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Der Beitrag von Thorium zur (U+TH)/He-Datierung

Quantitative photometrische Messungen im Spurenbereich

Der Beitrag von Thorium zur (U+TH)/He-Datierung
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Thorsten Schurse

Zusammenfassung:

Diese Arbeit untersucht den Beitrag von Thorium zur Heliumproduktion in verschiedenen Eisenerzen unterschiedlicher Lokalitäten im Hinblick auf die physikalische Altersbestimmung der Minerale mit der (U+Th)/He-Methode.

Die (U+Th)/He-Datierungsmethode beruht auf der Anreicherung von Helium in Mineralen durch Zerfälle der Uran- und Thoriumreihen. Die Eignung der untersuchten Eisenerze für die Datierungsmethode wurde in vorangegangenen Arbeiten gezeigt. Aus diesen Arbeiten sind die Uran- und Heliumkonzentrationen der untersuchten Proben bekannt. Die Thoriumkonzentrationen waren nur für einige der Proben bestimmt worden. Sie wurden a-spektroskopisch ermittelt. Die Meßungenauigkeit der Thoriumbestimmung führte zu Datierungen, die heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden. Für die übrigen Proben waren keine Thorium-Bestimmungen durchgeführt worden und zur Datierung Annahmen bezüglich ihrer Thoriumkonzentrationen gemacht worden, die überprüft werden mußten.

Aufgabe der vorliegenden Arbeit war es, zu den vorhandenen Uran- und Helium-Datensätzen Thorium-Analysen zu ergänzen bzw. zu präzisieren. Die Thorium-Konzentrationsbestimmungen dieser Arbeit erfolgten photometrisch mit Arsenazo III als Komplexbildner. Zur Vorbereitung wurden die Proben (mineralogisch reine Körnerpräparate) chemisch aufgeschlossen und das enthaltene Thorium durch Ionenchromatographie mit Anionenaustauschern separiert. Das vorhandene Meßverfahren wurde überprüft und zu großen Teilen neuentwickelt. Die Kalibrierung erfolgt jetzt mit Einwaagen eines verdünnten Thorium-Flüssigstandards NBS-SRM 3159. Die neue Zusammensetzung der Photometrie-Lösung wurde auf die Bestimmung kleinster Thoriummengen eingerichtet. Durch die Verwendung einer Blindlösung ohne Zusatz des Komplexbildners gelang es, eine früher vorhandene zeitabhängige Drift der Meßergebnisse zu beseitigen. Die Veränderungen führten zu einer Erhöhung der Präzision des Verfahrens um nahezu eine Größenordnung, wie Fehleranalysen ergaben. Für Thoriummengen nahe der Nachweisgrenze von 60 ng Thorium in 0,8 g Probeneinwaage gilt dies auch für die Steige-rung der Genauigkeit.

Für Proben mit hohen Thoriumkonzentrationen (> 0,2 mg/g) weichen die Meßergebnisse deutlich von den früheren Annahmen ab. Auch für einige der Proben mit vorhandenen früheren Thoriummessun-gen ergaben sich signifikant veränderte Werte. Mit den Meßergebnissen wurden die Th/U-Verhält-nisse und Heliumindizes der Proben neu berechnet. Mit diesen Ergebnissen wurden die Anteile an der Heliumproduktion der Proben, die auf die Thorium-Zerfallsreihe zurückgehen, ermittelt. Diese Anteile streuen über mehr als drei Größenordnungen. Für Lokalitäten mit hohen Thorium-Anteilen mußten frühere Datierungen (Einzel-Indizes und Isochronen-Datierungen) signifikant korrigiert werden. Die Genauigkeit erhöhte sich auch für die übrigen Altersangaben.

Aus den Verteilungen der Uran- und Thoriumkonzentrationswerte konnte eine Abschätzung der Thoriumgehalte für künftige Datierungen entwickelt werden. Damit bei der Datierung einer Lokalität auf Thorium-Messungen bis auf Stichproben verzichtet werden kann, muß die Lokalität neben niedrigen Th/U-Verhältnissen (maximal 0,05) auch eine kleine Streuung der Urankonzentrationen (bis ca. ± 50% um den Mittelwert) besitzen.

Inhaltsverzeichnis:

Schlüsselbegriffe vii
Kurzfassung vii
Key Words ix
Abstract ix
1. Einleitung 1
1.1 Geochronometrie - physikalische Datierung von Gesteinen 1
1.2 Die dieser Arbeit zugrundeliegende Datierungsmethode 1
1.3 Problemstellung 2
1.4 Aufgabenstellung 2
1.5 Ansatz und Durchführung der Arbeit 3
2. Grundlagen des Arbeitsgebiets 5
2.1 Die (U+Th)/He-Datierungsmethode 5
2.1.1 a-Zerfälle 5
2.1.2 Prinzip der Methode 6
2.1.3 Grundlegende Voraussetzungen für geophysikalische Datierungen 8
2.1.4 Störanfälligkeiten der (U+Th)/He-Datierung 9
2.1.5 Für Heliumdatierungen geeignete Minerale 11
2.2 Thorium als Bestandteil der Heliumdatierung 12
2.2.1 Kurzer Abriß der Geochemie von Thorium 12
2.2.2 Der Thorium-Beitrag zur Heliumproduktion 13
2.2.3 Th/U-Verhältnisse 15
2.2.4 Meßmethoden zur Thoriumbestimmung 17
2.3 Physik der photometrischen Konzentrations-bestimmung 19
2.3.1 Licht in Materie 19
2.3.1.1 Licht als elektromagnetische Strahlung 19
2.3.1.2 Durchgang von Strahlung durch Materie 19
2.3.1.3 Anregung von Atomen und Molekülen 21
2.3.1.4 Der absorbierte Anteil 23
2.3.1.5 Verhalten an Grenzflächen 24
2.3.2 Photometrische Konzentrationsbestimmungen 25
2.3.2.1 Prinzip der quantitativen Spektralphotometrie 25
2.3.2.2 Das Gesetz von (Bouguer-) Lambert-Beer 26
2.3.2.3 Aufbau von Photometern 29
2.4 Durchführung und Grenzen photometrischer Bestimmungen 32
2.4.1 Vorbereitung der Proben 32
2.4.2 Photometrische Messung 33
2.4.3 Genauigkeit und mögliche Verbesserungen 35
2.4.3.1 Gerätebedingte Fehler 35
2.4.3.2 Chemische Fehler 37
2.4.3.3 Sonstige Fehlerquellen 37
2.4.3.4 Kalibrierung 38
2.4.3.5 Verbesserungsmöglichkeiten 38
2.5 Grundzüge der Mineralogie der untersuchten oxidischen Eisenerze 40
2.5.1 Das Mineral Hämatit 40
2.5.2 Das Mineral Magnetit 41
2.6 Grundzüge der Mineralogie der untersuchten sulfidischen Eisenerze 43
2.6.1 Das Mineral Pyrit 43
2.6.2 Das Mineral Pyrrhotin 44
3. Arbeiten zur Entwicklung und Verbesserung des Meßverfahrens 45
3.1 Chemischer Aufschluß 45
3.2 Separation des Thoriums 46
3.2.1 Das frühere Verfahren 46
3.2.2 Untersuchung des Verfahrens 47
3.2.3 Das abgeänderte Verfahren 48
3.3 Photometrie 56
3.3.1 Die Eigenschaften des Meßgeräts 56
3.3.2 Wahl des chemischen Verfahrens zur Thoriumbestimmung 58
3.3.3 Beschreibung der farbgebenden Reaktion 59
3.3.4 Entwicklung des Verfahrens 63
3.3.4.1 Früheres Verfahren. 63
3.3.4.2 Notwendigkeit der Neuentwicklung 64
3.3.4.3 Grundlegende Arbeiten zur Re-Implementierung des Verfahrens 66
3.3.4.4 Aufbauende Untersuchungen zur Verfahrensverbesserung 71
3.3.4.5 Das neu etablierte Standardverfahren 73
3.3.4.6 Erreichte Verbesserungen 75
3.3.4.7 Grenzen der Verfahrens 77
3.4 Genauigkeit der Thorium-Bestimmung 81
4. Proben und Meßergebnisse 85
4.1 Das Proben-Material 85
4.1.1 Auswahl-Kriterien 85
4.1.2 Beschreibung der Proben 86
4.2 Thorium-Bestimmungen dieser Arbeit 88
4.2.1 Thorium-Konzentrationen 88
4.2.2 Th/U-Verhältnisse 90
5. Diskussion der Thorium-Bestimmungen 93
5.1 Vergleich mit früheren Ergebnissen 93
5.1.1 Thorium-Konzentrationen 93
5.1.2 Th/U-Verhältnisse 96
5.2 Die Wertebereiche 98
5.2.1 Thorium-Konzentrationen 98
5.2.2 Th/U-Verhältnisse 99
5.3 Die Thorium-Beiträge zur Heliumproduktion 101
5.3.1 Uran-Äquivalente 101
5.3.2 Thorium-Anteile an der Heliumproduktion 104
5.4 Auswirkung auf die Altersangaben der Proben 106
5.4.1 Einzelindizes 106
5.4.2 Isochronen 116
6. Schlußfolgerungen 121
6.1 Zusammenfassung der Ausführungen 121
6.2 Interpretation der Ergebnisse 122
6.3 Möglichkeiten zur Abschätzung von Thorium-Konzentrationen 123
6.4 Künftiges Vorgehen 124
6.5 Ausblick 127
A. Anhang I
A.1 Verdünnungsprotokoll für die Standardlösung I
A.2 Rohdaten der photometrischen Messung III
A.3 Überlegungen zu künftigen Messungen VIII
Literaturverzeichnis XIII

Arbeit zitieren:
Schurse, Thorsten August 1995: Der Beitrag von Thorium zur (U+TH)/He-Datierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
(U+TH)/He-Datierungsmethode, Anionen-Chromatographie, Photometrie mit Arsenazo III, Physikalische Altersbestimmung an Mineralien, Thorium-Konzentrationsmessung im Spurenbereich

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