Die Bedeutung von Wireless LAN in der Mobilfunkbranche
Eine Analyse auf Basis des Disruptive Technology Frameworks
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thomas Steppuhn
- Abgabedatum: Juli 2003
- Umfang: 84 Seiten
- Dateigröße: 576,6 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Regensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7704-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7704-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7704-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Steppuhn, Thomas Juli 2003: Die Bedeutung von Wireless LAN in der Mobilfunkbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Christensen, Telekommunikation, Sustaining, Innovation, WLAN
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Diplomarbeit von Thomas Steppuhn
Zusammenfassung:
Der Autor beschäftigt sich in seiner Diplomarbeit mit der Frage, ob die unter dem Oberbegriff „W-LAN“ oder „WiFi“ zusammengefassten IEEE 802.11-Standards eine sogenannte Disruptive Technology nach Christensen für die Mobilfunkbranche darstellen könnte. Wäre dies der Fall, könnten die bestehenden Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen von neuen Anbietern auf der technologischen Basis von WLAN verdrängt werden. Die Mobilfunkbranche würde erhebliche Veränderungen durchlaufen. Der Autor unternimmt den Versuch, diese Fragestellung mit Hilfe von Christensens Forschungen und verfügbaren Daten über den Mobilfunkmarkt sowie über die relevanten Technologien zu untersuchen. Angesichts der Bedeutung der Theorie von Christensen und der Aktualität dieser Technologien stellt diese Arbeit eine für die Praxis und Forschung eine anspruchsvolle und relevante Themenstellung dar. Sie verschafft dem Leser einen Überblick über den Entwicklungsstand zum Thema Disruptive Technologies in der Literatur und zeigt die aktuellen Entwicklungen in technologischer und marktbezogener Hinsicht in der Telekommunikationsbranche. Abschließend gibt der Autor theoretisch basierte Handlungsempfehlungen für die Mobilfunkfirmen ab und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen.
Das erste Kapitel enthält eine gute Einleitung in die Thematik und stellt die Problemstellung sowie den Aufbau der Arbeit dar.
Im zweiten Abschnitt der Arbeit konzentriert sich der Autor auf die theoretischen Grundlagen von Christensens Theorie der Disruptive Technologies und deren Erweiterungen. Dazu werden die Grundlagen des „failure frameworks“ von Christensen 1997 beschrieben und erklärt. Als Erweiterungen und Kritik an der dargestellten Theorie präsentiert der Autor die aktuellen Forschungen von Chesbrough 2003, Gilbert 2002 und Adner 2002. Auch auf die Probleme der perspektivischen und relativen Betrachtung von Disruptive Technologies sowie auf die Schwierigkeiten einer Prognose dieser Phänomene geht er ein. Besonderheiten der Telekommunikationsbranche werden im Kontext der Theorie der Disruptive Technologies analysiert.
Mit der Beschreibung und Analyse der Telekommunikationsbranche, insbesondere des Mobilfunks und seinen technischen Grundlagen befasst sich der Autor im dritten Kapitel. Hier wird der Mobilfunk zunächst in den übergeordneten Kontext der Telekommunikationsbranche eingeordnet, um die grundlegenden Faktoren und Dynamiken, die auch für den Mobilfunkbereich relevant sind, herauszuarbeiten. Nach der Identifizierung der wichtigsten Einflüsse und Trends für die Wettbewerbsstrategien in der Telekommunikationsbranche folgt eine Analyse der Mobilfunkbranche nach Porter. Darüber hinaus wird die Branchenanalyse noch durch eine Betrachtung der in der Telekommunikationsbranche relevanten Konvergenztendenzen komplettiert. Aufbauend auf dem erarbeiteten Branchenverständnis wird das Wertnetzwerk nach Christensen als nächste Analyseeinheit identifiziert. Zur weiteren Vorbereitung der Anwendung der theoretischen Erkenntnisse erläutert der Autor die nötigen technischen Grundlagen der Angebotsseite (W-LAN und Mobilfunkstandards) sowie die nachfrageseitigen Performancebedingungen im Mobilfunkwertnetzwerk.
Im vierten Kapitel beschäftigt sich der Autor mit der Anwendung des „failure frameworks“ von Christensen auf W-LAN und die Mobilfunkbranche. Sämtliche besprochene theoretische Grundlagen finden dabei Berücksichtigung in der Anwendung des „failure frameworks“. Die wichtigsten Performanceeigenschaften des Wertnetzwerks werden analysiert und für die einzelnen Standards quantifiziert. Der Autor belässt es allerdings nicht bei einer rein qualitativen Analyse und konstruiert – wie von Christensen empfohlen – Kurvendiagramme, mit denen sich die Disruptionsgefahr abbilden lässt. Die Forschungsfrage der Arbeit wird in diesem Kapitel beantwortet.
Das fünfte Kapitel bietet einen Ausblick auf die zu erwartenden zukünftigen Entwicklungen von W-LAN und seiner Rolle im Mobilfunkbereich. Außerdem werden Einschränkungen und Grenzen von Christensens Theorie der Disruptive Technologies im Rahmen der Analyse aufgezeigt.
Das letzte Kapitel bietet eine Zusammenfassung der wichtigsten Kernergebnisse der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 4 |
| II. | ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 5 |
| 1. | EINLEITUNG | 6 |
| 1.1 | Problemstellung | 6 |
| 1.2 | Gang der Arbeit | 7 |
| 2. | DAS DISRUPTIVE TECHNOLOGY FRAMEWORK | 10 |
| 2.1 | The Innovators Dilemma - Grundlagen und Voraussetzungen | 10 |
| 2.1.1 | Unterscheidung von Sustaining und Disruptive Technologies | 11 |
| 2.1.2 | Bedürfnisse des Marktes gegenüber technologischer Entwicklung | 17 |
| 2.1.3 | Rationales Investitionsverhalten im Widerspruch zu Disruptive Technologies | 19 |
| 2.2 | Fundamentale Gesetze von Disruptive Innovation | 20 |
| 2.3 | Ausweg aus der Dilemmasituation | 24 |
| 2.4 | Kritische Würdigung des Konzepts von Christensen | 26 |
| 2.4.1 | Grenzen und Anwendbarkeit | 26 |
| 2.4.2 | Erweiterungen und wissenschaftlicher Fortschritt der Theorie | 29 |
| 3. | DIE TELEKOMMUNIKATIONS- UND MOBILFUNKBRANCHE | 32 |
| 3.1 | Überblick | 33 |
| 3.2 | Betrachtung der Mobilfunkbranche | 39 |
| 3.2.1 | Analyse nach Porter | 41 |
| 3.2.2 | Konvergenztendenzen | 46 |
| 3.2.3 | Wertnetzwerke nach Christensen | 48 |
| 3.3 | Anbieterseite - untersuchungsrelevante Übertragungstechnologien | 49 |
| 3.3.1 | Topologien und Grundlagen | 49 |
| 3.3.2 | Standards | 52 |
| 3.3.3 | Sprach- und Datendienste | 53 |
| 3.4 | Nachfrageseite - untersuchungsrelevante Markteigenschaften | 54 |
| 3.4.1 | Sprach- und Datendienste | 54 |
| 3.4.2 | Performanceeigenschaften | 55 |
| 3.4.3 | Marktsegmente | 55 |
| 4. | ANWENDUNG DES DISRUPTIVE TECHNOLOGY FRAMEWORKS AUF WLAN UND DIE MOBILFUNKBRANCHE | 56 |
| 4.1 | Sustaining versus Disruptive Charakteristika | 56 |
| 4.1.1 | Sprachdienste | 56 |
| 4.1.2 | Datendienste | 57 |
| 4.2 | Bedürfnisse des Marktes gegenüber technologischer Entwicklung | 63 |
| 4.3 | Fazit | 65 |
| 5. | SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK | 66 |
| 5.1 | Kritik, Einschränkung und Anwendbarkeit des Disruptive Technology Frameworks | 66 |
| 5.2 | Chance oder Risiko? Ableitung von Empfehlungen | 66 |
| 5.3 | Die Zukunft von WLAN in der Mobilfunkbranche | 68 |
| 6. | ZUSAMMENFASSUNG | 69 |
| III. | ANHANG | 72 |
| IV. | LITERATURVERZEICHNIS | 74 |
Wettbewerbsdruck in einer Branche hervorrufen. Die Konditionen des Markteintritts bestimmen, wie schwer oder kostenintensiv der Einstieg für neue Unternehmen in den Markt ist.101 Durch verstärkte deregulatorische Maßnahmen und Privatisierungsvorhaben wurden die Grundlagen für den Eintritt neuer Wettbewerber in den Mobilfunkmarkt gelegt, was global auch tatsächlich zu beobachten ist.102 Die Eintrittsbarrieren in den Mobilfunkmarkt waren ehemals sehr hoch, sind aber deutlich gesunken, da auf der einen Seite der Fortschritt von Netztechniken, der darauf maßgeblichen Einfluss hat,103 festzustellen ist, sich auf der anderen Seite jedoch noch immer relativ hohe Investitionsrisiken und hohe benötigte Skaleneffekte ausmachen lassen, die allerdings ebenfalls deutlich gesunken sind.104 Diese Aussage trifft jedoch nicht uneingeschränkt für Systemanbieter zu. In manchen Märkten105 kann, vornehmlich aufgrund von Lizenzvergaben, aber auch durch die enorm hohen benötigten Investitionen für [...]
Kraft 1: Macht der Lieferanten. Die Lieferanten von Unternehmen einer Branche können durch die Androhung von Preiserhöhungen oder dem Liefern von Produkten mit geringerer Qualität direkt Preisdruck auf ihre Kunden ausüben und damit die Profitabilität für die Firmen innerhalb dieser Branche senken.93 Auf Seiten der Zulieferer muss zwischen den Lieferanten von Hard- und Software für die Netzinfrastruktur und den Zulieferern von mobilen Endgeräten, die es ermöglichen, auf diese Infrastruktur mit ihren Diensten zuzugreifen, unterschieden werden. Bei den zweitgenannten war in den letzten Jahren eine starke Konsolidierung und eine verstärkte Konzentration zu beobachten.94 Bei den Lieferanten für die Netzinfrastruktur ist dies weniger stark zutreffend, was eine höhere Marktmacht für diese Gruppe bedeutet.95 Jedoch sind zwei Faktoren für beide Gruppen von Lieferanten ausschlaggebend. Zum einen handelt es sich bei den Produkten zumeist um standardisierte Produkte, da sie den Ansprüchen auf Interoperabilität96 genügen müssen und bieten somit wenig Differenzierungsmöglichkeiten für die Lieferanten.97 Zum anderen stellen die Mobilfunkanbieter ihre wichtigsten Kunden dar und bestimmen den wirtschaftlicher Erfolg der Lieferanten somit maßgeblich.98 Die Größe der Lieferanten in diesem Markt ist, verglichen mit ihren Abnehmern, im allgemeinen jedoch sehr klein, was zu einer hohen Abhängigkeit von diesen Mobilfunkanbietern als Kunden führt.99 [...]
Telekommunikation69 bezeichnet die Übertragung von Daten jeglicher Art – Text, Grafiken, Bilder, Audio, Video und alle möglichen Kombinationen – in analoger und digitaler Form über leitungsgebundene Netze (Festnetze) oder ungebundene Netze (Funknetze)70 und soll diese Informationen derart aufbereiten, dass sie am Empfangsort in möglichst gleicher Form verfügbar sind wie am Sendeort, also weitgehend unabhängig von der physischen Entfernung der Kommunikationspartner.71 Demnach kann der Begriff Mobilfunk definiert werden als die Übertragung von Daten jeglicher Art – Text, Grafiken, Bilder, Audio, Video und allen möglichen Kombinationen – zwischen einem mobilen (drahtlosen) oder drahtgebundenen Sender (Person oder technische Einrichtung) und einem mobilen (drahtlosen) oder drahtgebundenen Empfänger (Person oder technische Einrichtung, wobei aber mindestens ein Kommunikationspartner – Sender oder Empfänger – mobil bzw. drahtlos kommunizieren muss) unter Rückgriff auf ein räumlich definiertes, zum Endgerät kompatibles Mobilfunknetz einer bestimmten Funkfrequenz unabhängig von dem/den jeweiligen Aufenthaltsort/en [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832477042
Arbeit zitieren:
Steppuhn, Thomas Juli 2003: Die Bedeutung von Wireless LAN in der Mobilfunkbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Christensen, Telekommunikation, Sustaining, Innovation, WLAN



