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Bedingungen des Wissentransfers in Organisationen unter strategischen Aspekten

Bedingungen des Wissentransfers in Organisationen unter strategischen Aspekten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Melanie Kuschel
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 97 Seiten
  • Dateigröße: 542,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5711-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5711-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5711-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kuschel, Melanie Juni 2001: Bedingungen des Wissentransfers in Organisationen unter strategischen Aspekten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wissen, Ressource, Struktur, Interaktion, Macht

Diplomarbeit von Melanie Kuschel

Einleitung:

Die heutige Gesellschaft entwickelt sich zu einer „Wissensgesellschaft“, in der Dienstleistungen und „wissensbasierte, intelligente Produkte“ (z.B. Software, Computer, Handys, etc.) eine zunehmende Bedeutung einnehmen. Wissen hat sich als strategisch wichtigste Unternehmensressource herausgebildet. Für die in der Studie des Internationalen Instituts für Lernende Organisationen (ILOI) befragten Unternehmen macht Wissen bereits mehr als 50% der Wertschöpfung aus.

Trotz der großen Bedeutung der „Ressource Wissen“ bzw. ihrer Anwendung im heutigen Wettbewerb, schätzt fast die Hälfte der in der ILOI-Studie befragten Unternehmen den Anteil des tatsächlich genutzten Wissens auf nur 20 bis 40 Prozent des insgesamt in einem Unternehmen vorhandenen Wissens. In den befragten Unternehmen lagen demnach mehr als die Hälfte der Wissensressourcen brach. Diese Unternehmen haben erkannt, daß ein großer Handlungsbedarf besteht und wollen deshalb in ein besseres Management von organisationalem Wissen investieren.

Wissensmanagement hat sich in kurzer Zeit zum „neuen Schlagwort“ in der Organisationstheorie und in der Praxis entwickelt. Erfolgreiches Wissensmanagement soll helfen, alle relevanten Wissensressourcen bzw. –potentiale eines Unternehmens optimal auszuschöpfen. Eine gezielte Nutzung von Wissen als strategisch relevante Ressource setzt voraus, daß potentiell strategisch relevantes Wissen identifiziert und von den Köpfen einzelner Individuen in die organisationale Wissensbasis transferiert wird. Dieser Wissenstransfer erweist sich häufig als große Hürde. Welche Bedingungen den Wissenstransfer beeinflussen, das soll im Rahmen dieser Diplomarbeit analysiert werden.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VII
GLIEDERUNG
1. GRUNDLEGUNG 1
1.1 EINLEITUNG 1
1.2 PROBLEMSTELLUNG 2
1.3 GANG DER UNTERSUCHUNG 2
2. STRATEGISCHES MANAGEMENT UND DIE „RESSOURCE WISSEN“ 3
2.1 BEGRIFFSABGRENZUNG 3
2.1.1 Strategisches Management 4
2.1.2 Wettbewerbsvorteile, Wertschöpfung und Ökonomische Renten 5
2.2 FORSCHUNGSRICHTUNGEN IM STRATEGISCHEN MANAGEMENT 6
2.2.1 Markt-orientierter Ansatz 6
2.2.2 Ressourcen-orientierter Ansatz 7
2.3 DIE STRATEGISCH RELEVANTE „RESSOURCE WISSEN“ 8
2.3.1 Strategisch relevante Ressourcen 8
2.3.1.1 Materielle und immaterielle Ressourcen 9
2.3.1.2 Prämisse der Ressourcenheterogenität 9
2.3.1.3 Eigenschaften strategisch relevanter Ressourcen 10
2.3.2 Kennzeichnung des Wissensbegriffs 13
2.3.2.1 Zeichen, Daten, Informationen, Wissen und Fähigkeiten 14
2.3.2.2 Implizites und explizites Wissen 16
2.3.2.3 Individuelles Wissen und die organisationale Wissensbasis 17
2.3.3 Die „Ressource Wissen“ im RBV 18
2.3.3.1 Strategische Relevanz der „Ressource Wissen“ 18
2.3.3.2 Anwendung der „Ressource Wissen“ durch organisationale Fähigkeiten 19
2.4 WISSENSMANAGEMENT 21
2.4.1 Das Konzept 21
2.4.2 Die Kernprozesse 23
2.4.2.1 Wissensidentifikation 23
2.4.2.2 Wissensbeschaffung 24
2.4.2.3 Wissensschaffung 24
2.4.2.4 Wissenstransfer 25
2.4.2.5 Wissensnutzung 26
2.4.2.6 Wissensbewahrung 27
2.4.3 Wissenstransfer als Kernproblem des Wissensmanagements 28
3. AKTEURE UND ORGANISATIONEN IN DER STRUKTURATIONSTHEORIE 29
3.1 GRUNDZÜGE DER STRUKTURATIONSTHEORIE VON ANTHONY GIDDENS 29
3.1.1 Begriffsdefinition: Akteur 29
3.1.2 Handlungsanalyse: Wie handeln Akteure? 30
3.1.2.1 Handlungsvermögen („Capability“) 31
3.1.2.2 Reflexionsvermögen („Knowlegeability“) 31
3.1.3 Strukturanalyse: Was sind Strukturen? 34
3.1.3.1 Virtualität von Strukturen 34
3.1.3.2 Dualität von Strukturen 34
3.1.3.3 Strukturelemente: Regeln und Ressourcen 35
3.1.4 Dimensionen der Dualität von Strukturen 36
3.1.5 Soziale Systeme und Strukturen 38
3.2 ORGANISATIONEN ALS SOZIALE SYSTEME 39
3.2.1 Der Organisationsbegriff 40
3.2.2 Elemente der Organisationsstrukturen 40
3.2.2.1 Organisationskultur als organisationale Regeln 40
3.2.2.2 Organisationale Ressourcen 41
3.2.3 Eigenschaften des sozialen Systems Organisation 42
3.2.3.1 Offenheit und begrenzte Rationalität 42
3.2.3.2 Virtualität und Dualität 43
3.2.3.3 Beständigkeit und Raum-Zeit-Ausdehnung 43
3.2.4 Strategische (Re)Produktion sozialer Systeme 44
3.3 ZWISCHENERGEBNIS 45
4. BEDINGUNGEN DES WISSENSTRANSFERS IN ORGANISATIONEN 46
4.1 DIE ALLTÄGLICHE LEBENSWELT 46
4.1.1 Natürliche Einstellung in der alltäglichen Lebenswelt 47
4.1.2 Struktur des Denkens in der natürlichen Einstellung 48
4.1.2.1 Subjektiver Wissensvorrat 48
4.1.2.2 Typen und Typisierungen 51
4.1.2.3 Lebensweltliche Idealisierungen 52
4.1.3 Konsequenzen für das Wissensmanagement 54
4.2 HANDLUNGSKOMPETENZ DER AKTEURE 54
4.2.1 Bewußtsein und Relevanzsysteme von Akteuren 55
4.2.2 Fähigkeit zur Wissensexternalisierung 56
4.2.3 Konsequenzen für das Wissensmanagement 57
4.3 SOZIALE INTERAKTION IM ORGANISATIONALEN ALLTAG 58
4.3.1 Begriffsdefinition: Soziale Interaktion 58
4.3.2 Interaktionsbeziehungen 59
4.3.3 Kollektives Wissen der organisationalen Wissensbasis 60
4.3.4 Wissenstransfer durch Kommunikation 61
4.3.4.1 Kommunikationsprozesse 61
4.3.4.2 Alltagssprache 62
4.3.4.3 Bedingungen des Wissenstransfers durch Sprache 63
4.3.5 Konsequenzen für das Wissensmanagement 64
4.4 AKTEURSTRATEGIEN IM ORGANISATIONALEN ALLTAG 65
4.4.1 Mikropolitik in Organisationen 65
4.4.1.1 Begriffsdefinition: Macht 66
4.4.1.2 Machtquellen 67
4.4.1.3 Mikropolitik und Strukturationstheorie 69
4.4.2 Strategische Handlungsanalyse 70
4.4.2.1 Strategisches Verhalten 71
4.4.2.2 Organisationale (Macht-) Spiele 72
4.4.2.3 Formale und informelle Spielregeln 72
4.4.2.4 Wissen als Machtressource 74
4.4.3 Organisationale (Spiel-) Strukturen und die „Ressource Wissen“ 76
4.4.4 Konsequenzen für das Wissensmanagement 77
5. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG 79
LITERATURVERZEICHNIS 81
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

rekursiv organisierte Systeme wie zum Beispiel die Wissenschaft, die Verwaltung oder die Wirtschaft. 162 Giddens vergleicht soziale Systeme mit Gebäuden, die zu jedem gegebenen Zeitpunkt kontinuierlich durch ihre einzelnen Bausteine, aus denen sie bestehen, rekonstruiert werden. 163 In diesem Vergleich sind alle Systemeigenschaften enthalten. Gebäude sind virtuell und existieren nur durch eine bestimmte Anordnung der einzelnen Bausteine. Im Sinne der Dualität werden sie von den Bausteinen reproduziert und produziert. Sie sind in einen dynamischen Prozeß eingebunden, da Gebäude durch unterschiedliche Bausteinanordnungen zu jeder Zeit verändert werden können. Genau wie soziale Systeme sind Gebäude auf orts- und zeitgebundene Subjekte (Bausteine, Akteure) angewiesen. Fehlt ein Baustein, so bleibt das Gebäude immer noch bestehen, fehlen aber (fast) alle Bausteine, so haben die Grundmauern keine Kraft mehr, das Gebäude zusammen zu halten - es bricht zusammen. Soziale Systeme werden zu Institutionen, wenn soziale Praktiken über einen sehr langen Zeitraum hinweg kontinuierlich von verschieden situierten Akteuren reproduziert werden. Die Gesellschaft, als ausgedehntes soziales System, ist eine solche Institution, die als solche keine Einheit darstellt. Sie ist aus Akteuren zusammengesetzt, die aus unterschiedlichen Umgebungen und Kulturen kommen und deshalb auf verschiedene Strukturelemente (Regeln und Ressourcen) zurückgreifen werden. 164 [...]

Soziale Systeme stellen einen wichtigen Aspekt der Strukturationstheorie und dieser Diplomarbeit dar, deshalb sollen sie an dieser Stelle genauer erläutert werden. Häufig wird Struktur und soziales System einander gleichgesetzt. Giddens lehnt diese Betrachtungsweise ab und definiert beide Begriffe getrennt voneinander. Soziale Systeme sind keine Strukturen und haben keine Strukturen. Sie besitzen vielmehr strukturelle Eigenschaften. 161 Soziale Systeme haben, genau wie Strukturen, eine virtuelle Existenz und bestehen nur aus der kontinuierlichen Reproduktion sozialer Praktiken ihrer Mitglieder. In ihrer Interaktion untereinander greifen die Mitglieder des Systems meist routiniert auf Regeln und Ressourcen zurück, die der jeweiligen Handlungssituation angepaßt sind. Mitglieder von sozialen Systemen sind nicht mehr ausschließlich kompetente („knowledgeable“) individuelle Akteure, sondern auch [...]

Handlungsrationalisierung und die Fähigkeit zum diskursiven Bewußtsein Handlungsrationalisierung bezeichnet die Fähigkeit der Akteure, auf Befragen neben den „Gründen“ für das eigene Verhalten auch eine Rechtfertigung abgeben zu können, warum sie so handelten, wie sie es letztendlich getan haben. 139 Obwohl viele Handlungen des täglichen Lebens aus Routinen bestehen, sind kompetente Akteure zu jeder Zeit in der Lage, ihr Handeln zu rationalisieren (verbal begründen und rechtfertigen), falls dieses verlangt wird. Ob Akteure alle Gründe nennen können bzw. nennen wollen und ob ihre Gründe für andere überzeugend sind, ist eine andere Frage, die in dieser Definition nicht mit eingeschlossen ist. Giddens betont, daß Handlungsrationalisierung nicht automatisch mit dem diskursiven gleichgesetzt werden kann, da es nur auf Anfrage aktiviert wird. 140 Handlungsmotivation und das Unterbewußtsein Handlungsmotive stehen in direkter Verbindung zu den Bedürfnissen, die Handeln zur Folge haben. Giddens betrachtet die bewußten oder unbewußten Handlungsmotive getrennt von der reflexiven Handlungssteuerung und der Handlungsrationalisierung. Einerseits ist ein Großteil unserer täglichen Handlungen nicht direkt motiviert. Giddens will damit andeuten, daß es durchaus auch unbewußte Handlungsmotive gibt. Andererseits stellt Motivation eher ein Handlungspotential dar, als die Handlung direkt zu beeinflussen. Kompetente Akteure sind zur Handlungsrationalisierung fähig. Sie sind aber nicht immer notwendigerweise in der Lage, die Motive ihres Handelns anzugeben, weil diese z.B. im Unterbewußtsein verborgen sein können. 141 Unerkannte Handlungsbedingungen und unbeabsichtigte Handlungsfolgen Neben unbewußten Handlungsmotiven, stellen unerkannte Handlungsbedingungen und daraus resultierende unbeabsichtigte Handlungsfolgen eine Begrenzung des Bewußtsein [...]

Arbeit zitieren:
Kuschel, Melanie Juni 2001: Bedingungen des Wissentransfers in Organisationen unter strategischen Aspekten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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