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Behandlung der Auswirkungen von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen in der Handelsbilanz

Behandlung der Auswirkungen von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen in der Handelsbilanz
Über dieses Buch

Staatsexamensarbeit von Andreas Honert

Problemstellung:

Lange wurde Arbeitszeit als rein ökonomischer Begriff zur Verwirklichung von Produktionszielen verstanden, doch ist Bewegung in die Diskussion gekommen. Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter setzen sich aktuell mit dem tragenden Bestandteil aller modernen Konzepte, der Flexibilität, auseinander. Bei der Gestaltung der betrieblichen und individuellen Arbeitszeit wird der Grad der Flexibilität zunehmend zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.

Flexible Arbeitszeitmodelle werden immer häufiger auch als Jahres- und Lebensarbeitszeitmodelle entwickelt. Beispielsweise wurde 1995 bei BASF, Ludwigshafen, für die Arbeitnehmer des Bereichs Informatik in einem zunächst auf ein Jahr begrenzten Pilotprojekt eine Jahresarbeitszeit von 1.957,5 Stunden vereinbart. Unter Beachtung betrieblicher Notwendigkeiten und gesetzlicher Vorschriften kann jeder Arbeitnehmer seine Arbeitszeit zwischen 6 und 20 Uhr frei wählen. Die Arbeitsstunden werden auf einem Zeitkonto registriert. Walter Riester, 2. Vorsitzender der IG Metall, hat sogar ein Lebensarbeitszeitmodell vorgeschlagen, bei dem Mehrarbeit nicht mehr vergütet, sondern auf Zeitkonten angespart wird, um die Lebensarbeitszeit zu verkürzen.

Die Diskussion über die Einführung von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen in die betriebliche Praxis konzentriert sich bisher auf arbeitsrechtliche- und tarifvertragliche Probleme.

Scheinbar völlig unbehelligt von diesen Erörterungen bleibt die Frage der Auswirkungen auf die Handelsbilanz. Die Arbeitszeit wird bei diesen Modellen auf Arbeitszeitkonten gebucht. Wie sind diese Arbeitszeitsalden zu bewerten? Welche Bilanzierungsgrundsätze sind für einen möglichen Ausweis der bewerteten Arbeitszeitsalden in der Handelsbilanz des Unternehmens relevant? Sind Arbeitszeitfehlbestände als Forderungen oder RAP zu aktivieren und müssen Arbeitszeitguthaben als Verbindlichkeit oder Rückstellung ausgewiesen werden?

Im Rahmen dieser Arbeit werden die Auswirkungen von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen auf die Handelsbilanz behandelt. Es werden die möglichen Bewertungskriterien bestimmt und es soll entschieden werden, in weichen Bilanzpositionen bewertete Arbeitszeitsalden auszuweisen sind. Im Rahmen dieser Arbeit werden neben der beispielhaften Prüfung des finanziellen Umfangs der Auswirkungen von Jahres- und von Lebensarbeitszeitmodellen auf die Handelsbilanz auch anhand einiger ausgewählter Sonderfälle die möglichen Auswirkungen auf die Handelsbilanz behandelt.

Inhaltsverzeichnis:

0. Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Begriffliche Grundlagen 3
2.1 Arbeitszeit und Sollarbeitszeit 3
2.2 Arbeitszeitkonto 3
2.3 Oberarbeit/Mehrarbeit 4
2.4 Flexibilität 4
3. Darstellung von Arbeitszeitmodellen unter rechtlichen und funktionalen Gesichtspunkten 5
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen für Arbeitszeitmodelle 5
3.1.1 Beschäftigungsförderungsgesetz 5
3.1.2 Betriebsverfassungsgesetz 6
3.1.3 Arbeitszeitgesetz, Arbeitszeitordnung 6
3.1.4 Tarifvertragliche Regelungen 6
3.2 Charakterisierung von Arbeitszeitmodellen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Flexibilisierungsgrade 7
3.2.1 Chronometrische Arbeitszeitmodelle 8
3.2.1.1 Teilzeitarbeit 8
3.2.1.2 Vorruhestand 8
3.2.2 Chronologische Arbeitszeitmodelle 9
3.2.2.1 Gleitende Arbeitszeit 9
3.2.2.2 Schichtarbeit 9
3.2.3 Kombinierte Arbeitszeitmodelle 10
3.2.3.1 Job Sharing 10
3.2.3.2 Kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit 10
3.2.3.3 Jahresarbeitszeitmodell 11
3.2.3.4 Lebensarbeitszeitmodell 12
3.3 Ausgewählte betriebliche Anwendungsbeispiele 13
3.3.1 Hasenkopf GmbH & Co. KG, Mehring b. Burghausen 13
3.3.2 Hewlett-Packard GmbH, Böblingen 13
3.3.3 Hamburg-Mannheimer Versicherungsgesellschaft, Hamburg 14
4. Bilanzierungsgrundsätze in der Handelsbilanz 15
4.1 Ausgewählte Grundsätze ordnungsgemäßer Buchhaltung im HGB 15
4.1.1 Grundsatz der Vollständigkeit 16
4.1.2 Grundsatz der Periodenabgrenzung 16
4.1.3 Grundsatz der Einzelbewertung 16
4.1.4 Grundsatz der Vorsicht 17
4.1.4.1 Realisationsprinzip 17
4.1.4.2 Imparitätsprinzip 11
4.2 Wertkategorien in der Handelsbilanz 17
4.2.1 Anschaffungs- und Herstellungskosten 18
4.2.2 Beizulegender Stichtagswert 18
4.2.3 Rückzahlungsbetrag und Barwert 18
4.2.4 Vernünftiger kaufmännischer Wert 19
4.3 Grundsätze des Ausweises von Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen in der Handelsbilanz 19
4.3.1 Bewertung von Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen 19
4.3.2 Bewertung von Rechnungsabgrenzungsposten 20
4.3.3 Bewertung von Verbindlichkeiten 20
4.3.4 Bewertung von Rückstellungen 21
4.3.4.1 Rückstellungen aufgrund einer Verpflichtung gegen Dritte 21
4.3.4.2 Rückstellungen ohne Verpflichtung gegen Dritte 22
4.3.5 Saldierungsverbot 22
5. Bilanzierung und Bewertung von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen in der Handelsbilanz 2 3
5.1 Probleme der Bewertung am Bilanzstichtag 23
5.2 Unmittelbare und mittelbare Buchungen zum Bilanzstichtag 24
5.3 Analogien von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen zu anderen Bilanzpositionen 25
5.3.1 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 26
5.3.2 Rechnungsabgrenzungsposten 27
5.3.3 Verbindlichkeiten 28
5.3.4 Urlaubsrückstellungen 30
5.3.5 Pensionsrückstellungen 32
5.4 Prüfung der Dimension der Auswirkungen von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen auf die Handelsbilanz 33
5.4.1 Jahresarbeitszeitmodell 33
5.4.2 Lebensarbeitszeitmodell 35
5.5 Absicherung der Rückstellungen vor Insolvenz des Unternehmens 36
6. Darstellung der Auswirkungen von Salden auf Arbeitszeitkonten auf die Handelsbilanz anhand von Modellvarianten 37
6.1 Arbeitszeitfehlbestände des Arbeitnehmers am Bilanzstichtag 37
6.1.1 Grundsätzliche Bewertung von Arbeitszeitfehlbeständen 37
6.1.2 Behandlung von vier Sonderfällen 38
6.1.2.1 Bei Kündigung 38
6.1.2.2 Bei Krankheit 38
6.1.2.3 Bei Invalidität/Tod 38
6.1.2.4 Bei Unternehmensliquidierung 39
6.2 Arbeitszeitguthaben des Arbeitnehmers, am Bilanzstichtag 39
6.2.1 Grundsätzliche Bewertung von Arbeitszeitguthaben 39
6.2.2 Behandlung von vier Sonderfällen 39
6.2.2.1 Bei Kündigung 39
6.2.2.2 Bei Krankheit 40
6.2.2.3 Bei Invalidität/Tod 40
6.2.2.4 Bei Unternehmensliquidierung 41
6.3 Wechselhafter Saisonverlauf unabhängig vom Geschäftsjahr 41
7. Schlußbetrachtung und Ausblick 42
8. Anhang 45
9. Literaturverzeichnis 89
10. Literatur aus der betrieblichen Praxis 97
11. Verzeichnis der Interviewpartner 98

Arbeit zitieren:
Honert, Andreas Januar 1996: Behandlung der Auswirkungen von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen in der Handelsbilanz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbeitszeitmodelle, Bilanzierung und Budgetierung von Jahres- und Lebensarbeitszeitmodellen, Bilanzierungsgrundsätze, Praxisbeispiele

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