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Berufsausbildung und Arbeitsmarktchancen

Eine empirische Analyse des Berufseinstiegprozesses in Westdeutschland zwischen 1975 und 1995

Berufsausbildung und Arbeitsmarktchancen
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Holger Seibert
  • Abgabedatum: März 2000
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 763,7 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5855-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5855-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5855-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Seibert, Holger März 2000: Berufsausbildung und Arbeitsmarktchancen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arbeitsmarkteinstieg, Ausbildung, Duales System, zweite Schwelle, Bildungssystem

Magisterarbeit von Holger Seibert

Einleitung:

Berufsausbildung und Arbeitsmarktchancen sind in unserem Land eng miteinander verknüpft. „Die Berufsausbildung ist in Deutschland ein Strukturelement des Lebenslaufs, ein Scharnier zwischen der Schule und dem Arbeitsmarkt” (Heinz 1995, 138). Sie wird überwiegend von Jugendlichen mit Real- oder Hauptschulabschluß, jedoch auch von einer beträchtlichen Anzahl Abiturienten durchlaufen. Der Weg von der Schule in die Erwerbstätigkeit ist dabei keineswegs eben. „Nach der Schule ist die erste Schwelle zu überwinden, durch eine erfolgreiche Bewerbung für einen betrieblichen Ausbildungsplatz, die Aufnahme einer vollzeitschulischen Ausbildung (vor allem für Sozial- und Pflegeberufe) oder – als Notlösung – durch ein staatlich gefördertes außerbetriebliches Ausbildungsprogramm”. Ist die erste Schwelle, an der die Jugendlichen zum ersten Mal mit dem Arbeitsmarktgeschehen konfrontiert sind, überwunden und sind die Gesellen- oder schulischen Abschlußprüfungen bestanden, stehen die Ausbildungsabsolventen nun vor der „zweiten Schwelle”, dem Übergang ins Erwerbsleben. Die Überwindung dieser Schwelle erfolgt „durch Übernahme im Ausbildungsbetrieb oder durch Bewerbungen in einem anderen Unternehmen. Abhängig von der Konjunkturlage sind die Probleme für die Jugendlichen an beiden Schwellen nur durch erhebliche persönliche Initiative und gegebenenfalls Warteschleifen in Bildungs- oder Beschäftigungsmaßnahmen zu überwinden”.

Dieser scheinbar mühsame Weg muß gegangen werden um zu den Eingangspforten des Arbeitsmarktes zu gelangen. Der Qualifikationserwerb, der sich in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren erstreckt, kann im Sinne der Humankapitaltheorie als „wirtschaftliche Investition zur Verbesserung der Verwertungschancen der Arbeitskraft” verstanden werden.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit soll sich schwergewichtig mit den Berufseinstiegsprozessen von Absolventen dualer Berufsausbildungen in Deutschland zwischen 1975 und 1995 beschäftigen. Zunächst sollen dazu einige theoretische Hintergründe geliefert (Abschnitte 2.1 - 2.4) und bereits erste theoretische Erwartungen über die Entwicklung des Übergangs von der Ausbildung in den Beruf (Abschnitt 2.5) abgeleitet werden. Anschließend werde ich die Datenbasis vorstellen und dabei auf Möglichkeiten und Grenzen dieser Daten eingehen (Abschnitt 3.1). Danach sollen die Ziele der Untersuchung konkretisiert werden (Abschnitt 3.2). Ich werde dabei erstens Erwartungen formulieren über die Entwicklung von Chancen für Absolventen beruflicher Ausbildungen, vom Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden und zweitens über Dauer und Häufigkeit von Phasen der Arbeitslosigkeit zwischen Ausbildung und Beruf. Da sich viele Absolventen, die sich in Such- und Bewerbungsphasen befinden häufig in dieser Zeit nicht arbeitslos melden, soll drittens die Dauer, die zwischen Ausbildungsende und Berufseinstieg insgesamt vergeht, analysiert werden. Viertens soll der Frage nachgegangen werden, wie identisch der Ausbildungsberuf mit der späteren beruflichen Tätigkeit ist und fünftens soll untersucht werden, ob die Bindung an den Ausbildungsbetrieb nachgelassen hat. Schließlich werden die Untersuchungsergebnisse vorgestellt und ausführlich diskutiert (Abschnitte 3.3 und 3.4). Abschließend werde ich einige Gedanken über Aussagekraft und Grenzen meiner Untersuchung formulieren sowie interessante Tendenzen für die Arbeitsmarkt- und Berufsentwicklung beschreiben, deren genauere Untersuchung jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, aber dennoch weiterer Forschung bedarf (Abschnitt 4.).

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 4
2. THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN 6
2.1 ALLGEMEINE CHARAKTERISTIKA DES BERUFLICHEN BILDUNGSSYSTEMS 6
2.1.1 DAS DUALE AUSBILDUNGSSYSTEM IM EUROPÄISCHEN VERGLEICH 6
2.1.2 STANDARDISIERUNG 8
2.1.3 STRATIFIZIERUNG 10
2.1.4 BERUFLICHE SPEZIALISIERUNG 11
2.2 DIE SEGMENTATION DES ARBEITSMARKTES 13
2.3 ULTRASTABILITÄT VS KRISE DES DEUTSCHEN AUSBILDUNGSSYSTEMS 17
2.3.1 DAS MODELL DEUTSCHLAND 18
2.3.2 DIE KRISENSZENARIEN 20
2.4 DIE KRISE DER ARBEITSGESELLSCHAFT UND DIE ENTSTANDARDISIERUNG VON LEBENSLÄUFEN 21
2.4.1 DIE KRISE DER ARBEITSGESELLSCHAFT 22
2.4.2 ENTSTANDARDISIERUNG VON LEBENSLÄUFEN 22
2.5 ZWISCHENBILANZ - GUTE UND SCHLECHTE AUSSICHTEN FÜR AUSBILDUNG UND BERUFSEINSTIEG 23
3. EMPIRISCHE ANALYSEN 25
3.1 DATENBESCHREIBUNG 25
3.2 ZIELE DER UNTERSUCHUNG 30
3.3 DER ÜBERGANG VON DER AUSBILDUNG IN DEN BERUF 37
3.3.1 WOVON SIND ÜBERNAHMEQUOTEN DURCH DEN AUSBILDUNGSBETRIEB ABHÄNGIG? 37
3.3.1.1 Einfluß der Betriebsgröße 37
3.3.1.2 Geschlechtsspezifische Übernahmechancen 39
3.3.1.3 Ausbildungstypische Besonderheiten 42
3.3.1.4 Arbeitsmarktsegmentspezifische Übernahmechancen 44
3.3.2 HABEN PHASEN DER ARBEITSLOSIGKEIT ZWISCHEN AUSBILDUNG UND BERUF AN HÄUFIGKEIT UND DAUER ZUGENOMMEN? 45
3.3.2.1 Betriebsgröße und Arbeitslosigkeit 45
3.3.2.2 Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Arbeitslosigkeitsdauer 49
3.3.2.3 Ausbildungstyp und Arbeitslosigkeit 50
3.3.2.4 Der Einfluß des Arbeitsmarktsegmentes 52
3.3.3 DAUERT DER BERUFLICHE EINSTIEG LÄNGER? 54
3.4 DER EINFLUSS DER AUSBILDUNG AUF DAS WEITERE BERUFSLEBEN 57
3.4.1 WIE IDENTISCH IST DIE AUSBILDUNG MIT DER SPÄTER AUSGEÜBTEN TÄTIGKEIT? 57
3.4.2 HAT DIE BINDUNG AN DEN BETRIEB NACHGELASSEN? 60
3.5 ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG 67
4. ABSCHLUSSGEDANKEN 71
ANHANG 73
LITERATUR 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

3. Dauert der berufliche Einstieg länger Die Dauer des Einstiegs hängt wiederum mit Phasen der vorberuflichen Arbeitslosigkeit zusammen. Solche Phasen geben jedoch nur einen bedingten Einblick in die tatsächliche Dauer zwischen dem Ende der Ausbildung und dem Beginn des regulären Erwerbs. Es gibt zahlreiche Gründe, sich als nicht Erwerbstätiger auch gleich arbeitslos zu melden. Deshalb soll zusätzlich die gesamte Dauer zwischen Ausbildungsabschluß und Berufseinstieg gemessen und analysiert werden. Diese tatsächliche Dauer sollte wieder unmittelbar mit der Größe des Ausbildungsbetriebs zusammenhängen und dementsprechend auch mit dem Arbeitsmarktsegment, auf dem ausgebildet wird. In Großbetrieben, also auf dem internen Arbeitsmarkt sollten die kürzesten Übergangszeiten auftreten – im Idealfall gelingt der Einstieg ohne zeitliche Unterbrechung. Bei Ausbildungen in kleineren Betrieben, wo es häufiger zu Nichtübernahme durch den Ausbildungsbetrieb kommen dürfte, sollte der Einstieg länger dauern. Männer sollten den Frauen auch hier wieder überlegen sein, da Frauen überwiegend in Kleinbetrieben ausgebildet werden und so nicht von den hohen Übernahmechancen des betriebsinternen Arbeitsmarktes profitieren können. Es ist darüber hinaus zu erwarten, daß Absolventen in Dienstleistungsausbildungen die längsten Berufseinstiegszeiten und Absolventen kaufmännischer Ausbildungen die kürzesten verzeichnen. [...]

me durch den Ausbildungsbetrieb verbunden, denn nur den Absolventen, die nach Beendigung der Ausbildung vom Betrieb übernommen werden, gelingt ein lückenloser Übergang. Hier sollten also wieder jene Absolventen im Vorteil sein, die eine Ausbildung im betriebsinternen Arbeitsmarktsegment absolviert haben und auf diese Weise von den Vorzügen dieses Segmentes profitieren können. Generell sollten Auszubildende in Großbetrieben seltener in die Arbeitslosigkeit entlassen werden als jene in kleinen und mittleren Betrieben. Für Frauen läßt sich, ähnlich wie bei den Übernahmequoten, eine Benachteiligung im Vergleich zu den Männern erwarten. Da nur 20,4 Prozent der Frauen Zugang zum betriebsinternen Segment finden, im Gegensatz zu 40,1 Prozent der Männer (Szydlik 1990, 113), ist zu erwarten, das diese häufiger Phasen der Arbeitslosigkeit zwischen Ausbildungsende und Berufseinstieg durchlaufen. Wie Tabelle 9 zeigt, sind kaufmännische und Dienstleitungsausbildungen von Frauen dominiert. [...]

Dienstleistungsausbildungen. Demzufolge sollten die Übernahmechancen bei den Absolventen in gewerblichen Ausbildungen auch am höchsten liegen, die der Absolventen in Dienstleistungsberufen am niedrigsten. Übernahmeerwartungen bei arbeitsmarktsegmentspezifischer Betrachtungsweise sind eng mit dem zuvor gesagten verknüpft und wurden bereits teilweise im Abschnitt 2.2 angedeutet, sollen aber hier noch einmal zusammenfassend dargestellt werden. Absolventen in Jedermannarbeitsmärkten sollten die geringsten Übernahmechancen aufweisen, da sie nur über geringe Qualifikationen verfügen und nur je nach Bedarf nach der Ausbildung übernommen werden dürften. Handelt es sich bei den Ausbildungsbetrieben um Großbetriebe, könnten diese AbsolQualifikationen und solche, die niedrige vermitteln. Das stellt zwar die Ausbildungen mit geringer Qualifikationsvermittlung in Frage, verneint aber nicht deren Existenz nicht. [...]

Arbeit zitieren:
Seibert, Holger März 2000: Berufsausbildung und Arbeitsmarktchancen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbeitsmarkteinstieg, Ausbildung, Duales System, zweite Schwelle, Bildungssystem

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