Die Begutachtung von Straftätern zur Feststellung der Schuldfähigkeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marcel Kolb
- Abgabedatum: Juli 2003
- Umfang: 99 Seiten
- Dateigröße: 685,0 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Ostfalia Braunschweig/Wolfenbüttel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7451-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7451-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7451-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kolb, Marcel Juli 2003: Die Begutachtung von Straftätern zur Feststellung der Schuldfähigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: psychische Störungsbilder, Maßregelvollzug, Forensik, Kriminalität, Strafe
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Diplomarbeit von Marcel Kolb
Einleitung:
Eine häufig anzutreffende Meinung in der Bevölkerung ist die, dass mit der Aussprache einer verminderten oder gar aufgehobenen Schuldfähigkeit zu leichtfertig umgegangen wird. Es ist anzunehmen, dass nur wenige dieser Menschen sich für die Persönlichkeit des Täters interessieren, sondern nur die oft grausame(n) Tat(en) sehen, und einen Ausschluss des Täters aus der Gesellschaft fordern. Am besten auf Lebenszeit. Außerdem kann man davon ausgehen, dass sich nur wenige dieser Menschen mit dem Prozess der Schuldfähigkeitsbeurteilung auseinander-gesetzt haben.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Begutachtung von Straftätern, um deren strafrechtliche Verantwortlichkeit zu prüfen. Es soll verdeutlicht werden, wie viele Faktoren bei kriminellen Handlungen eine Rolle spielen können. Die Arbeit ist nicht auf eine bestimmte Tätergruppe festgelegt, sondern wurde allgemein gehalten, da die des öfteren in den Medien anzutreffende Tätergruppe, nur einen Teil derjenigen darstellt, die möglicherweise eine verminderte oder gar aufgehobene Schuldfähigkeit aufweisen.
Das Thema dieser Arbeit wurde aufgrund einer früheren Tätigkeit als Zivildienstleistender in einer forensischen Psychiatrie, und dem fortwährenden Interesse für dieses Arbeitsfeld, ausgewählt. Auch galt das Interesse den Erscheinungsformen psychischer Störungen und deren eventuelle Beziehung zu kriminellen Verhaltensweisen.
Die Begutachtung von Straftätern fällt nicht direkt in den Aufgabenbereich der Sozialarbeiter / Sozialpädagogen (SA / SP). Jedoch gibt es mehrere Arbeitsfelder in denen SA / SP mit dieser Klientel in Kontakt treten können. Zu nennen sind u.a. SA / SP der Gerichtshilfe, Allgemeinpsychiatrie, Suchtklinik, Bewährungshilfe, Maßregel- und Justizvollzugsanstalten sowie Nachfolgeeinrichtungen.
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn sollte das Fallbeispiel im Anhang A gelesen werden, um einen Eindruck von einem Menschen zu bekommen, der exemplarisch zur Tatzeit als vermindert schuldfähig galt. Es soll die Lebensgeschichte, die zu seinem Verhalten und der Tat führte, veranschaulichen. Dieses Fallbeispiel wurde ausgewählt, da es sehr ausführlich eine Entwicklung verdeutlicht, die relativ häufig bei dieser Klientel vorzufinden ist. Es stammt von einem Dipl. SA / SP, der sein Anerkennungsjahr in einem Niedersächsischen Landeskrankenhaus absolvierte. Geschrieben wurde es für ein Seminar (Maßregelvollzug – zwischen Strafvollzug und Psychiatrie) an der Fachhochschule für Sozialwesen in Braunschweig und ist nur durch eine weitere Anonymisierung verändert worden.
Die Arbeit wurde in fünf Kapitel eingeteilt. Zu Beginn wird ein Überblick über die Schuldfähigkeitsbeurteilung mit kurzem geschichtlichen Hintergrund und Zahlen über die Anwendung sowie dem gesetzlichen Rahmen gegeben. Die Beurteilung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit bei Jugendlichen weist Besonderheiten auf, die in dieser Arbeit allerdings nur angedeutet werden sollen.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem Sinn des Strafens und der Schuld. Es werden die Rechtsmerkmale erläutert, die zu einer Aufhebung oder Verminderung der Schuldfähigkeit führen können. Außerdem wird auf die Folgen, die nach dem Urteil in Frage kommen, eingegangen.
Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung von kriminellem Verhalten. Aufgrund der Vielzahl dieser Theorien, werden die einzelnen Erklärungsansätze nur angerissen. Dies geschah bewusst um einen breiten Überblick zu verschaffen.
Das vierte Kapitel stellt den Hauptteil dieser Arbeit dar. Er betrifft die Praxis der Begutachtung. Angefangen von Auffälligkeiten, die auf die Notwendigkeit einer Begutachtung deuten können und die Darstellung einer Begutachtungssituation, bis zu der derzeitig angewendeten Methode der Schuldfähigkeitsbeurteilung. Es werden die verschiedenen psychischen Störungen entlang der Systematik der ICD-10, sowie der Rechtsmerkmale der Schuldfähigkeitsbestimmung erläutert. Hier kann zum systematischen Überblick und besseren Verständnis der Anhang B verwendet werden. Außerdem werden die psychischen Störungen mit eventuell auftretenden kriminellen Verhaltensweisen in Verbindung gebracht, anschließend wird die Beurteilung der Störung und deren Auswirkung auf die strafrechtliche Verantwortlichkeit dargestellt.
Da die unmittelbare Begutachtung von Straftätern nicht in das Arbeitsfeld des SA / SP fällt, sondern eher in den Tätigkeitsbereich der Psychiater und Psychologen gehört, werden unter dem letzten Punkt die Aufgaben der SA / SP in der Begutachtungssituation, sowie deren hauptsächlichen Tätigkeitsfelder im Kontakt mit dieser Klientel im Maßregel- und Justizvollzug, beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG: SCHULDFÄHIGKEITSBEURTEILUNG | 1 |
| 1.1 | DEFINITION | 1 |
| 1.2 | HISTORISCHER ÜBERBLICK | 1 |
| 1.3 | IST - ZUSTAND | 3 |
| 1.3.1 | STATISTISCHE ZAHLEN | 7 |
| 1.3.2 | RECHTLICHE GRUNDLAGEN | 8 |
| 1.4 | BESONDERHEITEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN | 9 |
| 2. | STRAFE & „SCHULD“ | 10 |
| 2.1 | SINN DER STRAFE | 10 |
| 2.2 | DIE SCHULDFRAGE | 10 |
| 2.2.1 | SCHULDUNFÄHIGKEIT | 12 |
| 2.2.1.1 | KRANKHAFTE SEELISCHE STÖRUNG | 14 |
| 2.2.1.2 | TIEFGREIFENDE BEWUSSTSEINSSTÖRUNG | 14 |
| 2.3.1.3 | SCHWACHSINN | 15 |
| 2.3.1.4 | SCHWERE ANDERE SEELISCHE ABARTIGKEIT | 15 |
| 2.2.2 | VERMINDERTE SCHULDFÄHIGKEIT | 16 |
| 3. | ERKLÄRUNGEN FÜR KRIMINALITÄT | 17 |
| 3.1 | BIOLOGISCH-ANTHROPOLOGISCHE PERSPEKTIVE | 17 |
| 3.2 | PSYCHIATRISCHE PERSPEKTIVE | 18 |
| 3.3 | PSYCHOLOGISCHE PERSPEKTIVE | 18 |
| 3.4 | SOZIALPSYCHOLOGISCH-SOZIOLOGISCHE PERSPEKTIVE | 20 |
| 3.5 | MULTIDISZIPLINÄRE PERSPEKTIVE | 21 |
| 3.6 | FUNKTIONAL-GESELLSCHAFTLICHE PERSPEKTIVE | 22 |
| 4. | BEGUTACHTUNG DES STRAFTÄTERS | 23 |
| 4.1 | INDIKATION ZUR BEGUTACHTUNG | 23 |
| 4.2 | DURCHFÜHRUNG DER BEGUTACHTUNG | 25 |
| 4.2.1 | KRANKHEITSANAMNESE | 26 |
| 4.2.2 | LEBENSLAUF UND SELBSTSCHILDERUNG | 27 |
| 4.2.3 | TATSCHILDERUNG | 28 |
| 4.2.4 | KÖRPERLICHER BEFUND | 28 |
| 4.2.5 | PSYCHISCHER BEFUND | 29 |
| 4.2.6 | BEURTEILUNG | 31 |
| 4.3 | ZWEI STUFEN METHODE | 31 |
| 4.3.1 | HIRNORGANISCHE STÖRUNGEN | 33 |
| 4.3.2 | STÖRUNGEN DURCH PSYCHOTROPE SUBSTANZEN | 38 |
| 4.3.3 | SCHIZOPHRENE PSYCHOSEN | 42 |
| 4.3.4 | AFFEKTIVE PSYCHOSEN | 45 |
| 4.3.5 | AFFEKTIVE AUSNAHMEZUSTÄNDE | 47 |
| 4.3.6 | BELASTUNGSREAKTIONEN | 49 |
| 4.3.7 | BEEINTRÄCHTIGUNG DER GEISTIGEN FÄHIGKEITEN | 52 |
| 4.3.8 | NEUROTISCHE STÖRUNGEN | 54 |
| 4.3.9 | PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGEN | 57 |
| 4.3.10 | ABNORME GEWOHNHEITEN UND STÖRUNGEN DER IMPULSKONTROLLE | 61 |
| 4.3.11 | SEXUALPATHOLOGISCHE ENTWICKLUNGEN | 63 |
| 4.4 | FEHLERQUELLEN | 66 |
| 5. | SCHLUSSBETRACHTUNG: ROLLE DES SOZIALARBEITERS / SOZIALPÄDAGOGEN | 67 |
| 5.1 | BEI DER BEGUTACHTUNG | 67 |
| 5.2 | IM MAßREGEL- UND JUSTIZVOLLZUG | 68 |
| LITERATUR | 71 | |
| ANHANG A: FALLBEISPIEL | 77 | |
| ANHANG B: ICD-10 (Auszug) | 87 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832474515
Arbeit zitieren:
Kolb, Marcel Juli 2003: Die Begutachtung von Straftätern zur Feststellung der Schuldfähigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
psychische Störungsbilder, Maßregelvollzug, Forensik, Kriminalität, Strafe



