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Die Bedeutung der Wertpapierleihe für den Kapitalmarkt und ihr Einfluß auf die Kursentwicklung

Die Bedeutung der Wertpapierleihe für den Kapitalmarkt und ihr Einfluß auf die Kursentwicklung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gerrit Malkomes
  • Abgabedatum: Februar 2001
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 845,4 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5794-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5794-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5794-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Malkomes, Gerrit Februar 2001: Die Bedeutung der Wertpapierleihe für den Kapitalmarkt und ihr Einfluß auf die Kursentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Leerverkauf, Short-Position, Wertpapierdarlehen, Aktien, Wertpapier

Diplomarbeit von Gerrit Malkomes

Einleitung:

Die Kapitalmärkte der späten achtziger und neunziger Jahre waren von Deregulierungs- und Liberalisierungsbemühungen geprägt. Dieser Trend dauert bis heute an.

Eine zunehmende Verzahnung der internationalen Finanzmärkte war die Folge. Eine treibende Kraft für die Deregulierungs- und Liberalisierungsbemühungen war die Professionalisierung des Portfoliomanagements. Das Bemühen permanent höhere Renditen für Anleger zu erwirtschaften wurde durch ansteigenden Performance-Druck vorangetrieben. Die Erkenntnis, daß internationale Diversifikation von Finanzmitteln zu einem nachweisbar günstigeren Rendite- / Risikoprofil eines Portfolios führt, hatte zur Folge, daß den internationalen Finanzmärkten heute größere Aufmerksamkeit geschenkt wird, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Ein weiterer Grund für Investments in international lukrativere Märkte nach Chance-Risiko-Abwägungen ist die Vereinfachung von Finanzallokationen. Der Fortschritt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie sorgt für mehr Transparenz und eine bessere Infrastruktur für den Handel und die Abwicklung zwischen den Finanzmärkten.

Die Globalisierung der Kapitaltransaktionen war ein unmittelbares Resultat dieser Entwicklung. Begleitet wurde dieser Trend von ansteigender Liquidität und Volatilität an den Finanzmärkten.

Aufgrund der gestiegenen Liquidität wurden neue Instrumente benötigt, die eine reibungslose Abwicklung der Kapitaltransaktionen gewährleisten sollten. Die rechtzeitige und vollständige Belieferung der Wertpapiergeschäfte ist hierbei eine unbedingt Notwendigkeit, damit Lieferengpässe vermieden werden. Eine fristgerechte Erfüllung von Wertpapiergeschäften ist außerdem Voraussetzung für diverse Handelsstrategien. Die Expansion des Derivatehandels, der mit der Gründung der Deutschen Terminbörse (DTB) einsetzte, ermöglichte ein breiteres Spektrum an Handelsstrategien für Investoren. Hedging-, Arbitrage- und Spekulationsstrategien werden mit sog. Leerverkäufen durchgeführt.

Dieser Sachverhalt macht deutlich, warum Investoren auf der Suche nach einem geeigneten Instrument waren, das sie in die Lage versetzte die vielfältigen Handelsstrategien durchzuführen.

Die Wertpapierleihe ist das Instrument, das die erforderten Eigenschaften besitzt, die Leerverkäufe überhaupt erst möglich macht und hilft Lieferschwierigkeiten problemlos zu überbrücken. Dennoch ist die Wertpapierleihe (WPL) ein relativ unbekanntes und opakes Geschäft. Offizielle Datenbestände über die WPL sind nur in einem sehr spärlichen Umfang zu erhalten (z.B. in Rechenschaftsberichten). In diesem Zusammenhang wird auch davon gesprochen, daß die WPL ein Schattendasein führt.

Die vorliegende Arbeit wird die Relevanz der Wertpapierleihe für Kapital- und Finanzmärkte verdeutlichen. Es werden die Systematik und die wesentlichen Bestandteile der Wertpapierleihe aufgeführt. Zusätzlich werden die individuellen Handlungsmotive und Vorgehensweisen von Ver- und Entleihern von Wertpapieren dargelegt und diskutiert. Die für den Kapitalmarkt entstehenden positiven Effekte, die sich aus den individuell motivierten Absichten der Ver- und Entleiher für den Kapitalmarkt ergeben, werden ebenfalls erörtert.

Ferner werden bestimmte Aktienkursentwicklungen untersucht, um Rückschlüsse ziehen zu können, ob und in welchem Umfang die mit Hilfe der Wertpapierleihe durchgeführten Leerverkäufe Einfluß auf die jeweiligen Aktien ausüben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Darstellungsverzeichnis V
I. Einleitung 1
A) Problemstellung 1
B) Zielsetzung 2
C) Gang der Untersuchung 2
II. Rahmenbedingungen der Wertpapierleihe 4
A) Definition 4
B) Überblick 5
1. Wertpapierleihe im engeren Sinn (Wertpapierdarlehen) 6
2. Repurchase Agreement 7
3. Sale and buy back-Transaktion 9
C) Die aktiven Parteien im Wertpapierleihemarkt 11
1. Verleiher und Entleiher 11
1.1 Agent-Modell (Kommissionsverhältnis) 12
1.2 Principal-Modell (Direktgeschäft) 13
2. Vermittler 14
3. Abwicklung 15
D) Laufzeit/Kündigung 15
E) Bilanzierung 16
F) Risiko 17
1. Monetäre Risiken 17
1.1 Inflationsrisiko 18
1.2 Währungsrisiko 18
2. Bonitätsrisiko 18
2.1 Bonität des Entleihers 19
2.2 Bonität des Verleihers 19
2.3 Bonität des Vermittlers 19
2.4 Bonität des Emittenten 20
3. Marktrisiko 20
3.1 Marktliquiditätsrisiko 20
3.2 Kursrisiko 21
4. Operationales Risiko 21
4.1 Transaktionsrisiko 22
4.2 Zeitzonenrisiko 22
5. Vertragsrisiko 22
G) Sicherheitenstellung 23
III. Die Bedeutung der Wertpapierleihe für den Kapitalmarkt 24
A) Mikroökonomische Sichtweise der Wertpapierleihe 24
1. Motive der Wertpapierleihe aus Sicht des Verleihers 24
2. Motive der Wertpapierleihe aus Sicht des Entleihers 26
2.1 Ausgleich von Lieferschwankungen 27
2.2 Hedging 28
2.3 Arbitrage 32
2.3.1 Convertible Bond oder Wandelanleihe 32
2.3.2 Index-Future 34
2.3.2.1 Cash and Carry-Arbitrage 35
2.3.2.2 Reverse Cash and Carry-Arbitrage 36
2.3.3 Tax oder Dividenden 37
2.3.4 Merger/Übernahme 39
2.3.5 Statistical 42
2.3.5.1 Kassa-Kassa 42
2.3.5.2 Bei Optionsgeschäften 42
2.3.5.3 Pairs Trading 45
2.4 Spekulation 46
B) Makroökonomische Sichtweise der Wertpapierleihe 49
1. Liquidität 49
1.1 Tiefe 50
1.2 Breite 50
1.3 Erneuerungskraft 50
1.4 Zeit 51
2. Erhöhte Markteffizienz 52
IV. Einfluß der Wertpapierleihe auf die Kursentwicklung 55
A) Short Positionen als Voraussetzung für eine Kursuntersuchung 55
1. Argumente für steigende Aktienkurse 57
2. Argumente für sinkende Aktienkurse 58
B) Empirische Untersuchung 61
1. Aufbau und Problematik der Untersuchung 61
2. Beschreibung der Untersuchung 62
3. Ergebnis der Untersuchung 64
V. Resümee 65
A) Zusammenfassung 65
B) Abschließende Kritik 66
C) Ausblick 67
Anhang 69

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bei Gültigkeit der Gleichung 2 sind Arbitragen zwischen Terminpreis und Kassakurs nicht möglich.147 Trotz des engen Zusammenhangs zwischen Kassa- und Terminpreis können sich Abweichungen vom theoretischen Wert des Terminpreises ergeben.148 Die maßgeblich durch unterschiedliche Refinanzierungskosten (sog. Cost of Carry) zu begründen sind.149 Die Index-Arbitrage versucht, mittels Wertpapierleihe für einen Preisausgleich zwischen tatsächlichem und theoretischem Preis zu sorgen. Die Strategie besteht darin, den rechnerisch fairen Preis (theoretischer Terminpreis) des Futures (z.B. DAX-Futures) zu dem aktuellen Indexpreis (Kassapreis, z.B. DAX) zu ermitteln. Bei einer signifikanten Über- bzw. Unterbewertungen kommen zwei Arten der Arbitrage in Betracht, die Cash and Carry-Arbitrage sowie die Reverse Cash and Carry-Arbitrage. 2.3.2.1 Cash and Carry-Arbitrage Bei der Cash and Carry-Arbitrage (Z>Y) ist der Futures-Kontrakt im Verhältnis zu den zugrundeliegenden Aktienportfolio (Index) überbewertet. Dieser Zusammenhang ist in Gleichung 3 dargestellt.150 Der reale Wert (Tr) weicht vom Fair-Value (siehe Gleichung 2) ab und ist daher ein Signal für eine Cash and Carry-Arbitrage. Die folgendermaßen umgesetzt wird: der Futures-Kontrakt wird verkauft und die dem Portfolio angehörenden Aktien werden auf Kredit gekauft.151 Die gekauften Aktien werden bis zur Fälligkeit des Future-Kontrakts gehalten. Die Aktien generieren in dieser Zeit zusätzliche Einnahmen, wenn sie über die WPL verliehen werden. [...]

Position134 gegenüber.135 Die Idee dieser Strategie ist es, daß die Anleihe bei steigenden Aktienkursen mehr erwirtschaftet, als über die entliehenen Aktien (WPL-Kosten) verloren geht. Mit der ausgeübten Option wird bei Fälligkeit der Wandelanleihe die Short-Position getilgt. Fallen andererseits die Aktienkurse, verdient der Entleiher über die leerverkauften Aktien, und zusätzlich wirkt die Option der Wandelanleihe, d.h. am Ende der Laufzeit wird die Option zum Bezug der Aktien nicht ausgeübt. Der fällig werdende Betrag der Wandelanleihe wird eingesetzt, um die benötigten Aktien direkt am Markt einzudecken und dem Verleiher zurückzugegeben. Das Entleiherrisiko besteht bei der Convertible-Bond-Strategie darin, daß die Anleihe unter bestimmten Umständen stärker fallen kann als die Aktie und der über den Leerverkauf erwirtschaftete Betrag nicht ausreicht, um die Verluste der Anleihe vollständig abzudecken. Ein Beispiel hier für ist die Sunbeam Corporation, bei der der erwähnte Fall im Juni 1998 eintrat.136 Die Convertible-Bond-Arbitrage erwirtschaftet anfallende Erträge unabhängig von Marktschwankungen. Diese Arbitrage-Variante versucht nur, die unterschiedliche Marktbewertung von Aktie und Tauschwert des Convertibles zu arbitrieren. Bei dieser Form der Arbitrage wird von einer marktneutralen oder Relative Value-Strategie gesprochen,137 weil sich der Entleiher durch den Leerverkauf neutral zum Markt gestellt hat. Marktneutral ist hierbei nicht mit risikolos gleichzusetzen, sondern bedeutet, daß das Marktrisiko (Beta) reduziert und Alpha (Bewertungsabweichungen die sich auf das Anlageobjekt beziehen)138 generiert wird. Mit dieser Form der Spekulation werden Preisunterschiede abhängiger Finanzinstrumente (z.B. Aktie und deren Wandelanleihe) zur Erzielung von marktunabhängigen Renditen herangezogen.139 Die Convertible-Bond-Arbitrage ist eine gängige Form der marktneutralen ArbitrageVarianten, die insbesondere von Hedge-Funds durchgeführt werden.140 [...]

Wandelanleihen sind von Aktiengesellschaften begebene Schuldverschreibung, die mit einem Fixzinssatz ausgestattet sind und innerhalb einer bestimmten Frist in eine gewisse Anzahl von Aktien umgetauscht werden können. Der Wert der Wandelanleihe ist mit dem Kurswert der Aktie eng verbunden.131 Die Convertible-Bond-Strategie ermittelt mit finanztheoretischen Modellen Wandelanleihen, die im Verhältnis zu ihrer zugrundeliegenden Aktie unterbewertet sind. Tritt eine Preisdiskrepanz zwischen dem Aktienkurs und dem Tauschwert der Wandelanleihe auf, entsteht eine Arbitrage-Möglichkeit.132 Ausgenutzt wird der Preisunterschied, indem die Wandelanleihe bezogen wird und die Aktien gemäß dem spezifischen Tauschverhältnis über die Wertpapierleihe entliehen und am Markt verkauft werden. Der Long-Position133 der Wandelanleihe steht eine bestimmte Short- [...]

Arbeit zitieren:
Malkomes, Gerrit Februar 2001: Die Bedeutung der Wertpapierleihe für den Kapitalmarkt und ihr Einfluß auf die Kursentwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Leerverkauf, Short-Position, Wertpapierdarlehen, Aktien, Wertpapier

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