Die Bedeutung einer Marke für den Geschäftserfolg eines Kreditinstitutes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Susanne Weber
- Abgabedatum: Februar 2003
- Umfang: 72 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6987-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6987-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6987-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Weber, Susanne Februar 2003: Die Bedeutung einer Marke für den Geschäftserfolg eines Kreditinstitutes, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bankmarketing, Bankmarken, Markenpolitik, Markenwirkung, Markenmanagement
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Diplomarbeit von Susanne Weber
Einleitung:
Denken wir an Marken, so denken wir an Coca-Cola, Nivea, adidas, Marlboro oder BMW. Doch wem kommt die Sparkasse von gegenüber, die Deutsche Bank oder die nahegelegene Volksbank in den Sinn? Während Markenführung bei fast allen Konsumgüterherstellern zum festen Bestandteil der Unternehmenssteuerung geworden ist, war sie im Finanzdienstleistungsmarkt lange Zeit ein Fremdwort. Doch nun ändert sich auch hier das Bewusstsein für die Bedeutung der Marke. Grund hierfür ist ein tiefgreifender Strukturwandel im Finanzdienstleistungsmarkt. Befanden sich Banken traditionell in einem stabilen, positiven Wettbewerbsumfeld, geprägt von hoher Kundenbindung und wenig äußerem Druck, aggressiv um Kunden zu werben , hat sich die Wettbewerbssituation drastisch verschärft. Zunehmende Konkurrenz durch Direktbanken, internationale oder branchenfremde Anbieter, sinkende Margen und eine Marktsättigung des vorherrschenden Käufermarktes setzen die traditionellen Kreditinstitute unter Druck.
Auch die Erkenntnis, dass Rentabilitätsbemühungen wie Fusionen, Konsolidierungen, Straffung der Filialnetze, Outsourcing oder Prozessoptimierung die Kundensicht vernachlässigen und eventuell doch nicht allein den Markterfolg sichern können, steigert die Aufmerksamkeit der Bankmarke gegenüber.
Unzufriedenere, kritischere und anspruchsvollere Kunden mit veränderten Bedürfnissen sehen sich einem großen, aber in ihren Augen dennoch weitgehend austauschbaren Angebot gegenüber und vermissen eine klare Unterscheidung der Bankenimages. Die fortschreitende Automatisierung führt zu einer zusätzlichen Distanz der Verbraucher, so dass die traditionell hohe Loyalität der Bankkunden abnimmt. Vor diesem Hintergrund sind nur über eine am Verbraucher orientierte Markenführung die Differenzierung vom Wettbewerb und der Erhalt der Kundenbindung möglich. Damit sind Erkenntnisse über die Bedeutung und die Wirkung von Marken in Kreditinstituten von zunehmender Relevanz.
Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Bedeutung einer Marke für Kreditinstitute herauszustellen. Nach der Einleitung werden zunächst die begrifflichen Grundlagen der Markenpolitik und ihre Ziele und Funktionen erläutert. Danach erfolgt in den geschäftspolitischen Grundlagen eine Definition des Geschäftserfolges eines Kreditinstitutes, sowie eine Darstellung der Entwicklungen und der Wettbewerbssituation am Bankenmarkt. Anschließend werden in Kapitel zwei die Besonderheiten von Bankdienstleistungen herausgearbeitet.
Aus der dargestellten Wettbewerbssituation und den Besonderheiten werden dort dann die Bedeutung der Markenpolitik sowie die markenpolitischen Herausforderungen und Konsequenzen für die Kreditinstitute abgeleitet. In Kapitel drei soll anhand der Praxisbeispiele DekaBank, Sparkasse, HypoVereinsbank und Deutsche Bank untersucht werden, ob und wie deutsche Kreditinstitute mit ihrer Markenpolitik den Herausforderungen begegnen und mit welchen spezifischen Problemen und Entscheidungstatbeständen sie konfrontiert werden. Nachdem in Kapitel eins die allgemeinen Ziele und Funktionen der Marke zur Sprache kamen, sollen nun die Erfolgswirkungen der Marke speziell in Kreditinstituten dargelegt werden. Dazu werden zunächst die nicht- ökonomischen Markenwirkungen und ihre Zusammenhänge erläutert. Danach werden konzeptionelle Überlegungen angestellt, wie die Marke (über ihre Kundenbindungswirkung und die damit verbundenen Verhaltensweisen der Kunden) auf die einzelnen Komponenten des Geschäftserfolges und das Betriebsergebnis insgesamt Einfluss nimmt oder nehmen kann. Den Abschluss der Arbeit bildet schließlich eine Schlussbetrachtung mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Einleitung | 1 | |
| 1. | Markenpolitische und bankpolitische Grundlagen | 3 |
| 1.1 | Markenpolitische Grundlagen | 3 |
| 1.1.1 | Die Historie der Marke | 3 |
| 1.1.2 | Der Begriff der Marke | 3 |
| 1.1.3 | Der Begriff der Markenpolitik | 5 |
| 1.1.4 | Markenpolitische Ziele und Funktionen | 6 |
| 1.1.4.1 | Konsumentensicht | 7 |
| 1.1.4.2 | Unternehmenssicht | 8 |
| 1.1.5 | Der Markenkern | 9 |
| 1.2 | Bankpolitische Grundlagen | 11 |
| 1.2.1 | Der Geschäftserfolg eines Kreditinstitutes | 11 |
| 1.2.2 | Die Entwicklungen und die Wettbewerbssituation im Bankensektor | 14 |
| 2. | Markenpolitik im Bankensektor | 18 |
| 2.1 | Besonderheiten von Bankdienstleistungen | 18 |
| 2.2 | Markenpolitische Herausforderungen und Konsequenzen | 21 |
| 2.2.1 | Visualisierung des Markenzeichens und Kommunikation der Nutzenvorteile | 21 |
| 2.2.2 | Gewährleistung der markenartikelgemäßen Qualitätskonstanz | 23 |
| 2.2.3 | Markenorientiertes Personalmanagement | 23 |
| 2.2.4 | Differenzierung vom Wettbewerb | 24 |
| 2.2.5 | Integrative Markenpolitik | 26 |
| 2.2.6 | Kundenorientierung | 27 |
| 2.2.7 | Markengerechter Internetauftritt | 27 |
| 2.2.8 | Markencontrolling | 27 |
| 2.2.9 | Langfristige Ausrichtung | 28 |
| 3. | Markenmanagement in der Praxis | 28 |
| 3.1 | Die Marke Sparkasse | 28 |
| 3.2 | Die Marke Deka | 32 |
| 3.3 | Die Marke HypoVereinsbank | 34 |
| 3.4 | Die Marke Deutsche Bank | 36 |
| 4. | Markenwirkungen in Kreditinstituten | 39 |
| 4.1 | Nicht – ökonomische Wirkungen | 39 |
| 4.2 | Ökonomische Wirkungen | 43 |
| Schlussbetrachtung | 50 | |
| Anhang | 52 | |
| Literaturverzeichnis | 57 |
26 renz schon unverhältnismäßig überboten werden, um hier in den Köpfen der Kunden eine Alleinstellung hervorzurufen.55 Die Suche nach einem emotionalen Markenkern erfordert im Bankensektor besondere Kreativität, da sich Bankleistungen, die ohnehin keine Konsumfreude bereiten, nicht mit beliebigen Emotionen aufladen lassen. Ansatzpunkte für eine emotionale Differenzierung bieten für die Kreditinstitute historisch gewachsene Identitätsunterschiede.56 So gelten Privatbanken als klein, exklusiv und fein, die Citibank als jung, städtisch und weltgewandt. Großbanken dagegen stehen historisch in dem Ruf, erfolgreich, einflussreich und materialistisch zu sein und die Genossenschaftsbanken werden mit gegenseitiger Hilfe, solidarischer Gemeinschaft und Bodenständigkeit gleichgesetzt.57 Diese Unterschiede scheinen jedoch bisher nicht relevant oder differenziert genug oder nicht konsequent genug umgesetzt zu sein, um bei den Nachfragern eine einzigartige Stellung zu bewirken und damit einen Wettbewerbsvorteil zu generieren. 2.2.5 Integrative Markenpolitik Ist jedoch ein vielversprechender Markenansatz gefunden, so muss dieser integriert, also mit der Werbung und Kommunikation, aber auch mit allen anderen Stufen der Wertschöpfungskette verzahnt werden. Dabei ist eine Ausrichtung aller Entscheidungen am Markenkern auf allen Ebenen unerlässlich.58 Vor allen Dingen sollten Marken- und Qualitätsmanagement ineinander greifen, um das mit der Marke abgegebene Leistungsversprechen einhalten zu können. Eine Nichteinhaltung des Qualitätsversprechens würde zu einer Enttäuschung des Kunden und möglicherweise zu dessen Abwanderung führen. [...]
25 und die immer geringer werdenden Margen für Preiskämpfe keinen Spielraum lassen.53 Echten Differenzierungsmöglichkeiten sind aber auch aufgrund der Erklärungsbedürftigkeit, der Vertrauensempfindlichkeit und des derivaten Nutzens sehr enge Grenzen gesetzt. „Die Imagepositionierung der Marke ist ein Balanceakt zwischen Seriosität und Modernität, zwischen Kernkompetenz und Differenzierung, zwischen Emotionalität und kapitalmarktorientierten Hard Facts; ein Balanceakt, der äußerst schwierig ist und nur sehr wenig Spielraum für eine einzigartige, unverwechselbare Markengestaltung offen lässt.“54 Aber gerade dieser Spielraum muss gefunden werden, will die Bank sich vom oft zitierten „Einheitsbrei der Kreditinstitute“, der heutigen Informationsflut und dem wettbewerbsintensivem Umfeld abheben. Aufgrund der erwähnten Besonderheiten in der Finanzwelt gilt es hier umso mehr ein klares, unverwechselbares Image mit Hilfe eines eindeutigen Markenkerns aufzubauen und sich, wenn möglich, durch stärkere Betonung emotionaler Vorteile im rationalen Bankensektor abzugrenzen. Die emotionalen Schwerpunkte erlauben es, eine nur schwer nachahmbare Markenposition zu schaffen und kommen dem Bedürfnis des Kunden nach Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit entgegen. Die Marke kann somit als Vertrauenssurrogat das für Bankleistungen typische, vom Kunden hoch empfundene Sicherheitsrisiko des Kunden reduzieren und Kompetenz für den hohen Erklärungsbedarf signalisieren. Dies bedeutet nicht, dass ein rein funktionaler Markenkern nicht auch Erfolg haben kann. Aber das Ziel, sich mit einem Markenkern wie Schnelligkeit, Fehlerfreiheit oder Servicequalität von den Wettbewerbern abzuheben, erfordert in der Regel mehr Aufwand, als die Umsetzung eines emotionalen Markenkerns. Aufgrund der Homogenität der Banken im Leistungsbereich müssten die Leistungen der Konkur- [...]
Weiterbildung sorgen für die nötige Kompetenz, um der Unsicherheit Erklärungsbedarf Kunden begegnen. Zertifizierungen können hierzu ebenfalls beitragen und zu einer positiven Markenwahrnehmung führen.50 Für ein ganzheitliches Markenmanagement ist auch die Einbeziehung von Markenaspekten in Beurteilungs- und Anreizsysteme vorzunehmen. Hohe Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den Vertriebsführungskräften zu, die dazu beitragen, Markenziele und Markenwerte in entsprechendes praktisches Verhalten umzusetzen.51 Hier müssen gemeinsame Werte geschaffen werden, die dem Kern der Marke entsprechen und den Mitarbeitern gleichzeitig eine klare Orientierung geben. Das verstärkte Involvement der Mitarbeiter in „ihre Marke“ wird auch die Motivation erhöhen. 2.2.4 Differenzierung vom Wettbewerb Aufgrund der leichten Imitierbarkeit der Bankdienstleistungen ist eine Alleinstellung im Wettbewerb über Produkte / Leistungen kaum möglich, denn Mee-too-Produkte in gesättigten Märkten erlauben keine eigenständige Positionierung oder Differenzierung.52 Auch eine Differenzierung über den Preis scheint wenig erfolgversprechend, da die Produktionskosten bei Banken ähnlicher Größe in etwa gleich sind [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832469870
Arbeit zitieren:
Weber, Susanne Februar 2003: Die Bedeutung einer Marke für den Geschäftserfolg eines Kreditinstitutes, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bankmarketing, Bankmarken, Markenpolitik, Markenwirkung, Markenmanagement



