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Belastung und Belästigung durch Gerüche

Evaluation von Geruchssanierungsmaßnahmen aus umweltpsychologischer Sicht

Die Studie wurde 2001 mit dem Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten im Umweltbereich von der Gemeinde Wien ausgezeichnet.
Belastung und Belästigung durch Gerüche
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ernst Neudorfer
  • Abgabedatum: Oktober 2000
  • Umfang: 200 Seiten
  • Dateigröße: 5,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4662-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4662-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4662-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Studie wurde 2001 mit dem Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten im Umweltbereich von der Gemeinde Wien ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Neudorfer, Ernst Oktober 2000: Belastung und Belästigung durch Gerüche, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Umweltpsychologie, Geruchsbelästigung, Geruch, Abwasserkanal, Geruchssanierung

Diplomarbeit von Ernst Neudorfer

Einleitung:

Die vorliegende Untersuchung fand im Rahmen eines technischen Großversuchs zur Geruchssanierung zweier durch einen Abwasserkanal geruchsbelasteter Gebiete in Wien statt. In beiden Gebieten wurde entsprechend den VDI-Richtlinien (VDI 3883) die Geruchsbelästigung der betroffenen Bevölkerung erhoben, sowie die durchgeführten Geruchssanierungsmaßnahmen aus umweltpsychologischer Sicht evaluiert.

Bei dem Projekt wurden erstmals zwei verschiedene Verfahren kombiniert, wodurch es möglich war, sowohl eine umfangreiche Erhebung der Umweltsituation als auch eine detailierte Erfassung der Geruchsbelästigung über einen längeren Zeitraum (Sommer 1999) zu erhalten. Durch den Einsatz von wiederholter Kurzbefragung (wöchentliche Abfragen) konnte eine von zwei getesteten Geruchssanierungsmaßnahmen als wirksam ausgewiesen werden.

Die umweltpsychologische Evaluation zeigt hohe und statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen der Geruchsbelästigung der AnrainerInnen und der H2S-Konzentration des Abwassers. Dies ist insofern interessant, da es üblicherweise nur geringe Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen Geruchsbelastung und resultierender Belästigungsreaktion gibt. Durch chemisch-physikalische Parameter konnten 59 % der Varianz der Geruchsbelästigung aufgeklärt werden. Außerdem wurde ein Einfluss von klimatologischen Verhältnissen (Luftdruck, Luftfeuchtigkeit) auf das Ausmaß der Geruchsbelästigung nachgewiesen.

Durch die Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung konnten dem Auftraggeber (Gemeinde Wien) – über die rein technische Evaluation hinausgehende – Informationen für die weitere Vorgehensweise erarbeitet werden.

Inhaltsverzeichnis:

A. THEORETISCHER TEIL
1. Einleitung 9
2. Umweltpsychologie im Überblick 12
2.1 Abgrenzung von Umweltpsychologie und Ökologischer Psychologie 12
2.2 Methoden der Umweltpsychologie 13
2.3 Geruchswirkungsforschung 14
3. Geruch und Geruchswahrnehmung 15
3.1 Der Geruchssinn 15
3.2 Wahrnehmung von Geruch 16
3.2.1 Riechschärfe 17
3.2.2 Hedonik 17
3.3 Adaption und Habituation 17
3.3.1 Adaption 18
3.3.2 Habituation 18
3.4 Psychologische Bedeutung des Riechens 19
4. Geruch als Umweltstressor 20
4.1 Das Stress-Konzept 20
4.2 Umweltstress 21
4.2.1 Ambient stressors 21
4.2.2 Umweltstressor Geruch 22
4.3 Auswirkungen von Geruchsimmissionen 22
5. Messen von Geruchsbelastung und Geruchsbelästigung 24
5.1. Begriffsklärung 24
5.2. Messung von Geruchsbelastung 24
5.2.1 Begehung 25
5.2.2 Ausbreitungsrechnung 26
5.2.3 Tagebuchbefragung 26
5.3 Messung von Geruchsbelästigung 27
5.3.1 Beschwerdestatistik 28
5.3.2 Erhebung mittels Fragebogen 29
5.3.3 Wiederholte Kurzbefragung (systematische Mehrfachbefragung) 29
5.4 Einsatz der VDI-Richtlinien in Österreich – ausgewählte Beispiele 30
6. Grundlagen der Belästigungsmessung 32
6.1 Das Belästigungsthermometer 32
6.1.1 messtheoretische Grundlagen des Belästigungsthermometers 33
6.1.2 Vergleich mit verbalen Belästigungsskalen 33
6.2 Die Problematik von Grenzwerten 34
6.3 Überlegungen zu einer Vereinheitlichung der Belästigungsmessung 35
7. Belästigungsforschung 37
7.1 Anfänge der Belästigungsforschung 37
7.2 Bedeutung von Belästigung 37
7.3 Nachteile des Belästigungsbegriffs 38
8. Belästigungsmodelle 39
8.1 Belastung 39
8.2 Belästigung 39
8.3 Zusammenhang zwischen Geruchsbelastung und Geruchsbelästigung 40
8.4 Moderatorvariablen für den Zusammenhang zwischen Geruchsbelastung und Geruchsbelästigung 41
8.5 verschiedene Belästigungsmodelle 42
9. Kombinierte Umweltbelastung 44
10. Evaluation 46
10.1 Begriffsklärung 46
10.2 Arten der Evaluationsforschung 47
10.3 Evaluation in der Praxis 47
10.4 Umweltevaluation 48
10.4.1 Evaluation bestehender Umwelten 48
10.4.2 Evaluation von Planungseffekten 49
10.4.3 Evaluation durchgeführter Umweltveränderungen (post occupancy evaluation) 50
10.5 Methodisches Vorgehen bei Evaluationen 51
10.6 Ausblick 52
B EMPIRISCHER TEIL
11. Fragestellung 53
11.1 Theoriebezug 53
11.2 Zielsetzung der Untersuchung 53
12. Beschreibung der Untersuchungsgebiete 55
12.1 Versuchsgebiet Markomannenstraße 56
12.2 Kontrollgebiet Industriestraße 57
12.3 Der Sammelkanal 58
13. Untersuchungsplan 60
13.1 Auswahl der Stichprobe 60
13.2 abhängige und unabhängige Variable 60
13.3 mögliche Störvariablen 61
13.4 Hypothesen 62
14. Untersuchungsmaterialien 65
14.1 Sommerfragebogen 65
14.2 Postkarten 65
14.3 Herbstfragebogen 67
15. Untersuchungsdurchführung 68
15.1 Voruntersuchung 68
15.2 Zeitlicher Ablauf der Untersuchung 68
15.2.1 Zeitlicher Ablauf der Sanierungsmaßnahmen 68
15.2.2 Zeitlicher Ablauf der Befragung 69
15.3 Beschreibung der Sanierungsmaßnahmen 70
15.4 begleitende technische Messungen 70
16. Auswertung 71
16.1 statistische Auswertung 71
16.2 Schwierigkeiten bei der Datenkodierung 72
16.2.1 Belästigungsthermometer 72
16.2.1.1 Grafische Darstellung des Belästigungsthermometers 72
16.2.1.2 Eindeutigkeit der Kodierung 73
16.2.1.3 Auswirkungen unterschiedlicher Kodierung 74
16.2.2 Postkarten 76
16.2.3 Fragebögen 77
17. UntersuchungsteilnehmerInnen 78
17.1 Anzahl der TeilnehmerInnen (Rücklaufquote) 78
17.1.1 Rücklauf des Sommerfragebogens 78
17.1.2 Rücklauf der Postkarten 79
17.1.3 Rücklauf des Herbstfragebogens 81
17.1.4 Gesamter Rücklauf 82
17.2 Beschreibung der Stichprobe 83
17.2.1 Geschlecht 83
17.2.2 Alter 84
17.2.3 Beruf 84
17.2.4 Schulbildung 84
17.2.5 Elternschaft 84
17.2.6 Rauchen 85
17.2.7 Wohndauer 85
17.2.8 Aufenthalt vor Ort 85
17.2.9 Zusammenfassung 86
18. Die Umweltsituation im Versuchs- und Kontrollgebiet 88
18.1 spontane Assoziationen zum eigenen Wohngebiet 88
18.2 Einschätzung der Umweltqualität 89
18.3 Umweltbelastung 89
18.3.1 Art der Umweltbelastung 89
18.3.2 Stärke und Häufigkeit der Geruchs- und Lärmbelastung 90
18.3.3 Aufschlüsselung der Gesamt-Geruchsbelästigung 91
18.4 Umweltbelästigung 92
18.4.1 Geruchsbelästigung 92
18.4.2 Lärmbelästigung 94
18.4.3 Prozentanteil durch Umweltbelastung stark gestörter Personen 94
18.5 Zusammenhang zwischen wahrgenommener Belastung und erlebter Belästigung 96
18.5.1 Geruch 96
18.5.2 Lärm 97
18.6 Geruchsbelästigung durch den Kanal 98
18.7 Hedonische Bewertung der Geruchsbelastung 98
18.8 Zumutbarkeit der Geruchsbelastung 99
18.9 Zusammenfassung 101
19. Geruchsbelästigung 103
19.1 Beschwerdeverhalten 103
19.2 Moderatorvariablen der Geruchsbelästigung 104
19.3 Individuelle Belästigungsverläufe 105
19.4 Vergleich der Zumutbarkeit von Geruchs- und Lärmbelästigung 106
19.5 Wohlbefinden und Gesundheit 108
19.6 Zusammenhang zwischen sozialwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Daten 109
19.6.1 chemisch-physikalische Messwerte 109
19.6.2 meteorologische Daten 112
19.7 Zusammenfassung 114
20. Evaluation der Geruchssanierungsmaßnahmen 117
20.1 Geruchsbelästigung im Versuchs- und Kontrollgebiet 117
20.2 Evaluation der Sanierungsmaßnahmen 120
20.2.1 Verlauf der Geruchsbelästigung 120
20.2.2 Beurteilung der durchgeführten Maßnahmen durch die Bevölkerung 123
20.3 Ergebnis der technischen Evaluation 124
20.4 Hedonische Bewertung der Gerüche 124
20.4.1 Vergleich zwischen Versuchs- und Kontrollgebiet 124
20.4.2 Hedonische Bewertung während der Zeit der Maßnahmen 125
20.5 Veränderung der Umweltqualität während des Sommers (Vorher-Nachher-Vergleich) 126
20.5.1 wahrgenommene Veränderungen der Umweltqualität 126
20.5.2 Veränderung der Umweltbelastung 128
20.6 Vorschläge der Bevölkerung zur Verringerung der Geruchs- und Lärmbelastung 129
20.7 Zusammenfassung 131
21. Ergebnisse zur Erhebungsmethode 132
21.1 Beurteilung der Befragung durch die Bevölkerung 132
21.2 Vergleich von Fragebogentechnik und wiederholter Kurzbefragung 133
21.3 Vergleich von Wochen- und Sonntag Abend-Belästigung 134
21.4 Extremantworten 135
22. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse 136
22.1 Erhebungsinstrumente 136
22.1.1 Fragebogen und wiederholte Kurzbefragung 136
22.1.2 Belästigungsthermometer 136
22.2 Dosis-Wirkungsbeziehungen und Moderatorvariablen 137
22.3 Die Sicht der Bevölkerung 139
22.3.1 Umweltsituation 139
22.3.2 Anlaufstellen für Beschwerden 139
22.3.3 Konsequenzen für Behörden 139
22.4 Evaluation 140
22.4.1 Umweltevaluation 140
22.4.2 Evaluation der Maßnahmen 140
22.5 Schlussfolgerung 141
23. Kritik 143
23.1 Zur Untersuchung 143
23.2 Offene Fragen 144
24. Zusammenfassung 145
24.1 Ziel der Untersuchung 145
24.2 Theoretischer Hintergrund und Methode 145
24.3 Ergebnisse 146
24.4 Schlussfolgerung 147
25. Literaturverzeichnis 148
26. Anhang 158
27. Lebenslauf 193

Automatisiert erstellter Textauszug:

H19: Äußere klimatische Bedingungen (Lufttemperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsmenge) Geruchsbelästigung. (Auswertung: Korrelation) H010: Es besteht kein Unterschied bezüglich der Geruchsbelästigung zwischen Versuchs- und Kontrollgebiet während der Zeit der 1. Sanierungsmaßnahme. H110: Es besteht ein Unterschied bezüglich der Geruchsbelästigung zwischen Versuchs- und Kontrollgebiet während der Zeit der 1. Sanierungsmaßnahme. (Auswertung: Mittelwertsvergleich: t-Test bzw. U-Test) H011: Es besteht kein Unterschied bezüglich der Geruchsbelästigung zwischen Versuchs- und Kontrollgebiet während der Zeit der 2. Sanierungsmaßnahme. H111: Es besteht ein Unterschied bezüglich der Geruchsbelästigung zwischen Versuchs- und Kontrollgebiet während der Zeit der 2. Sanierungsmaßnahme. (Auswertung: Mittelwertsvergleich: t-Test bzw. U-Test) haben einen Einfluss auf das Ausmaß der [...]

Calciumnitrat (erste Maßnahme) und Sanierungsversuch mit Eisennitratsulfat (zweite Maßnahme). 13.3. mögliche Störvariablen Im Versuchsgebiet wurden die AnrainerInnen im vorhinein darüber informiert, dass Geruchssanierungsmaßnahmen stattfinden werden. Nach Jonsson, Deane & Sanders (1975, S. 258) besteht die Tendenz, in solchen Situationen mit übertriebenen Belästigungsreaktionen Druck auf Verantwortliche auszuüben. Die unterschiedliche Vorinformation der AnrainerInnen in Versuchs- und Kontrollgebiet kann also Auswirkungen auf die Ergebnisse haben. Dies kann durch einen Vergleich des Antwortverhaltens der AnrainerInnen der beiden Gebiete geprüft werden (Teilnahme, Streuung, Extremantworten) (vergleiche dazu: Kapitel 17.1.2. und 21.4.). Einfluss auf die Belästigungsreaktion haben auch meteorologische Daten (vor allem, wenn sie über einen längeren Zeitraum erhoben werden), wie Außentemperatur, Niederschläge und sonstige Klimawerte. Aufgrund der räumlichen Nähe von Versuchs- und Kontrollgebiet ist davon auszugehen, dass in beiden Gebieten dieselben Klimabedingungen vorherrschen. Für das relative Ausmaß der Belästigungsreaktion (Vergleich zwischen Versuchsund Kontrollgebiet) hat die Meteorologie keinen Einfluss, sehr wohl aber für das absolute Ausmaß der Belästigung. Aus diesem Grund werden begleitende meteorologische Untersuchungen durchgeführt. Da die Geruchssanierungsmaßnahmen darin bestanden, die Geruchsentwicklung mithilfe chemischer Substanzen zu unterbinden, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass damit nicht nur eine quantitative Veränderung der Geruchsbelastung, sondern auch eine qualitative Veränderung resultiert. Zur Kontrolle dieses Einflusses wurde auf den wöchentlich ausgeteilten Postkarten die Geruchshedonik abgefragt. [...]

13.1. Auswahl der Stichprobe Der für die Geruchsbelästigung hauptverantwortliche Sammelkanal verläuft sowohl in der Markomannen- als auch in der Industriestraße direkt unter der Straße. Betroffen von der Geruchsbelästigung sind daher vor allem diejenigen AnrainerInnen, die direkt an der Straße wohnen. Aus diesem Grund wurden auch nur jene Personen in die Befragung mit einbezogen, deren Häuser direkt an der Straße liegen. Laut VDI-Richtlinie 3883/Blatt2 (1993b) ist vorgesehen, ein repräsentatives ortsansässiges Probandenkollektiv zu erstellen, das in regelmäßigen und zuvor festgelegten Abständen ihre Belästigung protokolliert. Aus untersuchungstechnischen Gründen konnte auf kein derartiges Probandenkollektiv zurückgegriffen werden. Daher wurden alle Personen in unmittelbarer Kanalnähe (Häuser in der ersten Reihe) in die Befragung einbezogen, was somit einer Vollerhebung entspricht. Durch eine Postwurfsendung wurden die AnrainerInnen über die geplante Erhebung informiert und um ihre Teilnahme gebeten. 13.2. abhängige und unabhängige Variable In dieser Untersuchung galt es, den Einfluss von Geruchssanierungsmaßnahmen auf den subjektiven Belästigungsgrad der betroffenen Bevölkerung zu erheben. Die abhängige Variable war das Ausmaß der subjektiven Geruchsbelästigung, welche mittels Fragebögen bzw. Postkarten erhoben wurde. Die unabhängige Variable war die Art der Geruchssanierungsmaßnahme, die in drei Ausprägungen vorlag: kein Sanierungsversuch, Sanierungsversuch mit [...]

Arbeit zitieren:
Neudorfer, Ernst Oktober 2000: Belastung und Belästigung durch Gerüche, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Umweltpsychologie, Geruchsbelästigung, Geruch, Abwasserkanal, Geruchssanierung

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