Der Beitritt Chinas zur WTO und dessen Auswirkungen auf den Eintritt in den chinesischen Markt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andrea Dorninger
- Abgabedatum: September 2001
- Umfang: 173 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5206-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5206-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5206-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dorninger, Andrea September 2001: Der Beitritt Chinas zur WTO und dessen Auswirkungen auf den Eintritt in den chinesischen Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: WTO, China, Markteintritt, Banken, Firmenumfrage
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Diplomarbeit von Andrea Dorninger
Einleitung:
China, über Jahrzehnte ein Land im Umbruch steht vor einem Ereignis historischer Dimension. Nach Jahrzehnten der kontinuierlichen Öffnungsschritte, ist der Beitritt zur WTO nur der nächste logische Schritt. Die Bedeutung eines Beitritts Chinas zur Welthandelsorganisation kann nur in Kenntnis der bisherigen wirtschaftlichen Entwicklung Chinas verstanden werden. Aus diesem Grund wird zu Beginn auf die bisherige wirtschaftliche Entwicklung des letzten Jahrhunderts, einschließlich der wichtigsten Reformen und Öffnungsschritte eingegangen. Dem folgt ein Überblick über die Welthandelsorganisation. Angefangen von ihrer geschichtlichen Entwicklung, über die Uruguay-Runde als die bisher wichtigste Verhandlungsrunde mit den bedeutendsten Abkommen bis hin zu den Prinzipien und der Organisation der WTO. Da China teilweise als Entwicklungsland angesehen wird und die WTO für solche Länder besondere Bestimmungen vorgesehen hat, wird auch auf diesen Aspekt eingegangen. Dem folgt ein Abriss über die bisherigen Beziehungen Chinas zur WTO, den Verlauf der Beitrittsverhandlungen und die Vor- und Nachteile, die für China aus dem WTO-Beitritt erwachsen.
Je nach gewählter Markteintrittsform haben die Firmen unterschiedliche Markteintrittshindernisse (Zölle, Quoten, Investitionsauflagen, sonstige rechtliche Vorschriften,...) zu bewältigen. Daher werden die durch die WTO herbeigeführten Änderungen getrennt nach den wichtigsten Markteintrittsformen – Export, Lizenzvergabe und Direktinvestition – dargestellt. Zuerst wird auf die rechtliche Situation vor dem WTO-Beitritt eingegangen. Dann werden neben den Änderungen die der WTO-Beitritt mit sich bringen wird (z. B. Reduzierung von Zöllen, Lizenzen, Subventionen, Auflagen,...) auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie ausländische Firmen, die mit China Geschäfte tätigen, auf die neue Situation reagieren können. Unterschiedliche Auswirkungen gibt es jedoch nicht nur aufgrund der gewählten Markteintrittsvariante. Auch die Branchen werden in unterschiedlicher Weise vom WTO-Beitritt betroffen sein, abhängig vom bisherigen Öffnungsgrad und den Ergebnissen der Beitrittsverhandlungen. Aus der Vielzahl an Branchen werden in dieser Arbeit einige dargestellt, die besonders betroffen sein werden. Erhebliche Auswirkungen wird der WTO-Beitritt Chinas auf den Bankenbereich haben, der bisher für ausländische Banken nur schwer zugänglich war. Aus diesem Grund wird auf die Veränderungen und neuen Möglichkeiten für ausländische Banken in einem eigenen Kapitel eingegangen.
Neben der theoretischen Abhandlung dieses Themas wurde der Praxisbezug mittels Fragebogenumfrage gewährleistet. Mittels Befragung von Unternehmen (einschließlich Banken) wurden ihre Einschätzungen und Erwartungen in Hinblick auf den WTO-Beitritt Chinas untersucht. Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass der Großteil der Unternehmen positive Erwartungen an einen WTO-Beitritt Chinas hat. Obwohl sich die meisten Firmen Vorteile erwarten, scheint doch eine gewisse Abwartungshaltung vorzuherrschen, was zusätzliche Investitionen bzw. Exportsteigerungen betrifft.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Aufbau | 2 |
| 2. | Die VR China | 4 |
| 2.1 | Allgemeine Daten | 4 |
| 2.1.1 | Fläche und Bevölkerung | 4 |
| 2.1.2 | Staatsform | 4 |
| 2.1.3 | Währung | 5 |
| 2.2 | Die wirtschaftliche Entwicklung der VR China | 6 |
| 2.2.1 | Vom Ende der Dynastien zu Mao Tse-Tung | 6 |
| 2.2.2 | Die Volksrepublik China unter Mao Tse-Tung | 6 |
| 2.2.3 | Die Wirtschaftsreformen und die Öffnungspolitik | 8 |
| 2.3 | China in Zahlen | 15 |
| 2.3.1 | Wirtschaftswachstum und BIP | 15 |
| 2.3.2 | Außenhandel | 15 |
| 2.3.3 | Ausländische Investitionen | 17 |
| 3. | Die WTO | 19 |
| 3.1 | Vom GATT zur WTO | 19 |
| 3.2 | Die Uruguay-Runde (1986-1994) | 21 |
| 3.2.1 | Ablauf der Uruguay-Runde | 21 |
| 3.2.2 | Ergebnisse der Uruguay-Runde | 22 |
| 3.3 | Die Organisation der WTO | 25 |
| 3.4 | Prinzipien der WTO | 26 |
| 3.4.1 | Handel ohne Diskriminierung | 26 |
| 3.4.2 | Freier Handel | 27 |
| 3.4.3 | Vorhersehbarkeit und Stabilität | 27 |
| 3.4.4 | Förderung fairen Wettbewerbs | 28 |
| 3.4.5 | Unterstützung bei Entwicklungshilfe und der Durchsetzung von wirtschaftlichen Reformen | 28 |
| 3.5 | WTO und die Entwicklungsländer | 29 |
| 3.5.1 | Die Sonderstellung der Entwicklungsländer | 29 |
| 3.5.2 | Die Sonderstellung Chinas | 30 |
| 3.6 | Chinas bisherige Beziehungen zu GATT und WTO und der Verlauf der Beitrittsverhandlungen | 31 |
| 3.7 | Vorteile eines WTO-Beitritts für China | 32 |
| 3.8 | Nachteile eines WTO-Beitritts für China | 35 |
| 4. | Markteintritt vor und nach dem Beitritt zur WTO | 37 |
| 4.1 | Export | 37 |
| 4.1.1 | Rechtliche Grundlagen für den Export bis zum Beitritt zur WTO | 37 |
| 4.1.2 | Hindernisse für ausländische Unternehmen | 38 |
| 4.1.3 | WTO-Regelungen | 43 |
| 4.1.4 | Veränderungen und neue Möglichkeiten für ausländische Unternehmen | 47 |
| 4.1.5 | Branchenspezifische Auswirkungen | 51 |
| 4.1.6 | Zusammenfassung | 59 |
| 4.2 | Lizenzvergabe und Aspekte geistigen Eigentums bei Export und Direktinvestitionen | 60 |
| 4.2.1 | Gesetzliche Grundlagen für Technologietransferverträge bis zum Beitritt zur WTO | 60 |
| 4.2.2 | Weitere Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums bis zum Beitritt zur WTO | 61 |
| 4.2.3 | Hindernisse für ausländische Lizenzgeber | 62 |
| 4.2.4 | WTO-Regelungen | 65 |
| 4.2.5 | Veränderungen und neue Möglichkeiten für ausländische Unternehmen | 67 |
| 4.2.6 | Schutz geistigen Eigentums bei exportierenden und direktinvestierenden Unternehmen | 69 |
| 4.2.7 | Zusammenfassung | 71 |
| 4.3 | Direktinvestition | 72 |
| 4.3.1 | Gesetzliche Grundlagen für Equity Joint Ventures bis zum Beitritt zur WTO | 72 |
| 4.3.2 | Gesetzliche Grundlagen für Contractual Joint Ventures bis zum Beitritt zur WTO | 73 |
| 4.3.3 | Gesetzliche Grundlage für 100%ige Auslandsunternehmen bis zum Beitritt zur WTO | 74 |
| 4.3.4 | Hindernisse für ausländische Unternehmen | 74 |
| 4.3.5 | WTO-Regelungen | 80 |
| 4.3.6 | Veränderungen und neue Möglichkeiten für ausländische Unternehmen | 82 |
| 4.3.7 | Branchenspezifische Veränderungen | 85 |
| 4.3.8 | Branchenübergreifende Veränderungen | 89 |
| 4.3.9 | Nachteile für ausländische Chinainvestoren | 91 |
| 4.3.10 | Zusammenfassung | 93 |
| 4.4 | Banken | 94 |
| 4.4.1 | Rechtliche Grundlagen für ausländische Banken bis zum Beitritt zur WTO | 94 |
| 4.4.2 | Hindernisse für ausländische Banken | 94 |
| 4.4.3 | WTO-Regelungen | 98 |
| 4.4.4 | Veränderungen und neue Möglichkeiten für ausländische Banken | 101 |
| 4.4.5 | Zusammenfassung | 106 |
| 5. | Erwartungen der Unternehmen und Banken an den WTO-Beitritt Chinas | 107 |
| 5.1 | Untersuchungsdesign | 107 |
| 5.2 | Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in China | 108 |
| 5.2.1 | Export | 108 |
| 5.2.2 | Lizenzvergabe | 117 |
| 5.2.3 | Direktinvestitionen | 121 |
| 5.3 | Unternehmen ohne Geschäftstätigkeit in China | 127 |
| 5.4 | Banken | 128 |
| 5.4.1 | Banken mit Geschäftstätigkeit in China | 128 |
| 5.4.2 | Banken ohne Geschäftstätigkeit in China | 133 |
| 6. | Schlußwort | 134 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 136 |
| 7.1 | Bücher | 136 |
| 7.2 | Zeitungen und Zeitschriften | 139 |
| 7.3 | Internetadressen | 141 |
| 7.3.1 | Internetadressen mit Angabe eines Autors | 141 |
| 7.3.2 | Internetadressen ohne Angabe eines Autors | 143 |
| 7.4 | Sonstige Quellen | 147 |
| 8. | Anhang | 149 |
ven Produkten erleichtern, ihre immateriellen Eigentumsrechte in China durchzusetzen und somit Markenpiraterie entgegenzutreten.235 Durch das TRIPs-Abkommen wird weiters die in China übliche Praxis der Verwertung eines Patents ohne Ermächtigung des Erfinders mittels Zwangslizenzen grundsätzlich untersagt oder zumindest sehr erschwert. Betroffen vom TRIPs-Abkommen sind auch die sogenannten „Working Requirements“, die die Erteilung des Patentschutzes an die Auflage einer Produktion vor Ort knüpfen. Da Artikel 27 des TRIPs vorschreibt, daß die Patenterteilung unabhängig von Erfindungs- und Produktionsort zu erfolgen hat, ist mit einem Zurückdrängen von „Working Requirements“ zu rechnen.236 4.2.7 Zusammenfassung In Tabelle 7 werden nochmals die durch die WTO entstehenden wichtigsten Veränderungen bei der Lizenzvergabe zusammengefaßt. Tabelle 7: Veränderungen und Auswirkungen der WTO auf Lizenzvergabe Veränderungen durch die WTO Auswirkungen auf ausländische Unternehmen Vorschriften über den Schutz geistigen Erhöhte Sicherheit und dadurch SteigeEigentums, mus Abschaffung des indirekten Abschlusses Abschluß des Lizenzvertages direkt mit von Lizenzverträgen über Außenhandels- Unternehmen, keine Gefahr der mißbräugesellschaften lichen Verwendung durch Außenhandelsgesellschaften Abschaffung nochmaliger Registrierung Einmalige Registrierung von Patenten von Patenten und Marken che Genehmigungsverfahren [...]
ohnehin von einer Produktion vor Ort abhängig gemacht. Diese „Working Requierements“ knüpfen die Erteilung eines Patentes an die Produktion vor Ort.232 4.2.6.2 Probleme des Schutzes geistiger Eigentumsrechte bei Direktinvestitionen Von der Gefahr der Verletzung geistiger Eigentumsrechte sind auch Joint Ventures und 100%-Töchtergesellschaften betroffen. Ihre Patente und Marken sind bei entsprechender Registrierung durch die bereits unter Punkt 4.2.2 erwähnten chinesischen Gesetze (Patentgesetz, Markenschutzgesetz) geschützt. Aufgrund der mangelhaften Ausführung dieser Gesetze, werden Schutzrechtsverletzungen oft nicht geahndet. Wegen der Gefahr der Auferlegung einer Zwangslizenz ist es auch nicht möglich, ein in China patentiertes Produkt anstatt in China in einer anderen ausländischen Produktionsstätte zu erzeugen. Das selbe Problem besteht aufgrund von „Working Requirements“. 4.2.6.3 Auswirkungen des TRIPs-Abkommens Das TRIPs-Abkommen trägt der Tatsache Rechnung, daß der Güterhandel zunehmend immaterielle Komponenten enthält.233 Daß der Schutz geistigen Eigentums für ausländische Unternehmen eine wichtige Rolle für weitere Investitionen darstellt, war das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger. In der Studie über Direktinvestitionen in China und die damit verbunden notwendigen Reformen führten die Unternehmen u.a. folgende Punkte als für sie besonders wichtig an: Aufbau und Verbesserung der Akzeptanz des Justizsystems und verbesserter Schutz für Patente, Technologie und Warenzeichen.234 Das TRIPs-Abkommen versucht nun die Grundlagen dafür zu schaffen. Das Abkommen ist für nach China exportierende und in China direktinvestierende Unternehmen wichtig, um ihre Wettbewerbssituation gegenüber Imitatoren zu verbessern. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Streitschlichtungsmechanismus der WTO, den Unternehmen im Bedarfsfall zu Rate ziehen können. Die im TRIPs-Abkommen enthaltene Stärkung des Markenschutzes wird es Exporteuren von reputationsintensi232 [...]
4.2.5.6 Kürzere Genehmigungsverfahren Durch die Bestimmungen der WTO müssen die nationalen Verfahren der Schutzrechtsgewährung rasch und ohne unnötige Verzögerungen abgewickelt werden. Durch diese Bestimmung und mehr Transparenz bei Gesetzen und Vorschriften ist mit einer Verkürzung der Bearbeitungszeit der Anträge zu rechnen. 4.2.5.7 Branchenspezifische Auswirkungen Betrachtet man die Situation branchenspezifisch so werden von der Verbesserung der Situation bei der Lizenzvergabe hauptsächlich Unternehmen aus lizenzintensiven Bereichen wie Technologie, Computerindustrie aber auch Pharmazeutik profitieren. 4.2.6 Schutz geistigen Eigentums bei exportierenden und direktinvestierenden Unternehmen Neben den bereits unter Kapitel 4.2.3 erwähnten Fakten (mangelnder Schutz und Schutzrechtsverletzungen, lange Genehmigungsverfahren, nochmalige Registrierung von Patenten und Marken), gibt es ein paar Punkte, die speziell unter dem Gesichtspunkt Export und Direktinvestition zu betrachten sind. 4.2.6.1 Problem des Schutzes geistiger Eigentumsrechte beim Export Durch den unzureichenden Schutz geistiger Eigentumsrechte werden die Exportchancen innovations- und reputationsintensiver Produkte beeinträchtigt. Es besteht immer die Gefahr, daß in China Fälschungen erzeugt und verkauft werden. Dieses Problem ist in letzter Zeit vermehrt bei Computerprogrammen zu finden. Für den Exporteur wirkt sich das in Absatz- und Erlöseinbußen aus. Aufgrund der Gefahr einer Zwangslizenz ist es für rein exportierende Unternehmen nur unter Risiko möglich, in China ein Patent anzumelden. Das Patentamt kann eine Zwangslizenz erteilen, wenn der Patentinhaber das patentierte Produkt ohne rechtfertigenden Grund nicht in China erzeugt, das patentierte Verfahren nicht anwendet oder keine entsprechende Lizenz erteilt.231 Möglicherweise wird die Patenterteilung [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832452063
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Dorninger, Andrea September 2001: Der Beitritt Chinas zur WTO und dessen Auswirkungen auf den Eintritt in den chinesischen Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
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WTO, China, Markteintritt, Banken, Firmenumfrage



