Die Bedeutung der Wettbewerbsdimensionen Zeit, Kosten und Qualität im Rahmen des Produktentstehungsprozesses
Unter besonderer Berücksichtigung der Elektronikindustrie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thomas Menzel
- Abgabedatum: September 1997
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 621,6 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0745-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0745-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0745-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Menzel, Thomas September 1997: Die Bedeutung der Wettbewerbsdimensionen Zeit, Kosten und Qualität im Rahmen des Produktentstehungsprozesses, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Qualität, Zeit, Elektronikindustrie, Kosten, Produktentwicklung
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Diplomarbeit von Thomas Menzel
Zusammenfassung:
Ziel der gestellten Diplomarbeit war es, herauszufinden, welchen Einfluß die Wettbewerbsfaktoren Zeit, Kosten und Qualität in der Produktentwicklung besitzen und wie sie in der bisher veröffentlichten Literatur behandelt wurden. Diese Untersuchung sollte unter spezieller Berücksichtigung der Elektronikindustrie erfolgen.
Zu Beginn der Arbeit wurden allgemeine charakterisitische Merkmale der Elektronikindustrie herausgearbeitet und die volkswirtschaftliche Bedeutung dieses Industriezweigs behandelt. Dabei wurde herausgestellt, daß dieser Industriezweig eine Schrittmacherrolle für die eigene Weiterentwicklung und die Produktentwicklung anderer Produkte einnimmt und aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Hoffnungsträger für Schwellen- und Entwicklungsländer darstellt.
Im folgenden wurde von Herrn Menzel zur Untersuchung der Wettbewerbsfaktoren Zeit, Kosten und Qualität in der Produktentwicklung der Elektronikindustrie eine Einteilung der Elektronikindustrie in vier Teilbereiche unternommen. Diese Branchen, Telekommunikation, Personal Computer, Unterhaltungselektronik und Halbleiter wurden aufgrund der unterschiedlichen charakteristischen Merkmale zusammengefaßt. Dabei wurde im Bereich Telekommunikation auf die hohen Wachstumsraten und speziell in den Feldern Personal Computer, Unterhaltungselektronik und Halbleiter auf die Problematik des Preisverfalls eingegangen. Dies wurde durch einen Vergleich von Stückzahlen und Umsatzzahlen dargestellt.
Im Anschluß an die Charaktrisierung der Elektronikindustrie wurde die Bedeutung der Produktentwicklung in dieser Branche untersucht. Hierzu wurde zunächst der Einfluß der Produktentwicklung auf die Situation eines branchenunabhängigen Unternehmens übertragen, indem die Auswirkungen auf den lang-, mittel- und kurzfristigen Erfolg einer Unternehmung betrachtet wurden. Im Anschluß daran wurden die Ergebnisse auf Firmen der Elektronikindustrie übertragen.
Im Hinblick auf diese Merkmale wurde im weiteren Verlauf die Wettbewerbsdimensionen Zeit, Kosten und Qualität einzeln untersucht.
Der Verfasser beschreibt zunächst die Bedeutung der Zeit in der Produktentwicklung. Nach der Definition von Zeit wird der Einfluß auf die Effizienz und Effektivität für das Unternehmen dargestellt. Der Faktor Zeit spielt gerade bei diesen beiden Bewertungsmaßstäben für eine Unternehmung eine übergeordnete Rolle.
Zur genaueren Untersuchung wird der Oberbegriff Zeit in den zu betrachtenden Zeitraum der Produktentwicklung und den Zeitpunkt, an dem die Produktentwicklung abgeschlossen sein sollte, um einen optimalen Markteintrittspunkt zu gewährleisten.
Dabei wird die hohe Bedeutung einer kurzen Entwicklungszeit gerade in der Elektronikbranche und das Treffen des richtigen Moments der Markteinführung des neuen Produkts herausgestellt. Herr Menzel weist allerdings auch auf Kritik an zu kurzen Entwicklungszeiten hin.
Bei der Behandlung der Kosten in der Produktentwicklung wurde nach der Definition von Kosten auf die Kostenbestimmung im Entstehungsprozeß hingewiesen. Dabei wurde untersucht, wo Kosten im Rahmen der Entwicklung anfallen. Das daraus entstehende Problem der Zurechnung wurde im anschließenden Abschnitt mit der Darstellung der Möglichkeiten zur Messung von Kosten behandelt. Schließlich wurden Instrumente zur Kostenbeeinflussung genannt. Zum einen wurde die Kostensteuerung behandelt, zum anderen wurden Möglichkeiten zur Reduzierung von Entwicklungskosten diskutiert.
Bei der Frage nach der Qualität der Produktentwicklung wurde im Anschluß an die Qualitätsdefinition die Anwendung von Qualitätsmaßsstäben im Entwicklungsprozeß diskutiert. Im weiteren Verlauf wurden Methoden der Einflußnahme auf die Qualität dargestellt.
Nachdem die Wettbewerbsdimensionen Zeit, Kosten und Qualität einzeln behandelt wurden, zeigt der Verfasser anhand von bereits bestehenden Modellen die Zusammenhänge dieser Wettbewerbsdimensionen untereinander auf. Aufgrund der hohen Interdependenzen zwischen Zeit und Kosten wurde dieses Verhältnis gesondert betrachtet. Es wurde gezeigt, daß eine Zeitreduktion bis zu einem gewissen Punkt durch erhöhte Kosten kompensiert werden kann. Diese Möglichkeit ist allerdings begrenzt mit der Folge, daß von einem bestimmten Punkt an beide Faktoren zum Nachteil des Unternehmens steigen. Unter Hinzunahme der Qualität konnte in einer weiteren Untersuchung gezeigt werden, daß die Verbesserung eines Faktors stets auf Kosten eines anderen Faktors ging. Daher ist ein bestmöglicher Kompromiß zwischen diesen drei Wettbewerbsdimensionen anzustreben.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 8 |
| 1.1 | Problemstellung | 8 |
| 1.2 | Zielsetzung | 8 |
| 1.3 | Aufbau und Konzeption der Arbeit | 9 |
| 2. | Charakterisierung der Elektronikindustrie | 9 |
| 2.1 | Allgemeine charakteristische Merkmale | 10 |
| 2.2 | Volkswirtschaftliche Bedeutung der Elektronikindustrie | 10 |
| 2.3 | Einteilung der Elektronikindustrie in Teilbereiche | 11 |
| 2.3.1 | Telekommunikation | 14 |
| 2.3.2 | Personal Computer | 15 |
| 2.3.3 | Unterhaltungselektronik | 16 |
| 2.3.4 | Halbleiter | 19 |
| 3. | Die Bedeutung der Produktentwicklung in der Elektronikindustrie | 20 |
| 3.1 | Definition und Abgrenzung | 20 |
| 3.2 | Die Bedeutung der Produktentwicklung im Unternehmen | 21 |
| 3.2.1 | Einfluß der Produktentwicklung auf die Unternehmensstrategie | 21 |
| 3.2.2 | Einfluß der Produktentwicklung auf den Unternehmenserfolg | 23 |
| 3.2.3 | Einfluß der Produktentwicklung auf die Liquidität des Unternehmens | 25 |
| 3.3 | Die Bedeutung der Produktentwicklung in der Elektronikindustrie | 26 |
| 4. | Darstellung der Zielgrößen Zeit, Kosten und Qualität in der Produktentwicklung | 28 |
| 4.1 | Die Zeit als Wettbewerbsdimension im Produktentstehungsprozeß | 28 |
| 4.1.1 | Definition und Erklärung von Zeit als Wettbewerbsdimension | 30 |
| 4.1.2 | Effektivität und Effizienz in der Produktentstehung durch den Einfluß von Zeit | 31 |
| 4.1.3 | Die Wettbewerbsdimension Zeit als strategischer Erfolgsfaktor | 32 |
| 4.1.4 | Der Entwicklungszeitraum in der Produktentstehung | 36 |
| 4.1.4.1 | Die Entwicklungsplanungszeit | 36 |
| 4.1.4.2 | Die Entwicklungsdurchführungszeit | 38 |
| 4.1.5 | Der Zeitpunkt der Markteinführung unter Berücksichtigung der Produktentwicklung | 43 |
| 4.1.6 | Kritik | 48 |
| 4.2 | Kosten als Wettbewerbsdimension im Produktentstehungsprozeß | 50 |
| 4.2.1 | Definition und Erklärung von Kosten als Wettbewerbsdimension | 51 |
| 4.2.2 | Die Kostenbestimmung in der Produktentwicklung | 52 |
| 4.2.3 | Messung der Kosten in der Produktentstehung | 53 |
| 4.2.4 | Beeinflussung der Kosten in der Produktentwicklung | 55 |
| 4.2.4.1 | Kostensteuerung | 55 |
| 4.2.4.2 | Möglichkeiten der Kostenreduzierung in der Produktentwicklung | 59 |
| 4.3 | Qualität als Wettbewerbsdimension im Produktentstehungsprozeß | 61 |
| 4.3.1 | Definition und Bedeutung von Qualität unter besonderer Berücksichtigung der Elektronikindustrie | 63 |
| 4.3.2 | Anwendung von Qualitätsmaßstäben in der Produktentstehung | 66 |
| 4.3.3 | Methoden der Einflußnahme auf die Qualität | 68 |
| 5. | Aufzeigen gegenseitiger Abhängigkeiten der Wettbewerbsdimensionen Zeit, Kosten und Qualität | 74 |
| 5.1 | Der Zusammenhang zwischen Entwicklungszeit und Entwicklungskosten | 75 |
| 5.2 | Möglichkeiten der Optimierung der Wettbewerbsdimensionen Zeit, Kosten und Qualität in der Produktentwicklung | 77 |
| 6. | Schlußbetrachtung | 80 |
Der frühe Folger zeichnet sich durch einen Markteintritt kurz nach dem des Pioniers aus. Er gilt als der härteste Konkurrent des Ersteintreters, da er am erwarteten Aufschwung des Marktes teilnimmt. Neben einer Risikominderung durch Beobachtung des Pioniers profitiert er von der Marktaufbauleistung des Führers, kann sich auf geänderte Kundenanforderungen einstellen und hat im Gegensatz zu den späteren Folgern noch die Möglichkeit, auf Marktstandards der jeweiligen Branche Einfluß zu nehmen166. Der Vorteil der Marktstandards bestimmte die Marktstruktur in der Unterhaltungselektronik. Im Videobereich konnte sich der frühe Folger Matsushita mit dem VHS-Videosystem gegen die Marktersteintreter Sony (mit Betamax) und Philips (mit N 1500) durchsetzen, da Matsushita erkannt hatte, daß die vorhandene Software, d.h. die zum Verleih zur Verfügung stehenden Spielfilme hauptsächlich auf VHS angeboten wurden167. Ein ähnliches Beispiel gibt es in dem der Personal Computer-Industrie zuzurechnenden Drukkerbereich. Hewlett-Packard ließ trotz gleichem Stand der Produktentwicklung Xerox den Vortritt auf den Markt, konnte dann aber mit einem eigenständigeren Leistungsprogramm die Marktmacht übernehmen168. Der Folger II steht einem umkämpften oder bereits aufgeteilten Kernmarkt gegenüber. Er hat zur erfolgreichen Markteinführung seiner Produkte aber die Möglichkeit, Kostenreduktionen durch Erfahrungswissen seiner Marktvorgänger durchzuführen und durch Bearbeitung von Marktnischen in Liebhabermärkten führend zu werden169. In der Elektronikindustrie verfolgte der PC-Hersteller Compaq eine solche Strategie. Mit IBMkompatiblen Laptops konnte Compaq sich den Markt einer Nische sichern und sich von dort aus auch auf den Markt von Desktop-Computern bewegen. Die Position des Folgers III ist schwieriger als die vorhergehenden einzuschätzen. Er sieht sich bereits hohen Markteintrittsbarrieren gegenüber und kann nur auf eine geringe [...]
Es stellt sich die Frage, ob der frühe Markteintritt und damit die Strategie des Führers auch wirklich vorteilhaft ist. Je schneller die Produktentstehung ist und je eher das Produkt auf den Markt gebracht werden kann, desto wahrscheinlicher läßt sich eine Strategie als Pionier umsetzen. Dieser Strategietyp wird in einem Umfeld mit kurzen Innovationszyklen, starkem Preisverfall, stabilem technischen Rahmen, geringen Differenzierungsmöglichkeiten und starkem Wachstum für den Unternehmenserfolg als notwendig angesehen161. Da alle diese Eigenschaften auf die Elektronikindustrie zutreffen, sollte eine Verfolgung der Strategie als Führer in diesem Industriezweig angestrebt werden. Durch die Rolle als Führer können aufgrund von monopolistischer Preisbildung höhere Preise, größere Absatzzahlen und damit höhere Gewinne realisiert werden162. Im Pharmabereich, der eng mit der Chemiebranche verbunden ist, konnte festgestellt werden, daß Pioniere auf ihren Gebieten auch stets Marktführer waren. Außerdem konnte eine starke Korrelation zwischen frühem Markteintritt und hohem Marktanteil bei den Nachfolgeprodukten beobachtet werden. Nicht zu unterschätzen war auch die Werbewirksamkeit derjenigen Produkte, die früher als ihre Konkurrenten auf dem Markt waren. Je früher ein Produkt auf den Markt kam, desto höher war die Werbeeffizienz für dieses Produkt163. Wie bereits erwähnt, sind z. B. im Bereich der Meßtechnik die Unternehmen mit Follower-Strategie erfolgreicher. Daher muß auch untersucht werden, wann die FollowerStrategie Aussicht auf Erfolg hat. Wenn man für sich behaupten kann, auf dem Gebiet der F&E führend zu sein, kann es in bestimmten Situationen sinnvoll sein, auf dem Markt nur als Follower zu agieren. Der Konkurrenz werden die Kosten der Markteröff- [...]
Im oben gezeigten Beispiel wird man sich primär um die Markteinführung des zweiten Produkts kümmern, da es höhere technische Potentiale und damit ein potentiell höheres Marktpotential in der Zukunft verspricht. Allerdings ist im Betrachtungszeitpunkt die Leistungsfähigkeit des älteren Produkts (Lalt) noch höher als die des neuen (Lneu). Das ältere Produkt befindet sich möglicherweise noch in der Reifephase seines Lebenszyklus158 oder wird z. B. durch gute Produktmerkmale gerade zum Branchenstandard. In solchen Situationen wird der Wechsel auf ein neues, erfolgversprechenderes Produkt erschwert. Der Zeitpunkt der Markteinführung ist prinzipiell vom Markt abhängig. Es ist vor der Markteinführung zu entscheiden, zu welchem Strategietyp ein Unternehmen eher tendiert: einem Pionier oder einem “follower”. Als Beispiel wird der Baumaschinenhersteller Caterpillar genannt, der sich in seiner Strategie nicht das Ziel gesetzt hat, stets Schrittmacher auf den einzelnen Märkten zu sein. Vielmehr läßt er anderen Firmen den Vortritt, um dann mit den zuverlässigeren, störungsfreiesten und günstigsten Geräten auf den Markt zu kommen159. Man kann drei zeitabhängige Variable verwenden, um herauszufinden, ob ein Unternehmen als Pionier oder als Follower in den Markt eintritt160: [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832407452
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Menzel, Thomas September 1997: Die Bedeutung der Wettbewerbsdimensionen Zeit, Kosten und Qualität im Rahmen des Produktentstehungsprozesses, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Qualität, Zeit, Elektronikindustrie, Kosten, Produktentwicklung



