Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Zur Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für Lese- und Rechtschreibleistungen und Möglichkeiten der Erhebung mittels ausgewählter diagnostischer Verfahren im deutschen Sprachraum

Zur Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für Lese- und Rechtschreibleistungen und Möglichkeiten der Erhebung mittels ausgewählter diagnostischer Verfahren im deutschen Sprachraum
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Katja Raßbach
  • Abgabedatum: August 2003
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7581-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7581-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7581-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Raßbach, Katja August 2003: Zur Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für Lese- und Rechtschreibleistungen und Möglichkeiten der Erhebung mittels ausgewählter diagnostischer Verfahren im deutschen Sprachraum, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Schriftspracherwerb, Legasthenie, Leseforschung, BISC, Hörhausen

Staatsexamensarbeit von Katja Raßbach

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Erkenntnissen der neuesten Studien auf diesem Forschungsgebiet. Die phonologische Bewusstheit steht im Mittelpunkt der Betrachtungen, da die Bedeutsamkeit dieser für Lese- und Rechtschreibleistungen durch verschiedene Studien herausgestellt wurde. Fähigkeiten zur Analyse und Synthese von sprachlichen Einheiten wie zum Beispiel Silben oder Lauten gelten demzufolge als Vorläufermerkmale für den Schriftspracherwerb. Das bedeutet, dass frühe Fertigkeiten der phonologischen Bewusstheit spätere Leistungen im Lesen und Rechtschreiben voraussagen können. Diese Erkenntnis ermöglicht eine frühe Identifikation von risikobehafteten Kindern und rechtzeitige Prävention durch spezielle Förderprogramme. Das Ziel der Arbeit liegt im Wesentlichen in der Herausarbeitung und Betrachtung der Forschungsergebnisse zum Zusammenhang der phonologischen Bewusstheit mit Lese- und Rechtschreibleistungen und dem Aufzeigen diagnostischer Möglichkeiten sowohl für den Vorschul- als auch den Schulbereich.

Die Arbeit gliedert sich in sieben Kapitel, von denen die Kapitel vier bis sieben die Kernpunkte der Thematik, das heißt die phonologische Bewusstheit im Zusammenhang mit Lese- und Rechtschreibleistungen und entsprechende diagnostische Erhebungsverfahren behandeln.

Der Einstieg in die Thematik erfolgt im zweiten Kapitel über ausgewählte Aspekte zum ungestörten Schriftspracherwerb. Es werden historische und neuere Forschungsergebnisse zum Lesen und Rechtschreiben beschrieben, die für das Verständnis von gestörten Abläufen dieser Prozesse notwendig sind. Im Mittelpunkt steht das „Zwei-Wege-Modell“ des Worterkennens von COLTHEART (1978) und das „Stufenmodell der Entwicklung kindlicher Lese- und Schreibstrategien“ von GÜNTHER (1995).

Daran anknüpfend wird im dritten Kapitel auf Aspekte des gestörten Schriftspracherwerbs eingegangen. Die Grundzüge der klassischen Legasthenieforschung werden in groben Zügen beschrieben, um die in den 70er Jahren einsetzende Kritik verständlich zu machen. Die kritische Auseinandersetzung der Wissenschaftler mit dem Legastheniekonzept ermöglichte die Hinwendung zu neueren Ansätzen und Konzepten der Lese- und Rechtschreibforschung, welche im dritten Teil des Kapitels dargelegt werden.

Im vierten Kapitel richtet sich das Hauptaugenmerk auf die „phonologische Bewusstheit“. Nach Einordnung des Begriffs unter die übergeordneten Forschungsbereiche der „metalinguistischen Bewusstheit“ und der „phonologischen Informationsverarbeitung“ werden verschiedene Positionen zur Terminologie bzw. Definition aufgezeigt. Die nachfolgend dargestellten Aufgabentypen zur Erfassung der phonologischen Bewusstheit geben einen Überblick über die im Einzelnen geforderten Fähigkeiten. Abschließend wird diskutiert, zu welchem Zeitpunkt der kindlichen Entwicklung diese Fähigkeiten ausgebildet werden.

Das fünfte Kapitel soll die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für Lese- und Rechtschreibleistungen anhand wissenschaftlicher Studien der letzten Jahre aufzeigen. Aus Gründen des Vergleichs mit deutschsprachigen Verhältnissen werden auch englischsprachige Studien und Untersuchungen aus Österreich und Dänemark in die Darstellung miteinbezogen.

Nachdem die phonologische Bewusstheit als ein bedeutsames Vorläufermerkmal für spätere Lese- und Rechtschreibleistungen herausgearbeitet wurde, folgt im sechsten Kapitel die Darstellung diagnostischer Möglichkeiten. Beispielhaft werden das Bielefelder Screening (BISC) und das Erhebungsverfahren zur phonologischen Bewusstheit „Rundgang durch Hörhausen“ vorgestellt. Die theoretische Darstellung wird durch einen praktischen Teil untermauert. Die Verfasserin führte dazu beide Testverfahren mit insgesamt zehn Vorschul- bzw. Schulkindern durch.

Das siebte Kapitel gibt einen Ausblick auf therapeutische Möglichkeiten. Es werden beispielhaft zwei Trainingsprogramme zur phonologischen Bewusstheit, zum einen für den Einsatz im Vorschulalter und zum anderen für die Anwendung im ersten Schuljahr vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG 1
1.2 AUFBAU DER ARBEIT 2
2. ASPEKTE ZUM UNGESTÖRTEN SCHRIFTSPRACHERWERB 4
2.1 DIE PSYCHOLOGISCHE LESEFORSCHUNG 4
2.2 DIE ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE LESEFORSCHUNG 7
2.3 KRITISCHE BETRACHTUNG DER LOGOGRAPHEMISCHEN STUFE 10
2.4 ZUSAMMENFASSUNG 11
3. ASPEKTE ZUM GESTÖRTEN SCHRIFTSPRACHERWERB 12
3.1 DIE KLASSISCHE LEGASTHENIEFORSCHUNG 12
3.2 KRITIK AM KLASSISCHEN LEGASTHENIEKONZEPT 15
3.3 NEUERE ANSÄTZE UND KONZEPTE DER LESE- RECHTSCHREIBFORSCHUNG 17
3.4 ZUSAMMENFASSUNG 20
4. PHONOLOGISCHE BEWUSSTHEIT 20
4.1 ZUM BEGRIFF DER „METALINGUISTISCHEN BEWUSSTHEIT“ 20
4.2 PHONOLOGISCHE INFORMATIONSVERARBEITUNG 23
4.3 ZUM BEGRIFF DER „PHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT“ 25
4.4 AUFGABENTYPEN ZUR ERFASSUNG DER PHONOLOGISCHEN BEWUSSHEIT 27
4.5 ENTWICKLUNG DER PHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT IM VORSCHULALTER 30
4.6 ZUSAMMENFASSUNG 31
5. ZUR BEDEUTUNG DER PHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT FÜR LESE- UND RECHTSCHREIBLEISTUNGEN IMDEUTSCHSPRACHIGEN RAUM 32
5.1 PHONOLOGISCHE BEWUSSTHEIT: VORAUSSETZUNG ODER KONSEQUENZ DES SCHRIFTSPRACHERWERBS? 32
5.2 ENGLISCHSPRACHIGE STUDIEN ZUR PHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT 34
5.2.1 Längsschnittstudie von BRADLEY UND BRYANT 1985 34
5.2.2 Experimentelle Trainingsstudie von BRADLEY UND BRYANT 1985 35
5.3 LÄNGSSCHNITTSTUDIEN ZUR VORHERSAGE VON LESE- RECHTSCHREIBFÄHIGKEITEN IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM 36
5.3.1 Längsschnittstudien von LANDERL, LINORTER UND WIMMER 1992 36
5.3.2 Münchener Längsschnittstudie LOGIK 1984 38
5.4 TRAININGSSTUDIEN ZUR FÖRDERUNG DER PHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT 40
5.4.1 Trainingsstudie von LUNDBERG, FROST UND PETERSEN 1988 40
5.4.2 Würzburger Trainingsstudie 1991 41
5.5 ZUSAMMENFASSUNG 43
6. DIAGNOSTISCHE VERFAHREN ZUR ERHEBUNG DERPHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT 44
6.1 DIE BIELEFELDER-LÄNGSSCHNITTSTUDIE 1986/1987 45
6.1.1 Zielsetzung und Konzeption 45
6.1.2 Durchführung und Verlauf 46
6.1.3 Korrelative und klassifikatorische Ergebnisse 47
6.2 BIELEFELDER SCREENING (BISC) 49
6.2.1 Aufgaben des Verfahrens 50
6.2.2 Zielgruppe 51
6.2.3 Hinweise zur Testdurchführung 51
6.2.4 Auswertung 52
6.2.5 Praktische Durchführung des Erhebungsverfahrens 52
6.3 DAS NÜRNBERGER FORSCHUNGSPROJEKT 1997 54
6.3.1 Problemstellung und Zielsetzung 54
6.3.2 Durchführung und Verlauf 55
6.3.3 Korrelative und klassifikatorische Ergebnisse 56
6.4 „RUNDGANG DURCH HÖRHAUSEN“ 59
6.4.1 Zielgruppe 59
6.4.2 Aufgaben des Verfahrens 59
6.4.3 Hinweise zur Testdurchführung 60
6.4.4 Auswertung 61
6.4.5 Praktische Durchführung des Erhebungsverfahrens 62
6.5 ZUSAMMENFASSUNG UND VERGLEICHENDE DARSTELLUNG DERTESTVERFAHREN 65
7. AUSBLICK AUF THERAPEUTISCHE MÖGLICHKEITEN 66
7.1 WÜRZBURGER TRAININGSPROGRAMM ZUR PHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT 67
7.2 NÜRNBERGER FÖRDERPROGRAMM ZUR PHONOLOGISCHEN BEWUSSTHEIT 68
8. RESÜMEE 70
9. LITERATUR 73
10. ANHANG 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

6.2.5 Praktische Durchführung des Erhebungsverfahrens Das „Bielefelder Screening“ wurde im Rahmen dieser Arbeit mit sechs Kindern aus drei verschiedenen Kindergarteneinrichtungen durchgeführt. Der Erhebungszeitpunkt lag für alle Kinder ca. vier (± 1) Monate vor der Einschulung. Eine Übersicht über die Daten aller getesteten Kinder befindet sich im Anhang. Die Auswahl der Probanden erfolgte durch die jeweilige Erzieherin. Die Testleiterin13 bestimmte lediglich den Anteil der Mädchen und Jungen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden Geschlechtern herzustellen und bat die Erzieherinnen um eine Einschätzung der sprachlichen und kognitiven Leistungen der Kinder. Für die Untersuchung mit dem BISC wurden drei Kinder, deren sprachliche Entwicklung unauffällig und deren kognitive Entwicklung altersgemäß verlief, zwei Kinder mit Verzögerungen in der kognitiven Entwicklung und ein Kind mit Auf- [...]

Phonologische Bewusstheit Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn Aufgabentypen Reimen (Rezeptionsleistung) Silben-Segmentieren (Produktionsleistung) Laut-zu-Wort-Vergleich (Rezeptionsleistung) Phonologische Bewusstheit im engeren Sinn Laute-Assoziieren Geforderte bzw. zu überprüfende Leistungen / Beispiele Vorgesprochene Wortpaare sollen auf Klangähnlichkeit überprüft werden: Bsp. „Kind - Wind“ oder „Kind - Stuhl“ Vorgesprochene Substantive sollen mit Hilfe des Silbenklatschens in Sprechsilben untergliedert werden: Bsp. „Gabel“ oder „Federball“ Entscheidung, ob ein isoliert vorgesprochener Vokal mit dem am Anfang eines sinnvollen Wortes vorkommenden Vokals klangähnlich ist: Bsp. „Hörst du ein /i:/ in ‚Igel‘?“ oder „Hörst du ein /i:/ in ‚Auto‘?“ Ein getrennt vorgesprochenes Wort soll auf einer Bildkarte mit vier Abbildungen gezeigt und benannt werden: Bsp. „/ts/-/ange/ soll auf einer Karte mit Bildern von Zange, Zebra, Pinsel und Schlange gezeigt und benannt werden" Überprüfung der Farbkenntnisse (grün, rot, gelb, blau) Aktivierung visuell-lautlicher Verbindungen, indem von 24 schwarz/weiß dargestellten Objekten (Salat, Tomate, Zitrone, Pflaume) die entsprechende Farbe so schnell wie möglich genannt werden soll Untersuchung der Störanfälligkeit des Abrufprozesses, indem von 24 falschfarbigen Objekten (Bsp. blaue Tomate) die richtige Farbe so schnell wie möglich genannt werden soll; die falsche Farbe dient als Störreiz Überprüfung der Gedächtnisspanne und Artikulationsgenauigkeit für unbekannte Begriffe, indem zehn Pseudowörter von unterschiedlicher Länge kurzfristig behalten und wiedergegeben werden sollen: Bsp.: „zippelzack“ oder „bonitkonos“ Vergleich eines schriftlich vorgegebenen Testwortes mit vier Wörtern, die zu 100, 75, 50 oder 25% mit dem vorgegebenen Wort übereinstimmen: Bsp. „Wein“ soll mit „Bein“, „Wein“, „Garn“ und „Ruin“ verglichen werden [...]

Auf theoretischer Basis und mittels vorliegender empirischer Untersuchungen fand zunächst eine entwicklungsorientierte Einordnung in spezifische, unspezifische und konfundierte Prädikatoren und Kriterien (= Leistungen oder Verhaltensweisen, die zuvor mit den Prädikatoren vorhergesagt wurden) statt. Es wurde überprüft, welchen Stellenwert die Prädikatoren haben und welche Kriterien zur Überprüfung der Wirksamkeit dieser geeignet sind. (MARX ET AL. 2000, 11) Zu den spezifischen Prädikatoren zählen gemäß MARX ET AL. (2000) Merkmalsbereiche, die nicht durch Lese- und Schreibfertigkeiten beeinflusst sind und die Aufgabenstellungen umfassen, die hauptsächlich für den Erwerb der Schriftsprache von Bedeutung sind und weniger für den Erwerb anderer Fertigkeiten. Als spezifisch gelten demzufolge Aufgabenstellungen zur phonologischen Bewusstheit und zum Bereich Aufmerksamkeit und Gedächtnis des Bielefelder Screenings. Unspezifische Prädikatoren sind dagegen Merkmalsbereiche, die an der Entwicklung sowohl der vorherzusagenden als auch an anderen Leistungen, wie zum Beispiel Mathematik, beteiligt sind. Als unspezifisch gelten direkte Prädika50 [...]

Arbeit zitieren:
Raßbach, Katja August 2003: Zur Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für Lese- und Rechtschreibleistungen und Möglichkeiten der Erhebung mittels ausgewählter diagnostischer Verfahren im deutschen Sprachraum, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Schriftspracherwerb, Legasthenie, Leseforschung, BISC, Hörhausen

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren