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Die Berücksichtigung von Konsumentenverwirrtheit im Produktmarketing

Die Berücksichtigung von Konsumentenverwirrtheit im Produktmarketing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Cames
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8165-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8165-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8165-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Cames, Michael Januar 2004: Die Berücksichtigung von Konsumentenverwirrtheit im Produktmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftspsychologie, Schematherorie, Dissonanz, Produktpolitik, Marketinginstrumente

Diplomarbeit von Michael Cames

Zusammenfassung:

Konsumenten sind vielfach bei der Vorbereitung und der Realisierung ihrer Kaufentscheidungen oder bei der Nutzung von Gütern verwirrt. Dem Kunden unklar erscheinende Werbebotschaften oder eine Überlastung durch nicht nachvollziehbare Leistungsfunktionen der Produkte, welche technischen Fortschritt wenig segenbringend erscheinen lassen, sind einige der mannigfaltigen Gründe für das Auftreten der Konsumentenverwirrtheit. Die Maßnahmen der Hersteller auf unterschiedlichen Märkten während des Gestaltungs- und Vermarktungsprozesses sind, trotz des konstatierten Paradigmenwechsels vom produkt- zum kundenorientierten Marketing, durch unzureichende Orientierung an den Ansprüchen der Konsumenten gekennzeichnet. Diese Diskrepanz wird im Verlauf dieser Arbeit verdeutlicht.

Die in Abschnitt zwei herangezogenen sozialpsychologischen Theorien und Erkenntnisse ermöglichen es, das Konstrukt auf ein theoretisches Fundament zu stellen und seine Besonderheiten distinkt herauszuarbeiten, bevor in Abschnitt drei eine umfassende Explikation der objektbezogenen und verhaltensprägenden Faktoren erfolgt, denen ein Einfluss auf die Wahrnehmung von KVW zugeschrieben werden kann.

In Abschnitt vier soll, basierend auf den antezedierenden Überlegungen, die Ausgestaltung der fünf industriellen Absatzmarketinginstrumente beleuchtet werden mit dem Ziel, das Ausmaß der KVW zu reduzieren oder sie gänzlich zu meiden. Die Möglichkeit des intendierten Hervorrufens der Verwirrtheit durch „confusion marketing“, welches z.B. bei „Me-too-Produkten“ oder der Schaffung künstlicher Obsoleszenz zu beobachten ist, wird dabei von der Analyse ausgenommen. Abschnitt fünf schließt die Ausführungen mit einem kurzen Ausblick auf potentielle künftige Forschungsvorhaben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Die Kundenverwirrtheit im sozialpsychologischen Kontext 2
2.1 Das Mehrspeicher-Modell 2
2.2 Zentrale Aspekte des Wahrnehmungsprozesses 2
2.3 Die Hypothesentheorie der Wahrnehmung 4
2.4 Die Schematheorie 5
2.5 Die Dissonanztheorie 9
3. Faktoren zur Erklärung der Konsumentenverwirrtheit 11
3.1 Die objektbezogenen Determinanten 11
3.1.1 Die wahrgenommene Überlastung des Konsumenten mit Stimuli 12
3.1.2 Die wahrgenommene Ähnlichkeit von Stimuli 13
3.1.3 Die wahrgenommene Unklarheit von Reizen 15
3.2 Die verhaltensprägenden Faktoren 17
3.2.1 Die personenbezogenen Faktoren 17
3.2.1.1 Die kognitiven Faktoren 17
3.2.1.2 Die affektiven Faktoren 18
3.2.2 Die umweltbezogenen Faktoren 21
3.2.2.1 Die situativen Faktoren 21
3.2.2.2 Die sozialen Faktoren 22
4. Die Vermeidung der Konsumentenverwirrtheit im Produktmarketing durch Auswahl geeigneter Instrumentalvariablen und deren Ausprägungen 24
4.1 Ausgewählte produktpolitische Maßnahmen 25
4.1.1 Die Produktgestaltung 25
4.1.1.1 Erzielung von Einzigartigkeit und Klarheit durch Produktsprache 26
4.1.1.2 Produkttests zur Aufdeckung der Determinanten der Verwirrtheit 32
4.1.2 Das Produktprogramm 36
4.2 Ausgewählte kommunikationspolitische Maßnahmen 39
4.2.1 Die Werbung 39
4.2.2 Die Anwendungsberatung 47
4.2.2.1 Die persönliche Anwendungsberatung 48
4.2.2.2 Die unpersönliche Anwendungsberatung 49
4.3 Der Kundendienst als ausgewählte servicepolitische Maßnahme 53
4.4 Ausgewählte distributionspolitische Maßnahmen 55
4.4.1 Der Distributionsweg 55
4.4.2 Die Distributionsorgane 56
4.5 Die Preispolitik als ausgewählte entgeltpolitische Maßnahme 58
5. Ausblick 59
Literaturverzeichnis I
Abbildungsübersicht des Anhangs i
Abbildungsverzeichnis ii

Automatisiert erstellter Textauszug:

winden. Exemplarisch sei in diesem Kontext auf die Verwendung einiger Gestaltungsmittel genauer eingegangen. So kann eine kegelförmige Formgestaltung274 von Einsteckverbindungen bspw. Hinweise auf die Montage eines Produkts liefern.275 Besonders bei der Frage der Kompatibilität technischer Produkte bedingt eine forminduzierte Passung einen konfusionsfreien Gebrauch. Ferner können Formkonturen, z.B. Einschnürungen bei Automobilblechen, eine besondere Stabilität in der Konsumentenwahrnehmung erzeugen oder bei der ergonomischen Gestaltung von Bedienelementen, wie der Visualisierung von Greiftauglichkeit der Erzeugnisse, unterstützend wirken. Wenige Formvariationen in Verbindung mit der Berücksichtigung von Gestaltungstraditionen simplifizieren dann die Identifikation wichtiger Elemente durch den Anwender.276 Besonders hier bietet sich die Option, dem Nutzer bekannte Schemata oder Skripte anzusprechen.277 Geraten symbolhaften Bedeutungsbezüge der Formgestaltung aber allzu metaphorisch bzw. expressiv, so werden sie vermutlich den Konsumenten vielmehr verwirren, als ihn subvenieren.278 Auch Farben sind in der Lage, als zeichenhafte Funktionen zu dienen. Sie fungieren u.a. als sog. ikonische Zeichen279. Demgemäß sind z.T. feste Beziehungen zwischen bestimmten Farben und Bedeutungen aufgrund von Erfahrungen feststellbar.280 Des weiteren erscheint subsidiär der Einsatz eines weiteren Gestaltungsmittels, z.B. der Form, ratsam, um das häufig anzutreffende Problem der Farbenfehlsichtigkeit von Kunden und daraus resultierende Interpretationsschwierigkeiten zu umgehen.281 Zur anmutungshaften Profilierung eines Produkts ist der spezielle symbolische Charakter einer Farbe hervorzuheben, der besonders im Bereich des internationalen Marketings [...]

Perzipierten mit den Wahrnehmungserwartungen bewirkt. Dass diese Empfehlung nicht als generelle Richtlinie angesehen werden kann, die die Produktgestaltung einschlagen sollte, um Konfusion zu vermeiden, verdeutlicht die These, dass zu hohe Komplexität als überfordernd, zu niedrige aber als langweilig empfunden wird.266 Ein allzu puristisches Design kann bei mangelnder Erfahrung und fehlender Vertrautheit des Konsumenten mit dem Gegenstand dessen Beurteilung erschweren. Infolgedessen muss das geeignete Maß an Ordnung und Komplexität für jedes Produkt einzeln ausgelotet werden.267 Einen inhaltlichen Bedeutungsgehalt erlangen Produkte durch die Ausgestaltung der semantischen Funktionen, die in Anzeichen-268 und Symbolfunktionen269 untergliedert werden. Erstere zeigen dem Konsumenten im Rahmen der Wesensanzeichen270 an, welcher Kategorie das jeweilige Produkt angehört; sie ermöglichen durch eine spezifische Anzahl und Auswahl von Anzeichen eine Zuordnung des Gegenstands zu einer bestimmten Produktgattung und damit einhergehend eine Identifikation des Erzeugnisses.271 Bedeutender im Kontext der KVW erscheint die Gestaltung der kontext- und wissensabhängigen Funktionsanzeichen, welche dem Verwender die praktischen Funktionen oder mit dem Produkt in Zusammenhang stehende relevante Sachverhalte272 und somit eine unmissverständliche Handhabung näher bringen können. Diese Anzeichen helfen die „Kluft der Ausführung“273 zu über- [...]

bemüht sein, eine „Unique Selling Proposition“256 zu erreichen.257 Dies gelingt ggf. durch das Hervorheben eines als einzigartig wahrgenommenen affektiv eingefärbten Produktzusatzes.258 Ziel der Produktsprache ist demnach die Schaffung einer eigenständigen, unverwechselbaren Gestalt, eine über die Produktkategorie hinausgehende Implementierung einzigartiger schematischer Vorstellungen im Kopf des Kunden, die zugleich die Benutzung verdeutlicht.259 4.1.1.1 Erzielung von Einzigartigkeit und Klarheit durch Produktsprache Im Rahmen der formalästhetischen Funktion260 der Produktsprache bietet sich zur Meidung von KVW die tendenzielle Durchsetzung einer „Gestaltreinheit“261 an, d.h. einer maximalen Ordnung262 verbunden mit einer minimalen Komplexität der Gestaltungsmittel, die der psychologischen „Tendenz zur guten Gestalt“263 nachempfunden ist.264 So generieren symmetrische Proportionen bei der Formgebung u.U. ein „ästhetisches Empfinden des visuellen [...]

Arbeit zitieren:
Cames, Michael Januar 2004: Die Berücksichtigung von Konsumentenverwirrtheit im Produktmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftspsychologie, Schematherorie, Dissonanz, Produktpolitik, Marketinginstrumente

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