Die Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums für die pharmazeutische Industrie
Entwicklung einer Strategie vor dem Hintergrund zunehmender Globalisierung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ulf Richter
- Abgabedatum: Februar 2003
- Umfang: 105 Seiten
- Dateigröße: 725,1 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7113-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7113-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7113-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Richter, Ulf Februar 2003: Die Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums für die pharmazeutische Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Intellectual, Patent, Innovation, Nord-Süd-Debatte, Property
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Diplomarbeit von Ulf Richter
Einleitung:
Pharmazeutische Innovation hat eine herausragende Bedeutung für die Gesellschaft. So hat sie aufgrund der verbesserten Möglichkeiten für die Behandlung von Krankheiten nachhaltig dazu beigetragen, die Sterblichkeitsrate zu senken und Krankenhausaufenthalte zu verringern. Der Schutz geistigen Eigentums, insbesondere der Patentschutz, hat dabei eine fundamentale Bedeutung für die Sicherstellung einer beständigen Entwicklung innovativer Arzneimittel. Auch wenn das Konzept des geistigen Eigentums sehr theoretisch erscheint, so könnte die forschungsbasierte pharmazeutische Industrie ohne den Schutz geistigen Eigentums in ihrer heutigen Form nicht bestehen. Die Verlagerung von traditionellen auf forschungs- und wissensintensive Sektoren hat den Schutz des geistigen Eigentums in den Mittelpunkt des handelspolitischen Interesses gerückt. Die Einbindung der Regelung zum geistigen Eigentum in die Uruguay-Handelsrunde, die 1994 das General Agreement on Tariffs and Trade (GATT) durch die World Trade Organization (WTO) ersetzte, wurde allgemein von der Pharmabranche begrüßt. Allerdings führte diese, insbesondere von der US-amerikanischen Industrie geforderte Neuregelung, zu einer scharfen Kontroverse um die Ausgestaltung des Schutzes geistigen Eigentums. Als Folge der Stärkung des Patentschutzes werden höhere Preise und damit ein erschwerter Zugang zu innovativen Arzneimitteln für die Bevölkerung in Entwicklungsländern befürchtet. Aber auch auf Unternehmensebene gewinnt der Schutz geistigen Eigentums zunehmend an Bedeutung. Die Pharmabranche steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen wie den längeren Entwicklungszeiten für neue Arzneimittel und die wachsenden Wettbewerbsintensität durch Generika. Dies hat in den vergangenen Jahren einen Konzentrationsprozess in der Branche ausgelöst, dessen Ende noch nicht abzusehen ist.
Vor diesem Hintergrund wird ersichtlich, welche Bedeutung der strategische Umgang mit geistigem Eigentum und dessen Einbindung in die Unternehmensstrategie für den ökonomischen Erfolg in der pharmazeutischen Industrie hat. Ein gezieltes Management eröffnet die Möglichkeit, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und die Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Sowohl auf Unternehmensebene als auch auf Branchenebene sind Pharma-Unternehmen daher dazu aufgerufen, den Schutz geistigen Eigentums zu professionalisieren und in das Zentrum ihrer Aktivitäten zu rücken.
Der Schutz geistigen Eigentums als conditio sine qua non für die Innovation in der pharmazeutischen Industrie ist von zentraler strategischer Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Ohne die Existenz eines starken Patentschutzes könnten nicht nur weniger Arzneimittel entwickelt, sondern auch weniger Generika hergestellt werden. Dies würde nicht nur der Industrie und damit der wirtschaftlichen Entwicklung schaden, sondern vor allem den Patienten. Auch in Zukunft wird der Schutz geistigen Eigentums weiter an Bedeutung gewinnen. Vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung ist daher ein bewusster Umgang mit allen Aspekten geistigen Eigentums in der betrieblichen Praxis notwendig.
Gliederung der Studie:
Im Rahmen dieser Arbeit werden strategische Handlungsempfehlungen für international tätige pharmazeutische Unternehmen auf der Basis einer Analyse der Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums in der Pharmabranche entwickelt. Aufbauend auf einer Untersuchung der internationalen Rahmenbedingungen der pharmazeutischen Industrie werden Handlungsempfehlungen für die betriebliche Schutzrechtspolitik und die systematische Einbindung von Patentinformationen in strategische Entscheidungsprozesse aufgezeigt. Dabei werden sowohl auf Unternehmens- als auch auf Branchenebene adäquate Instrumente erarbeitet.
Als aktuelle Problemfelder werden insbesondere die längeren Entwicklungszeiten, der Substitutionswettbewerb durch Generika und die Globalisierung des Schutzes geistigen Eigentums als Ansatzpunkte für die weitergehende Untersuchung identifiziert. Basierend auf einer kritischen Analyse der Strategien im Umgang mit geistigem Eigentum auf Unternehmensebene werden strategische Handlungsempfehlungen sowohl auf Unternehmens- als auch auf Branchenebene vorgestellt. Dies umfasst die Aufforderung an international tätige Pharma-Unternehmen ein umfassendes Intellectual Asset Management System zu etablieren und in die Unternehmensstrategie zu integrieren. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung von patentstatistischen Analysen als Informationsquelle und einem qualitativ hochwertigen Portfolio-Management für die Steuerung des Kommerzialisierungsprozesses herausgearbeitet.
Im Umgang mit geistigem Eigentum auf Branchenebene wird die Notwendigkeit der Verbandsarbeit zur Vereinheitlichung der internationalen Rechtsbedingungen betont. Darüber hinaus werden mit dem Verfahren der Preisdiskriminierung und dem Public-Private-Partnership zwei Lösungsansätze aus Sicht der pharmazeutischen Industrie für die Patentproblematik in Entwicklungsländern vorgestellt.
Nach den einleitenden Ausführungen des ersten Kapitels werden im zweiten Kapitel zunächst die begrifflichen und konzeptionellen Grundlagen dargelegt. Zu Beginn erfolgt eine Abgrenzung des zentralen Begriffs 'geistiges Eigentum' und der für diese Arbeit relevanten Formen geistigen Eigentums. Zudem werden die historischen und philosophischen Wurzeln des Begriffs erläutert und die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen dargelegt. Darauf folgt eine Darstellung der Determinanten der pharmazeutischen Industrie, welche ob der Komplexität der Branche auf den Aufbau des Pharmamarktes, die Wertschöpfungskette eines Pharmaunternehmens und die Bedeutung und Formen staatlicher Regulierung beschränkt werden. Das Kapitel schließt mit einer kurzen Definition des Begriffs 'Globalisierung' ab.
Im dritten Kapitel wird das Patentsystem ausführlich erläutert und der Bezug zur pharmazeutischen Innovation dargelegt. Zu Beginn wird die Funktion von Patenten und Lizenzen bzw. Zwangslizenzen ausgeführt und daraufhin in das Konzept des Patent lebenszyklus eingeordnet. Darauf aufbauend werden verschiedene Ansätze zur Beurteilung von Patenten in der ökonomischen Theorie vorgestellt und der Zusammenhang zwischen Patenten und Innovation in der Empirie beschrieben.
Die aktuell zu beobachtende Veränderung der strategischen Rahmenbedingungen der pharmazeutischen Industrie ist Gegenstand des vierten Kapitels. Nach einer detaillierten Analyse der Ursachen und Konsequenzen der zunehmenden Wettbewerbsintensität wird als weitere Determinante der Wandel in der Forschung und Entwicklung dargelegt. Abschließend erfolgt eine Analyse der Problemfelder der Globalisierung des Schutzes geistigen Eigentums aufgrund seiner Bedeutung für die global agierende pharmazeutische Industrie.
Basierend auf dem vorhergehenden Kapiteln umfasst das fünfte Kapitel eine kritische Analyse der Strategien im Umgang mit geistigem Eigentum auf Unternehmensebene. Zunächst werden dazu detailliert die existierenden Patentstrategien dargelegt, deren Bedeutung für den Unternehmenserfolg erläutert und abschließend Strategien im Umgang mit weiteren Formen des geistigen Eigentums von Pharma-Unternehmen skizziert. Im sechsten Kapitel erfolgt die Synthese der vorausgegangenen Kapitel in Form einer Erarbeitung von Implikationen und Handlungsempfehlungen für Unternehmen der Pharmabranche. Dabei wird zunächst die Notwendigkeit der Implementierung eines Intellectual Asset Management und dessen professioneller Aufbau erläutert. Vor dem Hintergrund der globalen Aktivitäten pharmazeutischer Unternehmen werden weiterhin Handlungsoptionen auf Branchenebene aufgezeigt und in den Kontext dieser Arbeit eingebettet.
Abschließend erfolgt im siebten Kapitel eine Zusammenfassung und ein Ausblick in die zukünftige Entwicklung der pharmazeutischen Industrie.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | III | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG | 1 |
| 1.2 | GANG DER UNTERSUCHUNG | 2 |
| 2. | BEGRIFFLICHE UND KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN | 3 |
| 2.1 | GEISTIGES EIGENTUM | 3 |
| 2.1.1 | Patente, Marken, Gebrauchsmuster und Geschmacksmuster | 4 |
| 2.1.2 | Historische und philosophische Wurzeln des Schutzes geistigen Eigentums | 6 |
| 2.1.3 | Internationale rechtliche Umgebung | 8 |
| 2.2 | DIE PHARMAZEUTISCHE INDUSTRIE | 9 |
| 2.2.1 | Der Aufbau des Pharmamarktes | 10 |
| 2.2.2 | Die Wertschöpfungskette eines forschenden Pharma-Unternehmens | 12 |
| 2.2.3 | Bedeutung und Formen staatlicher Regulierung | 13 |
| 2.3 | GLOBALISIERUNG | 15 |
| 3. | DAS PATENTSYSTEM ALS SCHLÜSSEL ZUR INNOVATION | 16 |
| 3.1 | DAS PATENTSYSTEM | 16 |
| 3.1.1 | Funktion von Sperrpatenten | 17 |
| 3.1.2 | Lizenzen und Zwangslizenzen | 17 |
| 3.1.3 | Der Patentlebenszyklus | 18 |
| 3.2 | DAS PATENT IN DER ÖKONOMISCHEN THEORIE UND EMPIRIE | 19 |
| 3.2.1 | Das Patent als temporäres Monopol | 20 |
| 3.2.2 | Der Zusammenhang zwischen Innovation und Patenten in der Empirie | 22 |
| 4. | VERÄNDERUNG DER STRATEGISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN DER PHARMAZEUTISCHEN INDUSTRIE | 23 |
| 4.1 | URSACHEN UND KONSEQUENZEN DER ZUNAHME DER WETTBEWERBSINTENSITÄT INNERHALB DER PHARMABRANCHE | 24 |
| 4.1.1 | Substitutionswettbewerb durch Generika | 24 |
| 4.1.2 | Margenverfall durch angestiegene Entwicklungszeiten | 26 |
| 4.1.4 | Kooperationen und Netzwerkbildung | 27 |
| 4.2 | GRUNDLEGENDER WANDEL IN FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG | 28 |
| 4.3 | PROBLEMFELDER IN DER GLOBALISIERUNG DES SCHUTZES GEISTIGEN EIGENTUMS | 29 |
| 4.3.1 | Falsche Fronten – Die Pharmazeutische Industrie und die Nord-Süd-Debatte | 30 |
| 4.3.2 | Die Doha-Deklaration | 31 |
| 5. | KRITISCHE ANALYSE DER STRATEGIEN IM UMGANG MIT GEISTIGEM EIGENTUM AUF UNTERNEHMENSEBENE | 32 |
| 5.1 | PATENTSTRATEGIEN | 33 |
| 5.1.2 | Patentierung im Zeitverlauf | 35 |
| 5.1.3 | Lizenzstrategien | 36 |
| 5.1.4 | Reaktive Patentstrategien | 37 |
| 5.1.6 | Gerichtliche Patentstreitverfahren | 38 |
| 5.1.6 | Management der Patenterlöschung | 38 |
| 5.2 | EINFLUSS VON PATENTSTRATEGIEN AUF DEN UNTERNEHMENSERFOLG | 39 |
| 5.3 | STRATEGISCHE BEDEUTUNG WEITERER FORMEN GEISTIGEN EIGENTUMS | 40 |
| 6. | IMPLIKATIONEN UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR PHARMAZEUTISCHE UNTERNEHMEN | 41 |
| 6.1 | NOTWENDIGKEIT EINES INTELLECTUAL ASSET MANAGEMENT | 41 |
| 6.1.1 | Das Integrierte Innovationsmanagement | 43 |
| 6.1.2 | Erstellung und patentstatistische Analyse des Patentportfolios | 43 |
| 6.1.3 | Evaluierung des Patentportfolios – Die Realoption | 44 |
| 6.1.4 | Patentportfolio-Management | 45 |
| 6.1.5 | Strategische Steuerung – Einbettung der Patentstrategie in die Unternehmensstrategie | 47 |
| 6.2 | STRATEGISCHE HANDLUNGSOPTIONEN AUF BRANCHENEBENE | 48 |
| 6.2.1 | Vereinheitlichung der internationalen rechtlichen Rahmenbedingungen | 48 |
| 6.2.2 | Preisdiskriminierung als Lösung für Entwicklungsländer | 50 |
| 6.2.3 | Public-Private Partnership und geistiges Eigentum | 51 |
| 7. | SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK | 52 |
| ANHANG | 54 | |
| TABELLENVERZEICHNIS | 55 | |
| INTERVIEWVERZEICHNIS | 56 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 86 |
3.2.2 Der Zusammenhang zwischen Innovation und Patenten in der Empirie Die praktische Anwendung von wissenschaftlichen Erkenntnissen ist von bedeutendem Nutzen für die Gesellschaft. Insbesondere die Forschung und Entwicklung sind ein entscheidender Faktor für den Wohlstand eines Landes. 132 So waren nach GRILLICHES die hohen Rückflüsse aus Forschung und Entwicklung eine ausschlaggebende Größe für das Wohlstandswachstum im 20. Jahrhundert. 133 Zwar wird das Patentsystem im Allgemeinen als die praktikabelste Möglichkeit zum Anreiz von Innovation und technischem Fortschritt gesehen134 , allerdings ist die optimale Patentlaufzeit für ein Maximum an Innovation in der Literatur stark umstritten. 135 So ist die Frage, welche Auswirkungen der Patentschutz auf Ausmaß und Richtung der Innovations tätigkeit der pharmazeutischen Industrie hat, immer noch größtenteils unklar. 136 SAKAKIBARA /BRANSTETTER schließen aus einer Untersuchung der Patentreform in Japan im Jahr 1998, welche zu einer Ausweitung der Patentlänge in der pharmazeut ischen Industrie führte, dass Auswirkungen auf die Innovationstätigkeit eher gering oder nicht zu beobachten gewesen seien, eine längere Patentlaufzeit also nicht unbedingt zu höherer Innovationstätigkeit führe. 137 Einer Untersuchung von BOUND ET AL. zufolge fallen die F&E-Aktivitäten (nach Umsatz gemessen) sowohl in besonders großen, als auch in besonders kleinen Unternehmen höher aus, als in einem Unternehmen von durchschnittlicher Größe. 138 Gemäß einer Studie von LANJOUW /LERNER beeinflusst die Ausgestaltung der Regelungen zum Patentschutz nicht nur die Höhe der in F&E investierten Mittel, sondern zeigt auch Auswirkungen auf den Ort und die Art der Forschung. 139 Demnach gaben 80% der befragten US-Unternehmen an, dass das Ausmaß des Schutzes geistigen Eigentums für [...]
Dieses vereinfachende Modell zeigt die Ausgangslage zur Argumentation über die Effekte der Erteilung von Rechten zum geistigen Eigentum. Der Wohlfahrtsverlust (blaugrau unterlegt), der durch die Erteilung eines Monopols entsteht, wird in diesem Fall als positiv interpretiert, da er als Investition in neue Innovationen gesehen wird. 123 Kurzfristig führt allerdings die Ausübung von Rechten am geistigen Eigentum zu einer suboptimalen Nutzung der Innovation, da die Bepreisung des Wissensgutes über den marginalen Kosten (von Null) stattfindet. 124 Vielfach wird daher argumentiert, dass der Schutz geistigen Eigentums unnötig sei, um Innovationen zu fördern und allein der Wettbewerb ausreiche. 125 Dem lässt sich grundsätzlich entgegenhalten, dass Innovationen weitreichende externe (spill-over) Effekte erzeugen, so dass der langfristige Nutzen die Wohlfahrtsverluste durch die Erteilung des Monopols übersteigt. 126 Ein Patent kann ferner sogar Wettbewerb schaffen, wenn es den Kostenvorteil gege nüber einem Wettbewerber zu reduzieren hilft und somit ein bestehendes Quasi-Monopol im Markt verringern kann. 127 Darüber hinaus wird durch das Patentsystem die Innovationstätigkeit erhöht, da es die frühe Offenlegung einer Erfindung anregt. 128 Nicht überraschend wird die Erteilung eines Monopols oftmals von Gerichten und Wettbewerbsbehörden mit ökonomischer Macht assoziiert. Die Schaffung von Exklusivrechten muss aber nicht zwingend zu der Fähigkeit führen, Marktmacht ausüben zu können, da sich diese im Allgemeinen erst aus der Nachfrage nach diesem Gut ergibt. 129 Darüber hinaus wird auch argumentiert, dass die Kosten der Aufrechterhaltung eines Patentwesens, wie z. B. Administrationskosten, durchaus eine signifikante Rolle spielen und zu Wohlfahrtsverlusten führen. 130 Die zentrale Frage lautet also, wie viel Schutz geistigen Eigentums notwendig ist, um ein ausreichendes Maß an Innovation zu gewährleisten. 131 Die Diskussion um diese Frage ist seit der Etablierung des TRIPSAbkommens erst richtig entbrannt; eine endgültige Klärung ist noch nicht abzusehen. Das folgende Kapitel skizziert kurz einige wichtige Studien zu dieser Thematik. [...]
3.2.1 Das Patent als temporäres Monopol Durch Erfindung und Innovation neu geschaffenes Wissen kann als öffentliches Gut betrachtet werden, da es schwierig ist, es vor der Verwendung durch andere, welche nicht bereit sind, dafür zu bezahlen, zu schützen. 118 Darüber hinaus sind die Distribut ionskosten insbesondere durch die Entwicklungen in den Informations- und Telekommunikationstechnologien gleich oder fast gleich Null. 119 Patente sind also keine Standardgüter im Sinne der Neoklassik, da im Falle von Innovationen der Preismechanismus des Marktes versagt und somit kein Anreiz besteht, Wissensgüter zu produzieren. 120 Der traditionelle Ansatz zur Erteilung eines Patents beruht daher vor allem auf der utilitaristischen Argumentation, dass Innovation durch die Erteilung eines temporären Monopols an Erfinder gefördert werden muss. 121 „Intellectual property rights or patents grant the inventor a temporary monopoly over the use of his or her invention and prevent competitors from sharing the knowledge without payment”. 122 In Abbildung 5 (siehe unten) wird dieser Zusammenhang graphisch dargestellt. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832471132
Arbeit zitieren:
Richter, Ulf Februar 2003: Die Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums für die pharmazeutische Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Intellectual, Patent, Innovation, Nord-Süd-Debatte, Property



