Die Bedeutung der Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes für den Tourismus in NRW
Dargestellt an den Beispielen von Bad Aachen und Essen
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Uwe Daniels
- Abgabedatum: November 2004
- Umfang: 208 Seiten
- Dateigröße: 5,9 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9164-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9164-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9164-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Daniels, Uwe November 2004: Die Bedeutung der Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes für den Tourismus in NRW, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Geographie, Fremdenverkehr, Touristik, Unesco
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Magisterarbeit von Uwe Daniels
Problemstellung:
Die vorliegende Ausarbeitung zur Erlangung des Grades „Magister Artium“ an der Rheinisch -Westfälischen Technischen Hochschule Aachen beinhaltet die Untersuchung und Beschreibung der Bedeutung der Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes für den Tourismus in Nordrhein-Westfalen, dargestellt an den Beispielen von Bad Aachen und Essen.
Die Idee für dieses Arbeitsthema entstand, als ich im Jahr 2002 von der Aufnahme der Zeche Zollverein in Essen in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten erfuhr. Mir stellte sich die Frage, inwieweit dies Auswirkungen auf den Tourismus haben könnte. Als Aachener drängte sich mir der Vergleich und eine diesbezügliche Untersuchung mit der ersten als Weltkulturerbe ausgezeichneten deutschen Stätte aus dem Jahre 1978, dem Aachener Dom, auf.
Der Tourismus, für Aachen und Essen insbesondere der Städtetourismus, um den es in dieser Darstellung schwerpunktmäßig geht, ist in Zeiten des strukturellen Wandels zur Dienstleistungsgesellschaft für die Kommunen ein erheblicher Wirtschaftsfaktor mit Arbeitsplätzen schaffenden Multiplikatoreffekten geworden. Daher ist es von Bedeutung zu ermitteln, was Touristen in Städte zieht, was ihnen gefällt und was nicht und was sie sich für weitere Besuche wünschen. Es ist wichtig zu erfahren, welche Besuchsziele in der Stadt angesteuert werden und welche Touristen weniger interessieren.
In dieser Darstellung wird speziell auf Welterbestädte der UNESCO eingegangen. Zudem wird untersucht, ob die Touristen das Welterbe als solches wahrnehmen, bzw. ob diese Auszeichnung überhaupt von Interesse ist. Insbesondere für Marketingstrategien sind die Bekanntheit und das Interesse am Weltkulturerbe von entscheidender Bedeutung. Das Ansehen der Welterbestätten für den Tourismus oder die Wahrnehmung von Welterbestätten durch Touristen in Bad Aachen und Essen herauszuarbeiten, ist die Zielsetzung dieser Arbeit.
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn der Arbeit werden zunächst die Begriffe „Tourismus“ und „Weltkulturerbe“ definiert, da die Klarheit dieser Begriffe für das Verstehen der in der folgenden Abhandlung dargelegten Thematik wesentlich ist. In den beiden folgenden Kapiteln wird der Tourismus in Deutschland sowie in Nordrhein-Westfalen, dargestellt. Dies dient der Einordnung der beiden Welterbestätten und ihres Beitrags zum Tourismusaufkommen in Bad Aachen und Essen in das touristische Gesamtbild.
Es folgt im Verlauf die Beschreibung der UNESCO Kriterien zum Weltkulturerbe sowie der Ziele und Perspektiven der Welterbe Konvention der UNESCO.
Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Darlegung des Bekanntheitsgrads der Weltkulturdenkmäler in Deutschland und auf internationaler Ebene.
Ein Kapitel ist der Betrachtung der beiden untersuchten Welterbestätten in Nordrhein-Westfalen (NRW) gewidmet. Hier wird aufgezeigt, was die beiden Denkmäler auszeichnet und warum gerade sie in die UNESCO- Liste aufgenommen wurden. Es folgt ein Vergleich mit ähnlichen internationalen Welterbestätten. Des weiteren wird die Bedeutung der Weltkulturerbestätten für den Tourismus in NRW und insbesondere für den Tourismus in Aachen und Essen untersucht.
Das letzte Kapitel dieser Arbeit befasst sich mit der Vermarktung der beiden Welterbestätten. Hier liegt der Schwerpunkt insbesondere auf der Darstellung in Reiseführern sowie im Internet. Die Stadt Aachen heißt offiziell Bad Aachen. Allerdings ist Bad Aachen als namentliche Bezeichnung eher ungeläufig. In der Regel wird nur der Name „Aachen“ verwendet. Dies wird auch in der folgenden Arbeit der Fall sein.
Die gesamte Untersuchung wurde durch eine Datenerhebung von je 500 Fragebögen, welche in Hotels verteilt wurden, in beiden Städten begleitet. Von diesen 500 Fragebögen konnten aus Essen 159 Fragebögen sowie aus Aachen 154 Fragebögen ausgewertet werden. Die Befragung wurde in den Monaten Juni bis August 2004 durchgeführt. Der Fragebogen umfasst 17 Fragen, wobei bei einigen Fragen auch Mehrfachnennungen als Antwort möglich sind.
Nach dem „Deutschen Städtetag“ sollte eine Mindestzahl von 350 auswertbaren Fragebögen je Erhebungskampagne in einem Zeitraum von 2 Wochen angestrebt werden.
Dieser Stichprobenumfang konnte im Rahmen dieser Magisterarbeit nicht geleistet werden. Daher ist eine statistische Absicherung der Ergebnisse nicht gegeben. Eine Repräsentativität der Befragung ist damit nicht gewährleistet, die Ergebnisse sollten daher mit Vorbehalt interpretiert werden. Allerdings sind aus dieser Befragung klare Trends ersichtlich. Obwohl 500 Fragebögen in einer Anzahl von je 40 Fragebögen pro Hotel ausgegeben wurden, ist das Interesse vonseiten der Hotels, was deren Bemühen hinsichtlich der Weitergabe an die Gäste als auch die Resonanz durch die Gäste, als eher wenig zufrieden stellend anzusehen.
Die Ergebnisse der Befragung sind im Text durch Diagramme, Kartendarstellungen, Tabellen sowie in textlicher Form wiedergegeben worden. Die komplette Auswertung der Fragebögen befindet sich im Anhang dieser Arbeit, und es wird in der Arbeit des Öfteren auf diese verwiesen. Zur Unterstützung der Befragung und deren Ergebnisse wurden durch Gespräche und Befragungen der Verantwortlichen vor Ort die touristische Bedeutung der Denkmäler hinterfragt. Abschließend folgt eine Zusammenfassung und Beurteilung der Untersuchungsergebnisse.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | III |
| II. | Abbildungsverzeichnis | VI |
| III. | Kartenverzeichnis | VII |
| IV. | Tabellenverzeichnis | VIII |
| 1. | Einleitung | 9 |
| 1.1 | Problemstellung | 9 |
| 1.2 | Zielsetzung | 9 |
| 1.3 | Methodisches Vorgehen | 10 |
| 2. | Definition „Tourismus“ und „Weltkulturerbe“ | 12 |
| 2.1 | Definition Tourismus und Tourist | 12 |
| 2.2 | Definition Weltkulturerbe | 12 |
| 3. | Der Tourismus in Deutschland | 13 |
| 3.1 | Datenlage zum Tourismus | 13 |
| 3.2 | Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus | 14 |
| 3.3 | Das Tourismusaufkommen in Deutschland | 14 |
| 3.4 | Das Tourismusland Deutschland | 17 |
| 3.4.1 | Die Angebotsstrukturen im deutschen Tourismus | 17 |
| 3.4.2 | Die Tourismusgebiete | 19 |
| 3.4.3 | Die verschiedenen Angebotssegmente | 21 |
| 3.4.4 | Reiseveranstaltung und -vermittlung | 22 |
| 3.4.5 | Der freizeitorientierte Verkehr | 23 |
| 3.5 | Städtetourismus | 26 |
| 3.6 | Zukunft des Tourismus | 29 |
| 4. | Der Tourismus in Nordrhein - Westfalen | 30 |
| 4.1 | Das Land Nordrhein-Westfalen | 30 |
| 4.2 | Tourismus und Freizeit in Nordrhein-Westfalen | 31 |
| 4.3 | Die Schwerpunkte des Tourismus in Nordrhein-Westfalen | 34 |
| 4.4 | Die verschiedenen Tourismusgebiete in Nordrhein-Westfalen | 37 |
| 4.5 | Die neuen Formen der Erholung und der Freizeitgestaltung im Ruhrgebiet | 39 |
| 5. | Das UNESCO-Welterbe | 44 |
| 5.1 | Die Welterbekonvention | 44 |
| 5.1.1 | Die Entstehung und Bedeutung der Konvention | 44 |
| 5.1.2 | Aufnahmekriterien für die Stätten des Weltkulturerbes | 48 |
| 5.1.3 | Die Finanzierung der Erhaltung von Welterbestätten | 50 |
| 5.2 | Das Weltkulturerbe in der Welt | 50 |
| 5.2.1 | Stätten des Welterbes | 50 |
| 5.2.2 | Die Bedrohung des Welterbes | 53 |
| 5.3 | Weltkulturerbe in Deutschland | 54 |
| 5.3.1 | Weltkulturdenkmäler in Deutschland | 54 |
| 5.3.2 | Deutsches Welterbe zwischen Glanz und Alltag | 56 |
| 5.3.3 | Die Bedeutung der Weltkulturdenkmäler für den Tourismus | 57 |
| 5.4 | Die UNESCO, das Welterbe und ihre Verbindung zum Tourismus | 61 |
| 5.5 | Denkmalpflege und Tourismus | 62 |
| 6. | Die Welterbestätten Aachener Dom und Zeche Zollverein | 66 |
| 6.1 | Der Dom zu Aachen | 66 |
| 6.2 | Der Industriekomplex Zeche Zollverein | 71 |
| 7. | Die Bedeutung der Welterbestätte für den Tourismus | 77 |
| 7.1 | Der Tourismus in Aachen | 77 |
| 7.1.1 | Die geschichtliche Entwicklung der Stadt Aachen | 80 |
| 7.1.2 | Die Wirtschaft in Aachen | 81 |
| 7.1.3 | Die touristische Entwicklung der Stadt Aachen | 82 |
| 7.1.4 | Die Bedeutung der Sehenswürdigkeiten für den Tourismus in Aachen | 85 |
| 7.1.5 | Die derzeitige touristische Situation in Aachen | 87 |
| 7.2 | Der Tourismus in Essen | 92 |
| 7.2.1 | Die geschichtliche Entwicklung der Stadt Essen | 95 |
| 7.2.2 | Die Wirtschaft in Essen | 96 |
| 7.2.3 | Die touristische Entwicklung von Essen | 98 |
| 7.2.4 | Die Bedeutung der Sehenswürdigkeiten für den Tourismus in Essen | 99 |
| 7.2.5 | Die derzeitige touristische Situation in Essen | 102 |
| 8. | Die Bedeutung der Welterbestätte für den Tourismus in Aachen und Essen | 106 |
| 8.1 | Veranstaltungen im Aachener Dom und in der Zeche Zollverein | 106 |
| 8.2 | Die Informationslage über Welterbestätten | 107 |
| 8.3 | Die Darstellung der Welterbestätten in Reiseführer und im Internet | 111 |
| 8.4 | Bedeutung der Weltkulturerbestätten Aachener Dom und Zeche Zollverein für denTourismus | 113 |
| 9. | Fazit | 117 |
| 10. | Literatur | 120 |
| 11. | Anlagen | 129 |
| 12. | Versicherung | 210 |
Bei dem Besuch von Welterbestätten handelt es sich größtenteils um Städtetourismus, da die unter Denkmalschutz stehenden Denkmäler vor allem in Agglomerationen zu finden sind. Im Sinne der Thematik dieser Arbeit stehen hier auch die Kulturdenkmäler im Vordergrund der Betrachtung. Der Bereich der Baudenkmäler umfasst Kirchen, Burgen, Schlösser, Brücken, Gärten, Häuser, Fabriken und viele weitere schützenswerte Bauwerke (Meinel 1987, S.27). Denkmäler und Tourismus sind seit der Antike miteinander verknüpft. Bereits die Römer reisten zu den klassischen Stätten der Griechen, ließen sich von ihnen inspirieren und schufen ihrerseits Bauwerke, welche heute als Welterbestätte zu bewundern sind. In der Renaissance gab das Interesse an Kulturdenkmälern Impulse zum Reisen und mit dem Aufkommen der Eisenbahn wuchs die Zahl der Bildungstouristen. [...]
Allerdings werden auch Kulturdenkmäler durch den Tourismus geschädigt. Diese sollen nicht für Touristen zugänglich sein, um sie vor Schaden zu bewahren. Seitens der UNESCO besteht der Wunsch, dass sich die Tourismuswirtschaft finanziell stärker an der Erhaltung der Kulturdenkmäler beteiligt. Weiter sollen die Touristen im Bezug auf den Umgang mit Kulturgütern stärker sensibilisiert werden (Groth 2000, S. 24). Darüber hinaus bleibt natürlich festzustellen, dass die Tourismuswirtschaft der Hauptnutznießer ist, wenn ein Kulturdenkmal zur Stätte des Weltkulturerbes ernannt wird. Für den Tourismus gelten für den Umgang mit Weltkulturgütern bestimmte Leitlinien. So sollte im Rahmen von touristischen Aktivitäten das archäologische, künstlerische und kulturelle Erbe respektiert werden. Historische Stätten, Museen, Kirchen und Denkmäler sollten erhalten und aufgewertet werden und für den Tourismus zugänglich gemacht werden. Die Gewinne aus der touristischen Inwertsetzung einer Welterbenstätte sollte zumindest teilweise deren Erhaltung zugute kommen. Die traditionellen Produkte und das Handwerk einer Region sollen erhalten und nicht durch touristischen Kitsch verdrängt werden (Opaschowski 2002, S. 316 ff). Ebenfalls sollte der Tourismus und die Denkmalpflege sich ergänzen und voneinander profitieren und sich nicht gegenseitig behindern. [...]
In Aachen beantworteten 58 Personen diese Frage 12, in Essen waren es 35. am häufigsten wurde in beiden Städten von den deutschen Welterbestädten mit 7 bzw. 4 Nennungen Dresden genannt, deren Ernennung zur Zeit der Befragung gerade in der Presse bekannt wurde. Weiterhin wurden in beiden Städten häufiger noch der Kölner Dom und die Zeche Zollverein erwähnt. In beiden Städten erhielten noch je neun weitere deutsche Welterbestätten ein bis zwei Nennungen. Auf internationaler Ebene sind vor allem die weltbekannten Bauwerke wie die chinesische Mauer, die Akropolis in Athen oder die Pyramiden von Giseh genant worden. Jedoch kam kein Bauwerk auf zehn Nennungen und insgesamt befindet sich die Zahl der Antworten auf diese Frage auf einem eher schwachen Niveau. Im Grunde kommen in der Auswertung dieselben Welterbestätten als Bekannteste vor wie in der Auswertung der vorangegangenen Frage. Dies läst wiederum den Schluss zu, dass es zwar Interesse am Welterbe gibt, die Namen der Stätte aber wieder vergessen werden oder der Zusammenhang zwischen Denkmal und Auszeichnung nicht hergestellt wird (Anlage 3 und 5, Frage 12). Weiterhin bleibt festzustellen, dass man offenbar nur das in Erinnerung behält, was man auch wirklich gesehen hat. Ob Tourismus, vor allem ein in Massen auftretender, für das Denkmal immer wünschenswert ist, bleibt von Fall zu Fall zu klären und zu bewerten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491642
Arbeit zitieren:
Daniels, Uwe November 2004: Die Bedeutung der Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes für den Tourismus in NRW, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Geographie, Fremdenverkehr, Touristik, Unesco



