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Die Bedeutung der integrierten Versorgung für die forschende pharmazeutische Industrie

Dargestellt unter besonderer Berücksichtigung der Umsatzauswirkungen und des Managements der Kundenbeziehung

Die Bedeutung der integrierten Versorgung für die forschende pharmazeutische Industrie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stéphanie Briswalter
  • Abgabedatum: Oktober 2005
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 516,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Niederrhein Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9239-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9239-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9239-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Briswalter, Stéphanie Oktober 2005: Die Bedeutung der integrierten Versorgung für die forschende pharmazeutische Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: GMG, Arzneimittel, GKV, Krankenversicherung, Gesetz

Diplomarbeit von Stéphanie Briswalter

Einleitung:

Die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens haben sich in den letzten Jahren für die forschende pharmazeutische Industrie mehrfach geändert. Verantwortlich dafür waren verschiedene Reformen, die alle darauf abzielten die Beitragssatzentwicklungen zu stoppen sowie die stetig steigenden Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen zu reduzieren.

All diese Reformen konnten die Gesundheitsausgaben jedoch nicht nachhaltig stoppen, so dass es am 01.01.2004 zur Einführung des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) kam. Im Hinblick auf die Auswirkungen für die forschende pharmazeutische Industrie ist dieses Gesetz eine der bedeutendsten Reformen. Verschiedene gesetzliche Reglementierungen im Bereich der Arzneimittelversorgung haben zur Folge, dass viele mittelständische und standorttreue Unternehmen der pharmazeutischen Industrie existenzbedrohende Zustände erfahren haben, die mit einer wirtschaftlichen Verschlechterung in Form von Umsatzrückgängen, einem Abbau von Arbeitsplätzen und einer Reduktion des Forschungsbudgets einhergegangen sind.

Zu den Zielen des GMG gehört auch die Förderung der Integrierten Versorgung, die bereits im Jahr 2000 eingeführt, aber bis dahin kaum umgesetzt wurde. Das Hauptaugenmerk dieser neuen Versorgungsform liegt auf der Verbesserung der Effektivität und Qualität der medizinischen Versorgung. Die Aufhebung von Defiziten in den sektoralen Strukturen führt zu einem effizienteren Einsatz der vorhandenen Mittel im Gesundheitswesen, einschließlich der Arzneimittel.

Erstmalig ist es der forschenden pharmazeutischen Industrie in der Integrierten Versorgung möglich, Einfluss auf die neue Vertragssituation zu nehmen - in Form von direkten Verträgen mit den Krankenkassen.

Der anhaltende Trend zur Wettbewerbsstärkung eröffnet der pharmazeutischen Industrie nicht nur Chancen auf neue Absatzgebiete und Umsatzwachstum, sondern stellt sie im Gegenzug vor enorme Herausforderungen auf die unbeständigen gesetzlichen Reglementierungen und die daraus resultierenden Marktveränderungen zu reagieren.

Zusammenfassung:

Das deutsche Gesundheitssystem ist geprägt von politischen und gesetzlichen Maßnahmen zur Senkung der Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Ziel dieser Diplomarbeit ist es der Frage nachzugehen, inwieweit die Integrierte Versorgung zu Auswirkungen auf die Umsätze und die Kundenbeziehungen der forschenden pharmazeutischen Industrie geführt hat. Als Grundlage dient eine Erläuterung der gesetzlichen Rahmenbedingungen des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung, welches auch Regelungen zur Integrierten Versorgung beinhaltet.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht eine Studie zur Berücksichtigung der Arzneimittelversorgung innerhalb der abgeschlossenen Verträge zur Integrierten Versorgung der Krankenkassen. Aufgrund dieser Möglichkeit zur Einschätzung der aktuellen Situation lassen sich Steuerungsinstrumente aufzeigen, die zur Vermeidung von Umsatz- und Qualitätseinbußen beitragen können. Weiterhin werden neue Versorgungsstrukturen durch die Integrierte Versorgung unterstützt, die veränderte Anforderungen an die forschende pharmazeutische Industrie bezüglich ihrer Kundenbeziehungen stellen.

Gang der Untersuchung:

Im thematischen Fokus dieser Diplomarbeit stehen die Auswirkungen der Integrierten Versorgung auf die Umsatzentwicklungen und die Kundenbeziehungen der forschenden pharmazeutischen Industrie - dargestellt anhand einer Evaluation zur Berücksichtigung der Arzneimittelversorgung in den abgeschlossenen Verträgen zur Integrierten Versorgung der Krankenkassen. Ziel war es hierbei, Interventionsmöglichkeiten der forschenden pharmazeutischen Industrie aufzuzeigen und zu analysieren.

Als Grundlage für die Bearbeitung des Themas erfolgt im Kapitel 2 eine Einführung in die gesetzlichen Regelungen des GMG, welches auch neue Bestimmungen zur Integrierten Versorgung beinhaltet. Diese ausführliche Analyse dient der Erläuterung des Gesamtzusammenhangs zwischen der Integrierten Versorgung und deren Auswirkungen auf die forschende pharmazeutische Industrie.

In Kapitel 3 sollen dem Leser die Auswirkungen dieses Gesetzes vermittelt werden.

Die Grundlagen der Integrierten Versorgung werden in Kapitel 4 behandelt. Neben einer Begriffsdefinition und einer Erläuterung der Ziele werden die geänderten Rahmenbedingungen der neuen Versorgungsform aufgezeigt. Die Vorstellung wichtiger Vertragspartner und Vertragsmöglichkeiten wird um die Darstellung der Chancen der Teilnehmer an der Integrierten Versorgung ergänzt.

Das Kapitel 5 stellt den praktischen Teil dieser Arbeit dar und dient als wesentliche Voraussetzung für die Einschätzung der aktuellen Situation. Vorgestellt und untersucht wird die Berücksichtigung der Arzneimittelversorgung innerhalb der Krankenkassenverträge zur Integrierten Versorgung. Nach der Vorstellung der aktuellen Vertragssituation und des Studienaufbaus folgt eine ausführliche Auswertung der Vertragsinhalte zur Arzneimittelversorgung. Anschließend werden in Kapitel 5.5 die Ergebnisse der Evaluation dargestellt, die wiederum mit den Beobachtungen der forschenden pharmazeutischen Industrie anhand verschiedener Marktanalysen verglichen werden. Speziell untersucht wurden hierbei umsatz-steuernde Instrumente und Interventionsmöglichkeiten der forschenden pharmazeutischen Industrie.

Aus dem Kapitel 5 resultiert in Kapitel 6 die Bewertung der Auswirkungen der Integrierten Versorgung auf die Umsätze der forschenden pharmazeutischen Industrie. Dazu erfolgt eine intensive Betrachtung der veränderten Kundenstruktur mit ihren Chancen und Mitgestaltungsmöglichkeiten sowie den sich daraus ergebenden Anforderungen an die Industrie.

Das Kapitel 7 fasst die Ergebnisse der Arbeit in einer Schlussbetrachtung zusammen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation 1
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise dieser Arbeit 2
1.3 Beschreibung der pharmazeutischen Industrie 3
2. Gesetzliche Regelungen des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung 5
2.1 Ausgangslage vor dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung 5
2.2 Gründe für das Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung 6
2.3 Steigende Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland 7
2.3.1 Steigende Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland 9
2.4 Preis- und Mengensteuerung in der Arzneimittelversorgung 13
2.4.1 Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln in der gesetzlichen Krankenversicherung 13
2.4.2 Preissteuerung 15
2.4.2.1 Festbeträge 17
2.4.3 Einführung einer Nutzenbewertung 19
2.4.4 Zuzahlungen für den Patienten 22
2.4.5 Struktur der Arzneimittelpreise in Deutschland verglichen mit Europa 23
2.5 Arzneimitteldistributionen 25
2.5.1 Versandhandel mit Arzneimitteln 25
2.5.2 Die Erlaubnis zum Mehrbesitz 26
2.5.3 Die Krankenhausapotheke als weiterer Absatzweg 27
3. Auswirkungen des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung auf die Umsätze der forschenden pharmazeutischen Industrie von 2004 29
4. Gesetzliche Regelungen zur Integrierten Versorgung 31
4.1 Definition der Integrierten Versorgung 31
4.2 Ziele der Integrierten Versorgung 32
4.3 Geänderte Rahmenbedingungen der Integrierten Versorgung 33
4.4 Mögliche Vertragspartner der Integrierten Versorgung 36
4.5 Vertragsmöglichkeiten der Integrierten Versorgung 38
4.6 Chancen für einzelne Akteure in der Integrierten Versorgung 43
4.6.1 Chancen für den stationären Sektor 43
4.6.2 Chancen für den ambulanten Sektor 44
4.6.3 Chancen für die Krankenversicherungsträger 45
4.6.4 Chancen für die Patienten 46
4.6.5 Chancen für die pharmazeutische Industrie 47
5. Auswirkungen der Integrierten Versorgungsverträge auf die Umsätze der forschenden pharmazeutischen Industrie 49
5.1 Aktuell bestehende Verträge zur Integrierten Versorgung 49
5.2 Studienbeschreibung 50
5.3 Methodik 51
5.3.1 Studiendesign 51
5.4 Studienauswertung 52
5.5 Ergebnisse der Studie 65
5.6 Beobachtungen der forschenden pharmazeutischen Industrie zu Umsatzentwicklungen im Rahmen der Integrierten Versorgung 68
6. Bewertungen der Auswirkungen der Integrierten Versorgung auf die Umsätze der forschenden pharmazeutischen Industrie 73
6.1 Veränderte Kundenstruktur für die forschende pharmazeutische Industrie 74
6.2 Anforderungen an die pharmazeutische Industrie 75
6.2.1 Pharmazeutische Hersteller als Vertragspartner der Krankenkassen 75
6.2.2 Pharmazeutische Hersteller als Partner der Leistungserbringer 77
7. Schlussbetrachtung 79
Literaturverzeichnis 81
Anhang 88
Eidesstattliche Erklärung 92

Automatisiert erstellter Textauszug:

Typ 1: Umgewandelte Strukturverträge Die Krankenkassen profitieren von der Umwandlung der bestehenden Strukturverträge nach § 73 a SGB V106. in § 140 d Abs. 1 SGB V107 Verträge, da sie innerhalb der Integrierten Versorgung durch die dort verankerte Anschubfinanzierung unterstützt werden und nicht mehr alleine für die Finanzierung dieser Verträge aufkommen müssen. Ein Prototyp für diese Versorgungsform ist ein Vertrag zwischen einem Krankenhaus oder einer Tagesklinik und einer Praxis mit niedergelassenen Ärzten. Ein Krankenhaus kann hiermit in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten den ambulanten Marktanteil erhöhen sowie eine verbesserte eigene Positionierung im Wettbewerb erzielen. Den Leistungserbringern geht es hierbei vorrangig um das Aufbrechen der Budgetdeckelung durch die Erbringung von mehr Leistungen und daraus folgenden höheren Erträgen. Das Ziel der Krankenkassen ist die Einsparung bei den Krankenhauskosten [...]

Hierbei geht es vor allem es um die Budgetverantwortung auf Seiten der Leistungserbringer. Die Krankenkassen befürchten durch ein Angebot von Mehrleistung - verbunden mit einer Qualitätssteigerung - einen Mehrbedarf, der auch bei niedrigeren Kosten durch vereinbarte Rabatte insgesamt zu Mehrausgaben führen könnte. Um diese Ausgaben zu vermeiden, wurde eine große Vielzahl von Risikoteilungen entwickelt. Beispielsweise bieten die Leistungserbringer innerhalb eines definierten Zeitraums Gewährleistungen für die von ihnen erbrachten Leistungen an wie z.B. bei einer Hüftgelenksendoprothese (TEP) eine postoperative Garantie von 10 Jahren. Diese Risikoteilung kann sogar bis zu einer Übernahme von Gesamtpreisgarantien der jeweils beteiligten Sektoren gehen. Durch diese drei verschiedenen Ausrichtungen der Integrierten Versorgungsverträge entsteht ein dreidimensionaler Raum der Möglichkeiten.105 Bislang haben sich vier Typen von Verträgen etabliert, die sich voneinander nach Ausmaß der Integrationstiefe, -breite und der Risikoübernahme unterscheiden: • [...]

Als eine besondere Herausforderung für die Umsetzung der §§ 140 a-d SGB V104 erweist sich die große Vielfalt der Möglichkeiten. In drei Richtungen lassen sich die Möglichkeiten beschreiben, Verträge zur Integrierten Versorgung zu gestalten: • Integrationstiefe Es sind verschiedene Kombinationen aus der ambulanten und stationären Versorgung möglich, die sogar mit der Rehabilitation verbunden werden können. Das Ausmaß eines Vertrages zur Integrierten Versorgung kann um die häusliche Krankenpflege sowie um die Miteinbeziehung weiterer Sektoren wie die Übernahme der Transportoder Arzneimittelkosten erweitert werden. • Integrationsbreite Ein Vertrag kann sich entweder nur auf eine ganz bestimmte Indikation (z.B. die Hypertonie) oder auf ein komplexeres Krankheitsbild (z.B. die Koronare Herzkrankheit) beziehen. In besonderen Fällen kann sogar die gesamte medizinische Versorgung berücksichtigt werden. • Risikoübernahme und evt. Garantie von Gesamtkosten bzw. Gewährleistung Der besondere Reiz der Integrierten Versorgung stellt sich gerade in dieser Frage, die allerdings viele Vertragskonzepte bisher nur in ersten Ansätzen berücksichtigen. [...]

Arbeit zitieren:
Briswalter, Stéphanie Oktober 2005: Die Bedeutung der integrierten Versorgung für die forschende pharmazeutische Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
GMG, Arzneimittel, GKV, Krankenversicherung, Gesetz

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