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Berücksichtigung aerophysikalischer Gesichtspunkte in der stadträumlichen Gestaltung

Berücksichtigung aerophysikalischer Gesichtspunkte in der stadträumlichen Gestaltung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Eduard Wensauer
  • Abgabedatum: November 2002
  • Umfang: 293 Seiten
  • Dateigröße: 19,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6537-7
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6537-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wensauer, Eduard November 2002: Berücksichtigung aerophysikalischer Gesichtspunkte in der stadträumlichen Gestaltung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Windkomfort, Durchlüftung, Lufthygiene, Gebäudedynamik, Wind als umweltrelevanter Planungsfaktor

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Diplomarbeit von Eduard Wensauer

Einleitung:

In jüngster Vergangenheit werden in den verschiedenen Planungsdisziplinen wieder umweltrelevante Planungsdaten als Entwurfsparameter in den Vordergrund gerückt. Diese Entwicklung ist zu begrüßen und findet ihren Ursprung in der Energiekrise, die uns die Grenzen der Verfügbarkeit von Energie aufzeigte. Zunehmend wird wieder mit den natürlichen Kreisläufen geplant und nicht gegen sie.

Die Berücksichtigung von Wind in der Gestaltung von Siedlungsraum stellt keine Errungenschaft unserer Zeit dar, sondern wurde bereits in der Vergangenheit vielfach angewendet. SCHÖNFELD spricht an, dass die Menschen der früheren Kulturen, aufgrund ihrer eingeschränkten Mittel keine andere Möglichkeit hatten, als mit ihren Bauten auf das Klima zu reagieren (sich sozusagen dem Klima baulich anzupassen) und mit Hilfe dieser Strategie ungünstige Bedingungen zu vermeiden. Richtet man einen Blick zurück in die Geschichte und vergleicht diese mit den aktuellen Tendenzen in der Stadtplanung, Architektur und Landschaftsarchitektur, so scheint es fast, als sei dieses Wissen, das man sich heute wieder aneignet, in Ansätzen schon seit Hunderten von Jahren vorhanden und nur durch die grenzenlose Verfügbarkeit von Energie in Vergessenheit geraten. So zeigt sich, dass in China Kao Gong Ji bereits um 500 v. Chr. ein Buch veröffentlichte, in dem er die Relevanz des Klimas für die Planung ansprach. Als Folge dieses Buches, das leider verloren ging, oder aufgrund anderer Erkenntnisse besitzt keine chinesische Stadtmauer eine Öffnung in Richtung der Wintermonsune nach Norden. PLATE verweist auf den Städteplaner und Architekt Hippodamus, der die Stadt Milet, nachdem sie während der Regentschaft von Perikles zerstört worden war, nach der Hauptwindrichtung orientiert wieder aufbaute. Dabei wurden die Straßen so angelegt, dass Winde von den Bergen und von der See frei in die Stadt einfließen konnten und somit für Kühlung sorgten. In seinen 23 v. Chr. veröffentlichten Büchern „De architectura libri decem“ riet Vitruv, tiefliegende und nebelreiche Gebiete von der Bebauung auszuschließen und den Einfluss des Windes zu berücksichtigen. In welcher Weise dies jedoch geschehen sollte, verschwieg er. Laut FEZER handelt es sich bei der 1823 vom Arzt Bernhard Christoph Faust entworfenen Stadt um die erste, die nach klimatischen Idealvorstellungen konzipiert wurde. Wichtig war neben der Ost-West- Orientierung der Gebäude, um eine hohe Besonnung zu erhalten, dass Nord-Süd gerichtete Straßen im Versatz laufen, um kalte Nordwinde zu bremsen. Schließlich referiert Kassner 1910 in Berlin über „meteorologische Grundlagen des Städtebaus“. Als weiteres Beispiel führt PLATE die Iglus der Eskimos an, bei denen durch ein optimales A/V-Verhältnis die Wärmeverluste gering gehalten werden. Dagegen werden bei den Südseeinsulanern Häuser mit weitüberragenden Dächern gebaut, alle Seiten offengehalten und die Häuser auf Stützen gestellt. Dies hat nach PLATE folgende Effekte: Zum einen wird der Wohnraum beschattet und dadurch ein zusätzliches Aufheizen verhindert, zum anderen ist ein Durchströmen des Wohnraumes gewährleistet und zum dritten wird die Tatsache genutzt, dass die Windgeschwindigkeit mit der Entfernung zum Boden steigt (Profilausbildung der Grenzschichtströmung). Dieser kurze Exkurs zeigt also, dass solche Fragestellungen schon immer eine Rolle in Planungen spielten.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die zunehmende Bedeutung von umweltrelevanten Aspekten und ökologischen Belangen anhand der aerophysikalischen Gesichtspunkte in der stadträumlichen Gestaltung darzustellen. Unter aerophysikalischen Gesichtspunkten werden im Rahmen dieser Arbeit die Einflüsse des Windes und der daraus resultierenden Strömung in Städten bezogen auf Lufthygiene, Durchlüftung, Fortluftausbreitung, Vermeidung von Geruchsbelästigung und des Windkomforts verstanden und behandelt. Eine Betrachtung der statischen Windlasten und Drücke an Gebäuden und deren Auswirkungen auf die Statik findet ebenso wenig Beachtung wie die Analyse von Standorten für Windkraftanlagen. Diese Einschränkung wird zum einen im Hinblick auf den Umfang der Arbeit gemacht und begründet sich zum anderen damit, dass diese Themenbereiche für den Wirkungsbereich von Städteplanern und Landschaftsarchitekten in der stadträumlichen Planung eine untergeordnete Rolle spielen. Da oben genannte Gesichtspunkte in der politischen Entscheidungsfindung zunehmend an Bedeutung gewinnen und Beachtung finden, scheint es für den Planer unumgänglich, seine Entwurfsvariablen und Planungskompetenz in diesem Bereich zu erweitern und sie gleichberechtigt neben technische, soziale und gestalterische Anforderungen zu stellen. Diese Arbeit soll einen Beitrag zu dieser Erweiterung leisten, indem sie aerophysikalische Gesichtspunkte und deren Planungsrelevanz darstellt. Sie stellt keine Absage an gestalterische Intensionen und Bedürfnisse dar, sie widerspricht lediglich einer dogmatischen Gestaltfreiheit des „anything goes“ jenseits aller wissenschaftlichen und technischen Anforderungen bereits in der Vorentwurfsphase und diskutiert die Interdependenz von wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Notwendigkeit und künstlerischer Freiheit. Die Intention zielt daher darauf, dem Planer ein grundsätzliches Verständnis des angesprochenen Themenfelds zu vermitteln und einen qualitativen Handlungsrahmen zu geben, damit eine solche Herangehensweise bereits zu Beginn einer Planung ansetzt und somit weit über die „kosmetischen Korrekturen“ zum Zeitpunkt der Genehmigungsplanung hinausreicht. Letztere sind in der derzeitigen Vorgehensweise üblich und tragen dazu bei, dass umweltrelevante Anforderungen zum Teil als unästhetisch oder gestaltstörend empfunden werden.

Die Arbeit soll daher eine Basis für gemeinsame Diskussionen in interdisziplinären Teams schaffen und dem Planer von Beginn der Planung an die Möglichkeit geben, qualitativ aerophysikalische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, die zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mit Fachingenieuren quantitativ weiterverfolgt und verfeinert werden können. Im Rahmen der Arbeit werden aerophysikalische Gesichtspunkte dargestellt, die entwurfsbeeinflussend sein können. Es werden dabei sowohl Forschungsergebnisse als auch konkrete Beispiele dargestellt, die in Einzelfällen Probleme näher erläutern. Der Schwerpunkt liegt neben der Erarbeitung der klimatischen und aerodynamischen Grundlagen auf der Darstellung von Handlungsinstrumenten. Der theoretische Hintergrund anhand von Formeln wird daher nur in dem Umfang dargestellt, soweit er für das Verständnis notwendig ist. Für eine vertiefende Beschäftigung mit einzelnen Themenbereichen werden zum Teil in den Kapiteln und im Literaturverezichnis Quellen und Querverweise angegeben.

Inhaltsverzeichnis:

A) AUFGABENSTELLUNG 17
I. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
B) METEOROLOGISCHE GRUNDLAGEN
1. ATMOSPHÄRE 21
2. LUFTSCHICHTUNG 22
2.1 Grundformen 22
2.1.1 Stabile Luftschichtung 22
2.1.2 Neutrale Luftschichtung 22
2.1.3 Labile Luftschichtung 23
2.1.4 Zusammenfassung 23
2.2 Sonderformen 23
2.2.1 Inversion 24
2.2.1.1 Strahlungsinversion 24
2.2.1.2 Absinkinversion 24
2.2.1.3 Advektionsinversion 24
2.2.1.4 Auflösung 24
2.2.1.5 Schichtung von Inversionen 25
2.2.2 Freie Konvektion 25
2.2.3 Erzwungene Konvektion 27
2.2.4 Wechselwirkungen 27
3. WIND - ALLGEMEIN 28
3.1 Entstehung 28
3.1.1 Gravitationskraft 28
3.1.2 Druckkraft 29
3.1.3 Gradientkraft 29
3.1.4 Corioliskraft 29
3.2 Spezielle lokale Windsysteme 30
3.2.1 Topographisch bedingte Systeme 30
3.2.1.1 Land-See-Wind 31
3.2.1.2 Berg-Tal-Hang-Wind 31
3.2.1.3 Föhn 31
3.2.1.4 Sonderformen und Variationen 32
3.2.2 Bebauungsbedingte Systeme 33
3.2.2.1 Flurwinde 33
3.2.2.2 Kaltluftflüsse 34
3.2.2.3 Wärmeinsel 36
4. SKALENBEREICHE 36
4.1 Horizontale Skalenbereiche 36
4.2 Vertikale Skalenbereiche 36
4.2.1 Planetare Grenzschicht 37
4.2.2 Städtische Grenzschicht (UBL) 38
4.2.2.1 Interne Grenzschicht 38
4.2.2.2 Bestandsschicht (UCL) 39
4.2.2.3 Rauhigkeitsschicht 40
4.2.2.4 Inertialschicht 41
5. WINDSITUATION IN DER STADT 42
6. WINDMESSUNGEN 44
6.1 Windgeschwindigkeit 44
6.2 Windrichtung 45
6.3 Druck 45
7. DARSTELLUNGEN 46
7.1 Windrosen 46
7.2 Synthetische Windrosen 46
7.3 Windrosenvariationen 47
7.3.1 Stärkewindrosen 47
7.3.2 Temperaturwindrosen 47
7.3.3 Luftbelastungswindrosen 48
7.4 Trajektorie 48
C) AERODYNAMISCHE GRUNDLAGEN
1. GRENZSCHICHTSTRÖMUNG 49
2. GEBÄUDEUMSTRÖMUNG 50
2.1 Wirbelablösung 51
2.1.1 Mechanismus 51
2.1.2 Formen 53
2.2 Effekte bei der Gebäudeumströmung 53
2.2.1 Querriegel-Effekt 54
2.2.2 Venturi-Effekt 54
2.2.3 Druckausgleich-Effekt 55
2.2.4 Hof-Effekt 55
2.2.5 Lücken-Effekt 56
2.2.6 Ecken-Effekt 57
2.2.7 Nachlauf-Effekt 57
2.2.8 Kanal-Effekt 58
2.2.9 Pyramiden-Effekt 58
2.2.10 Front-Wirbel-Effekt 59
2.2.11 Schutz-Effekt 59
2.3 Bewertung der Verwirbelungen 60
3. STRÖMUNGEN IM STRASSENRAUM 61
3.1 Queranströmung 62
3.2 Längsanströmung 62
3.3 Schräganströmung 62
3.4 Wechselwirkung von mechanisch und thermisch induzierter Strömung in Straßenräumen 63
4. TURBULENZ 65
4.1 Turbulenzspektren 65
4.2 Turbulenzintensität 66
4.3 Zeitliches Turbulenzverhalten 66
D) MODELLE UND METHODEN
1. NUMERISCHE BERECHNUNGEN 70
1.1 DHM 70
1.2 Gauß-Modelle 70
1.3 Lagrange-Modelle 72
1.4 Mikroskalige Strömungs- und Ausbreitungsmodelle 72
2. WINDFELDMODELLE 73
2.1 DIWIMO 73
2.2 KALM 75
2.2.1 Modellbeschreibung 75
2.2.2 Eingabedaten und Ergebnisse 77
3. MODELLE ZUR BERECHNUNG VON IMMISSIONEN 77
3.1 MISKAM 77
3.2 Modelle zur Berechnung von Verkehrsschadstoffen 79
3.2.1 Einfache Verfahren 79
3.2.2 Aufwendigere Methoden 79
3.2.4 PROKAS 80
3.2.4.1 PROKAS_V 81
3.2.4.2 PROKAS_B 82
4. MODELLE ZUR BERECHUNG DES WINDKOMFORTS 84
4.1 DEWEN 84
4.2 KnoWind 85
5. WINDKANALUNTERSUCHUNGEN 89
5.1 Grenzschichtwindkanal 89
5.1.1 Aufbau 89
5.1.2 Technische Daten 90
5.2 Einsatzbereiche 91
5.3 Mess- und Visualisierungsmethoden 92
5.3.1 Erosionsverfahren 93
5.3.1.1 Materialien 93
5.3.1.2 Verfahrensablauf 94
5.3.2 Infrarot-Thermographie 96
5.3.3 Punktmessungen von Windgeschwindigkeiten 98
5.3.4 Grenze Windkanal 98
5.4 Windkanal Richtlinien 99
5.5 Modellgesetze 100
5.5.1 Geometrische Ähnlichkeit 100
5.5.2 Strouhal-Zahl Ähnlichkeit 101
5.5.3 Reynolds-Zahl Ähnlichkeit 101
5.5.4 Jensen-Zahl Ähnlichkeit 102
6. FREILANDUNTERSUCHUNGEN 103
6.1 Freiland-Ausbreitungsexperimente 103
6.1.1 Anforderungen an Tracer 103
6.2 Geruchsbelästigung 104
E) AUFGABENFELDER
1. ARBEITSGEBIETE 108
1.1 Architektur 108
1.2 Landschaftsarchitektur und Städtebau 108
2. DURCHLÜFTUNG 109
2.1 Allgemeines 109
2.2 Großräumige Durchlüftung 110
2.2.1 Ventilationsbahnen 110
2.2.2 Frischluftschneisen 110
2.3 kleinräumige Durchlüftung 111
2.4 natürliche Gebäudelüftung 111
2.5 Hofinnenräume 112
3. WINDKOMFORT 113
3.1 Windkomfort in Gebäuden 114
3.2 Windkomfort im Freiraum 115
3.2.1 Einflussfaktoren auf den Windkomfort 116
3.2.1.1 Windkraft 117
3.2.1.2 Windkühlung 117
3.2.1.3 Thermischer Komfort 118
3.2.1.4 Geräuschpegel 120
3.2.1.5 Luftqualität 120
3.2.2 Zusätzliche Einflüsse auf Kriterien und Normen 121
3.2.2.1 Art der Tätigkeit 121
3.2.2.2 Möglichkeit der Nutzungsoption 121
3.2.2.3 Geographischer Ort und Hauptnutzungszeit 122
3.2.3 Definition von Windkomfortkriterien 123
3.2.4 Definition Windkomfortnorm 124
3.2.5 Kriterientabellen in der Literatur 125
3.2.5.1 Kriterium nach Beaufort 126
3.2.5.2 Kriterien auf Basis der Spitzengeschwindigkeit 126
3.2.5.3 Kriterienvergleich 127
3.2.6 Vorgehensweise 130
4. LUFTHYGIENE 131
4.1 Vorgehensweise 132
4.2 Bewertungsmaßstäbe für Immissionsmessungen 133
4.2.1 BImSchG und 22. BImSchV 134
4.2.2 23. Rechtsverordnung des BImSchG 135
4.2.3 Allgemeinen Verwaltungsvorschrift - TA Luft 135
4.2.5 EU-Richtlinie 96/62/EG 135
4.2.5 VDI-Richtlinie 2310 136
4.2.6 Grenzwerte des LAI 137
4.2.7 WHO-Leitwerte 137
4.2.8 Bodenschutz- und Altlastenverordnung 137
4.3 Straßenverkehr 138
4.3.1 Verfahrensablauf 138
4.3.2 Spezialfall Tunnellüftung 139
4.4 Gewerbe- und Industrieanlagen 140
4.5 Gebäudeabluft 141
4.5.1 Vorgehensweise 141
4.5.2 Tracergasversuche 142
4.6 Immissionen und Vegetation 145
4.6.1 Staubemissionen 145
4.6.2 Gasförmige Emissionen 145
4.7 Geruchsbelästigung 146
4.7.1 Rechtliche Rahmenbedingungen 147
4.7.2 Vorgehensweise 147
5. PLANUNGSKONFLIKTE 148
II. PRAKTISCHE ANWENDUNG
F) ANWENDUNG AUF DIE PLANUNG
1. ALLGEMEINES 151
2. GRUNDLAGENERMITTLUNG 153
2.1 Originalmessungen 153
2.2 Modelltechnik 154
2.3 Windströmungen 154
2.3.1 Problemorientierte und synthetische Windrosen 156
2.3.2 Windfeld 155
2.3.3 Kaltluftinformation 156
2.3.3.1 Auswirkung von Kaltluft 156
2.3.3.2 Untersuchungsmethoden 157
3. PLANUNGSHINWEISE 158
3.1 Stadtstrukturtypen 159
3.2 Turbulenzklassen 162
3.3 Klimafunktionskarten 163
3.3.1 Thermalkarten 165
3.3.2 Meteorologische Karten 166
3.3.3 Lufthygienische Karten 166
3.4 Planungshinweiskarten 166
3.5 Windkarte 170
3.6 Durchlüftung 171
3.6.1 Gesamtstädtische Belüftungssysteme 171
3.6.2 Stadtteilbezogene Durchlüftung 173
3.7 Windkomfort 174
3.8 Bauleitplanung Allgemein 177
3.8.1 Hinweise auf Ebene FNP/LP 178
3.8.2 Hinweise auf Ebene des BP 178
3.8.2.1 Lufthygiene 180
3.8.2.2 Wärmehaushalt 180
3.8.2.3 Günstige Siedlungs- und Bebauungsformen 181
3.8.2.4 Industrie 183
3.8.2.5 Verkehr 185
3.8.2.6 Hofinnenräume 187
3.8.2.7 Hausbrand 188
3.8.2.8 Geruch 189
3.8.2.9 Energetische Windschutzanforderungen 189
3.8.3 Grünordnungsplanung - GOP 190
3.8.4 Eingabeplanung 193
3.8.4.1 Durchgänge und Passagen 193
3.8.4.2 Gebäudeformen 197
3.8.4.3 Gebäudeabluft 203
3.8.4.4 Heizwärme 205
3.8.4.5 Fassadenbegrünung 205
4. BEWERTUNGSVERFAHREN 206
4.1 Verfahrensablauf nach WISSE 206
4.2 Einflussbereich nach BOTTEMA 207
4.3 Abschätzung der Geschwindigkeitsüberhöhung nach SIMIU 208
4.4 Abschätzung der Geschwindigkeitsüberhöhung nach STATHOPOULOS 210
4.5 Gattungsmodelle nach STATHOPOULOS 211
4.6 Abschätzung des Windklimas nach LEENE 213
4.7 Bestimmung des Windklimas nach BERANEK 215
G) ANWENDUNGSBEISPIELE
1. ANWENDUNGSBEISPIELE AUS DER LITERATUR 219
1.1 Stadtentwicklungsplan Sydney 219
1.2 Windverordnung von San Francisco 221
1.3 Auswirkungen der Topographie in Kapstadt 222
1.4 Windklimastudie Köln/Chorweiler 224
1.5 Bebauungsplan Aulendorf und Ilmenau 226
1.6 Baseball-Stadion in San Francisco 227
1.7 Anwendungsbeispiel Straßenraum 227
2. EIGENE UNTERSUCHUNGSBEISPIELE 229
2.1 Allgemeines 229
2.2 Klimasituation in München 229
2.3 Windsituation in München 231
2.4 Überblick über die Hochhausbebauung in München 235
2.4.1 Bestehende Hochhäuser 235
2.4.2 Geplante und projektierte Hochhäuser 238
2.5. Untersuchungsgebiet Olympiadorf München 241
2.5.1 Räumlicher Eindruck 242
2.5.2 Spezielle Windrosen 243
2.5.3 Strömungsfeld 244
2.5.4 Strömungsfeld in Abhängigkeit von der Höhe 245
2.5.4 Abschätzung des Windfeldes im Untersuchungsgebiet 246
2.5.5 Verbesserungsvorschläge 255
2.6 Ackermann-Bogen 260
2.6.1 Unterschiede zur Analyse im Olympiadorf 261
2.6.2 Abschätzung von Windkomfort und Windfeld 261
2.6.3. Räumlicher Eindruck 262
2.6.4 Parameter der Strukturwindzirkulation 263
2.6.4.1 Klimatische Grundvoraussetzung 263
2.6.4.2 Produktionspotential 264
2.6.4.3 Ausbildung der Kaltluftbahnen 266
2.6.4.4 Lufthygienische Situation im Umfeld 267
2.6.4.5 Einfluss Ackermannstraße 270
2.6.4.6 Reichweite der Strukturwindzirkulation 273
2.6.5 Variantenvergleich 274
3. RESÜMEE 279
DEFINITIONEN 280
ANHANG 281
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 285
TABELLENVERZEICHNIS 289
LITERATUR 291

Automatisiert erstellter Textauszug:

Fußgängerbereiche in neun unterschiedlichen Städten mit verschiedenartiger Bebauung (Stadtkern bis zu Vororten) und Windklimaten (mildes Klima bis eher windig) im Windkanal getestet und die oben genannten Normen darauf angewendet. Das heißt jede Situation wurde fünffach bewertet. Nebenstehende Abbildung E8 zeigt die Ergebnisse der Auswertung. Dabei ist auffällig, dass nach 1.) über 60 % der untersuchten Situationen als unkomfortabel zum Gehen oder als gänzlich ungeeignet eingestuft werden, während die anderen vier Ansätze lediglich 5,3 % bis 11,8% der untersuchten Situationen als unkomfortabel bewerten (RATCLIFF et al.,1990). In Abb. E9 und Abb. E10 wurden die Häufigkeiten, mit denen zum einen eine Stelle als ungeeignet/ gefährlich und zum anderen als geeignet für langen Aufenthalt eingestuft wurde, gegenübergestellt und verglichen. In Hinblick auf Einstufung als gefährlich zeigt sich, dass 4.) und 5.) relativ weiche darstellen, während 1.) und 2.) weitaus härter bewerten. Bei den geschützten Bereichen (etwa Hauszugänge, o.ä.) und bei Bereichen, in denen ein längerer Aufenthalt möglich sein sollte, zeigt sich, dass der erste Ansatz sehr streng bewertet, da etwa nur jede 10te Stelle, die von den anderen Ansätzen als komfortabel beschrieben wird, bei 1.) auch so bewertet wird. Zusammenfassend kommen RATCLIFF et al. (1990) zu folgendem Ergebnis: Aufgrund der Messergebnisse und durch Rücksprachen mit Planern und Ingenieuern kann der Ansatz 1.) als zu restriktiv bewertet werden, während 4.) bei den gefährlichen Situationen zu weich bewertet. Zudem stoßen Kriterien, die nur mittlere Geschwindigkeiten berücksichtigen, bei Situationen, die sich durch eine hohe Turbulenzintensität auszeichnen, an ihre Grenzen. Nach RATCLIFF et al. (1990) ist zum Zeitpunkt der Untersuchung keiner der Ansätze geeignet, umfassend Windkomfortsituationen in Stadträumen zu bewerten, da jeder in gewissen Bereichen Mängel aufweist. [...]

beginnt auch die Grenze ab der Staub aufgewirbelt wird und Kleider zu flattern beginnen. Dagegen differenziert 5.) nach RATCLIFF et al. (1990) in insgesamt sechs verschiedene Kategorien und für die verschiedenen Tätigkeiten: - geeignet für langdauernde Aktivitäten (z.B. Cafe) - geeignet für kurze Aktivitäten (z.B. Warten an der Haltestelle) - geeignet zum Bummeln - geeignet zum schnellen Gehen - unbehaglich zum Gehen - gefährlich für Menschen Dabei darf die begrenzende mittlere Geschwindigkeit, je nach Kategorie, einmal in der Woche, im Monat oder im Jahr überschritten werden. Diese Überschreitungszeiträume entsprechen den Prozentsätzen von 1,5 %, 0,3 % und 0,02 %. Nebenstehende Tabelle E13 zeigt die Norm nach Isyumov und Davenport. Die Urheber des Kriteriums unter 4.) benutzen wie die in 5.) ebenfalls die Beaufortskala (Werte wurden umgerechnet), berücksichtigen aber sowohl die mittlere, als auch die Spitzengeschwindigkeit für eine Einteilung (Tabelle E14) an. Es muss jedoch beachtetet werden, dass die Spitzengeschwindigkeit in Fall 4.) folgendermaßen definiert wird: Uspitz= Umitt + 2,68 Urms In 2.) werden die Grenzwerte durch eine sogenannte äquivalente Geschwindigkeit angegeben, die sich nach RATCLIFF et al. (1990) folgendermaßen definiert: UÄ = Umitt + 3,0 Urms. Bei dieser Geschwindigkeit wird somit ein höherer Böenfaktor gewählt als bei Fall 4.). Dabei werden für vier Kategorien Werte angegeben, wie sie in Tabelle E15 gezeigt werden. Nach 1.) erfolgt die Einteilung wiederum mit Hilfe einer Spitzengeschwindigkeit, die im Gegensatz zu 2.) und 4.) einen noch höheren Böenfaktor wählt (Uspitz= Umitt + 3,5 Urms). Wie Tabelle E16 zeigt, gibt Melbourne insgesamt fünf Kategorien an. Dabei werden die zulässigen Überschreitungswahrscheinlichkeiten explizit auf die Tagesstunden bezogen (RATCLIFF et al., 1990). Nach RATCLIFF et al. (1990) treten zum Teil wesentliche Unterschiede zwischen den Normen auf, vor allem in Hinsicht auf die zugrunde gelegte Geschwindigkeit, die als Kriterium gewählt wurde (Spitzen oder mittlere Geschwindigkeit, oder auch beide). Um diese Normen zu vergleichen wurden von RATCLIFF et al. (1990) fast 250 unterschiedliche [...]

Wobei P(U>Uo) die Überschreitungswahrscheinlichkeit , U = aktuelle Windgeschwindigkeit Uo = betrachtete Grenzgeschwindigkeit UR = Referenzgeschwindigkeit k = Weibull-Konstante (liegt zwischen 1,5 und 2,5, von DURGIN wurde (1997) 2,0 gewählt) Aus 14 verschiedenen Normen leitet DURGIN (1997) nun seine neue umfassende Norm ab. Abbildungen E6 und E7 zeigen die resultierenden Normen nach DURGIN (1997) und GfA. Diese wurden darauf ausgelegt, dass weniger ein fester Grenzwert angibt, wie ein Platz zu nutzen ist, sondern die Zuordnung zu einem Bereich unter der Betrachtung der gesamten Windsituation erfolgt. Nach RATCLIFF et al. (1990) wurden im Laufe der Zeit unterschiedliche Maßstäbe zur Beurteilung des Windkomforts entwickelt und in der Literatur vorgestellt. Es geht dabei um den Komfort, die Behaglichkeit, die Nutzbarkeit und die Sicherheit von Freiräumen, die sich Menschen aneignen. In ihrem Vergleich wollen RATCLIFF et al. (1990) darstellen, welche der Normen Situationen über-, oder auch unterbewerten. In den Vergleich fließen folgende Normen ein: 1.) Melbourne (1978) 2.) Hunt et al. (1976) 3.) Penwarden und Wise (1975) 4.) Lawson und Penwarden (1975) 5.) Isyumov und Davenport (1975) Die Norm von Murakami et al. (1986) floss in diese Betrachtung nicht mit ein, da sie auf Tagesspitzenwindgeschwindigkeiten basiert, da aber meteorologische Stationen diese Werte oft nicht erfassen, ist ihre Anwendbarkeit und Übertragung eingeschränkt. Da mit Hilfe dieser Normen Aussagen über die Behaglichkeit und die Gefährdung von Fußgängern in Stadträumen getroffen werden, erscheint es logisch, dass alle Normen besonders in Bezug auf die Behaglichkeit einer gewissen Subjektivität unterliegen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie versuchen einen Zusammenhang zwischen einer Windgeschwindigkeit und einer zulässigen Überschreitenshäufigkeit herzustellen, die für eine bestimmte Tätigkeit noch akzeptabel ist. Dabei sollten jedoch nur die potentiellen Nutzungsstunden und deren mittlere Geschwindigkeit betrachtet werden. Oft unterscheiden sich die Kriterien hinsichtlich der Kategorien, die differenziert werden. So kann für 3.) von einer Einschränkung der Behaglichkeit an einem Ort ausgegangen werden, wenn die mittlere Geschwindigkeit von 5 m/s häufiger als 20% der Zeit überschritten wird. Ab dieser Geschwindigkeit [...]

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