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Belastung und Bewältigung bei Rettungsassistenten

Belastung und Bewältigung bei Rettungsassistenten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kerstin Wackerow
  • Abgabedatum: April 1999
  • Umfang: 140 Seiten
  • Dateigröße: 8,9 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2579-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2579-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2579-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wackerow, Kerstin April 1999: Belastung und Bewältigung bei Rettungsassistenten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rettungsdienst, Belastungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Streß, Coping

Diplomarbeit von Kerstin Wackerow

Einleitung:

Im Sommer/Herbst 1998 wurden Rettungsassistenten aus dem süddeutschen Raum mit folgenden Fragebögen nach ihren Belastungen, ihren Strategien zur Stressverarbeitung, ihrer Lebenseinstellung und ihrer Persönlichkeit befragt: SVF, SCL, PSS-SR, NEO-FFI, SOC, Skala zur Beurteilung von Behinderungen. Der Rücklauf betrug 39%, 75 Fragebögen waren auswertbar. Das Durchschnittsalter der Stichprobe betrug 32 Jahre. Die verschiedenen Schulbildungen waren relativ gleich verteilt, mit je ungefähr einem Drittel. Alle Rettungsassistenten übten die Tätigkeit hauptberuflich, im Schichtdienst aus, 27% arbeiteten zusätzlich auf der Rettungsleitstelle.

Die Ergebnisse zeigen, dass keine der untersuchten Copingstrategien unter- oder überdurchschnittlich häufig genutzt wird. Dies gilt auch für aktive Strategien und für Ablenkung und Vermeidung.

9,3% der Stichprobe erfüllten die Kriterien für das Vollbild der Posttraumatischen Belastungsstörung. 42,7% der Probanden gaben Symptome an, die nicht das Vollbild erfüllen, jedoch ausreichen um auf eine subsyndromale PTSD hinzudeuten. Die übrigen Befragten gaben keine (22,7%) oder nur geringe (25,3%) Symptome an.

Bei der Beurteilung der subjektiven Belastung schätzten sich die Probanden insgesamt als leicht beeinträchtigt ein. Die allgemeine Beeinträchtigung durch Stress wurde als mäßig beurteilt. Die erhaltene soziale Unterstützung in Prozent des Ausmaßes, das sie benötigt hätten, schätzten sie mit 50% als mäßig ein, was nicht mit der Gesamtbeurteilung in Einklang steht.

Die Betrachtung der Antworten der SCL (allgemeine Symptome) ergibt, dass die Werte hier im Durchschnittsbereich lagen. Rückenschmerzen, zum Beispiel traten zwar häufig auf, lagen aber nicht über der Häufigkeit in der Normalbevölkerung.

Probanden mit einer sehr positiven, optimistischen Lebenseinstellung litten weniger unter subjektiven Beeinträchtigungen, PTSD-Symptomen und allgemeinen Symptomen.

Rettungsassistenten mit höherer Symptombelastung gaben häufig auch eine höhere subjektive Beeinträchtigung an. Hier bestand ein mittlerer Zusammenhang.

Bei der Untersuchung, ob die Höhe der Belastung mit bestimmten Copingstrategien zusammenhängt, ergab sich, daß die Strategien „Emotionale Betroffenheit und Aufgeben“ mit höherer Belastung in allen untersuchten Bereichen (PTSD-Symptome, allgemeine Symptome, subjektive Beeinträchtigung) einhergingen. Für „Aktive Kontrollversuche von Belastungssituation und -reaktion“ ergab sich ein negativer Zusammenhang mit den allgemeinen Symptomen. Für „Vermeidung“ und andere Strategien war kein nennenswerter Zusammenhang nachweisbar.

Hinsichtlich der Persönlichkeit ergab sich für die Skala „Neurotizismus“ ein mittlerer Zusammenhang mit allen drei Belastungsbereichen (s.o.), was den bisherigen Studien entspricht.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass verschiedene Personen evtl. jeweils mehrere unterschiedliche Copingstrategien bzw. eine Kombination davon zur Verfügung haben, auf die sie zurückgreifen können und deren Auswahl je nach Art der Situation und deren Bewertung stattfindet. Hier und hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Belastung und verschiedenen Copingstrategien wäre noch weitere Forschung notwendig. Auch die Persönlichkeitsvariablen einschließlich denen, für die sich hier kein Zusammenhang nachweisen ließ, sollten noch näher betrachtet werden. Die Werte für PTSD-Symptome liegen über denen der Normalbevölkerung, was auf die Belastung dieser Berufsgruppe hindeutet und auf die Frage nach entsprechender Prävention oder Intervention hinführt.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
Zusammenfassung
A. Theoretischer Teil
1. Der Rettungsdienst 1
1.1 Zur bisherigen Entwicklung des Rettungsdienstes in Deutschland 1
1.2 Die Struktur des modernen Rettungsdienstes 3
1.3 Der Einsatz 5
1.4 Personal und Ausbildung im Rettungsdienst 6
1.5 Das Gesetz zum Rettungsdienst 8
1.6 Die Arbeitszeiten im Rettungsdienst 9
2. Belastungsfakoren im Rettungsdienst 11
2.1 Körperliche Belastung 12
2.2 Faktoren der Organisation oder Führung 12
2.3 Individuelle Belastungsfaktoren 15
2.4 Belastende Merkmale des Einsatzes 16
2.5 Emotionale Faktoren 17
2.6 Allgemeine Faktoren 18
3. Folgen der Belastung 20
3.1 Körperliche / Physiologische Folgen 20
3.2 Kognitive Folgen 21
3.3 Emotionale Folgen 22
3.4 Verhaltensänderungen 23
3.5 Psychische Störungen 24
4. Persönlichkeit, Belastung und Coping 26
5. Coping bei Notfallpersonal 28
B. Die Untersuchung
6. Hypothesen 31
7. Methode 33
7.1 Datenerhebung 33
7.1.1 Mittel der Datenerhebung 33
7.1.1.1 SVF 33
7.1.1.2 SCL-90-R 35
7.1.1.3 NEO-FFI 38
7.1.1.4 PSS-SR 41
7.1.1.5 Skala zur Beurteilung von Behinderungen 41
7.1.1.6 SOC 42
7.1.2 Durchführung der Datenerhebung 42
7.2 Auswertung der Daten 44
8. Ergebnisse 47
8.1 Stichprobenbeschreibung 47
8.2 Hypothesenüberprüfung 50
9. Diskussion 61
10. Ausblick 71
Anhang
Fragebogen
Statistik: SPSS-Ergebnis-Auszüge
Literatur

Arbeit zitieren:
Wackerow, Kerstin April 1999: Belastung und Bewältigung bei Rettungsassistenten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rettungsdienst, Belastungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Streß, Coping

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