Der Beirat im Familienunternehmen
Eine Bestandsaufnahme
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Teresa Brose
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 177 Seiten
- Dateigröße: 734,2 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule der Wirtschaft - FHDW -, Standort Bergisch Gladbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9083-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9083-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9083-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Brose, Teresa September 2005: Der Beirat im Familienunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Aufsichtsrat, Beratungsgremium, Corporate Governance, Mittelstand, Kontrollgremium
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Diplomarbeit von Teresa Brose
Problemstellung:
Heutzutage sehen sich viele Familienunternehmen großen Schwierigkeiten gegenüber, die ihre Ertragskraft oder sogar ihren Fortbestand gefährden können. Die Ursachen hierfür liegen zum einen in einem immer härter werdenden Wettbewerb und in der dynamischen und komplexen Wirtschaftswelt. Zum anderen wird die (Fort-)Führung eines Familienunternehmens z.B. oft durch anhaltende Interessendivergenzen zwischen den Gesellschaftern bzw. der Geschäftsführung, durch die Zunahme der Anteilseigner bei der Erbfolge, durch anstehende Generationswechsel oder durch Kompetenzdefizite erschwert.
Um solchen Problemen zu begegnen, haben sich zahlreiche Familienunternehmen entschlossen einen Beirat zu installieren. Anders als beim aktienrechtlichen Aufsichtsrat handelt es sich dabei um Gremien, die Beratungs-, Überwachungs- und Ausgleichsfunktion in einer auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittenen individuellen Mischung wahrnehmen können. Ihr besonderer Vorteil liegt darin, dass Aufgaben, Kompetenzen und ihre Zusammensetzung nicht reglementiert sind, sondern sich an die Bedürfnisse des betroffenen Unternehmens anpassen lassen. Dessen ungeachtet hat sich die betriebswirtschaftliche Theorie bisher nur wenig mit dem Thema Beirat beschäftigt, obwohl dieser unter bestimmten Voraussetzungen zu einem nützlichen Instrument der Unternehmensführung avancieren kann.
Gang der Untersuchung:
Diese Untersuchung hat das Ziel, die Aufgaben und Kompetenzen sowie die Zusammensetzungsstruktur der Beiratsgremien zu analysieren und Aussagen über die Art und Höhe der Vergütung der Beiratsmitglieder sowie der Zufriedenheit mit der Arbeit des Gremiums aus Sicht der Unternehmensleitung zu treffen. Eine Studie, welche die Vielzahl der in der Praxis anzutreffenden Regelungen bezüglich der oben genannten Untersuchungsschwerpunkte zum Gegenstand hat und deren Daten durch eine schriftliche Befragung gewonnen wurden, kann allerdings nicht alle möglichen Problemstellungen umfassen. Neben Zusammenhängen, die bislang nicht untersucht wurden, sollen Vergleiche mit anderen empirischen Studien angestellt werden, um ggf. Entwicklungen und Trends in den genannten Schwerpunkten aufzuzeigen.
Zuerst erfolgt eine Darstellung der befragten Familienunternehmen in struktureller Hinsicht sowie eine Abgrenzung des Begriffs „Familienunternehmen“. Hierauf folgen eine rechtliche Einordnung und eine Abgrenzung der möglichen Funktionen eines Beirates.
Im darauffolgenden Kapitel wird die Zusammensetzung der Beiräte anhand der fachlichen und persönlichen Qualifikationen, der Herkunft, des Verhältnisses der kategorisierten Personenkreise zueinander, des Alters und der Anzahl der Beiratsmitglieder theoretisch und empirisch erläutert. Anschließend werden die Aufgaben und Kompetenzen der Beiratsgremien, so wie sie sich in der Praxis darstellen, analysiert und in Korrelation zu anderen Einflussgrößen untersucht.
Alsdann erfolgt eine empirische Betrachtung bezüglich der Häufigkeit der Beiratssitzungen, gefolgt von einer Bestandsaufnahme über die Art und Höhe der Vergütung der Beiratsmitglieder, u.a. im Verhältnis zu anderen Determinanten. Darauf folgt eine summarische Bewertung der Beiratsgremien durch die befragten Familienunternehmer und deren Führungskräfte sowie eine Ursachenforschung für die entsprechenden Bewertungen. Abschließend wird aufgezeigt, auf welche Art und Weise die Unternehmen ihre Beiratsmitglieder fanden.
Es wird zu prüfen sein, inwiefern die empirischen Ergebnisse den Anforderungen, die sich aus einer komplexen und stetig wandelnden Unternehmensumwelt ergeben, entsprechen.
Die Durchführung der vorliegenden empirischen Untersuchung begann Anfang 2002 mit der Ausarbeitung des Fragebogens. Im Juni 2002 erfolgte die Versendung der Fragebögen per Fax zusammen mit einem Anschreiben des Geschäftsführenden Gesellschafters der INTES Akademie für Familienunternehmen (Bonn), in der die anonyme Behandlung der Daten zugesichert wurde. Um den Rücklauf zu erhöhen, wurde ein zusätzlicher Anreiz gesetzt. Den befragten Unternehmern und Führungskräften der Familienunternehmen würden nach Fertigstellung der Studie, die Ergebnisse in einer komprimierten Fassung zugesendet werden. Ferner würden die ersten 50 Rücksendungen das Jahrbuch 2003 der INTES Akademie für Familienunternehmen erhalten.
Das Adressmaterial für die Untersuchung stellte die INTES Akademie für Familienunternehmen in Form ihrer Kundendatei zur Verfügung. Insgesamt konnten 2.812 Unternehmen im ganzen Bundesgebiet angeschrieben werden.
Bis zum 15. August 2002 betrug die Rücklaufquote 18,9% (absolut 532), der auswertbare Rücklauf 17,9% (absolut 503). Die Differenz von 1,0% ergibt sich aus der Tatsache, dass sechs Unternehmen angaben, dass sie entweder nicht (mehr) ein Familienunternehmen seien oder verwiesen darauf, dass sie keinen Beirat besäßen. Sechs weitere Fragebögen konnten, aufgrund der mangelnden Übertragungsqualität der Faxgeräte, nicht ausgewertet werden. Nach Ablauf der Rücklauffrist von 1 ½ Monaten gingen noch 17 Fragebögen ein, die aber aus zeitlichen Gründen nicht mehr in die Studie aufgenommen wurden.
Insgesamt gaben bei den 503 ausgewerteten Fragebögen 196 Unternehmen an einen Beirat zu besitzen, das entspricht 39,0%. Trotz des relativ niedrigen Rücklaufs von 18,9%, bekundeten viele Unternehmer und Führungskräfte von Familienunternehmen persönlich ein ausgeprägtes Interesse an der Thematik.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Durchführung und Rücklauf der empirischen Untersuchung | 2 |
| 1.2.1 | Durchführung | 2 |
| 1.2.2 | Rücklauf | 3 |
| 2. | Die Struktur der untersuchten Unternehmen | 3 |
| 2.1 | Die Struktur der untersuchten Unternehmen mit Beirat | 3 |
| 2.1.1 | Wirtschaftssektor und Rechtsform | 3 |
| 2.1.2 | Unternehmensgröße | 5 |
| 2.1.3 | Inhabergeneration | 6 |
| 2.2 | Die Definition des Familienunternehmens | 7 |
| 3. | Der Beirat | 8 |
| 3.1 | Die Definition des Beirates | 8 |
| 3.2 | Schuldrechtlicher oder organschaftlicher Beirat | 10 |
| 3.2.1 | Der schuldrechtliche Beirat | 10 |
| 3.2.2 | Der organschaftliche Beirat | 10 |
| 3.3 | Beirat und Beratungsfunktion | 11 |
| 3.4 | Beirat und Kontrollfunktion | 13 |
| 3.5 | Der Beirat zwischen Beratungs- und Kontrollfunktion | 14 |
| 4. | Die Zusammensetzung des Beirates | 15 |
| 4.1 | Ansprüche an die fachlichen und persönlichen Qualifikationen der Beiratsmitglieder | 15 |
| 4.2 | Externe Personen im Beirat | 18 |
| 4.3 | Gesellschafter und Mitglieder der Eignerfamilie im Beirat | 22 |
| 4.4 | Das Verhältnis der kategorisierten Personenkreise im Beirat | 24 |
| 4.5 | Die Alterstruktur der Beiratsmitglieder | 26 |
| 4.6 | Die Anzahl der Beiratsmitglieder | 28 |
| 5. | Kompetenzen und Aufgaben des Beirates | 29 |
| 5.1 | Die Kompetenzschwerpunkte des Beirates | 29 |
| 5.2 | Die Kompetenzen des Beirates hinsichtlich einzelner Aufgabenfelder | 31 |
| 5.3 | Die Kompetenzen des Beirates in Korrelation zu anderen Determinanten | 33 |
| 5.3.1 | Die Betrachtung der Kompetenzen in Verbindung mit der Inhabergeneration | 33 |
| 5.3.1.1 | Die Entwicklung der Kompetenzschwerpunkte im Verlauf der Generationen | 34 |
| 5.3.1.2 | Die Entwicklung der Zustimmungs- und Entscheidungsbefugnisse hinsichtlich einzelner Aufgaben im Verlauf der Generationen | 35 |
| 5.3.2 | Die Anzahl der Beiratsmitglieder im Verhältnis zum Kompetenzschwerpunkt | 38 |
| 5.3.3 | Die Kompetenzschwerpunkte in Korrelation zur Zusammensetzungsstruktur der Beiräte | 39 |
| 5.3.4 | Die Herkunft der Beiratsmitglieder in Verbindung zum Kompetenzschwerpunkt | 42 |
| 6. | Die Häufigkeit der Beiratssitzungen | 43 |
| 7. | Die Vergütung der Beiratsmitglieder | 45 |
| 7.1 | Die Rechtsgrundlage | 45 |
| 7.2 | Die Vergütungsart | 45 |
| 7.3 | Die Vergütungshöhe | 48 |
| 7.4 | Die Vergütungshöhe in Korrelation zu anderen Determinanten | 49 |
| 7.4.1 | Die Vergütungshöhe in den verschiedenen Wirtschaftssektoren | 49 |
| 7.4.2 | Die Vergütungshöhe im Verlauf der Inhabergenerationen | 50 |
| 7.4.3 | Die Höhe der Vergütung im Verhältnis zum Umsatz | 51 |
| 7.4.4 | Die Vergütungshöhe in Korrelation zur Zusammensetzungsstruktur | 52 |
| 7.4.5 | Die Höhe der Vergütung in Verbindung mit dem Kompetenzschwerpunkt | 53 |
| 8. | Die Bewertung der Beiratsgremien aus Sicht der Familienunternehmen | 54 |
| 8.1 | Die Bewertung der Leistung der Beiratsgremien | 54 |
| 8.2 | Die Bewertung der Leistung der Beiräte in Korrelation zu andern Determinanten | 55 |
| 8.2.1 | Die Leistungsbewertung der Beiratsgremien in Verbindung mit dem Kompetenzschwerpunkt | 55 |
| 8.2.2 | Die Bewertung der Leistung der Beiräte in Korrelation zur Zusammensetzungsstruktur | 56 |
| 8.2.3 | Die Leistungsbewertung der Beiratsgremien im Verhältnis zur Sitzungshäufigkeit | 57 |
| 8.2.4 | Die Bewertung der Leistung in Verbindung zur Vergütung | 57 |
| 9. | Die Akquisition von Beiratsmitgliedern | 58 |
| 10. | Fazit | 60 |
| Anhangverzeichnis | 64 | |
| Anhang I | 65 | |
| Anhang II | 69 | |
| Anhang III | 79 | |
| Anhang IV | 157 | |
| Literaturverzeichnis | 159 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 174 |
Gesellschafterversammlung. Die Personalhoheit wurde nur deutlich stärker genutzt, wenn es um Fremdgeschäftsführer ging, wobei der Beirat hier in den meisten Fällen nur pro forma tätig wurde, indem er lediglich die Bestellung bzw. Abberufung aussprach, die aber eigentlich die Gesellschafterversammlung beschlossen hatte194. Eine ähnliche Entwicklung des genannten Verlaufs ergab sich bei der Untersuchung der Aufgaben „Wahl des Abschlussprüfers“ und „Feststellung des Jahresabschlusses“. Auch hier räumen die Unternehmen der ersten Generation ihren Beiräten weiterreichende Befugnisse ein, als die Unternehmen der zweiten Generation. Ein Anstieg der Zustimmungs- und Entscheidungskompetenzen lässt sich erst wieder ab den Unternehmen der dritten Generation verzeichnen. Anders verhält es sich, wenn es um den Bereich „Mitwirkung bei der strategischen Planung“ geht. Hier ist von der ersten Generation an eine stetige Zunahme der Bedeutung der Aufgabe zu verzeichnen. Nur 27,3% (absolut 9 von 33) der Beiräte von Unternehmen der ersten Generation haben Zustimmungsund [...]
rückläufig. Nur bei Unternehmen in der vierten Generation gibt es mit 28,1% (absolut 9 von 32) mehr aktienrechtliche Kontrollgremien. Als nächstes wurden die Einzelaufgaben und die diesbezüglich zugewiesene Kompetenzstärke der Beiräte, separat voneinander, untersucht. Bei den Aufgaben „Bestellung/Abberufung der Geschäftsführung“ und „Feststellung Anstellungsvertrag, Vergütung und Entlastung der Geschäftsführung“ ergaben sich ähnliche Ergebnisse. 42,4% (absolut 14 von 33) der Unternehmen in der ersten Generation haben ihren Beiräten Entscheidungs- und Zustimmungskompetenzen bezüglich der genannten Aufgaben übertragen. In der zweiten Generation sind es hingegen nur noch 34,1% (absolut 15 von 44). Erst ab der dritten Inhabergeneration nehmen die Beiräte, die Personalkompetenz haben, wieder stetig zu. Allerdings sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der Studie von KLAUS anzuführen, der bei Interviews mit 30 Unternehmern und Beiratsmitgliedern feststellte, dass die untersuchten Beiräte zwar mit weitreichenden formalen Kompetenzen hinsichtlich der Personalhoheit und der Überwachung der Unternehmensleitung ausgestattet waren, aber die Beiratsmitglieder von diesen in den seltensten Fällen Gebrauch machten193. In den meisten Fällen überließen die Beiräte wenn die es Aufgabe sich der um Bestellung und Abberufung handelte, der der [...]
Geschäftsführern entstehen könnte182. Tatsächlich ist es so, dass nur 28,1% (absolut 55 von 196) der Beiräte Zustimmungs- und Entscheidungsbefugnisse bei der Auswahl des Abschlussprüfers haben und lediglich 34,2% (absolut 67 von 196) werden beratend tätig. Hier lässt sich ebenfalls der schon erwähnte Trend, dass Beratungsbeiräte zu- und Kontrollbeiräte abnehmen, deutlich feststellen183. In der Kategorie „Notgeschäftsführung/ Krisenmanagement“ ist der Anteil der Beiräte, die in Krisensituationen zu weiterreichenden Maßnahmen ihre Zustimmung erteilen bzw. interimistisch die Geschäftsführung übernehmen sollten, gering (31,1%; absolut 61 von 196). Scheinbar wird die Möglichkeit des plötzlichen Ausfalls der Geschäftsführung und der damit verbundenen Handlungsunfähigkeit des Unternehmens, zu wenig in Erwägung gezogen. Voraussetzung für eine solche Tätigkeit ist allerdings, dass der Beirat bis zu diesem Zeitpunkt eng mit der Unternehmensführung zusammengearbeitet hat, und die Mitglieder die entsprechende berufliche Eignung mitbringen184. Der Beirat stellt für so einen Fall eine gute, wenn auch zeitlich begrenzte, Lösung dar185;186. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832490836
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Brose, Teresa September 2005: Der Beirat im Familienunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Aufsichtsrat, Beratungsgremium, Corporate Governance, Mittelstand, Kontrollgremium



