.2 Strategische Allianzen 48
4.4 OPERATIONAL 49
4.4.1 Methoden 49
4.4.2 Hindernisse 52
4.4.3 Bewertung 58
5. ZUSAMMENFASSUNG 61
6. AUSBLICK 64
Literaturverzeichnis 65

Textprobe:

Kapitel 3.2, Wettbewerbsvorteil durch Wissensmanagement:

Während im vorigen Abschnitt auf die Bedeutung von Wissen in Multinationalen Unternehmen eingegangen wurde, wird in diesem Abschnitt auf die Bedeutung von Wissensmanagement in Multinationalen Unternehmen eingegangen.

Es liegt in der Natur von Organisationen, dass sie nach „Beständigkeit“ streben. Wendet man diese Aussage auf Multinationale Unternehmen an, so können diese nur bestehen, wenn sie dem unternehmerischen Ziel nachgehen und den Markt mit ihren Produkten oder Dienstleistungen befriedigen können. Hierzu müssen sie jedoch wettbewerbsfähig bleiben oder idealerweise einen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern erlangen.

Solch ein Wettbewerbsvorteil erlangen Unternehmen, indem sie über eindeutige Vorteile gegenüber anderen Marktteilnehmern verfügen. Diese Vorteile können unter anderem in Form von Produktinnovationen oder Prozessinnovationen erzielt werden, jedoch nur dann, wenn diese „schneller und verständlicher erstellt werden als durch den Wettbewerb“. Ein Unternehmen kann somit seine Marktanteile ausbauen, indem es entweder neue Produkte entwickelt, die von der Konkurrenz nicht angeboten werden oder seine Produkte qualitativ und preislich besser gestaltet als die Konkurrenz für vergleichbare Produkte.

Diese unterschiedlichen Aspekte des Wettbewerbsvorteils werden im folgenden Abschnitt untersucht. Dabei wird auch die Rolle vom Wissensmanagement untersucht um dessen Bedeutung in diesem Zusammenhang zu betonen.

Produktinnovation: „Produktinnovationen sind solche Innovationen, die das Design, die Entwicklung, die Produktion sowie das Marketing von neuen Produkten oder Dienstleistungen betreffen“. Besonders Multinationale Organisationen haben erkannt, dass sie aufgrund ihres globalen Charakters ihre Produkte ständig erneuern und diversifizieren müssen, also an unterschiedliche Märkte (z.B. Asien oder Europa) und somit an unterschiedliche Kundenbedürfnisse anpassen müssen. Dies erfordert ein hohes Maß an Innovationsfähigkeit, welche in der Literatur oft mit den Begriffen „weltweit verteilte Forschungszentren“ und „New Product Development“ in Verbindung gebracht wird.

Forschungszentren: Forschungszentren, auch „centers-of-excellence“ genannt, sind weltweit verteilte Wissensentwicklungszentren in industriellen Schlüsselregionen wie Silicon Valley und New York/New Jersey in den USA, das Tokyo-Osaka-Kobe Dreieck in Japan sowie Taiwan, Singapur und Israel. Regionen wie Peking und Shanghai in China und Bangalore in Indien kommen gegenwärtig als Schlüsselregionen hinzu. Sie alle haben den Vorteil, dass dort eine Vielzahl an Unternehmen in unmittelbarer Nähe miteinander und integriert mit universitären oder staatlichen Institutionen in neuen Bereichen wie Informationstechnologie oder Biotechnologie federführende, wissenschaftliche Forschungsarbeit leisten. Der finanzielle Nutzen solcher Aktivitäten an diesen Standorten ergibt sich spätestens durch die Mitwirkung bei der Entwicklung von Patenten. Diese werden entweder verkauft oder fließen in die Entwicklung neuer Produkte und somit ins Unternehmen zurück.

Oft sind Multinationale Unternehmen nicht an einem, sondern mit der begründeten Aussicht auf möglichst viele und neue Wissensquellen zu stoßen an mehreren Standorten vertreten. Somit ist ein optimaler Wissensaustausch zwischen den Forschungszentren untereinander und zwischen den Forschungszentren mit der Unternehmenszentrale unabdingbar. Denn eine weltweite Verteilung von Forschungs- & Entwicklungsabteilungen muss auch durch eine effektive, grenzüberschreitende Koordination und Integration begleitet werden, um die Innovationsfähigkeit auch tatsächlich zu steigern. An dieser Stelle gewinnt das Konzept des Wissensmanagement entscheidend an Bedeutung, indem es eine solche Koordination und Integration ermöglicht und erleichtert.

New Product Development: Die Neu-Produkt Entwicklung ist ein weiterer Begriff, der oft im Zusammenhang mit Produktinnovation erwähnt wird. Hiermit wird jedoch nicht nur die Entwicklung allein, sondern vielmehr die Geschwindigkeit der Entwicklung in Betracht gezogen. In der Tat lassen gegenwärtige Trends in der Produktentwicklung eine kürzere Entwicklungszeit und einen steigenden Komplexitätsgrad innovativer Produkte erkennen. Das heißt einerseits, dass Produkte immer kürzere Lebenszeiten haben und immer schneller durch neuere ersetzt werden. Ein gutes Beispiel ist die Unterhaltungsindustrie mit Geräten wie MP3-Player, die in immer kürzeren Abständen immer leistungsfähiger werden. Andererseits werden Produkte immer komplexer hinsichtlich ihrer Konstruktion und Bauweise. Mobiltelefone, beispielsweise, waren früher ausschließlich für Sprachkommunikation konzipiert, während es heutzutage selbstverständlich geworden ist, damit Fotos zu erstellen oder Video und Musik aus dem Internet abzuspielen.

Um mit dieser schnellen Entwicklung Schritt zu halten, sind insbesondere Multinationale Unternehmen gezwungen, ihre weltweit verfügbaren Ressourcen sowie das Wissen ihrer Mitarbeiter bestmöglich einzusetzen, um so optimal reagieren zu können.

Zusammengefasst kann Wissensmanagement somit einen entscheidenden Teil dazu beitragen, dass Unternehmen ihre global verteilten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten besser koordinieren und die Ergebnisse zeitnah in bestehende oder neue Produktentwicklungsprozesse integrieren können. Dies wiederum trägt dazu bei, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Prozessinnovation: Innovationsfähigkeit bezieht sich nicht nur auf Produkte, sondern auch auf Prozesse. Während im letzten Abschnitt Produktinnovation als Ansatz von Wettbewerbsfähigkeit Multinationaler Unternehmen betrachtet wurden, wird an dieser Stelle entsprechend auf Prozessinnovation eingegangen.

Prozesse werden mit „Häufigkeit und Qualität der Interaktionen innerhalb und außerhalb des Unternehmens“ definiert. Multinationale Unternehmen erkennen in diesem Zusammenhang immer öfter, dass nicht nur Produkte, sondern auch ihre Prozesse, bzw. ihre organisationalen und operationalen Kernprozesse, ein kritischer Teil ihrer Wettbewerbsfähigkeit sind.

Zunächst können Unternehmen durch unternehmensinterne Zusammenarbeit den Wert ihrer global verteilten Ressourcen steigern und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit durch herausragende Prozesse verbessern. Was beispielsweise ein Entwicklungsteam in einer Niederlassung entwirft kann unternehmensweit von anderen Entwicklungsteams an anderer Stelle genutzt werden. Wissensmanagement kann an dieser Stelle helfen, Kosten einzusparen, indem Wissen wiederverwertet werden kann, schneller auf Wissensträger zugegriffen werden kann oder indem redundante Wissensgenerierungsprozesse vermieden werden können. Denn es kommt durchaus vor, dass in manchen Großunternehmen die „linke Hand nicht weiß, was die rechte tut“.

Des Weiteren bietet die Optimierung der Geschäftsprozesse den Vorteil, dass diese von der Konkurrenz nur äußerst schwer imitiert werden können. Während Produkte meist einfach nachzuahmen sind, können Geschäftsprozesse nicht ohne weiteren Aufwand von Wettbewerbern übernommen werden. Dies begründet sich nicht zuletzt durch Faktoren wie z.B. Unternehmenskultur, Unternehmensleitung, Kompetenz der Mitarbeiter und Verteilung der Aktivitäten an verschiedene Standorte. Dadurch bieten Geschäftsprozesse, wenn sie denn denen der Konkurrenz überlegen sind, auch einen länger andauernden Wettbewerbsvorteil.

Zusammengefasst betrachtet können Multinationale Unternehmen Wissensmanagement implementieren, um sowohl die marktwirtschaftlich notwendige Produktinnovation als auch Prozessinnovation zu unterstützen um somit ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu bewahren und sogar Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu erlangen.

Arbeit zitieren:
Cakir, Bülent Dezember 2006: Besondere Anforderungen des Wissensmanagement an Multinationale Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Knowledge Management, Wissensmanagement, Multinationale Unternehmen, MNC, Wissensgesellschaft

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