Die Bedeutung von Lebensversicherungsprodukten bei der Altersvorsorge amerikanischer Besserverdiener
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Simone Grunert
- Abgabedatum: Februar 2002
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5503-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5503-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5503-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Grunert, Simone Februar 2002: Die Bedeutung von Lebensversicherungsprodukten bei der Altersvorsorge amerikanischer Besserverdiener, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Lebensversicherung, Versicherungsaufsicht, USA, gesetzliche Rentenversicherung, Altersvorsorge
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Diplomarbeit von Simone Grunert
Einleitung:
Die Frage nach der Stabilität des gesetzlichen Rentensystems wird derzeit hierzulande stark diskutiert. Da die Beiträge zur Rentenversicherung im Laufe der Zeit immer weiter angestiegen sind und die Leistungen daraus aber gekürzt wurden, wurde das Gesetz zur Förderung der privaten Altersvorsorge (Altersvermögensgesetz – AVmG) verabschiedet. Riester hat auf die immer brüchiger werdende „erste Säule“ reagiert und einen Gedankenanstoß zur privaten Altersvorsorge gegeben. Das Zertifizierungsverfahren läuft, und viele Versicherer (VR) haben schon ihre Kunden angeschrieben. Sollten ihre Produkte zertifiziert werden, eröffnet sich ein großes Marktpotential für die Versicherungswirtschaft.
Die Finanzierungsprobleme staatlicher Rentensysteme beschränken sich aber nicht nur auf die Bevölkerung in Deutschland, sondern bestehen auf der ganzen Welt. Steigende Pensionsausgaben durch demographische Entwicklungen, wie ein Anstieg an Rentnern gegenüber einem Geburtendefizit, sind der Grund für die finanzielle Instabilität. Diese Entwicklungen sind vor allem in den Industrieländern zu beobachten, wobei hierbei Europa besonders stark betroffen ist. Jedoch gewinnt die Frage nach der Aufrechterhaltung der staatlichen Rentensysteme auch außerhalb Europas immer mehr an Bedeutung, z.B. in den USA. Für dieses Land prognostiziert man zwischen den Jahren 1995 und 2050 eine Zunahme der staatlichen Pensionsausgaben von 4,1% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf 7,9%, was einen Anstieg von ca. 90% bedeutet.
Die USA haben das Problem schon in den 70er Jahren erkannt und darauf reagiert. Hier herrscht z.B. ein deutlich geringeres Leistungsniveau, so dass die gesetzliche Altersrente weniger als die Hälfte der Einkünfte im Alter ausmacht, während das Leistungsniveau in Deutschland heute immer noch ca. 80% sind. Die Metlife Versicherung, eine amerikanische Lebensversicherungsgesellschaft, schätzt sogar das Absicherungsniveau der gesetzlichen Rente in den USA auf nur ca. 31% des benötigten Kapitals. Der Grund dafür liegt darin, dass mit der gesetzlichen Rentenversicherung nur die Altersarmut aufgefangen werden soll und keine Einkommenssicherung damit verbunden ist. So ist eine Einkommenssicherung bis zu 90% nur in den untersten Einkommensschichten zu finden.
Die USA hat im Jahr 1974 ein Gesetz zur staatlichen Förderung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge verabschiedet, um die Versorgungslücke zu schließen. Dabei wird oft die private Altersvorsorge mit der betrieblichen Altersvorsorge kombiniert, so dass diese beiden Sektoren manchmal eng miteinander verknüpft sind und wie eine Einheit wirken (siehe Kapitel 3).
In den USA misst man also der betrieblichen und privaten Altersvorsorge schon länger eine größere Bedeutung zu. Resultierend daraus hat sich der Lebensversicherungsmarkt angepasst und bietet eine breite Palette an Produkten an, geförderte und nicht geförderte, betriebliche und private Vorsorgeprodukte.
In der folgenden Diplomarbeit mit dem Titel „Die Bedeutung von Lebensversicherungsprodukten bei der Altersvorsorge amerikanischer Besserverdiener“ sollen drei Fragen näher beleuchtet werden:
Wie ist die gesetzliche Absicherung für die benannte Zielgruppe?
Welche Produkte gibt es auf dem Markt und wie ist dieser geregelt?
Welchen Stellenwert nehmen diese Produkte für die Gestaltung der Altersvorsorge amerikanischer Besserverdiener ein?
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 4 | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 5 | |
| 1. | EINLEITUNG | 7 |
| 2. | ZIELGRUPPE BESSERVERDIENER | 9 |
| 2.1 | Definition | 9 |
| 2.2 | Bevölkerungsstruktur in den USA und Potential | 10 |
| 2.3 | Gesetzliche Rentenversicherung als Altersvorsorge für amerikanische Besserverdiener | 13 |
| 3. | ÜBERBLICK ÜBER DEN LEBENSVERSICHERUNGSMARKT | 18 |
| 3.1 | Versicherungsaufsicht in den USA | 18 |
| 3.1.1 | Historische Entwicklung | 18 |
| 3.1.2 | National Association of Insurance Commissioners (NAIC) | 19 |
| 3.1.3 | Aufgaben des Insurance Commissioners | 21 |
| 3.2 | Stellenwert der Ratings für potentielle Kunden | 22 |
| 3.3 | Produkte zur Ruhestandssicherung | 24 |
| 3.3.1 | Betriebliche Pensionen (Pension Plans) | 24 |
| 3.3.2 | 401(k)-/403(b)-Pläne | 26 |
| 3.3.3 | Individual Retirement Account (IRA) | 28 |
| 3.3.4 | Rentenversicherung | 32 |
| 3.3.5 | Lebensversicherung (Life Insurance) | 35 |
| 3.3.5.1 | Risikolebensversicherung (Term Insurance) | 35 |
| 3.3.5.2 | Kapitallebensversicherung (Permanent Insurance) | 36 |
| 3.4 | Steuerliche Behandlung von privaten Lebensversicherungen | 41 |
| 3.5 | Festlegung des garantierten Rechnungszinses und des Rückkaufwertes | 43 |
| 3.6 | Studie: Der Gewinn als Kalkulationsgrundlage für die Prämienberechnung | 44 |
| 3.7 | Vertriebswege | 48 |
| 4. | ZUKUNFTSPROGNOSEN UND TENDENZEN AUF DEM LV-MARKT | 51 |
| 5. | MÖGLICHKEITEN ZUR GESTALTUNG DER ALTERSVORSORGE AMERIKANISCHER BESSERVERDIENER | 55 |
| 6. | FAZIT | 61 |
| ANHANG 1 (ZU KAPITEL 3.2, S 23) | 63 | |
| ANHANG 2 (ZU KAPITEL 3.3.3, S 32) | 64 | |
| ANHANG 3 (ZU KAPITEL 3.4, S 42) | 65 | |
| ANHANG 4 (ZU KAPITEL 4, S 53) | 66 | |
| ANHANG 5 (ZU KAPITEL 4, S 53) | 67 | |
| ANHANG 6 (ZU KAPITEL 5, S 55) | 68 | |
| ANHANG 7 (ZU KAPITEL 5, S 57) | 69 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 70 |
Vertrag haben, gibt es keine Beschränkung im Jahresgehalt, um diese zusätzlichen Zahlungen ab dem Alter 50 zu tätigen. In beiden Fällen können in den Jahren 2002 bis 2005 $ 500 als Sonderzahlung eingehen und danach, also ab 2006, $ 1.000. Der Internal Revenue Service (IRS) ist eine Behörde, die Informationen rund um Steuern und Finanzen gibt und neue Beschlüsse veröffentlicht. Sie befaßt sich in diesem Zusammenhang auch mit dem IRA und hat die o.g. Reform veröffentlicht. So bietet diese Organisation für den Verbraucher eine wichtige Informationsquelle, indem sie auch auf die Möglichkeiten von privater Vorsorge hinweist. Zum Beispiel hat die amerikanische Regierung die sogenannte tax cut legislation in diesem Jahr (2002) vorgenommen, wodurch Steuerrückzahlungen an die Bürger erfolgen. Wenn die Steuerzahler ihren Bescheid darüber (tax rebate check) von der IRS erhalten, werden sie gleichzeitig darauf hingewiesen, daß das Geld gut angelegt werden sollte und zur Altersvorsorge genutzt werden kann1). [...]
Die IRAs sind mit den 401(k)-/403(b)-Plänen in den 70-er Jahren eingeführt worden und erlebten ebenfalls in den 80-er Jahren den Durchbruch, als die Förderung ausgeweitet wurde. Jedoch sind die 401(k)-/403(b)-Pläne aufgrund der höheren Fördersätze und wegen der Zuschüsse der Unternehmen beliebter als die IRAs. Obwohl die Auszahlung aus dem Roth IRA bei der Erfüllung der Voraussetzungen steuerfrei und wesentlich flexibler als der 401(k)/403(b)-Plan ist, gilt es gerade bei Besserverdienern abzuwägen, ob die höhere Abzugsfähigkeit der Beiträge bei den 401(k)-Plänen sinnvoller ist oder die steuerfreie Kapitalauszahlung aus dem Roth IRA. Exkurs: Reform zu Sonderzahlungen ab dem 50. Lebensjahr1) Ab dem 01. Januar 2002 ist das Gesetz zur Förderung des Wirtschaftswachstums und Senkung der Steuerlast in Kraft getreten (Economic Growth and Tax Relief Reconciliation Act of 2001–EGTRRA). Damit können alle AN, die älter als 50 Jahre alt sind, zusätzliche von der Steuer absetzbare Beiträge in betriebliche Altersvorsorgeverträge (diese können 401(k)-Pläne oder Defined Benefits bzw. Defined Contribution Plans sein) einfließen lassen. Damit soll in der Phase vor Rentenbeginn noch einmal die betriebliche Altersvorsorge gefördert werden. Die Grenzen für Sonderzahlungen in die betrieblichen Altersvorsorgepläne sind $ 1.000 im Jahr 2002, steigend um jährlich $ 1.000 bis zum Höchstbetrag von $ 5.000 im Jahr 2006. Auch AGs können von dieser Regelung Gebrauch machen und in ihren IRA einzahlen, allerdings in geringerem Maße ($ 500 im Jahr 2002, steigend um $ 500 pro Jahr bis auf $ 2.500 im Jahr 2006). Besondere Regelung: Angestellte, die keinen betrieblichen Altersvorsorgevertrag haben, können ebenfalls diese Sonderzahlungen in ihren privaten IRA leisten. Damit soll auch die private Vorsorge in der Phase vor Rentenbeginn zusätzlich gefördert werden, wenn keine betriebliche Vereinbarung besteht. Bezogen auf einen privaten IRA gilt dann diese Regelung nur, wenn man weniger als $ 34.000 ($ 54.000 für Verheiratete) Jahreseinkommen hat. Bei Selbständigen, die durch ihren Status auch keinen AG-geförderten [...]
grenzen genutzt werden. Einkommensgrenze bedeutet, daß das zusammen veranlagte Einkommen nicht über $ 150.000 liegen darf. Nicht absetzbarer IRA (Nondeductible IRA) Steuerzahler, die die Einkommensgrenzen für den absetzbaren IRA (und auch für den Roth IRA – siehe folgender Punkt) überschreiten, können trotzdem bis zu $ 2.000 jährlich in den nicht absetzbaren IRA zahlen. Auch wenn die Beiträge steuerlich nicht abzugsfähig sind und das Bruttoeinkommen so bestehen bleibt, werden die Erträge erst dann besteuert, wenn sie abgehoben werden, also bei Auszahlung. Roth IRA Der Roth IRA, der erst 1998 eingeführt wurde, gilt für verheiratete und zusammen veranlagte Eheleute, deren gemeinsames Einkommen $ 160.000 nicht übersteigt oder für Ledige mit einem maximalen Jahreseinkommen von $ 110.000. Anders als bei dem traditionellen IRA sind die Beiträge nicht von der Steuer abzugsfähig. Ein großer Vorteil ist jedoch, daß die Auszahlung nicht mit 70 ½ Jahren beginnen muß. Ähnlich den deutschen Voraussetzungen für eine steuerfreie Auszahlung des Kapitals aus einer LV erfolgt auch hier keine Besteuerung auf das angesparte Kapital, wenn die Beiträge mindestens fünf Jahre in den Roth IRA bezahlt wurden und der Kontoinhaber älter als 59 ½ Jahre alt ist. Das Kapital aus den IRAs kann bei Eintritt in den Ruhestand als Pauschalbetrag ausgezahlt, in eine Rentenversicherung gezahlt oder in regelmäßigen Raten abgehoben werden. Bei einem Pauschalbetrag wird die komplette Summe versteuert, bei Ratenzahlungen wird immer die jeweilige Rate besteuert. Allerdings müssen bei den Ratenzahlungen Tabellen zur Lebenserwartung, sogenannte IRS-Tabellen (IRS = Internal Revenue Service), eingehalten werden (Ausnahme Roth IRA– siehe obige Beschreibung). Wird vor dem Ruhestand (= vor dem Alter 59 ½) auf das Kapital zugegriffen, fällt auch hier die „Strafsteuer“ von 10% zur normalen Einkommensteuer an. Ausnahmen sind wie bei den 401(k)-/403(b)-Plänen bestimmte Umstände wie Tod oder Invalidität. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832455033
Arbeit zitieren:
Grunert, Simone Februar 2002: Die Bedeutung von Lebensversicherungsprodukten bei der Altersvorsorge amerikanischer Besserverdiener, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Lebensversicherung, Versicherungsaufsicht, USA, gesetzliche Rentenversicherung, Altersvorsorge



