Die Bedeutung von Vertrauen in der Teamarbeit
Untersucht am Beispiel von Krankenhauspersonal
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Nicole Krüger
- Abgabedatum: August 2006
- Umfang: 80 Seiten
- Dateigröße: 847,3 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Universität Hildesheim Deutschland
- Bibliografie: ca. 40
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2559-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krüger, Nicole August 2006: Die Bedeutung von Vertrauen in der Teamarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Teamarbeit, Vertrauen, Krankenhaus, Kommunikation, Kompetenz
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Bachelorarbeit von Nicole Krüger
Einleitung:
In den letzten Jahren erfuhr das Konstrukt Vertrauen einen immer stärker werdenden Bedeutungszuwachs. In Bezug auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Zusammenlebens wird betont, wie notwendig Vertrauen ist. So wird ‘…auch in der betrieblichen Lebenswelt der Begriff zum Inbegriff für gelingende Zusammenarbeit.’ Keine Organisation ist bestrebt Misstrauen in ihren Kunden zu wecken, deshalb setzen sie im Werben nach neuen Mitarbeitern oder Kunden auf Vertrauen. Der Einfluss des Vertrauens auf das menschliche Handeln ist jedoch nicht neu, es hat im Zusammenleben und –arbeiten schon immer eine zentrale Rolle gespielt, insbesondere in der Zusammenarbeit einzelner Individuen in einem Team. Diesbezüglich soll die vorliegende Arbeit aufzeigen inwieweit Vertrauen für die erfolgreiche Teamarbeit von Bedeutung ist. Denn ‘…ein gutes Team zeichnet sich dadurch aus, dass es sich auf ein gemeinsames Hauptziel verpflichtet, sich seine Arbeit selbst organisiert, sich für seine Aufgabe verantwortlich fühlt und nach innen und außen offen ist. Wenn das Team noch vertrauensvoll zusammen arbeitet, leistet es mehr als seine einzelnen Mitglieder’.
Ziel dieser Bachelor-Arbeit ist es zum einen, die Bedeutung von Vertrauen in der Teamarbeit herauszustellen. Dabei ist von belang, dass ersichtlich wird, wann der Prozess des Vertrauensaufbaus in einem Team beginnt, durch welche Faktoren er positiv, wie auch negativ beeinflusst wird und wie das Vertrauen die Arbeit im Team beeinflusst. Zum anderen soll diese Arbeit eine Überprüfung von faktischem Teamvertrauen am Beispiel von Krankenhauspersonal mittels einer kleinen empirischen Studie beinhalten, bei der folgende Fragen im Vordergrund stehen:
- Wie ist die persönliche Einstellung zu Vertrauen?
- Ist Vertrauen in Personalteams eines Krankenhauses vorhanden?
- Kann bzw. wird der aktuelle Ärztestreik als Vertrauensbruch gewertet werden?
Gang der Untersuchung:
Um die Ziele der vorliegenden Arbeit umsetzen zu können wird zunächst einmal das allgemeine Verständnis zu Teamarbeit und Vertrauen aufgebaut. Neben den allgemeinen Definitionen der Begrifflichkeiten Team und Vertrauen wird dem Wort Team besondere Aufmerksamkeit zu teil, indem erläutert wird was ein Team, im Gegensatz zur Gruppe, ausmacht. Des Weiteren werden die Phasen der Teamentwicklung dargestellt, um verdeutlichen zu können, wann Vertrauen im Team relevant wird. Für den weiteren Verlauf des Vertrauens in einem Team sind die Prozesse der Teamarbeit, sprich Kommunikation, Koordination und Kooperation, von Bedeutung. Diese werden in Kapitel 2, unter anderem mit ihrem Einfluss auf das Vertrauen innerhalb eines Teams, näher beschrieben. Der zweite Teil dieses Kapitels beschäftigt sich weiterhin mit dem Konstrukt Vertrauen und erläutert Voraussetzungen, die für die Entstehung von Vertrauen notwendig sind. Inwieweit sich Vertrauen zwischen zwei Personen entwickeln kann, sollen verschiedene Modelle verdeutlichen. Hinzu kommt das Problem, dass Vertrauen, so schwierig es ist dieses aufzubauen, schnell zerbrechen kann. Wie dies geschieht und welche Faktoren in diesen Prozess hineinspielen, soll ebenfalls Bestandteil dieser Arbeit sein.
Kapitel 3 stellt eine Verbindung der vorangegangenen Erläuterungen dar. Vertrauen als bedeutendes Konstrukt fließt in die Bedingungen einer effektiven und effizienten Teamarbeit ein und verdeutlicht, welche Funktion es innerhalb von Teams einnimmt. Überdies werden die Prozesse in Teams - Kommunikation, Koordination und Kooperation - in den Verlauf des Vertrauensaufbaus integriert und erläutert, welche Rolle sie dabei einnehmen. Außerdem wird analysiert, was mit bzw. im Team geschieht, wenn das Vertrauen zerbricht.
Mit der Untersuchung des faktischen Teamvertrauens am Beispiel von Krankenhauspersonal, welche in Kapitel 4 zu finden ist, soll die Bedeutung von Vertrauen innerhalb eines Teams anhand eines real existierenden Teams verdeutlicht werden. Besonderes Anliegen hierbei ist es darzulegen, welchen Stellenwert Vertrauen im Allgemeinen sowie in den befragten Teams für die untersuchten Personen einnimmt.
In Kapitel 5 werden die Ergebnisse der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit dem Thema zusammengefasst und diskutiert sowie ein Ausblick auf die möglichen weiteren Entwicklungen der Teamarbeit unter Berücksichtigung des Konstruktes Vertrauen gegeben.
Abschließend wird Kapitel 6 Methoden aufzeigen, wie Vertrauen innerhalb von Teams (wieder-) aufgebaut werden kann.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 05 | |
| 1. | Einleitung. | 06 |
| 1.1 | Einführung in das Thema | 06 |
| 1.2 | Zielsetzung der Arbeit | 06 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 06 |
| 2. | Definitionen und Grundlagen | 08 |
| 2.1 | Begriffsbestimmung: Team | 08 |
| 2.1.1 | Der Unterschied zwischen Teams und (Arbeits-) Gruppen | 08 |
| 2.1.2 | Arten von Teams | 10 |
| 2.1.2.1 | Problemlösungsteams | 10 |
| 2.1.2.2 | Autonome Arbeitsteams | 11 |
| 2.1.2.3 | Funktionsübergreifende Teams | 11 |
| 2.1.2.4 | Virtuelle Teams | 12 |
| 2.1.3 | Ein Team werden | 12 |
| 2.1.3.1 | Phasen der Teamentwicklung | 13 |
| 2.1.3.2 | Prozesse der Teamarbeit | 15 |
| 2.1.3.2.1 | Kommunikation | 15 |
| 2.1.3.2.2 | Kooperation | 17 |
| 2.1.3.2.3 | Koordination | 18 |
| 2.1.4 | Zusammenfassung | 18 |
| 2.2 | Begriffsbestimmung: Vertrauen | 19 |
| 2.2.1 | Vertrauen als personale Variable | 19 |
| 2.2.2 | Vertrauen als situative Variable | 20 |
| 2.2.3 | Vertrauen als Basisvariable | 20 |
| 2.2.4 | Generalisiertes interpersonales Vertrauen und spezifisches interpersonales Vertrauen (Definition) | 21 |
| 2.2.5 | Voraussetzung für die Entstehung von Vertrauen - die fünf Schlüsseldimensionen | 22 |
| 2.2.5.1 | Integrität | 22 |
| 2.2.5.2 | Kompetenz | 22 |
| 2.2.5.3 | Konsistenz | 23 |
| 2.2.5.4 | Loyalität | 23 |
| 2.2.5.5 | Offenheit | 23 |
| 2.2.6 | Die Entwicklung von interpersonalem Vertrauen | 24 |
| 2.2.6.1 | Modell nach Neubauer | 24 |
| 2.2.6.2 | Modell nach Petermann | 25 |
| 2.2.6.3 | Modell nach Seifert | 27 |
| 2.2.7 | Der Vertrauensverlust | 29 |
| 2.2.8 | Zusammenfassung | 31 |
| 3. | Vertrauen in Teams | 32 |
| 3.1 | Vertrauen als Basisressource in Teams | 32 |
| 3.2 | Funktion von Vertrauen in Teams | 33 |
| 3.3 | Wann und Wie sich Vertrauen in Teams entwickelt? | 34 |
| 3.4 | Was Kommunikation, Kooperation und Koordination für den Vertrauensaufbau in Teams leisten? | 36 |
| 3.4.1 | Kommunikation in Teams | 36 |
| 3.4.2 | Kooperation in Teams | 37 |
| 3.4.3 | Koordination in Teams | 38 |
| 3.5 | Was passiert im bzw. mit dem Team, wenn das Vertrauen zerbricht? | 39 |
| 4. | Empirische Studie | 40 |
| 4.1 | Problem und Ziele der Untersuchung | 40 |
| 4.2 | Die Wahl der Untersuchungsmethode | 41 |
| 4.3 | Der Verlauf der Untersuchung | 42 |
| 4.4 | Ergebnisse der Befragung mittels Fragebogen | 42 |
| 4.4.1 | Auswertung der demografischen Angaben des Fragebogens | 42 |
| 4.4.2 | Auswertung der persönlichen Einstellung gegenüber Vertrauen | 45 |
| 4.4.3 | Auswertung der Einschätzung von Vertrauen im Team | 47 |
| 4.5 | Zusammenfassung | 51 |
| 5. | Diskussion der Ergebnisse | 52 |
| 6. | Methoden zum Vertrauensaufbau innerhalb von Teams | 55 |
| 6.1 | Die (Wieder-) Gewinnung von Vertrauen - diverse Möglichkeiten | 55 |
| 6.2 | Methoden zum aufbauen und festigen von Vertrauen in Teams | 59 |
| 6.2.1 | Mein Platz | 59 |
| 6.2.2 | Gruppengeist | 60 |
| 6.2.3 | gefühlte Wertschätzung | 60 |
| 7. | Fazit | 61 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 63 |
| 9. | Quellenverzeichnis | 65 |
| 10. | Anhang | 66 |
| 10.1 | Anschreiben zum Fragebogen | 66 |
| 10.2 | Fragebogen | 68 |
Textprobe:
Kapitel 3, Vertrauen in Teams:
Vertrauen ist für die Arbeit im Team von besonderer Bedeutung, denn in einer Kultur von Vertrauen gibt es weniger Stress, weniger Rivalität und weniger Aggressionen. Doch bevor das Vertrauen in Teams implementiert werden kann, muss geprüft werden, inwieweit dieses innerhalb der Organisation überhaupt vorhanden ist. Für eine erfolgreiche Einführung von Vertrauen in der Teamarbeit muss dieses als grundlegendes Organisationsprinzip vorherrschen. Weitere Beachtung muss auch dem Kommunikationsverhalten innerhalb der Organisation gewidmet werden, denn dieses ist für den Aufbau von Vertrauen von besonderer Bedeutung. Inwieweit dieses für den Vertrauensaufbau wichtig ist, wurde bereits im vorangegangenen Kapitel erläutert. Welche Bedeutung die Kommunikation jedoch für den Aufbau von Vertrauen innerhalb der Teams hat, soll dieser Abschnitt verdeutlichen. Hinzu kommt die Erläuterung der Bedeutung von Kooperation und Koordination für den Vertrauensaufbau innerhalb von Teams, der Funktion von Vertrauen in Teams und die Vorgehensweise zur Entwicklung von Vertrauen.
Vertrauen als Basisressource im Team:
Vertrauen ist die Basis jeder erfolgreichen Teamarbeit. Dies kann damit begründet werden, dass Vertrauen zum einen Sicherheit gibt und laut Luhman die Komplexität des menschlichen Handelns reduziert. Zum anderen erhöht interpersonales Vertrauen die Glaubwürdigkeit des Gegenübers seine Versprechungen und angekündigten Handlungen auch tatsächlich durchzuführen. Diese Vertrauensbasis ist durch das persönliche Engagement der Teammitglieder aufzubauen, um die Gruppenkohäsion zu stärken und den damit verbundenen Erfolg des Teams gewährleisten zu können. Da Vertrauen eine der wichtigsten Ressourcen innerhalb der Teamarbeit darstellt, kann nicht oft genug auf die Wichtigkeit hingewiesen werden, diese bewusst zu nutzen und zu pflegen. Der Prozess zum Vertrauensaufbau wird maßgeblich von der individuellen Einstellung zu sich selbst und zu anderen beeinflusst. Anhand der vorangegangenen Erläuterungen zum Aufbau von Vertrauen ist selbiges bereits verdeutlicht worden. Vertrauen nimmt auch deshalb die Stellung einer Basisressource innerhalb der Teamarbeit ein, weil ohne das interpersonelle Vertrauen keinerlei Kommunikation möglich wäre. Hinzu kommt, dass die Kommunikation in einer Wechselbeziehung zur Kooperation und Koordination steht und Vertrauen diesbezüglich ebenfalls Grundlage ist. Denn ohne jegliche Kooperation und Koordination und die damit verbundene Kommunikation ist Teamarbeit nicht möglich.
Welche Funktion Vertrauen außerdem innerhalb von Teams einnimmt, wird im nächsten Abschnitt erläutert.
Funktion von Vertrauen in Teams:
Vertrauen hat vor allem eine fundamentale Funktion, die anhand der soziologischen Analyse von Vertrauen nach Luhmann erforscht wurde. Danach lässt sich vor allem der komplexitätsreduzierende Charakter von Vertrauen herausstellen.
Wird eine Person als vertrauenswürdig empfunden, wird davon ausgegangen, dass diese diskret mit erhaltenen Informationen umgeht. Vor diesem Hintergrund ist man bereit, private oder intime Sachverhalte und Gefühle, die die eigene Verwundbarkeit erhöhen, zu erzählen. ‘Die Selbstöffnung einer Person ist eine Folge seines Vertrauens und wird als ´Motor der Vertrauensentwicklung` bezeichnet, denn sie führt auch zu mehr Offenheit der Vertrauensperson, was wiederum das Vertrauen des Akteurs steigert.’ In welchem Ausmaß sich der Akteur selbst öffnet, ist davon abhängig wie hoch das Vertrauen in die Vertrauensperson ist und nicht von der generellen Vertrauensbereitschaft.
Vertrauen erhöht jedoch nicht nur die Bereitwilligkeit, sich selbst zu öffnen und über beispielsweise private Dinge zu sprechen; nein, es verbessert auch den Informationsfluss hinsichtlich arbeitsbezogener Kommunikationsinhalte. Nach Seifert konnte experimentell nachgewiesen werden, dass diese Effekte von Vertrauen einen hohen Einfluss auf die Qualität von Problemlösungen haben, die in Teams erarbeitet werden. Gruppen mit großem Vertrauen - so genannte ´high trust groups` - zwischen den Gruppenmitgliedern erkennen latente Probleme besser, entwickeln mehr einfallsreiche und adäquatere Problemlösungen, haben langfristigere Zeitperspektiven im Kopf, sind zufriedener mit den erarbeiteten Lösungen und motivierter, diese auch umzusetzen, als Teams mit wenig Vertrauen (low trust groups). Vertrauen stabilisiert oder verbessert somit die Kooperations- und Hilfsbereitschaft sowie die Problemlösefähigkeit von Teams. Darüber hinaus empfinden die Mitglieder von ‘high trust groups’ einen stärkeren Gruppenzusammenhalt als Personen, die in ‘low trust groups’ arbeiten. Vertrauen konstituiert in Teams ein emotionales Band zwischen den beteiligten Individuen. Auf dieser Grundlage erhalten Gruppenmitglieder, denen vertraut wird, nicht nur materielle, sondern auch emotionale und soziale Unterstützung (z.B. Ermutigung) von anderen Teammitgliedern. Die Bereitschaft, diese Unterstützung oder andere Formen der Einflussnahme, zum Beispiel auf die eigene Meinung oder Entscheidungsprozesse, anzunehmen, hängt vom Vertrauen ab. Sie wird eher von Akteuren akzeptiert und zugelassen, denen Vertrauen entgegengebracht wird.
Wann und Wie sich Vertrauen in Teams entwickelt?
Wann und Wie sich Vertrauen zwischen Menschen entwickelt wurde anhand der drei Modelle zur Entwicklung von interpersonalem Vertrauen verdeutlicht. In ähnlicher Art und Weise vollzieht sich der Vertrauensaufbau in Teams. Eine mögliche Vorgehensweise soll im Folgenden erläutert werden.
Für den Aufbau von Vertrauen ist anfänglich zu beachten, dass so genannte Antezedenz – Bedingungen von Bedeutung sind. Dies sind beispielsweise bisherige Erfahrungen, die Verfügbarkeit von Ressourcen und das Selbstvertrauen, das jede Person in sich besitzt. Das eigene Selbstvertrauen der Teammitglieder in ihre Kompetenzen und natürlich auch in sich selbst, ist zentral für die Vergabe von Vertrauen. Denn umso mehr diese Antezedenz-Bedingungen zur Verfügung stehen, desto geringer ist das Vertrauens-Risiko, dass eine Person eingehen wird, wenn sie vertrauen vergibt. Hinzu kommen situative Bedingungen, wie Termindruck, Stress und Transparenz der Situation, die den Aufbau und die anschließende Vergabe von Vertrauen beeinflussen können. Welche weiteren Bedingungen für den Aufbau von Vertrauen in Teams von Bedeutung sind, soll im weiteren Verlauf aufgezeigt werden.
Zentral für das Vertrauen gegenüber anderen Personen ist das eigene Selbstvertrauen der Teammitglieder in ihre Kompetenzen und in sich Selbst. Dies ist von Bedeutung, weil diese Komponenten das Maß der Vertrauensvergabe beeinflussen. Ist das Selbstvertrauen der Individuen eines Teams entsprechend hoch, so erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese Vertrauen eher und stärker vergeben.
Der Aufbau von Vertrauen innerhalb eines Teams befindet sich auch in enger Verbindung mit den Phasen der Teamentwicklung. Aus diesem Grund werden nachstehend auch die Teamentwicklungsphasen in dem Prozess des Vertrauensaufbaus mit einfließen.
Das Entwickeln von Vertrauen beginnt bereits in der ersten Etappe, der Forming-Phase, des Teamwerdens. In dieser Phase lernen sich die Mitglieder kennen und jeder Einzelne erkundet die Kompetenzen des anderen. Außerdem werden die ersten Beziehungen aufgebaut. Während diesem ´kennen lernen` ist es wichtig, dass jedes Mitglied eine verständnisvolle Kommunikation zu jedem Teilnehmer aufbaut. Denn während dem Herstellen der verständnisvollen Kommunikation senden die Teammitglieder Informationen zur fachlichen Kompetenz, zur Motivation in Bezug auf die Aufgabenstellung, zur Einstellung gegenüber der Loyalität zu den Mitgliedern und zur Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit jeder einzelnen Person aus. Dieser erste Schritt ist deshalb so bedeutungsvoll, weil das Vertrauen zu einer Person davon abhängig ist, welches Bild man sich von ihr macht.
Dieser Prozess setzt sich auch in der zweiten Teamentwicklungsphase, der Storming – Phase, weiter fort. Diese Periode dient dem Klären von Konflikten und der Einigung über die Ziele und Aufgaben des Teams. Während dieser Phase werden die Rollen im Team geklärt und die Mitglieder erhalten weitere bedeutungsvolle Informationen zur Kompetenz, Motivation und Vorhersehbarkeit der Handlungen ihrer Teammitglieder. Diese ersten beiden Etappen sind grundlegend für den Aufbau von Vertrauen, denn hier werden die Voraussetzungen geschaffen, damit überhaupt Vertrauen entstehen kann. Das Wissen über diese Eigenschaften der Teammitglieder ist deshalb so wichtig, weil die Transparenz jedes einzelnen Mitglieds der Gruppe gewährleistet sein muss. Das Durchschauen der Handlungszüge der Partner baut das Risiko ab, dass vorherrscht, wenn man Vertrauen anderen Personen entgegenbringt.
In der dritten Phase der Teamentwicklung, der so genannten Norming – Phase, ist das Team zur Kooperation bereit und es kann zu einem gezielten Aufbau von Vertrauen kommen. Dies bedeutet, dass bereits schwach entwickeltes Vertrauen innerhalb des Teams vorherrscht und ‘Werte und Normen hinreichend wechselseitig verinnerlicht wurden, um eine gemeinsame Basis zu gründen. Die Interaktionspartner sind in der Lage und Willens, für den anderen in dessen Sinne zu agieren.’ Ohne dieses erste Vertrauen ist es den Mitgliedern nicht möglich Kooperationsbereitschaft zu zeigen, denn für die Erreichung eines gemeinsamen Ziels ist Kooperation unerlässlich. Diese wiederum setzt das Vorhandensein von Vertrauen voraus. Das nun zu entwickelnde Zutrauen in die Teammitglieder wird weiter aufgebaut, indem Aufgaben gemeinsam bearbeitet werden und die verschiedenen Kompetenzen jedes einzelnen Teilnehmers einfließen müssen. Außerdem ist es von Vorteil, wenn sich die Mitglieder innerhalb des Teams Komplimente aussprechen oder konstruktive Kritik üben. Die Bedeutung dieser Phase des Vertrauensaufbaus liegt darin begründet, dass hier die Entwicklung von Vertrauen fast vollständig abgeschlossen sein muss, um in die vierte Phase, die Performing – Phase, eintreten zu können. Diese letzte Etappe setzt das vollständige Vertrauen der Mitglieder zueinander voraus. Vor allem, weil diese Phase eine hohe Loyalität und Offenheit untereinander erfordert. Haben sich die einzelnen Teammitglieder erst einmal dazu entschlossen Vertrauen zu vergeben, hegen sie bestimmte Erwartungen, deren Erfüllung von den Teilnehmern des Teams erwartet wird. Eine Erwartung in diesem Zusammenhang bedeutet, dass sich der Interaktionspartner bzw. die Interaktionspartner - in diesem Fall das Team - wie erhofft vertrauenswürdig verhalten. Wird dies bestätigt, so ist das Team fähig, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt ist die Identifikation mit dem Team und der Aufgabe sehr hoch, so dass die Produktivität und Effizienz der Gruppe wächst und den höchsten Grad erreichen kann.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836625593
Arbeit zitieren:
Krüger, Nicole August 2006: Die Bedeutung von Vertrauen in der Teamarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Teamarbeit, Vertrauen, Krankenhaus, Kommunikation, Kompetenz



