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Zur Beeinflussung von Kundenpräferenzen durch Dienstleistungsanbieter in unvollkommenen Märkten

Eine beispielhafte strategische Prozeßbetrachtung

Zur Beeinflussung von Kundenpräferenzen durch Dienstleistungsanbieter in unvollkommenen Märkten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Klein
  • Abgabedatum: Oktober 1999
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 386,6 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3014-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3014-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3014-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Klein, Michael Oktober 1999: Zur Beeinflussung von Kundenpräferenzen durch Dienstleistungsanbieter in unvollkommenen Märkten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Einstellung, Vertrauensaufbau, Kommunikation, Kundenpräferenzen, Vertrauen

Diplomarbeit von Michael Klein

Einleitung:

Der Verbraucher bzw. Nachfrager sieht sich nicht nur auf dem Markt für Konsumgüter einer großen Auswahl gegenüber, sondern auch im Dienstleistungssektor, und hier im Zusammenhang mit dem in der Öffentlichkeit verstärkt diskutierten und zu beobachtendem Übergang in die Dienstleistungsgesellschaft immer mehr. Diese breite Auswahl stellt aber nicht nur für den Konsumenten, sondern mindestens in demselben Maße für die Anbieter ein Problem und eine Herausforderung dar. Dieser muß sich mit seinem Angebot nun so von dem der Konkurrenten abheben, daß dem potentiellen Kunden die Wahl in seinem Sinne erleichtert wird. Mit dieser Arbeit soll, am Beispiel eines Reiseveranstalters, ein möglicher Weg aufgezeigt werden, bei dem besonders die Konstrukte Einstellung und Vertrauen im Blickpunkt stehen.

Aus Sicht der Anbieter ist dabei der relevante Absatzmarkt von Bedeutung Interesse, d.h. der Teil des Gesamtmarktes, auf dem sich das Unternehmen im Wettbewerb befindet und auf dem die Erzeugnisse der Wettbewerber vom Nachfrager als austauschbar betrachtet werden.

Die Tatsache, daß es sich bei (den beispielhaft betrachteten) Reiseveranstaltern um Dienstleistungsunternehmen handelt, macht es für den Kunden nicht leichter, sich für ein Angebot zu entscheiden. Dies liegt in erster Linie daran, daß es sich um eine abstrakte, immaterielle Leistung handelt, deren Qualität vor dem Erwerb nicht zu beurteilen ist. Dazu besteht auch noch eine Abhängigkeit vom Dienstleister. Auf der anderen Seite erhöht diese Tatsache aber auch für den Reiseveranstalter die Schwierigkeit, sich mit seinem Produkt von dem der Konkurrenz abzugrenzen. Um seine Unsicherheit zu reduzieren, sucht der potentielle Kunde daher nach Zeichen oder Hinweisen, die ihm bei der Beurteilung der Qualität der Dienstleistung helfen sollen. Im Falle des Reiseveranstalters könnte der potentielle Kunde diese Rückschlüsse u.a. aus einzelnen Elementen wie dem Personal, der Ausstattung, Informationsbroschüren oder dem Namen ziehen.

Weiterhin ist auf diesem Markt sowohl für den potentiellen Kunden als auch für den Anbieter eine völlige Markttransparenz, d.h. vollständige Marktübersicht und Markteinsicht, eigentlich nicht herzustellen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Zahl der Anbieter deutlich zugenommen hat und dadurch deren Leistungsangebote immer unübersichtlicher werden. Auch benötigen eventuelle Anpassungen an veränderte Marktkonstellationen eine gewisse Zeit. Weil ebenfalls nicht davon auszugehen ist, daß auf der Seite der Kunden keinerlei sachliche oder persönliche Präferenzen bestehen, bewegt sich dieser Dienstleister auf einem unvollkommenen Markt, der zudem auch noch eine Wandlung von einem typischen Verkäufermarkt zu einem von den Nachfragern bestimmten Markt erfahren hat.

In Anbetracht der beschriebenen Marktgegebenheiten ergeben sich für den Reiseveranstalter zwei Aufgabengebiete. Auf der einen Seite möchte er sich die Präferenzen bereits gewonnener Kunden erhalten und nach Möglichkeit verstärken. Auf der anderen Seite will er neue Kunden gewinnen. Dabei handelt es sich einmal um potentielle Kunden, die noch keine eindeutigen Präferenzen entwickelt haben. Zum anderen will er Kunden der Konkurrenz für sich gewinnen, also deren Präferenzen zu seinen Gunsten verändern. Das Interesse dieser Arbeit soll nun dem zweiten Aspekt, dem Gewinnen neuer Kunden, gelten.

Dabei besteht der Begriff des Kunden für den Reiseveranstalter aus zwei Komponenten. Es handelt sich hier einmal um den Konsumenten bzw. Verbraucher, der eine angebotene Leistung, eine Reise, erwerben bzw. buchen soll. Zum anderen beinhaltet der Begriff den Reisevermittler, das Reisebüro, das dem Konsumenten die Leistung anbieten soll.

Diese Unterteilung ist auch für die zu beeinflussenden Präferenzen von Bedeutung. Im Zusammenhang mit dem Konsumenten ist es für den Veranstalter von Interesse, daß dieser ihn möglichst positiv bewertet und so oft es geht in seinen Planungen berücksichtigt und sich vor allem bei seinen Buchungen für ihn entscheidet. In bezug auf den Reisevermittler gilt es ebenfalls, eine positive Bewertung zu erhalten und ein positives Image zu entwickeln, damit dieser den Reiseveranstalter in seinen Empfehlungen und Vorschlägen beim Kontakt mit den Konsumenten möglichst oft und nach Möglichkeit zuerst in Betracht zieht.

Die Beeinflussung der Kundenpräferenzen soll in diesem Fall allerdings nicht, wie es oft der erste Gedanke ist, über monetäre Aspekte erfolgen, sondern über eine Veränderung der Einstellung, und in diesem Zusammenhang in erster Linie über das Aufbauen von Vertrauen durch Kommunikation. Den Konstrukten Einstellung und Vertrauen kommt dabei gleich mehrfach Bedeutung zu: Sie sind von Bedeutung für die Kommunikation und die Beziehung zwischen Reiseveranstalter und Reisevermittler bzw. Reisebüro und zwischen Reiseveranstalter und Konsument bzw. Verbraucher. Sie sind weiter wesentlich für die Kommunikation und Beziehung zwischen Reisevermittler und Verbraucher.

Gang der Untersuchung:

Im Verlauf der Arbeit erfolgt deshalb ein intensives Eingehen auf die Konstrukte der Einstellung und des Vertrauens. Sie stellen im Rahmen dieser Arbeit die zentralen theoretischen Grundlagen dar, auf deren Basis die Beeinflussung der Präferenzen des Reisevermittlers und des Konsumenten durch den Reiseveranstalter stattfinden soll.

Des weiteren werden die Erhebungsverfahren vor- und dargestellt, mit deren Hilfe der Reisevermittler die Kundenpräferenzen und die Gründe für diese Präferenzen ermitteln kann. Auf der Grundlage dieser Kenntnisse kann er dann seine Informationen und Argumente formulieren und gestalten, um seine Ziele zu erreichen.

Danach werden auf der theoretischen Basis und unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der oben beschriebenen Teile mögliche Wege aufgezeigt, mit deren Hilfe der Reiseveranstalter seine Ziele erreichen kann.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Hinführung zum Thema 1
1.2 Abgrenzung des Themas 1
1.3 Aufbau der Arbeit 4
2. Theoretische Grundlagen 5
2.1 Einstellung 5
2.1.1 Einstellungsmodelle und Einstellungsmerkmale 5
2.1.2 Entstehung, Erwerb und Änderung von Einstellungen 12
2.1.2.1 Einstellungsänderung und Kommunikation 17
2.1.2.2 Das Elaboration-Likelihood-Model 21
2.1.2.3 Die Konsistenztheorie 25
2.1.2.4 Die Theorie der kognitiven Dissonanz 28
2.1.3 Einstellung und Verhalten 32
2.2 Vertrauen und soziale Perspektivität 35
2.2.1 Vertrauen und Vertrauensaufbau 35
2.2.2 Soziale Perspektivität 40
3. Ermittlung und Grundlagen der Kundenpräferenzen 42
3.1 Die amtliche Tourismusstatistik 43
3.2 Gästebefragungen 44
3.3 Der Reisemonitor 46
3.4 Die Reiseanalyse 46
3.5 Die Attraktionsanalyse 48
3.6 Die Imageanalyse 49
3.7 Die Kundenzufriedenheit 51
4. Die Entwicklung und Veränderung der Kundenpräferenzen 53
4.1 Die Einstellungsbeeinflussung des Reisevermittlers durch den Reiseveranstalter 54
4.2 Die Einstellungsbeeinflussung des Konsumenten durch den Reiseveranstalter 60
4.3 Die Einstellungsbeeinflussung des Konsumenten durch den Reisevermittler 64
5. Zusammenfassung und Diskussion 69
Anhang 72
Literaturverzeichnis 75

Automatisiert erstellter Textauszug:

lichkeit hat, andere, nicht-wohlwollende Verhaltensweisen zu wählen.“ Im Zuge dieser integrativen Definition kann Vertrauen auf verschiedenen Ebenen beobachtet werden. Eine Person erwartet wohlwollendes Verhalten, und je stärker diese Erwartung ist, desto größer ist das Vertrauen in den Interaktionspartner. Die Erwartung einer wohlwollenden Handlung ist mit der Zuschreibung positiver, vertrauensrelevanter Eigenschaften an die Vertrauensperson geknüpft. Weiter zeigt sich Vertrauen in einer Entscheidung für risikoreiche Verhaltensweisen, wobei sich die Entscheidung in offenem, beobachtbarem Verhalten zeigt (KOLLER 1992, S. 100). Eine Definition, die besonders den auch im Rahmen dieser Arbeit bedeutsamen Anbieter-Nachfrager-Kontext berücksichtigt, ist die von PLÖTNER. Danach ist Vertrauen „die Erwartung gegenüber einer Person oder Personengruppe, daß diese sich hinsichtlich eines bewußtgemachten Ereignisses dem Vertrauenden gegenüber zumindest nicht opportunistisch verhalten hat bzw. verhalten wird.“ Vertrauen kann dabei nur von einer einzelnen Person entwickelt werden, Vertrauensobjekt können sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen sein (PLÖTNER 1995, S. 36f). Darin enthalten sind aber nur die zwei Möglichkeiten, zu vertrauen oder nicht zu vertrauen. Damit finden die in der Zeit oder in bezug auf das Vertrauensobjekt eventuell unterschiedlichen Vertrauensgrade nicht genügend Beachtung, zudem steht die Einschränkung auf zwei Möglichkeiten in einem Widerspruch dazu, Vertrauen aufbauen zu können (BITTL 1997, S. 137). Die beiden vorgestellten Definitionen und die eingangs beschriebenen Überlegungen LUHMANNS berücksichtigend, soll Vertrauen im Rahmen dieser Arbeit mit der Definition von BITTL verstanden werden als „zukunftsbezogene, auf jemanden und/oder etwas gerichtete Einstellung, aus der heraus eine bestimmte Erwartungshaltung resultiert, die im Zuge einer Entscheidung verschiedene Zukunftsalternativen ausschließt und damit komplexitäts- und dadurch unsicherheitsreduzierend wie auch gleichzeitig risikoaktivierend wirkt.“ Aufgrund der in dieser Definition vorwiegend betrachteten Vertrauensfunktionen und -wirkungen (BITTL 1997, S. 139) entspricht sie im Hinblick auf die unter Punkt 1.2 aufgezeigten Beziehungen zwischen Reiseveranstalter, Reisevermittler und Konsument, und hier vor allem wegen der Aspekte der Zukunftsbezogenheit und Komplexitätsreduzierung dem Vertrauensverständnis dieser Arbeit. Anhand der Variablen Einfühlungsvermögen und Selbstwirksamkeit ist der Begriff des Vertrauens weiter zu präzisieren. Einfühlungsvermögen beschreibt dabei die Fähigkeit, sich in die Lage eines anderen zu versetzen. Es bildet die Vorbedingung für jede be- [...]

sie die Durchführung sehr positiv bewerten oder wenn sie einen starken sozialen Druck dazu wahrnehmen (AJZEN 1988, S. 144). Wesentliche Kenntnisse über die Determinanten bestimmter Handlungstendenzen sind also durch die Untersuchung der Grundlagen für Einstellungen, subjektive Normen und wahrgenommene Verhaltenskontrolle zu erhalten. Überzeugungen, die das wahrscheinliche Ergebnis eines Verhaltens betreffen und die subjektive Bewertung des Ergebnisses bringen zum Vorschein, warum jemand eine positive oder negative Einstellung zur Ausführung des Verhaltens hat. Überzeugungen über die normativen Erwartungen für ihn wichtiger Bezugspersonen oder -gruppen und seine Motivation, diese Erwartungen zu erfüllen, liefern eine Einsicht in den wahrgenommenen sozialen Druck, das Verhalten auszuführen oder nicht. Überzeugungen, die die Faktoren betreffen, die die Zielerreichung verhindern oder erleichtern können, enthüllen die Überlegungen oder Erwägungen, die die Annahmen über eine hohe oder niedrige Verhaltenskontrolle begründen (AJZEN 1988, S. 144). Bei der Anwendung der Theorien auf eine Vielzahl von Einstellungsproblemen zeigte sich, daß Verhaltensintention und wahrgenommene Handlungskontrolle unabhängige und bedeutsame Prädiktoren des Verhaltens sind (BIERHOFF, 1993, S. 275), wobei sich die wahrgenommene Verhaltenskontrolle als der bessere Prädiktor erwiesen hat (FREY et. al. 1993, S. 383). [...]

ger also überzeugende Argumente dafür liefern, daß der Erwerb mit hoher Wahrscheinlichkeit zu positivem bzw. dem Nichteintreffen von negativen Konsequenzen führt (DIEHL et al. 1998, S. 134). Die subjektive Normkomponente ergibt sich ebenfalls als eine Funktion aus Überzeugungen und deren Bewertung. Es handelt sich hier um Überzeugungen einer Person darüber, inwieweit relevante Bezugspersonen oder -gruppen die Ausführung des Verhaltens begrüßen oder ablehnen würden. In welchem Maß die wahrgenommenen Erwartungen verhaltenswirksam werden, ist wiederum von der Bewertung der Bezugspersonen abhängig, von der Motivation, sich gemäß den bei ihnen vermuteten Wünschen zu verhalten (FREY et. al. 1993, S. 370). Die Theorie des geplanten Verhaltens fügt nun zu den zwei bereits genannten Aspekten einen dritten hinzu, den Grad der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle (AJZEN 1988, S. 132f). Es wird davon ausgegangen, daß Intentionen als alleinige Prädiktoren für Verhalten unzureichend sind, wenn die persönliche Kontrolle über das Verhalten eingeschränkt ist (FREY et. al. 1993, S. 378). Diese wahrgenommene Verhaltenskontrolle soll sowohl die Verhaltensabsicht als auch das Verhalten determinieren. Allerdings gibt es auch für die wahrgenommene Verhaltenskontrolle Determinanten. Es handelt sich dabei um internale Faktoren wie interindividuelle Unterschiede, fehlende Informationen oder Fähigkeiten, Selbstdisziplin und Willensstärke oder Zwänge und Gewohnheiten (FREY et. al. 1993, S. 381f). Aber auch externe Faktoren, wie ungünstige Gelegenheiten und unerwartete Ereignisse, machen die Ausführung eines intendierten Verhaltens oft unmöglich (FREY et. al. 1993, S. 383). Dabei sagen Intentionen nach der Theorie des geplanten Verhaltens nur noch den Versuch einer Verhaltensausübung vorher, nicht mehr notwendigerweise die tatsächliche Ausführung. Tritt das Verhalten nicht auf, haben sich entweder die Intentionen verändert, oder der Person ist die Kontrolle entzogen (FREY et. al. 1993, S. 379). Allgemein formuliert, beabsichtigen Personen demnach ein Verhalten dann auszuführen, wenn ihre persönlichen Bewertungen des Verhaltens positiv sind, wenn sie glauben, daß andere, für sie wichtige Personen, mit diesem Verhalten einverstanden wären, und wenn sie meinen, daß ihnen die erforderlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Bis zu einem gewissen Grad kann dabei die Stärke des einen Faktors die Schwäche des anderen ausgleichen. So können Menschen, die an ihrer Fähigkeit zur Ausführung eines Verhaltens zweifeln, es trotzdem ernsthaft versuchen, wenn [...]

Arbeit zitieren:
Klein, Michael Oktober 1999: Zur Beeinflussung von Kundenpräferenzen durch Dienstleistungsanbieter in unvollkommenen Märkten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Einstellung, Vertrauensaufbau, Kommunikation, Kundenpräferenzen, Vertrauen

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