Die Bedeutung des Marketing für die Volkshochschule als Institution der öffentlichen Weiterbildung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Angelika Mlinski
- Abgabedatum: September 1997
- Umfang: 94 Seiten
- Dateigröße: 592,7 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1661-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1661-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1661-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mlinski, Angelika September 1997: Die Bedeutung des Marketing für die Volkshochschule als Institution der öffentlichen Weiterbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Volkshochschule, Marketing, öffentliche Weiterbildung
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Diplomarbeit von Angelika Mlinski
Einleitung:
Wer sich mit der gegenwärtigen Situation der Volkshochschulen (VHS) in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt, wird nicht umhin kommen festzustellen, daß diese vor einer Reihe von Herausforderungen stehen, die eine Umbruchsituation kennzeichnen. Dementsprechend sind in der einschlägigen Fachliteratur der jüngeren Vergangenheit eine Vielzahl von Publikationen erschienen, die sich mit neuen Herausforderungen an die Volkshochschule auseinandersetzen.
Zunächst einmal geht es dabei darum, daß die Vermarktung der Volkshochschule, sei es in der Leistungs- oder Programmgestaltung, nach professionelleren Gesichtspunkten betrieben werden soll. Dabei wird von vielen Seiten gefordert, daß die VHS ein marktgängigeres Profil erhalten und sich in ihrer Arbeit stärker danach ausrichten solle, was sich am Markt auch absetzen läßt.
Die im Zusammenhang dieser Arbeit entscheidende Leitfrage lautet also: Stehen Bildung und Ökonomie tatsächlich in einem kaum auflösbaren Widerspruch oder ist es möglich, eine Neugestaltung der Volkshochschulen mit Hilfe von Marketing-Konzepten erfolgreich durchzuführen, ohne deren pädagogisches Profil zu konterkarieren oder zu zerstören?
Das zentrale Anliegen dieser Arbeit ist nun, der soeben formulierten Leitfrage im einzelnen nachzugehen und dabei Möglichkeiten einer Synthese auszuloten.
Gang der Untersuchung:
Im zweiten Kapitel geht es zunächst darum, die Rahmenbedingungen, unter denen sich die zentrale Debatte Marktgängigkeit contra Bildungsauftrag vollzieht, zu untersuchen. Dafür ist es notwendig, die heutige Weiterbildungslandschaft kurz zu skizzieren und insbesondere näher darauf einzugehen, warum heute von einem Weiterbildungsmarkt gesprochen wird, wodurch sich Weiterbildung als öffentliche Aufgabe auszeichnet und welche Zielsetzungen und programmatischen Paradigmen an Weiterbildung geknüpft werden. Nach diesen Fragen gilt es, sich der besonderen Stellung der Volkshochschulen in diesem Weiterbildungsmarkt zuzuwenden und auf die neuen Herausforderungen näher einzugehen, die bereits in diesen einleitenden Ausführungen angerissen worden sind.
Im dritten Kapitel soll dann das "Zauberwort Marketing" mit Inhalt gefüllt werden. Nach einem Überblick über die Grundlagen des Marketing in 3.1 werde ich mich mit der besonderen Variante des nicht-kommerziellen oder Sozio-Marketing beschäftigen, welches im Zusammenhang mit den Erfordernissen nicht-gewinnorientierter Organisationen entwickelt worden ist.
Die hier gewonnen Erkenntnisse werden dann im vierten Kapitel auf den Bereich der Volkshochschulen angewandt. Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: Welche konkreten betriebswirtschaftlichen Instrumente im Bereich des Programms, der Öffentlichkeitsarbeit und der Preispolitik stehen Volkshochschulen im Rahmen von Marketing-Konzepten zur Verfügung? Welche positiven Möglichkeiten tun sich dabei auf, welche Risiken müssen bedacht werden? An welchen Punkten ergeben sich Schwierigkeiten bei der Umsetzung? Als Beispiel für eine versuchte Modernisierung nach Marketing-Kriterien seien die Bemühungen um die Volkshochschule Hamburg dargestellt.
Im fünften Kapitel schließlich werden die Ergebnisse der Einzelteile rekapituliert, um zu einer abschließenden Diskussion der Leitfrage zu kommen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | II | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Öffentliche Weiterbildung und Wettbewerb | 7 |
| 2.1 | Definition von Weiterbildung | 9 |
| 2.2 | Weiterbildung als öffentliche Aufgabe | 11 |
| 2.2.1 | Institutionelle und organisatorische Strukturen | 12 |
| 2.2.2 | Zielsetzungen | 14 |
| 2.3 | Die Volkshochschule im Weiterbildungsmarkt | 17 |
| 2.3.1 | Stellung, Aufgaben und Angebotsprofil | 17 |
| 2.3.2 | Neue ökonomische Herausforderungen | 19 |
| 3. | Marketing in nicht-kommerziellen Organisationen | 23 |
| 3.1 | Grundlagen des Marketing | 24 |
| 3.1.1 | Überblick | 24 |
| 3.1.2 | Bedeutung der Unternehmensumwelt | 27 |
| 3.1.3 | Ziele und Strategien | 29 |
| 3.1.4 | Instrumentarium | 32 |
| 3.2 | Nicht-kommerzielles Marketing | 36 |
| 3.2.1 | Begriff und Träger des Sozio-Marketing | 37 |
| 3.2.2 | Ziele | 40 |
| 3.2.3 | Strategien | 42 |
| 3.2.4 | Instrumentarium | 45 |
| 3.2.4.1 | Produktpolitik | 46 |
| 3.2.4.2 | Kommunikationspolitik | 48 |
| 3.2.4.3 | Distributionspolitik | 50 |
| 3.2.4.4 | Preispolitik | 51 |
| 4. | Weiterbildungsmarketing für die Volkshochschulen | 53 |
| 4.1 | Marktforschung | 53 |
| 4.2 | Gestaltungsinstrumente | 55 |
| 4.2.1 | Programm | 55 |
| 4.2.2 | Kommunikation | 59 |
| 4.2.3 | Konditionen | 65 |
| 4.3 | Das Beispiel VHS Hamburg | 69 |
| 4.4 | Risiken und Grenzen | 73 |
| 5. | Zusammenfassung | 78 |
| Literaturverzeichnis | 82 |
38 tischer Entscheidungs- und Planungsprozeß bei der Verwirklichung sozialer Ideen und eben nicht als einseitig einsatzbares ad-hoc-Instrument. Bezogen auf die vorstehende Definition ist nicht-kommerzielles Marketing also durch folgende Merkmale gekennzeichnet:1 Es handelt sich um einen systematischen Planungs- und Entscheidungsprozeß. Marketing-Aktivitäten werden auf der Grundlage von Organisationszielen und einer Situationsanalyse geplant, durchgeführt und kontrolliert. Gegenstand nicht-kommerziellen Marketings ist die Lösung sozialer Aufgaben. Diese sozialen Aufgaben ergeben sich dabei sowohl aus gesellschaftlich allgemein anerkannten sozialen Zielvorgaben (wie etwa im Gesundheitsbereich oder im Umweltschutz) als auch aus gesellschaftlichen Tatbeständen, die als veränderungswürdig anerkannt sind oder zumindest gesellschaftlich diskutiert werden.2 Sozio-Marketing bezieht nicht-kommerzielle Organisationen und Institutionen aus allen gesellschaftlichen (politischen, sozialen, religiösen, kulturellen etc.) Bereichen ein. Marketing in nicht-kommerziellen Organisationen ist analog zum modernen Marketing-Begriff in der Betriebswirtschaftslehre wie bei kommerziellen Unternehmen ein ganzheitliches, integratives Konzept, bei dem die verschiedenen MarketingInstrumente und Marketing-Aktivitäten in einem integrierten Marketing-Mix zu koordinieren sind. [...]
3.2.1 Begriff und Träger des Sozio-Marketing In der Literatur zum Sozio-Marketing bzw. nicht-kommerziellen Marketing3 herrscht offensichtlich keine Einigkeit über Begriff und Abgrenzungsmerkmale. Konkurrierende Definitionsversuche unterscheiden sich hauptsächlich in der Frage, ob Sozio-Marketing sich ausschließlich auf nicht-kommerziellen Organisationen bezieht oder auch und gerade die soziale und gesellschaftliche Verantwortung gewinnorientierter Unternehmen und deren Marketing-Aufgaben einschließt. Da diese Arbeit sich mit dem Marketing explizit nicht erwerbswirtschaftlich – im Sinne privaten Unternehmertums – tätiger Organisationen, eben öffentlichen Weiterbildungsträgern (speziell Volkshochschulen) befaßt, soll hier der ersten Variante gefolgt werden. Mit Bruhn kann nicht-kommerzielles Marketing dann wie folgt definiert werden: „Social Marketing ist die Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle von Marketingstrategien und -aktivitäten nichtkommerzieller Organisationen, die direkt oder indirekt auf die Lösung sozialer Aufgaben gerichtet sind.“ 4 Mit dieser etwas engeren Definition steht die Beschäftigung mit sozialen Aufgaben, hier: öffentliche Weiterbildung, und deren Lösung im Vordergrund. Zudem wird hier Marketing verstanden als systema- [...]
Wie eingangs dieses Abschnitts bereits angedeutet wurde, ist das ursprünglich auf die Absatzerfordernisse kommerzieller Unternehmen (der Konsumgüterindustrie) ausgerichtete Marketing-Konzept ausgeweitet worden. Diese Ausweitung des MarketingBegriffs bezieht sich zum einen auf die Strategie gewinnorientierter Unternehmen und zum anderen auf ein gesellschaftsorientiertes Marketing.2 Neben traditionell technologisch-ökonomischen Aspekten rücken damit auch politische, rechtliche, soziale, kulturelle und last not least ökologische Entscheidungs- und Gestaltungsaufgaben in die Marktperspektive. Für Unternehmen heißt das, bei der Erstellung ihres Produkt- und Leistungsprogrammes nicht nur ökonomische Interessen (Kosten, Firmenimage etc.) sondern auch gesellschaftliche Interessen (Arbeitnehmer, Umwelt, Öffentlichkeit) zu berücksichtigen. Im Konzept des sog. Sozio-Marketing erreicht der Marketing-Gedanke konsequenterweise auch weitere, nicht-kommerzielle und / oder nicht gewinnorientierte Institutionen und Organisationen. Vielfach wird auch vom Generic Concept of Marketing gespro- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832416614
Arbeit zitieren:
Mlinski, Angelika September 1997: Die Bedeutung des Marketing für die Volkshochschule als Institution der öffentlichen Weiterbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Volkshochschule, Marketing, öffentliche Weiterbildung




