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Mehr Beschäftigung durch Manipulation der Steuerstruktur?

Mehr Beschäftigung durch Manipulation der Steuerstruktur?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Pollak
  • Abgabedatum: Oktober 2000
  • Umfang: 59 Seiten
  • Dateigröße: 351,7 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5068-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5068-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5068-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pollak, Andreas Oktober 2000: Mehr Beschäftigung durch Manipulation der Steuerstruktur?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Beschäftigung, ökologische Steuerreform, Arbeitslosigkeit, Kapitalsteuer

Diplomarbeit von Andreas Pollak

Einleitung:

Seit nunmehr über zwanzig Jahren muss sich Deutschland mit dem Problem kontinuierlich wachsender Arbeitslosigkeit auseinandersetzen. Dieser Zeitraum ist durch ein stark wachsendes Staatsbudget gekennzeichnet, das insbesondere notwendig ist, um die vielfältigen sozialen Leistungen des Staates, darunter auch die Arbeitslosenversicherung, zu finanzieren. Dieses wachsende Budget wurde durch eine steigende Staatsverschuldung und höhere Steuern finanziert. Besonders stark nahm dabei die Belastung der Löhne mit Steuern und Sozialabgaben zu. Nach Berechnungen auf Basis von OECD-Daten stieg die Steuerlast für deutsche Lohnempfänger in den zwanzig Jahren von 1968 bis 1988 um 10 Prozentpunkte von 31,2% auf 41,2% an. In den meisten Ländern der Europäischen Union sieht die Situation ähnlich aus.

Angesichts dieser Zahlen liegt es nahe zu fragen, ob zwischen dem Anstieg der Belastung der Löhne und der Zunahme der Arbeitslosigkeit ein Zusammenhang besteht. Diese Frage ist seit Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, wird aber seit einiger Zeit auch in der Öffentlichkeit diskutiert und zunehmend von Politikern aufgegriffen. Dabei zeichnet sich, was das grundsätzliche Bestreben, die Steuer- und Abgabenlast auf die Löhne zu verringern, angeht, ein erstaunlich breiter Konsens ab. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich die verschiedensten politischen Gruppen Vorteile von solch einer Politik versprechen: Aus neoklassischer Sicht - also jener Betrachtungsweise, die vor allem Wirtschaftsvertretern und konservativen Politikern nachgesagt wird - sollte das Senken der Belastung von Löhnen ceteris paribus mit einer Verbilligung des Faktors Arbeit und damit mit höheren Gewinnen und steigender Beschäftigung einhergehen. Unter keynesianischen Gesichtspunkten, die insbesondere bei einigen Sozialdemokraten und Gewerkschaften eine große Rolle spielen, kann solch eine Steuersenkung, wenn sie nicht durch Konsumeinschränkungen an anderer Stelle finanziert wird, durch das vermutlich höhere Nettoeinkommen der Haushalte und die daraus resultierende Steigerung der Konsumnachfrage zu einer Erhöhung der wirtschaftlichen Aktivität und somit zu mehr Beschäftigung führen.

Obwohl immer noch große Interessenkonflikte bezüglich der Finanzierung solch einer Senkung der steuerlichen Belastung der Löhne existieren, besteht also weitgehend Einigkeit, dass es sich dabei um ein adäquates Mittel zur Beschäftigungssteigerung handelt. So ist in dem 1998 zwischen der SPD und den Grünen geschlossenen Koalitionsvertrag zu lesen: „Die Entlastung der Arbeit durch eine Senkung der gesetzlichen Lohnnebenkosten ist ein Eckpfeiler unserer Politik für neue Arbeitsplätze.“ In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Konzepte vorgestellt und erörtert, eine Entlastung der Löhne durch eine aufkommensneutrale Veränderung der Steuerstruktur zu erzielen. Das Ziel dieser Betrachtungen ist es, die verschiedenen Maßnahmen in bezug auf ihre Wirksamkeit, die Arbeitslosigkeit zu senken, zu beurteilen, aber auch, ihre negativen Auswirkungen und Kosten zu erkennen, um eine Bewertung der Maßnahmen bezüglich ihrer Wünschbarkeit im Vergleich zu anderen denkbaren Politiken zu ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
2. Problemstellung 6
3. Besteuerung von Kapital 9
3.1 Gewerkschaften in einem Verhandlungsmodell 10
3.1.1 Das Grundmodell 10
3.1.2 Der Fall fixer Nettolöhne 11
3.1.3 Gewerkschaften und Lohnverhandlungen 13
3.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse 16
3.2 Ein Effizienzlohnmodell mit „fairen Löhnen“ 17
3.2.1 Das Modell 17
3.2.2 Die Wirkung von Faktorsteuern auf die Beschäftigung 18
3.3 Empirische Evidenz 18
4. Ökologische Steuern: die „doppelte Dividende“ 20
4.1 Ökologische Steuern in einem Effizienzlohnmodell 21
4.1.1 Das Modell 22
4.1.2 Analyse der Steuerreform 23
4.1.3 Zusammenfassung der Ergebnisse 26
4.2 Modellrechnungen 26
5. Kosten und Nutzen von Faktorsteuern 28
5.1 Kapitalmobilität und Steuer 28
5.1.1 Besteuerungsprinzipien 31
5.1.2 Wie mobil ist Kapital? 33
5.1.3 Kapitalsteuern und die Wirtschaftsstruktur 34
5.2 Ökologische Steuern auf Produktionsfaktoren 34
5.3 Lohnsteuer und Beschäftigung 36
5.3.1 Steuerinzidenz, Löhne und Beschäftigung 36
5.3.2 Empirische Evidenz 38
5.3.3 Kurzfristige versus langfristige Überwälzung 40
5.3.4 Messung der Beschäftigungswirkung 41
5.4 Kosten verschiedener Steuern 42
6. Zusammenfassung und Bewertung 42

Automatisiert erstellter Textauszug:

Dabei ist w der Nettolohn und u die Arbeitslosenquote. Die Arbeitseffizienz e ist ein Maß der individuellen Arbeitsleistung der Gestalt, daß n Arbeitnehmer mit e = 1 dieselbe Arbeit verrichten wie ein Arbeitnehmer mit e = n . Der Lohn wird mit dem Steuersatz w besteuert, so daß sich ein t ~ Bruttolohn von w = (1+ t w ) w = Tw w ergibt. Gemäß den gemachten Bemerkungen werden folgende Eigenschaften der Arbeitseffizienzfunktion angenommen: e w > 0 , e ww < 0 , eu > 0 , euw > 0 . ~ ~~ ~ Die Produktionsfunktion f der Volkswirtschaft ist linear-homogen in den beiden Produktionsfaktoren Arbeit L und Emissionen E. Der Preis des Faktors E sei q E. Er kommt dadurch zustande, daß die Regierung Emissionsrechte zu eben diesem Preis q E an die Unternehmen verkauft 30. Unter Berücksichtigung der Arbeitseffizienz e ist die Produktion Y damit gegeben durch Y = f ( e( w, u)L, E) . (4.2) [...]

4.1.1 Das Modell29 Der Grundgedanke von Effizienzlohnmodellen ist, daß die Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer von bestimmten Anreizen abhängt, insbesondere positiv von der Arbeitslosenquote, da bei höherer Arbeitslosigkeit der Verlust des eigenen Arbeitsplatzes mit höheren Suchkosten zum Finden einer neuen Anstellung verbunden ist. Außerdem steigt die Leistungsbereitschaft mit dem Nettolohn, weil bei hohen Löhnen der Gang in die Arbeitslosigkeit einen größeren Einkommensverlust zur Folge hat. Der einzelne Arbeitnehmer wählt demzufolge seine Arbeitseffizienz so, daß sein erwarteter Nutzen aus Arbeitsanstrengung (nutzenmindernd) und der Wahrscheinlichkeit, weiter beschäftigt zu bleiben (nutzenerhöhend, wachsend in Arbeitseffizienz) maximal wird. Seine Arbeitseffizienz läßt sich also schreiben als e = e( w , u) . (4.1) [...]

es sich bei ökologischen Steuern nicht unbedingt um Pigousteuern handeln. Sie werden vielmehr unter Berücksichtigung der Wirkung der Verwendung des Steueraufkommens gemäß gegebenen Zielen optimal festgesetzt. Damit können diese Steuern sogar über dem Niveau einer Pigousteuer liegen, wenn der Nutzen, der mit dem zusätzlichen Steueraufkommen gestiftet werden kann, den Schaden durch die induzierte Fehlallokation überkompensiert. In der Literatur gibt es verschiedene Ansätze, Umweltverbrauch und dessen Besteuerung zu modellieren. Ligthart und van der Ploeg (1999) nehmen an, daß Emissionen mit jeglicher Produktion einhergehen und nur durch Verringerung der Güterproduktion oder staatliche Reinigungsmaßnahmen einzudämmen sind. Pflüger und Spermann (1998) unterscheiden zwei verschiedene Arten von Gütern, die in einer Volkswirtschaft produziert werden. Der Konsum des einen Gutes verursacht Umweltverschmutzung, der des anderen ist nicht umweltbelastend. Folglich ist ihr Ansatz eine Besteuerung des „schmutzigen“ Gutes, um mit dem zusätzlichen Steueraufkommen die Lohnkosten zu senken28. Im folgenden soll jedoch dem Ansatz von Bovenberg und van der Ploeg (1996) gefolgt werden, in dem Umweltverschmutzung aus der Verwendung eines emissionsverursachenden Produktionsfaktors resultiert, dessen Verwendung vom Staat mit Steuern belegt werden kann. So kann die Diskussion steuerlicher Maßnahmen weitgehend analog zu den Betrachtungen im vorangegangenen Abschnitt erfolgen. [...]

Arbeit zitieren:
Pollak, Andreas Oktober 2000: Mehr Beschäftigung durch Manipulation der Steuerstruktur?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Beschäftigung, ökologische Steuerreform, Arbeitslosigkeit, Kapitalsteuer

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