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Behavioral Economics: Messproblematik von Risikopräferenzen im Vergleich der Ansätze der Cumulative Prospect Theory, der rangplatzabhängigen Nutzentheorien und der Risiko-Wert-Ansätze

Behavioral Economics: Messproblematik von Risikopräferenzen im Vergleich der Ansätze der Cumulative Prospect Theory, der rangplatzabhängigen Nutzentheorien und der Risiko-Wert-Ansätze
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Hannah Winkler von Mohrenfels
  • Abgabedatum: Juli 2009
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 1.004,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Diplomica Verlag GmbH Deutschland
  • Bibliografie: ca. 150
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3360-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Winkler von Mohrenfels, Hannah Juli 2009: Behavioral Economics: Messproblematik von Risikopräferenzen im Vergleich der Ansätze der Cumulative Prospect Theory, der rangplatzabhängigen Nutzentheorien und der Risiko-Wert-Ansätze, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Behavioral Finance, Anlageberatung, Risikoeinstellung, Erwartungsnutzentheorie, Neoklassik

Diplomarbeit von Hannah Winkler von Mohrenfels

Einleitung:

In wirtschaftlich turbulenten Zeiten treten häufig negative Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten auf, mit denen viele Privatanleger nicht gerechnet haben und die sie nicht für möglich gehalten hätten. So haben aktuell 71 % der Befragen einer Studie wohl auf Grund derartiger Entwicklungen zumindest teilweise das Vertrauen in das Wirtschafts- und Finanzsystem verloren. Doch nicht nur in Krisenzeiten offenbaren sich die Defizite der Aufklärung vieler Personen hinsichtlich grundsätzlicher finanzieller Möglichkeiten und Begriffe. Auch die eigenen Wünsche und tiefere Kenntnisse über ihre selbstgetätigten Anlageentscheidungen sind vielen Bürgern fremd. Durch die zunehmende Eigenverantwortung bezüglich vieler Entscheidungen, wie beispielsweise der richtigen Rentenversorgung, zeigt sich inzwischen das Bedürfnis vieler Personen, Unterstützung bei der Regelung von Finanzangelegenheiten zu bekommen und die eigene Wahl abzusichern. Erschwert durch die hohe Komplexität der angebotenen Dienstleistungen und Produkte und der Masse an verfügbarer Information zeigt sich inzwischen aber auch, dass selbst die vermeintlichen Experten die Bedeutung individueller und hochwertiger Beratung noch nicht erkannt haben. So wurde häufig Renditeberatung anstatt Anlageberatung betrieben und die Kunden nicht richtig über die gegebenen Risiken, ob diese für sie tragbar sind und zu ihnen passen, informiert. Für viele Personen stellen aber der Einbezug ihrer spezifischen Einstellung, Situationen und Wünsche die Hauptkriterien bei der Entscheidungsfindung dar.

Aus diesen Ausführungen ergibt sich die Problemstellung dieser Arbeit. Der Ermittlung individueller Risikopräferenzen kommt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung bei der individuellen Entscheidungsfindung zu. Gleichzeitig zeigt das aktuelle Misstrauen gegenüber Finanzberatern, dass dieser Faktor zu stark vernachlässigt wurde. Weiterhin gibt es keine allgemein anerkannte Erhebungsmethode individueller Risikopräferenzen.

Dementsprechend ist es das Ziel dieser Arbeit, bekannte wissenschaftliche Ansätze verschiedenen Hintergrunds auf ihre Eignung zur Ermittlung von Risikopräferenzen zu überprüfen. Dabei soll die Anlageberatung mit ihren spezifischen Gegebenheiten immer wieder als exemplarisches Beispiel zur Verdeutlichung verwendet werden, da der Kontext des Privatanlegers, der durch den Finanzintermediär beraten wird und eigene Mittel anlegt,einen geeigneten Rahmen für den Vergleich der Ansätze bildet. Die generelle Fokussierung auf monetäre Entscheidungssituationen soll jedoch beibehalten werden.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in vier Hauptkapitel. Kapitel 2 legt die für die Arbeit relevanten theoretischen und begrifflichen Grundlagen und wird in drei Abschnitte untergliedert: Zunächst wird die Analyseperspektive als Basis der weiteren Vorgehensweise dargelegt. Dann werden die Erkenntnisse der Neoklassik erläutert, welche sich in 6 Abschnitte unterteilen lassen. Die dort getroffenen Annahmen legen den Grundstein für die weitere Entwicklung der Entscheidungstheorie wie z.B. die Maßgabe für das Konzept der Rationalität, welches in 2.2.2 erläutert wird. Die Definitionen unterschiedlicher Entscheidungssituationen und deren Bedeutung bilden den Grundpfeiler jedweder Entscheidungsanalyse und werden entsprechend vorgestellt. Die Erwartungsnutzentheorie als grundlegendes normatives Entscheidungsmodell bildet den theoretischen Bezugsrahmen für die weiteren Ausführungen und vor allem die Grundlage für das neoklassische Konzept der Risiko-Wert-Ansätze, welche in 2.2.6 als erste der zu analysierenden Theorien dargelegt werden. Dem vorangestellt erfolgt eine Darstellung der Probleme, die die Messung der Risikopräferenz verursacht, um die Problemstellung vor dieser ersten Ansatzbeschreibung zu verdeutlichen und das Augenmerk auf diese Problematik zu lenken. Als Kontrast zum vorhergehenden, neoklassischen Abschnitt wird in 2.3 näher auf die Darstellung von Entscheidungsverhalten durch die Behavioral Economics eingegangen. Nach einem kurzen Überblick und einer Einführung in das Denkschema der deskriptiv geprägten Denkrichtung werden relevante Anomalien dargestellt, welche die streckenweise Unzulänglichkeit des neoklassischen Ansatzes beim Betrachten realen Verhaltens veranschaulichen und die Relevanz der Ansätze der Behavioral Economics verdeutlichen. In 2.3.4 wird auf die Rangplatzabhängigen Nutzentheorien eingegangen, welche als deskriptiver Ansatz das reale Entscheidungsverhalten von Individuen wiedergeben möchten. In 2.3.5 wird der wohl bekannteste Ansatz der Behavioral Economics zum Verhalten unter Unsicherheit dargelegt: die Prospect Theory und ihre Weiterentwicklung zur Cumulative Prospect Theory.

Hauptkapitel 3 widmet sich dem Vergleich der betrachteten Theorien. Nach einem kurzen Überblich über das weitere Vorgehen soll in 3.2 eine tabellarische Übersicht der Ansätze eine kurze Zusammenfassung bieten, um den nachfolgenden Vergleich zu vereinfachen. Die für die Analyse notwendige Ableitung geeigneter Kriterien, mit Hilfe derer die aufgeführten Theorien und insbesondere ihre Erklärungskraft bei der Messung von Risikopräferenzen analysiert werden sollen, erfolgt in 3.3. Die drei Schwerpunkte der Kriterienermittlung sind der generelle Erklärungsgrad des Ansatzes, mit dem reales Verhalten miteinbezogen wird, die Möglichkeiten einer praktischen Anwendung in der Anlageberatung sowie das Messerergebnis im Hinblick auf die Risikopräferenz und die Verhaltensrelevanz dieses Messergebnisses. Anschließend werden die Ansätze sukzessive hinsichtlich der genannten Kriterien untersucht, wobei die neoklassischen Modelle der Risiko-Wert-Ansätze vor den Rangplatzabhängigen Nutzentheorien und der Cumulative Prospect Theory abgehandelt werden. Das dritte Hauptkapitel endet mit einer tabellarischen Gegenüberstellung der Analyseergebnisse.

Die Arbeit schließt mit dem Hauptkapitel 4 und einem zusammenfassenden Resümee der vorgenommenen Analyse und daraus resultierenden Ergebnisse.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
Symbolverzeichnis VII
Formelverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Theoretische und begriffliche Grundlagen 4
2.1 Analyseperspektive 4
2.2 Neoklassik 4
2.2.1 Überblick 4
2.2.2 Konzept der Rationalität im Sinne der Neoklassik 5
2.2.3 Entscheidungen unter Unsicherheit 7
2.2.3.1 Das deterministische Entscheidungsmodell 7
2.2.3.2 Das stochastische Entscheidungsmodell 8
2.2.4 Die Erwartungsnutzentheorie 9
2.2.4.1 Der homo oeconomicus 9
2.2.4.2 Axiomatische Darstellung der Erwartungsnutzentheorie 10
2.2.4.3 Plausibilität der Axiome 12
2.2.4.4 Risikonutzenfunktion, Risikowahrnehmung & -einstellung 13
2.2.5 Messung der Risikopräferenzen 15
2.2.5.1 Bestimmung der Risikopräferenz - Das Risikoeinstellungsmaß von Arrow und Pratt 15
2.2.5.2 Problematik der ‘reinen’ und ‘wahren’ Risikopräferenz 17
2.2.6 Risiko-Wert-Ansätze 20
2.2.6.1 Grundlagen von Risiko-Wert-Ansätzen 20
2.2.6.2 Axiomatische Ansätze 21
2.2.6.3 Momentorientierte Ansätze 24
2.2.6.4 Dimensionsorientierte Ansätze 26
2.3 Behavioral Economics & Finance 27
2.3.1 Überblick 27
2.3.2 Einführung 27
2.3.3 Relevante Anomalien 29
2.3.4 Rangplatzabhängige Nutzentheorien 31
2.3.4.1 Grundlagen der Rangplatzabhängigen Nutzentheorien 31
2.3.4.2 Das allgemeine Modell 32
2.3.5 Prospect Theory 34
2.3.5.1 Grundlagen der Prospect Theory 35
2.3.5.2 Die Cumulative Prospect Theory 38
3. Vergleichende Analyse der Messproblematik 40
3.1 Überblick 40
3.2 Tabellarische Übersicht der Ansätze 41
3.3 Ableitung der Analysekriterien 42
3.3.1 Erklärungsgrad 42
3.3.1.1 Realitätsnähe der entscheidungsrelevanten Prämissen 42
3.3.1.2 Anomalienerklärung 42
3.3.2 Praktische Anwendbarkeit in der Anlageberatung 43
3.3.2.1 Flexibilität 43
3.3.2.2 Nachvollziehbarkeit 43
3.3.2.3 Einfachheit der Messung 44
3.3.3 Messergebnis und Verhaltensrelevanz 44
3.3.3.1 Messung der ‘reinen’ Risikopräferenz 44
3.3.3.2 Tatsächlicher Messinhalt des Ansatzes 45
3.3.3.3 Verhaltensrelevanz 45
3.3.3.4 Ausprägungsstufen der Analysekriterien 46
3.4 Vergleich der Theorien anhand der Analysekriterien 46
3.4.1 Analyse der Risiko-Wert-Ansätze 46
3.4.1.1 Erklärungsgrad der Risiko-Wert-Ansätze 46
3.4.1.2 Praktische Anwendbarkeit in der Anlageberatung 47
3.4.1.3 Messergebnis und Verhaltensrelevanz der Risiko-Wert-Ansätze 51
3.4.2 Analyse der Rangplatzabhängigen Nutzentheorien 54
3.4.2.1 Erklärungsgrad der Rangplatzabhängigen Nutzentheorien 54
3.4.2.2 Praktische Anwendbarkeit in der Anlageberatung 55
3.4.2.3 Messergebnis und Verhaltensrelevanz der RDEU 57
3.4.3 Analyse der Cumulative Prospect Theory 58
3.4.3.1 Erklärungsgrad der Cumulative Prospect Theory 59
3.4.3.2 Praktische Anwendbarkeit in der Anlageberatung 59
3.4.3.3 Messergebnis und Verhaltensrelevanz der Cumulative Prospect Theory 61
3.5 Tabellarische Gesamtbetrachtung der Analyseergebnisse 63
4. Schlussbetrachtung 64
Anhang 66
Literaturverzeichnis 81

Textprobe:

Kapitel 3.3, Realitätsnähe der entscheidungsrelevanten Prämissen:

Wie bereits erklärt, basiert das Konzept des ‘homo oeconomicus’ auf völlig anderen Vorstellungen als die deskriptiven Ansätze der Behavioral Finance mit der Basis der bounded rationality. Zwar können normative Ansätze Handlungsempfehlungen aussprechen die möglicherweise zu rationalerem Handeln des Individuums führen, jedoch ist im Kontext der Fragestellung einer realistischen Messung individueller Risikopräferenzen eben nicht eine Handlungsempfehlung, sondern tatsächliches Verhalten abzubilden. Die Realitätsnähe der entscheidungsrelevanten Prämissen ist somit das Kriterium, welches darauf abzielt, die Einbeziehung der begrenzten Fähigkeiten des Individuums bei der Beschaffung und Verarbeitung von Informationen, deren Verzerrung und der nur beschränkt rationalen Verhaltensweise zu überprüfen und somit die theoretischen Annahmen mit realistischen Vorstellungen abzugleichen.

Anomalienerklärung:

Nach der allgemeinen Überprüfung der Realitätsnähe der zu analysierenden Theorien richtet sich das Kriterium der Anomalienerklärung speziell an die empirisch nachgewiesenen Verhaltensirrationalitäten wie in 2.3.3 erläutert. Dabei geht es nicht darum, ob die Anomalien verbal in den Theorien erläutert, sondern ob sie in das Modell miteinbezogen werden. Anomalien führen teilweise dazu, dass die Risikopräferenz des Entscheiders nicht in dessen Verhalten manifestiert wird, sondern sich seine Handlungen von denen durch seine Risikopräferenz implizierten unterscheidet. Die Anomalien können somit einen wesentlichen Teil zur Messung der Risikopräferenz beitragen und bilden bei einigen der betrachteten Ansätze einen fundamentalen Bestandteil. Sobald ein Ansatz diese Anomalien vernachlässigt, könnte sich eine korrekte Messung der Risikopräferenz schwierig gestalten, da die Anomalien ja eben diese Risikopräferenz überdecken bzw. ihre Ausprägung im Entscheidungsverhalten verändern können.

Praktische Anwendbarkeit in der Anlageberatung:

Flexibilität:

Die im Rahmen einer Anlageberatung besprochenen Investitionsmöglichkeiten sind vielfältig und häufig sehr unterschiedlich strukturiert. Während bestimmte Optionsscheine, die auf steigende oder fallende Kurse und Werte ‘wetten’, als Duplex-Spiel abgebildet werden könnten, da sie einen vorher festgelegten Gewinn einbringen oder Totalverlust bedeuten, gibt es für die Höhe des Kursgewinns oder -verlusts einer Aktie praktisch unendlich viele Möglichkeiten. Es ist also fraglich, ob die zu analysierenden Ansätze eine große Vielfalt abbilden können, sich also an den jeweiligen Kontext anpassen. Eine axiomatische Fundierung beispielsweise begünstigt die Flexibilität, da ggf. notwendige Anpassungen leichter vorgenommen werden können. Das Kriterium der Flexibilität prüft somit die universelle Anwendbarkeit der Theorie auf verschiedene Gegebenheiten und bezieht die nutzbaren Wahrscheinlichkeitsverteilungen mit ein.

Nachvollziehbarkeit:

Weiterhin ist es fraglich, ob die Ansätze dem Entscheider ohne entscheidungstheoretischen Hintergrund einleuchten und ob der Entscheider den von ihm geforderten Beitrag zur Ermittlung seiner Risikopräferenz leisten kann. Bereits in 2.2.5.1 wurde auf die Schwierigkeiten der Ermittlung von Indifferenzaussagen am Beispiel des Ansatzes der Erwartungsnutzentheorie hingewiesen. Existente Schwierigkeiten mit statistischen Größen und die häufig nicht vorhandene Übertragbarkeit auf monetäre Entscheidungssituationen erschweren die Gewinnung realistischer und verwendbarer Aussagen zur Messung der Risikopräferenz. Zwar können die meisten Anleger Fragen wie ‘Wie risikofreudig sind Sie auf einer Skala von 1 bis 10?’ beantworten, jedoch erscheint der Nutzen solcher Aussagen durch die fehlende Definition dieser Werte eher fragwürdig. Weiterhin sollte es ja eben Ziel der zu analysierenden Ansätze sein, eine professionellere und wissenschaftlich fundierte Messung der Risikopräferenz zu ermöglichen. Inhalt des Kriteriums der Nachvollziehbarkeit ist also das Verständnis der Fragestellung durch den Entscheider (ohne entsprechendes Vorwissen) und der daraus resultierende korrekte Beitrag zur Messung seiner Risikopräferenz.

Einfachheit der Messung:

Die Anzahl der Variablen eines Ansatzes kann zum Erklärungsgrad der Theorie beitragen, da ja immer mehr bedingende Faktoren einbezogen werden, je größer die Anzahl der Variablen ist. Jedoch nimmt die Einfachheit der Messung mit der Anzahl der Variablen häufig ab. Im Extremfall kann der Aufwand für die Ermittlung der Risikopräferenz höher sein als der daraus gewonnene Nutzen, beispielsweise wenn der Messvorgang so lange dauert, dass sich die Umstände der alternativen Investitionsmöglichkeiten geändert haben, so dass die Messung nicht mehr auf den aktuellen Stand zutrifft und somit nicht verwendbar ist. Für die erfolgreiche und zielführende Ermittlung der Risikopräferenz ist es also wichtig, dass der Ansatz einfach in der Handhabung ist. Das Kriterium der Einfachheit der Messung fokussiert sich somit auf die Nützlichkeit des Ansatzes als Werkzeug zur Risikopräferenzermittlung und die Einfachheit der Handhabung. Relevante Variablen dafür sind beispielsweise die schon durch den Ansatz gegebenen Elemente und die zu ermittelnden Parameter.

Messergebnis und Verhaltensrelevanz:

Messung der ‘reinen’ Risikopräferenz:

Bereits in 2.2.5.2 wurde auf die Problematik der Risikopräferenzmessung hingewiesen und insbesondere die Schwierigkeiten der Trennung von Höhen- und Wertpräferenz in der Neoklassik erläutert. Die dort definierte ‘reine’ Risikopräferenz als Risikopräferenz im engeren Sinne, welche die auf den Wert-Nutzen einer Alternative angewandte Risikopräferenz darstellt, ist insofern relevant für das Messergebnis, als sie die Basis bildet für den Versuch, die Risikopräferenz objektiv zu messen. In Entscheidungssituationen wie der Anlageberatung ist die (monetäre) Höhe eines Ergebnisses allerdings häufig mit dem Risiko desselben verknüpft, bzw. kann bei der Vielfalt an Anlageoptionen nicht pauschal von einer solch vereinfachten Verknüpfung ausgegangen werden. Deswegen ist es für die korrekte Messung der Risikoeinstellung notwendig, die ‘reine’ Risikopräferenz des Entscheiders, unabhängig von der Höhe der möglichen Ergebnisse, zu ermitteln.

Arbeit zitieren:
Winkler von Mohrenfels, Hannah Juli 2009: Behavioral Economics: Messproblematik von Risikopräferenzen im Vergleich der Ansätze der Cumulative Prospect Theory, der rangplatzabhängigen Nutzentheorien und der Risiko-Wert-Ansätze, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Behavioral Finance, Anlageberatung, Risikoeinstellung, Erwartungsnutzentheorie, Neoklassik

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