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Die Bedeutung kulturtouristischer Angebote als Wirtschafts- und Imagefaktor für Mecklenburg-Vorpommern anhand von Fallbeispielen

Die Bedeutung kulturtouristischer Angebote als Wirtschafts- und Imagefaktor für Mecklenburg-Vorpommern anhand von Fallbeispielen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christa Eichbaum
  • Abgabedatum: November 2004
  • Umfang: 178 Seiten
  • Dateigröße: 54,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8505-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8505-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8505-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Eichbaum, Christa November 2004: Die Bedeutung kulturtouristischer Angebote als Wirtschafts- und Imagefaktor für Mecklenburg-Vorpommern anhand von Fallbeispielen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Schlösser, Gutshäuser, Herrenhäuser, Meck-Pom, Kulturtourismus

Diplomarbeit von Christa Eichbaum

Zusammenfassung:

Die Tourismusentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern braucht neue Impulse, um Wachstum zu schaffen. Seit 2004 stagniert auch in dieser Region die touristische Nachfrage und touristisches Wachstum ist kein Selbstläufer mehr.

Die Autorin arbeitet bereits seit vielen Jahren in den Bereichen Kultur und Tourismus und widmete sich in dieser Diplomarbeit zum KulturManagement dem Segment des Kulturtourismus des Landes, einem bisher wenig genutztem Potential.

Mecklenburg-Vorpommern – quo vadis Kulturtourismus?

Ziel dieser Arbeit ist es, den Kulturtourismus in Mecklenburg-Vorpommern insbesondere unter dem Aspekt der Nutzung kulturhistorischer Objekte und Anlagen vorzustellen. An Hand von acht Fallbeispielen und deren Nutzungs- und Marketingkonzepten sollen ihre Bedeutung und Auswirkungen auf den Kulturtourismus der Region und des Landes, auf die Entwicklung des Standortes sowie auf das touristische Image untersucht werden.

Um einen allgemeinen wirtschaftspolitischen Einstieg in das Thema zu bekommen, wird im ersten Teil der vorliegenden Arbeit der Tourismus als wichtige Wirtschaftsbranche des Landes auf der Basis der aktuell verfügbaren Quellen belegt. Im zweiten Teil der Arbeit werden theoretische Grundlagen des Kulturtourismus, dessen Wechselwirkung auf andere Bereiche und Branchen beschrieben und auf einige Lehrmeinungen zu diesem Thema eingegangen. Dies sind die Grundlagen, die in dem nachfolgenden praktischen Teil und Schwerpunkt der Arbeit zur Anwendung kamen. Hier werden die bisherige Entwicklung des Kulturtourismus seit 1990 in Mecklenburg-Vorpommern dargestellt, auf die Entwicklungs- und Wachstumspotentiale dieses Tourismussegmentes eingegangen und an Falluntersuchungen die kulturtouristische Nutzung von Baudenkmälern, Objekten und Anlagen sowie die damit verbundenen positiven Synergien und Wechselwirkungen zwischen Standortwerbung, regionalem Image, Wirtschafts- und Arbeitsmarkt beispielhaft vorgestellt, analysiert und bewertet.

Eine wesentliche Zielstellung der Arbeit liegt darin, die Wechselwirkung zwischen der Kunst und Kultur und den Bereichen der Wirtschaft auf die touristische Nachfrage, die Standortqualität, das Image der Region und des Landes, dessen Reflexion in den Medien und der Öffentlichkeit, aber auch der Nutzen des Kulturtourismus für die einzelnen Projektträger in Mecklenburg-Vorpommern darzustellen und nachzuweisen. Mecklenburg-Vorpommern ist keine Terra incognita des Kulturtourismus in Deutschland oder wie vielfach behauptet kulturtouristisch weitestgehend ein Entwicklungsmarkt. Kunst, Kultur und Tourismus stehen in engen Wechselbeziehungen zueinander und sind in vielfacher Hinsicht zusammenhängende Bestandteile bzw. Elemente. Zu einer attraktiven Urlaubsregion gehört die Nutzung der kulturellen und kulturhistorischen Potentiale, um einen gewissen Qualitätsstandard der tourismusrelevanten Infrastruktur für den nationalen und internationalen Markt erfüllen zu können. Deshalb hat die Frage nach der Höhe und Dimension dieses kulturellen Potentials für die Tourismuswirtschaft eine entscheidende Bedeutung. Ebenso betrachtet wird die Auswirkung auf die Landespolitik Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommern ist durch eine sehr große Anzahl kultureller und kulturhistorischer Potentiale und Sehenswürdigkeiten geprägt, durch ihre Lage und Einbindung in den Naturraum und in die Städte und Dörfer. Dies sind zum Beispiel ca. 2200 Schlösser, Burgen, Guts- und Herrenhäuser, mehr als in den anderen Bundesländern. Um sie vor weiterem Verfall und Verlust zu bewahren hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern seit Mitte der 90er Jahre Investitionen im Sinne einer touristischen bzw. kulturtouristischen Nutzung gefördert oder auch Verkaufs- und Marketingaktivitäten der Eigentümer unterstützt. Inzwischen werden mehr als 300 Objekte ganz oder teilweise touristisch, meist auch kulturtouristisch genutzt. Acht kulturhistorische Baudenkmäler bzw. Anlagen in unterschiedlichen Eigentums- und Nutzungsverhältnissen sowie deren kulturtouristische Profile, Nutzungs- und Marketingkonzepte sind die empirische Grundlage für diese Untersuchung. Die Auswahl der Fallbeispiele erfolgte nicht zufällig, sondern u.a. nach geografischen Kriterien, z.B. ausgewogenes Verhältnis der Standorte zwischen Mecklenburg und Vorpommern, Objekte im ländlichen Raum und in Tourismusräumen, nach Eigentums- und Nutzungsverhältnissen, nach Nutzungs- und Marketingkonzeptionen sowie nach ihrem Bekanntheitsgrad und Image. Die großen Besuchermagneten des Kulturtourismus, die Schlösser Schwerin, Ludwigslust und Güstrow mit ihren vorrangig musealen Nutzungen wurden ganz bewusst nicht als Praxisbeispiele ausgewählt, da hier gute Erkenntnisse vorliegen und die kulturtouristische Entwicklung in den Tourismusräumen außerhalb der größeren Städte interessierte. Bewusst wurden auch nicht die höher klassifizierten Beherbergungseinrichtungen in diesen Objekten und deren Aktivitäten auf dem Gebiet des Kulturtourismus ausgewählt, da ihre Profile und Stärken in anderen Bereichen liegen.

In der Arbeit soll der Beleg und Nachweis erbracht werden, dass die Profile des Kulturtourismus und seine Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern auch außerhalb der Tourismuszentren und Städte größer sind als bisher dargestellt und sich nicht auf einige Themenschwerpunkte bzw. Standorte begrenzen lassen. Im Resultat der Arbeit zeigt sich, dass Investitionen in Kunst und Kultur, in Kulturwirtschaft und Kulturtourismus wirtschafts- und standortpolitische Perspektiven schaffen und das regionale und landesweite Image, aber insbesondere auch das touristische Image der Urlaubsregion und des Landes mit prägen.

Zur Auswertung kamen umfangreiche Fachliteratur, Marktanalysen und Studien, Imagebroschüren, Werbemittel, Reiseführer, Zeitungen und Zeitschriften sowie verschiedene Internetseiten. Diese sind ebenfalls als Quellen im Literaturverzeichnis aufgeführt.

Darüber hinaus wurde für die Erfassung von Standortdaten und zur Vorbereitung der persönlich geführten Interviews ein dreiseitiger Fragebogen entwickelt und genutzt.

Im Schlussteil werden einige Entwicklungsperspektiven für den Kulturtourismus in Mecklenburg-Vorpommern, speziell für die Nutzung kulturhistorischer Standorte, Objekte und Anlagen beschrieben, Schlussfolgerungen gezogen und ein Ausblick auf mögliche Entwicklungen gegeben. Abschließend werden die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst dargelegt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Tourismus - eine wichtige Wirtschaftsbranche in Mecklenburg-Vorpommern 6
3. Kulturtourismus als Wirtschafts-, Standort- und Imagefaktor 11
3.1 Zum Begriff des Kulturtourismus 11
3.2 Wirtschafts- und Standortfaktor 13
3.3 Regionale Imagebildung 20
3.3.1 Begriff und touristische Bedeutung des Images 20
3.3.2 Faktoren der Imagebildung 23
4. Kulturtourismus in Mecklenburg-Vorpommern 26
4.1 Bisherige Entwicklung des Kulturtourismus seit 1990 26
4.2 Entwicklungsstand und Wachstumspotentiale 32
4.3 Nutzung kulturhistorischer Objekte und Anlagen (Fallbeispiele) in Mecklenburg-Vorpommern 39
4.3.1 Auswirkungen der verschiedenen Nutzungskonzepte 82
4.3.1.1 Tourismus und Wirtschaftswachstum 82
4.3.1.2 Regionales Image 85
4.3.1.3 Markenbildung und -entwicklung 90
5. Schlussfolgerungen und Empfehlungen für den Kulturtourismus in Mecklenburg-Vorpommern - Zusammenfassung der Ergebnisse 94
6. Literatur- und Quellenverzeichnis 104
7. Anlagen 113

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Standort hat sich seit 1998 und Nutzung durch den Förderverein aus der Nische eines lokal geschätzten Ausflugszieles zu einer neuen regionalen Adresse für Kunst und Kultur, für Begegnung, Gastronomie und zu einem beliebten Standort für private Feste und Feierlichkeiten entwickelt. Die Gastronomie steht als wirtschaftliches Standbein und Haupteinnahmequelle gegenwärtig im Mittelpunkt des Nutzungskonzeptes und lässt sich hieraus auch nicht mehr wegdenken. Die Kunstausstellungen, Konzerte, Lesungen sowie die unterschiedlichsten kulturellen Programme und Termine erlebten anfangs eine gewisse misstrauische Zurückhaltung und Reserviertheit im Ort sowie bei anderen Veranstaltern der Region. Letztlich haben die voranschreitenden Sanierungsund Nutzungsmöglichkeiten der Räume des Schlosses und die Verbesserung seiner gastronomischen Dienstleistungen zu einem positiven Image und einer Befürwortung der Aktivitäten und Profilsuche beigetragen. Es ist jedoch notwendig, dass sich der Standort einem breiteren Publikum erschließt, möglicherweise in Teilen kommerziell betrieben wird und aus dem Mainstream vieler ähnlich betriebener Schlösser, Guts- und Herrenhäuser absetzt. Die Region ist klassisch ländlich geprägt, ist im regionalen Raumordnungsprogramm kein ausgewiesener Tourismusraum und steht somit nicht im Kontext zur touristischen Infrastrukturförderung und deren Schwerpunktsetzung in den Tourismusräumen. Der Landkreis Nordvorpommern weist regelmäßig eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von über 20 Prozent aus und hofft durch seine gute Anbindung an die Ostseeautobahn A 20 und durch Investitionen in die wirtschaftsnahe Infrastruktur auf eine Verbesserung der Situation und durch die Fertigstellung der neuen Verkehrsanbindung und das geplante Autobahnschild „Barockschloss Griebenow“ auf eine weitere Steigerung der Nachfrage durch Touristen und Einheimische. Die Kosten für den Eintritt des Schlosses und seiner Ausstellungen liegen pro Erwachsenem bei 3,00 € und sind entsprechend ermäßigt bei Kindern, Schülern usw. Hiervon lassen sich momentan nicht einmal die Betriebskosten decken. Die Personalkosten oder Personalkostenanteile, die der Verein aufzubringen hat, sind darüber ebenfalls nicht bezahlbar. Das Café mit einer fest angestellten Mitarbeiterin und die Mieteinnahmen des Vereins sind gegenwärtig die finanziellen Haupteinnahmen des Vereins. Aus diesem Grund hat der Verein die Prioritäten seiner gemeinnützigen und 59 [...]

Landwirtschaftsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig-Holstein oder auch anderer Veranstalter und Vereine am Standort durchgeführt. Durch die Beziehungen zu Busreiseveranstaltern und Verbänden ist diese Sehenswürdigkeit inzwischen Teil der Ausflugsprogramme der Veranstalter geworden. Der Anteil dieser Gruppenreisen konnte von 10 in 1999 auf 36 Reise- und Seniorengruppen in 2001 erhöht werden. Das Schlossensemble ist auf Grund der Nähe zur Hansestadt Greifswald außerdem ein beliebtes und gut besuchtes Ausflugsziel und bietet die notwendigen Potentiale für Tagestouristen und Wochenendausflügler. Seit Mai 2004 hat der Förderverein sein Nutzungs- und Marketingkonzept erneut den wirtschaftlichen Anforderungen angepasst und sich noch stärker als bisher der PRArbeit, der Kommunikationspolitik und Öffentlichkeitsarbeit, den Fragen der Wirtschaftlichkeit, der Förderung und Finanzierung sowie der Ausdehnung der Kooperationen gewidmet. Als neuer Projektleiter wurde ein Journalist und Eventmanager eingestellt, der gleichzeitig gute Kontakte zu den Medien unterhält. Es erfolgten des Weiteren einige organisatorische wie auch finanziell notwendige Veränderungen: 1. Eingangssituation im Schloss verändert: das Foyer erhielt einen freundlichen Anstrich und einen Kassenbereich mit Kleinstverkauf von Erfrischungs56 [...]

kulturtouristische Ausflugsziele entstehen und das Image der Region schrittweise verändert und geprägt werden. Der Verein lässt keinen Zweifel daran, dass sich dieses multifunktionale Konzept nur im Zusammenspiel verschiedener o.g. Standbeine erreichen und rentabel betreiben lässt. Neben dem vorhandenen „Barock-Cafe“ im Schloss, welches täglich geöffnet ist und dessen Räume und Dienstleistungen auch extern genutzt und vermietet werden sowie durch die angedachte Schaffung von Übernachtungsmöglichkeiten im ehemaligen Wirtschaftsgebäude wird das Projekt wirtschaftlich tragfähig. Ein Teil der Förderung wird bisher auf Grund der langjährigen und intensiven Partnerschaftsbeziehungen zu verschiedenen polnischen Einrichtungen, z.B. wechselnde Präsentationen und Aktionen von Künstlern der Pomerania Region, aus Frankreich, Belgien, England, die Kooperation mit der Hochschule Torun, mit Historikern und Literaturwissenschaftlern aus Stettin, über die Förderinstrumente der Kommunalgemeinschaft Pomerania ermöglicht. Neben den Ausstellungen, Vorträgen, Seminaren, Volksfesten, Märkten, Konzerten und Führungen werden inzwischen verschiedene Veranstaltungen, Workshops und Seminare des Bildungszentrums der Wirtschaft, der [...]

Arbeit zitieren:
Eichbaum, Christa November 2004: Die Bedeutung kulturtouristischer Angebote als Wirtschafts- und Imagefaktor für Mecklenburg-Vorpommern anhand von Fallbeispielen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Schlösser, Gutshäuser, Herrenhäuser, Meck-Pom, Kulturtourismus

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