Die Bedeutung der Werbung bei zunehmender Interaktivität des Fernsehens
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Trumpa
- Abgabedatum: August 2002
- Umfang: 170 Seiten
- Dateigröße: 4,0 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4934-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4934-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4934-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Trumpa, Jens August 2002: Die Bedeutung der Werbung bei zunehmender Interaktivität des Fernsehens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fernsehen, Werbung, Interaktivität, Digitaliserung, Werbefinanzierung
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Diplomarbeit von Jens Trumpa
Einleitung:
Seitdem der Mensch zur arbeitsteiligen Produktionsweisen übergegangen ist, gibt es verschiedenen Formen und Intensitäten Produkte und Leistungen zu umwerben. Ihren großen Aufschwung erlebte die Werbung allerdings mit der technischen Entwicklung der industriellen Revolution, als man merkte, daß die mögliche Massenproduktion von Waren gleichzeitig eine Stimulierung der Nachfrage benötigte.
Die Medien als Werbeträger wie im speziellen Zeitungen erkannten schnell das lukrative Geschäft, das sich mit dem Verkauf von Raum für Anzeigen machen ließ. Mitte des letzten Jahrhunderts begann dann die TV-Werbung, die mit ihren kurzen Spots den Sendern zusätzliche Einnahmen verschafften, an Bedeutung zu gewinnen und erfuhr mit der Dualisierung des Fernsehmarktes und dem Start der werbefinanzierten Sender Mitte der achtziger Jahre einen dynamischen Entwicklungsschwung. Spielte vor 20 Jahren der Werbespot gegenüber den Printmedien eine untergeordnete Rolle, ist er heute das wichtigste Kommunikationsinstrument der Werbung, denn Fernsehen als Leitmedium erreicht täglich 83 Prozent der gesamten Bevölkerung, die über ein Drittel der zu Hause verbrachten Freizeit vor dem Fernseher verbringt.
Heute steht das Fernsehen und damit auch das Werbefernsehen mit der Digitalisierung der Medienwelt erneut vor einem großen Schritt, der wesentlich umfangreichere Veränderungen nach sich ziehen könnte als die Einführung des Farbfernsehens 1967, die erste kabellose Fernbedienung vor 40 Jahren oder die kontrollierte Öffnung des Marktes 1984 für private Fernsehanbieter.
Ist die Finanzierung von Free-TV durch Einnahmen der Wirtschaftswerbung üblich, nimmt sie in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine Sonderstellung ein, denn von durchschnittlich 33 empfangbaren Programmen sind 20 werbefinanziert; das ergibt 750 Stunden Sendung und 27 Stunden Werbung pro Tag, in denen mehr als 3200 Marken beworben werden. Heute strukturiert und formiert die Werbung den Medienmarkt nach ihren Bedürfnissen.
In den meisten Fällen stellt Werbung ein Angebot dar, das vom Rezipienten eigentlich nicht gewollt ist und mehr oder minder unfreiwillig mitkonsumiert wird, die Bedeutung der Programmfinanzierung durch die werbetreibenden Unternehmen dabei aber kaum bewußt ist. Obwohl im digitalen Fernsehen eine Kundenfinanzierung technisch einfacher durchführbar sein wird, spielt die Erlösquelle Werbung für die meisten Programmanbieter wohl weiterhin eine tragende Rolle, denn die Ausweitung der vielfältigen Kommunikationsinstrumente und der Rückkanal, durch den der Konsument intensiver, als nur von Sendung zu Sendung zu zappen, aktiv in das Geschehen eingreifen kann, rücken die Werbung in eine völlig neue Lage. In einer Phase zwischen analogem und digitalen Fernsehen, ist es schwer vorherzusehen, wie digitales und interaktives Fernsehen im Zusammenspiel mit allen beteiligten Akteuren wirklich funktionieren wird, doch lassen sich eine Reihe neuer Möglichkeiten in der engen Beziehung des Fernsehers zum Rezipienten vorhersehen.
War Werbung eine absichtliche und zwangfreie Form der Kommunikation, mit der gezielt versucht wird, Einstellungen von Personen zu beeinflussen, wird sie sich teilweise zu einem Dialog zwischen Unternehmen und Rezipient wandeln, der die Marketingkommunikation vor neuen Aufgaben stellt, aber auch Türen zu Instrumenten öffnet, die vorher im Fernsehen nicht angewendet werden konnten oder gar eine komplett neue Ausrichtung der Beziehung mit dem Kunden bedeuten.
Bei Werbeaufwendungen von 35,5 Milliarden DM im Jahr 2000, von denen rund 15,62 Millionen DM in die Veranstaltung von Fernsehen geflossen sind, die durch die grundlegende Veränderung der Infrastruktur und neuen Gestaltungsmöglichkeiten weitere Wachstumspotentiale vorausgesagt werden, bietet es sich an zu überlegen, wie Werbung im Hinblick auf die Veränderungen funktionieren könnte und welche Rolle sie in der Entwicklung vom analogen zum interaktiven Fernsehen als auch beim vorhergesagten Wandel des Fernsehens von einem Kulturgut zu einer Dienstleistung spielt.
Gerade für werbefinanzierte Fernsehsender bzw. Programmveranstalter, die sich hauptsächlich oder zumindest teilweise über Werbung finanzieren, ist es wichtig zu erkennen, wo und wie Werbung effektiv erscheint, um Unternehmen zu Investitionen in Werbemaßnahmen zu ermutigen und sich so eine potentielle Einnahmequelle zu sichern. Aber auch die Werbetreibenden müssen die Funktionsweisen der Werbeträger verstehen, damit ihre Kommunikationsmaßnahmen möglichst erfolgreich durchgeführt werden können. In diesem Zusammenspiel ist es unerläßlich für beide, den Rezipienten und seine Verhaltensweisen zu kennen oder zumindest versuchen zu verstehen, um seine Bedürfnisse und Wünsche zu erkunden und gar vorwegnehmen zu können. Entscheidet er letztendlich durch seinen Konsum über das bestehen eines Unternehmens oder eines Senders.
Aufbauend auf die herkömmliche Gestaltung des Werbemarktes und die Unternehmung Fernsehen soll in dieser Arbeit der Blick auf innovative strategische Ausrichtungen der Marketingkommunikation unter Berücksichtigung ihres Einsatzpotentials im Fernsehen, für das Werbeeinnahmen als eine wichtige Erlösquelle fungieren, geworfen werden und in einem weiteren Schritt die möglichen Einsatzgebiete und Folgen dieser neuen Instrumente beleuchtet werden.
Werbung zeichnet sich durch einen hohen Grad an Komplexität aus, was eine analytische Betrachtung in der Hinsicht erfordert, verschiedene Komponenten des Werbeumfelds grundlegend einzeln zu betrachten, um so eine Idee des Gesamtbildes Werbung im Fernsehen und ihrer Bedeutung zu bekommen.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegenden Ausarbeitung besteht aus drei Teilen, in denen versucht werden soll, die Bedeutung der Werbung in ihren Anwendungsmöglichkeiten im digitalen und interaktiven Fernsehen zu diskutieren, mit einem Fokus auf werbefinanzierte Programmveranstalter und besonderen Blick auf neue theoretische Strategieansätze der Marketingkommunikation.
Teil I: Grundlagen zu Fernsehen (2.1), Werbung (2.2) und Werbefernsehen (2.3).
Teil II: Neue Rahmenbedingungen und Strategieansätze der Fernsehwerbung (3).
Teil III: Implementierung innovativer Instrumente (4) und die Nachbereitung sowie mögliche Folgen der Werbung im digitalen und interaktiven Fernsehen (5).
Um spätere Entwicklungspotentiale der Werbung im Fernsehen zu erkennen, ist es hilfreich, grundlegende Aspekte der Werbung als auch des Fernsehens zu betrachten, die dann im Werbefernsehen vereint werden (Kapitel 2). Die Veranstaltung des Fernsehen bedarf einerseits einer ökonomischen Betrachtung, in der das Modell der Werbefinanzierung eine mögliche Form darstellt, als auch andererseits die Berücksichtigung der technischen Gegebenheiten, die durch die Digitalisierung einem besonderen Wandel unterliegen, so daß man sowohl die analoge als auch die Welt der neuen Medien durchdenken muß, um Auswirkungen zu verstehen. (Kapitel 2.1). Werbung ist mittlerweile ein fester Bestandteil des täglichen Lebens und hat unterschiedliche Bedeutungen für Unternehmen und Konsumenten. Deshalb sollen elementare Aufgaben der Werbung und einzelne Ansätze von wissenschaftlichen Modellen, die versuchen die Wirkungsweise der Werbung zu beschreiben, einen Einblick in dieses komplexe Umfeld geben. (Kapitel 2.2) Im letzten Abschnitt des ersten Teils werden dann Werbung und Fernsehen zusammengeführt. So entstehen fernsehspezifische Formen der Werbung, die durch verschiedene Determinanten beeinflußt werden und in einem rechtlichen Rahmen ihre Grenzen finden (Kapitel 2.3).
Der zweite Teil der Arbeit (Kapitel 3) beschäftigt sich mit den Folgen der veränderten Rahmenbedingungen, gefolgt von elementaren Auswirkungen auf die Werbung. Nach der Betrachtung des Strukturwandels des Fernsehens (3.1) wird die erforderliche Ausrichtung der Marketingkommunikation eines Unternehmens (3.2), die konform geht mit einem generellen Wertewandel der Konsumenten (3.2.1), deutlich. Die geänderten Voraussetzungen erfordern neue Strategien in der Ansprache der Rezipienten (3.2.2), begleitet von einer differenzierten Suche nach einer Zielgruppe (3.3).
Teil III mit den Kapiteln 4 und 5 betrachtet nun mögliche Ausprägungen des Einsatzes neuer Instrumente in der Werbung, die entweder eine Weiterentwicklung konventioneller Arten (4.1) entsprechen, die Ausprägungen der digitalen Bearbeitung ausnutzen (4.2) oder unter der Voraussetzung eines Rückkanals eine dialogorientierte Werbung im interaktiven Fernsehen ermöglichen (4.3). Durch den Wandel gewinnen auch andere werbeorientierte Senderformate weiter an Bedeutung (4.4). Die unterschiedlichen spezifischen Werbestrategien und die wachsende Konkurrenz auf dem Werbeträgermarkt geben der Nachbereitung des Einsatzes der Instrumente ein noch stärkere Bedeutung als im analogen Fernsehen (5.1). Zusätzlich ist aber auch darüber nachzudenken, wie der Rezipient auf den Struktur- und Ansprachewandel reagiert und ihn akzeptiert (5.2). Die erfolgreiche Evolution des digitalen und interaktiven Werbefernsehens geschieht nur im Einfluß konkurrierender Werbeträger und verfolgt einen noch unbestimmten Entwicklungsweg, in dem am Ende die Werbung bei der Ausgestaltung des Fernsehens vor allem Einfluß auf die Preisgestaltung und Programmplanung nimmt.
In einem abschließenden Abschnitt (Kapitel 6) soll kurz resümiert und herausgestellt werden, welche grundlegenden Strategien in einem interaktiven Umfeld verfolgt werden sollten und welche Hürden die Dienstleistung Fernsehen in Zukunft noch überwinden muß, um sich auf die neuen Marktgegebenheiten einstellen zu können.
Auffallend an der Arbeit ist ein fehlende analytische Betrachtung anhand konkreter Daten. Doch einerseits stehen gewisse Zahlen und Größen nur in unzureichender Form zur Verfügung, die eine nähere Analyse dieser nicht sinnvoll gestalten, andere sind noch gar nicht möglich abzuschätzen, da die Entwicklung ungewiß ist, und wieder andere Aspekte sind in der Werbung, wie zum Beispiel ein konkreter Nutzen für eine Person, schwer quantifizierbar, bei denen dann lediglich auf eine Möglichkeit einer konkreten Erfassung der schwer zu messenden Größe hingewiesen werden kann. Zusätzlich ist Fernsehen eine Unternehmung, in der mehr als in allen anderen Branchen oftmals aus dem Bauch heraus entschieden wird, aber durch den flexiblen ständigen Anpassungszwang an die Konsumenten, den schnellebigen Bedingungen als auch die einfache Tatsache, daß man Fiktionen verkauft, auch muß.
Trotzdem ist es für alle beteiligten Marktakteure, auch bei der Verarbeitung von numerischen Fakten, unumgänglich, um erfolgreich konkrete Entscheidungen treffen zu können, Wirkungsweisen und Zusammenhänge der einzelnen technischen, ökonomischen und psychologischen Komponenten der Werbung im Fernsehen zu verstehen, damit Fernsehen gewinnbringend veranstaltet werden kann.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1. | Untersuchungsgegenstand | 1 |
| 1.2. | Vorgehensweise | 3 |
| 2. | Grundlagen zu Fernsehen, Werbung und Werbefernsehen | 7 |
| 2.1. | Fernsehen | 7 |
| 2.1.1. | Ökonomie werbefinanzierter Fernsehsender | 7 |
| 2.1.1.1. | Finanzierungsquellen | 8 |
| 2.1.1.2. | Nutzeneffekte der Werbung | 11 |
| 2.1.1.3. | Wertschöpfungskette Fernsehmarkt | 13 |
| 2.1.2. | Technische Entwicklung des Fernsehens | 15 |
| 2.1.2.1. | Übertragungskanäle | 16 |
| 2.1.2.2. | Empfangseinrichtungen | 19 |
| 2.1.2.3. | Software | 21 |
| 2.2. | Werbung | 22 |
| 2.2.1. | Funktion für den Konsumenten | 24 |
| 2.2.2. | Funktion für das Unternehmen | 25 |
| 2.2.3. | Wirkungsweise | 28 |
| 2.3. | Werbung im Fernsehen | 33 |
| 2.3.1. | Konventionelle Werbeformen | 36 |
| 2.3.1.1. | Offene Werbeformen | 37 |
| 2.3.1.2. | Verdeckte Werbeformen | 39 |
| 2.3.1.3. | Einstellung zu Werbung | 44 |
| 2.3.2. | Erlösdeterminanten | 46 |
| 2.3.3. | Rechtliche Rahmenbedingungen | 49 |
| 3. | Neue Rahmenbedingungen des Fernsehens | 53 |
| 3.1. | Strukturwandeldes Fernsehmarktes | 54 |
| 3.2. | Externe Marketingkommunikation | 57 |
| 3.2.1. | Trends | 59 |
| 3.2.2. | Marketingstrategien | 62 |
| 3.2.2.1. | Direktmarketing | 63 |
| 3.2.2.2. | Dialogisches Marketing | 65 |
| 3.2.2.3. | Beziehungsmarketing | 67 |
| 3.2.2.4. | Kollaborative Filter und Feedback Lernschleifen | 69 |
| 3.2.3. | Theoretische Erklärungsansätze der Marketingkommunikation | 70 |
| 3.3. | Zielgruppenforschung | 73 |
| 3.3.1. | Zielgruppen und Sinus Milieus | 74 |
| 3.3.2. | Datamining | 77 |
| 3.3.3. | Gefahren und Datenschutz | 79 |
| 3.4. | Zwischenfazit und Ausblick | 82 |
| 4. | Implementierung der innovativen Werbeformen | 83 |
| 4.1. | Erweiterung konventioneller Werbeformen | 84 |
| 4.2. | Virtuelle Werbung | 88 |
| 4.2.1. | Billboards | 90 |
| 4.2.2. | Virtuelles Placement | 95 |
| 4.2.3. | Grafische Animation und Avatare | 97 |
| 4.3. | Dialogorientierte Werbung im interaktiven Fernsehen | 99 |
| 4.3.1. | Interaktive Werbung | 103 |
| 4.3.2. | Individualisierte Werbung | 106 |
| 4.3.3. | Programmintegrierte Werbung | 111 |
| 4.4. | Sonderformen der Werbung | 113 |
| 5. | Nachbereitung im interaktiven Fernsehen | 116 |
| 5.1. | Nachbereitung und Werbewirkung | 118 |
| 5.1.1. | Qualitative Nachbereitung | 120 |
| 5.1.2. | Quantitative Nachbereitung | 121 |
| 5.2. | Akzeptanz der neuen Werbeinstrumente | 126 |
| 5.3. | Entwicklung der Fernsehwerbung im Vergleich | 128 |
| 5.3.1. | Digitale und interaktive Werbung im Konkurrenzumfeld | 130 |
| 5.3.2. | Netzwerkeffekte | 134 |
| 5.3.3. | Preisgestaltung der Werbung | 137 |
| 5.3.4. | Einfluß auf die Programmplanung | 140 |
| 6. | Strategien, Hürden und Fazit | 143 |
| 6.1. | Neue Strategieansätze | 143 |
| 6.2. | Hürden | 145 |
| 6.3. | Fazit | 147 |
| Literaturverzeichnis | 150 | |
| Eidesstattliche Erklärung | V | |
| Lebenslauf | VI |
können1, um sie für personalisierte Dienste zu nutzen, spielt Datenschutz eine wichtige Rolle, zumal die meisten Konsumenten das Ausmaß der Daten, die über sie gesammelt werden, gar nicht abschätzen können; sei es der Abruf von Informationen, Homeshopping oder reines Gucken eines Programms, in sogenannten Logdateien wird das Verhalten des Konsumenten im interaktiven Fernsehen exakt gespeichert. Bei jedem Zugriff wird Datum, Aktion und Zugriffsobjekt protokolliert und mit der Rechneradresse (Set Top Box, DVB Fernseher) verknüpft. Zusätzlich könnte das Endgerät, wenn es technisch denn so ausgelegt ist, weitere Datenpakete über das Verhalten des Rezipienten an einen Anbieter im interaktiven Fernsehen liefern, die in sogenannten CookieFiles abgelegt sind. Weitere Gefahren entstehen dann, wenn Daten z.B. in ein anderes Land2 weitergegeben werden, wo das deutsche Recht3 keine Anwendung findet, aus dem Verhalten riskante Schlüsse4 gezogen werden oder bereits Kinder in die Datenfalle gelangen.5 Deswegen schreibt der Gesetzgeber grundsätzlich vor, daß die erfaßten Daten möglichst gering und anonym anfallen sollen, sowie ihre Nutzung zweckgebunden sein muß.6 [...]
trotz vieler Versuche1 wohl noch in den Kinderschuhen der Umsetzung. Der Einsatz von Multi-Media-Techniken wird dennoch in Zukunft das Datamining wesentlich verbessern und wichtige Impulse für das Marketing setzen, denn insbesondere im Bereich der Direkt- und Dialogkommunikation sowie beim Einsatz kollaborativer Filter2 ist ein funktionierendes Informations- und Marktbearbeitungssystem nötig.3 Neben den technischen Fortschritten setzen die rechtlichen Bestimmungen des Datenschutz wesentliche Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Ausprägung der Generierung von Konsumentendaten, die das Entstehen und den möglichen Mißbrauch eines gläsernen Konsumenten innerhalb gewisser Bahnen halten sollen. 3.3.3 Datenschutz Grundlage für den Datenschutz ist die informationelle Selbstbestimmung eines jeden Bürgers. Jeder hat das Recht zu wissen, wer was wann über ihn weiß4. Das Bundesverfassungsgericht hat im Volkszählungsurteil vom 15.12.1983 den Begriff Recht auf informationelle Selbstbestimmung erstmals in dem Sinne verwendet, daß es sich beim Datenschutz sogar um ein Grundrecht5 handelt, welches die Befugnis des Einzelnen gewährleistet, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen.6 In einem technischen Umfeld, in der Nutzerverhalten genau erfaßt werden [...]
Ein Instrument, eine differenzierte Kundenansprache sowie bessere Marktund Zielgruppenprognosen zu ermöglichen, ist die Aufbereitung und Verknüpfung von gesammelten Kundeninformationen.2 Werbetreibende Unternehmen haben daher ein hohes Interesse an detaillierten Daten über Konsumenten, die von Medien- und Kommunikationsanbietern generiert werden können. Zum einen könnten die gesammelten Information an dritte weiterverkauft werden, zum anderen aber auch zur Nutzung der Optimierung des eigenen Medienangebots dienen.3 Im analogen Fernsehen übernimmt die Analyse der Nutzungsdaten der GfKMeter. Die Ergebnisse basieren jedoch auf eine Stichprobe (Panel), was im wesentlichen eine Verwertung in Bezug auf einzelne Personen nicht zuläßt. Im digitalen Fernsehen erhält nun gewissermaßen jeder sein eigenes Meßgerät, erst in Form der Set Top Box und später des DVB-Fernseher, die die technische Aufgabe der Datensammlung und Übermittlung übernehmen. Voraussetzung für die gezielte Datenerhebungen , dem sogenannten Tracking und Datamining4, ist die Herstellung einer Verknüpfung der Geräte-ID (Set Top Box, Fernseher) mit Informationen über den Nutzer, die für den Konsumenten möglichst transparent sein sollte. Entweder überläßt der Kunde freiwillig personenbezogene Daten, dies kann z.B. beim Kauf eines Endgerätes gegen einen subventionierten Preis durch den Netzprovider oder den Sender5 sowie durch direkte Profil- und Interessenbefragungen via interaktivem TV zu einem späteren Zeitpunkt geschehen, oder die Informationsgewinnung findet über das Nutzungsverhalten statt. Bis auf die direkte Befragung über das Fernsehen ist jeweils kein Rückkanal erforderlich. Viele der Datamining Tools stützen sich auf statistische Algorithmen6 und teilweise auf verschiedene Techniken aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz wie neuronale Netzwerke oder Machine-Learning, welche zur Nachahmung menschlicher Wahrnehmung entwickelt wurden. Die Techniken sollen helfen, die vielen Datenfelder zu durchforsten, um wenige Muster zu finden, die zur Profilerstellung potentiell profitabler Marktsegmente signifikant [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832449346
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Trumpa, Jens August 2002: Die Bedeutung der Werbung bei zunehmender Interaktivität des Fernsehens, Hamburg: Diplomica Verlag
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Fernsehen, Werbung, Interaktivität, Digitaliserung, Werbefinanzierung



