Die Bedeutung des Verkehrs für die Existenz der Schweiz als unabhängiger Staat
Eine geographische und historische Betrachtung des helvetischen Alpenraums
- Art: Abschlussarbeit
- Autor: Burkhard Richter
- Abgabedatum: Juni 2001
- Umfang: 141 Seiten
- Dateigröße: 24,5 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Pädagogische Hochschule Freiburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5277-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5277-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5277-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Richter, Burkhard Juni 2001: Die Bedeutung des Verkehrs für die Existenz der Schweiz als unabhängiger Staat, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Alpen, Gotthardbahn, Geographie, 2. Weltkrieg
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Abschlussarbeit von Burkhard Richter
Einleitung:
Die enge Verbindung zwischen den Teildisziplinen von Geographie und Geschichte lässt sich mustergültig am Beispiel der Schweiz aufzeigen. Mit dem Römischen Reich begann die erste systematische, großräumige Verkehrserschließung Europas. Seit dem 13. Jahrhundert existiert im Alpenraum ein Kleinstaat, der ungeachtet der Ereignisse in den Nachbarländern seine Souveränität waren.
Diese für Europa ungewöhnliche Konstanz verdankt die Schweiz ihrer Lage als Gebirgsstaat zwischen Ballungsräumen: Die unterschiedliche Ausstattung der europäischen Naturräume erfordert(e) die Ausrichtung ganzer Regionen auf wenige Gewerbe und damit den Zwang zum Austausch. Besonders groß waren diese Verkehrsspannungen zwischen Mitteleuropa und dem norditalienischen Ballungsraum. Der Verkehrsstrom wird im Durchgangsraum Alpen auf die entlang den tektonischen Schwächezonen entstandenen Täler kanalisiert (siehe Kapitel Geologie). Sowohl das Höhenhindernis als auch die extremen klimatischen Verhältnisse im Alpenraum führten dazu, dass die im Flachland verwendeten Transportmethoden an ihre Grenzen stießen.
Aus diesem Problem entwickelte sich in den verkehrstragenden Quertälern das Saumwesen. Ein Transportsystem, welches uneigennützigen Einsatz, Disziplin, langfristige, präzise Planung und Unterordnung des Einzelnen zum Wohle des Ganzen forderte. Der Transitverkehr brachte Bareinnahmen und städtisches Gedankengut in den ländlichen Raum am nördlichen Gotthard-Passfuß. Die Umsetzung freiheitlicher Ideale führte zu einer Lösung vom Deutschen Reich. Der eidgenössischen Führungsschicht war es zu verdanken, dass das Ziel, auch die Gotthard-Südrampe zu besitzen, um das Verkehrsmonopol am bedeutendsten Alpenpass innezuhaben, konsequent verfolgt wurde. Der Plan, den südlichen Vorlauf mit Mailand zu erobern, musste nach einer schweren Niederlage 1515 aufgegeben werden; ab diesem Zeitpunkt verfolgte die Eidgenossenschaft eine strikte Neutralitätspolitik.
Nach der napoleonischen Epoche wurde die Schweiz durch den Wiener Kongress wiederhergestellt, sah sich allerdings den Begierden der umgebenden Staaten ausgesetzt. Dies führte zur Entwicklung der wehrhaften Neutralität; die Wehrhaftigkeit stützte sich auf eine Milizarmee. Die Eröffnung der Gotthard-Eisenbahn war in mehrfacher Hinsicht ein bedeutendes Ereignis: Zum einen zerfielen die Strukturen des jahrhundertealten Transportwesens, zum anderen erhöhte sich die Gefahr für den Staat, da ein potentieller Aggressor nun schnell ins Zentrum der Eidgenossenschaft vorstoßen konnte. Um der Milizarmee Zeit zum Aufbau zu verschaffen, wurden feste Wehranlagen als stets einsatzbereites Gerippe geschaffen.
Im Zweiten Weltkrieg konzentrierte die eidgenössische Führung sich auf Besitzerhaltung und notfalls Zerstörung der für die Achsenmächte immens wichtigen Verkehrswege. Die Gegenwart droht jedoch die aus der Vergangenheit gezogenen Lehren und Grundsätze ad absurdum zu führen: In der Mitte zwischen den wohlhabensten und am weitesten entwickelten Regionen der EU gelegen, ist die Bedeutung der Verkehrsachsen unverändert hoch. Damit verbunden ist ein aufkommender Gesinnungswandel in der Bevölkerung, da viele den eigenen Weg des Landes als Gefahr sehen, einen Beitritt zur EU zu günstigen Konditionen zu verpassen. Warnende Stimmen weisen jedoch darauf hin, dass die heutige Periode des Friedens nicht einmal einen Bruchteil früherer Friedensperioden ausmacht und die Vernachlässigung der Verteidigung bereits einmal (à 1798) zum Verlust der Souveränität führte.
Inhaltsverzeichnis:
| Exposé | 5 | |
| Summary | 8 | |
| 1. | Einleitung | 13 |
| 2. | Die natürlichen Voraussetzungen | 17 |
| 2.1 | Die Entstehung des Gotthardgebiets im Verlauf der Alpenentstehung | 17 |
| 2.2 | Die Rolle der Zentralmassive im Zuge der Alpenentstehung | 18 |
| 2.3 | Entstehung des heutigen Landschaftsbildes | 24 |
| 2.4 | Die heutigen geologischen Verhältnisse im Gotthardgebiet | 30 |
| 3. | Die alte Eidgenossenschaft und der Transitverkehr | 35 |
| 3.1 | Vereinfachte, themenbezogene Darstellung der Verkehrstheorie | 35 |
| 3.2 | Grundlagen und früheste Entwicklungen des Alpentransitverkehrs | 37 |
| 3.3 | Entstehung der Schweiz aus den Saumschaften | 39 |
| 3.4 | Großmachtpolitik, „Sprung über den Gotthard“ und Neutralität | 45 |
| 3.5 | Napoleonische Epoche und Folgen | 51 |
| 4. | Von der Industrialisierung bis zum Zweiten Weltkrieg | 54 |
| 4.1 | Der Staat | 54 |
| 4.2 | Die Armee | 56 |
| 4.3 | Die Gotthardbahn | 59 |
| 4.4 | Die Entwicklung des Kraftverkehrs | 63 |
| 5. | Die Landesbefestigungen (unter besonderer Berücksichtigung des Gotthards) | 68 |
| 5.1 | 1885 - 1914 | 75 |
| 5.2 | 1936 - 1945 | 80 |
| 5.3 | 1980 - heute | 84 |
| 6. | Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg | 87 |
| 6.1 | Der Weg zum Krieg | 91 |
| 6.2 | August 1939 - Mai 1940 (Fall Nord) | 93 |
| 6.3 | Mai 1940 bis Juni 1941 | 96 |
| 6.4 | Juli 1941 bis Juni 1944 | 105 |
| 6.5 | Juli 1944 bis August 1945 | 109 |
| 6.6 | Resümee zu Kapitel 6 | 111 |
| 7. | Die Bedeutung des Verkehrs in der Gegenwart | 114 |
| 7.1 | Strategische Probleme der Gegenwart | 114 |
| 7.2 | Verkehrsfragen in der gegenwärtigen Außenpolitik | 118 |
| 8. | Fazit | 125 |
| 9. | Abbildungsverzeichnis | 126 |
| 10. | Literaturverzeichnis | 128 |
| 11. | Glossar | 131 |
| 12. | Index | 133 |
| 13. | Anlagen | 135 |
| 13.1 | Staatsaufbau der Schweiz | 135 |
| 13.2 | Militärische Details | 136 |
Realisierung Die Art der Umsetzung ist Kantonssache. Manche Kantone (z.B. Schwyz, Tessin) sind nicht bereit Polizisten in notwendiger Zahl abzustellen bzw. diese mit den technischen Geräten auszustatten, da ein Großteil der verhängten Bußgelder an den Bund fließt. Kontrolle an den Grenzen, jedoch nicht verpflichtend, kaum Inlandskontrollen Stichproben an den Grenzen, lt. ALPENINITIATIVE (2000) waren etwa 25% überladen, geringe Buße Im Vergleich zu den Nachbarländern niedrigere Kraftstoffpreise trotz einer 25 Rappen Erhöhung zur Querfinanzierung der Bahnen Deutlich höhere Kraftstoffpreise „schrecken“ nicht von einem Schweiztransit ab, da bei der Reichweite heutige LKWs ein Zwischenstopp nicht notwendig ist Keine schlüssigen Konzepte, systemsloses Vorgehen: - kaum Angebote ab D. / It.25 - tech. Möglichkeiten nicht ausgeschöpft nur Lkw mit max. 4m Höhe können transportiert werden - fehlende Koordination CH – It. (Zollabfertigung) bzw. SBB - FS Seit etwa 20 Jahren wurden verschiedenste Varianten von Basistunneln diskutiert; selbst nach dem Baubeginn an Gotthard und Lötschberg war es (1996) noch nicht klar, ob beide Projekte ausgeführt werden. Zudem durch Vergabe eines Großteils der Aufträge schweiz. Unternehmen mit geringer Kapazität lange Bauzeiten [...]
Erst ab 1910 wurden die meisten Pässe für den Automobilverkehr freigegeben. Seit 1919 begann die eidgenössische Post ihre Linien trotz scharfer Proteste der Pferdehalter, die um ihre Verdienste fürchteten, mit dem gelben Postcar zu bedienen. In den 20er Jahren begann die Entwicklung zur heutigen Kraftverkehrssituation im Gotthardgebiet: 1928 überquerten während des Sommers durchschnittlich 160 Fahrzeuge den Gotthard, 1936 waren es 645, 1938 ermittelte man als Höchststand 845 (NETHING 1990, S. 180ff). „Als man vor und nach dem Zweiten Weltkrieg die [...] Gotthardstraße mit einem Hartbelag versah, klammerte man sich lange Zeit noch an die Hoffnung, damit sei den Erfordernissen des Autoverkehrs genüge getan“ (WYSS 1979, S. 185). Die Möglichkeiten, die das Kraftfahrzeug aus militärischem Blickwinkel als [...]
Tag transportiert. Die Zahlen stiegen auf 5 Millionen Passagiere und 32 Millionen Tonnen Güter (1994); gegenwärtig rollen an Spitzentagen über 300 Züge über die Gotthardbahn, d.h. ca. alle neun Minuten ein Zug je Richtung. Bis heute ist die Gotthardstrecke die maßgebliche Einnahmequelle der SBB (MERKER 1995, S. 5). Im Zuge der ständigen Anpassung der Bahnanlagen an den rasant wachsenden Verkehr aber auch aus militärgeographischen Gründen (Autarkie) erfolgte 1922 die Elektrifizierung: Der in nächster Umgebung produzierte Strom hebt die Abhängigkeit von der zu 100% zu importierenden Kohle auf. Zur Steigerung der Energieproduktion erfolgte der Neubau des Amsteger Elektrizitätswerkes, der zentralen elektrischen Anlage für Gotthardnordrampe und NEAT,; als Schutzes vor Luftangriffen wird es vollständig in Kavernen im Bergesinneren verlegt (Kostenpunkt: 470 Mio. Sfr). (TAGES-ANZEIGER, 1999) Zwischen 1924 und 198023 wurden im "Autoverlad" durch den Scheiteltunnel insgesamt knapp 10 Millionen Autos transportiert, pro Stunde konnten 480 Pkw befördert werden. (MERKER 1995, S. 98) Um die Restriktionen im Straßengüterverkehr bis zur Realisierung der NEAT aufrecht erhalten zu können, beschloss der Schweizer Bundesrat den Ausbau der Huckepackkapazität an Gotthard und Lötschberg: Für 1,15 Mrd. Franken wurden bis 1994 Umbauten und Anpassungen der Betriebsanlagen an den gegenwärtigen technischen Stand vorgenommen (EVED 1993, S. 15). Die Gotthardbahn hat sich mit steter Progression zu einem der wichtigsten alpenquerenden Verkehrsträger entwickelt, durch den Bau der Neat dürfte sie eine weitere Aufwertung erhalten. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832452773
Arbeit zitieren:
Richter, Burkhard Juni 2001: Die Bedeutung des Verkehrs für die Existenz der Schweiz als unabhängiger Staat, Hamburg: Diplomica Verlag
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Alpen, Gotthardbahn, Geographie, 2. Weltkrieg



