Die Bedeutung von Kulturen im Rahmen des Internationalen Marketing
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tuncay Durmus
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 111 Seiten
- Dateigröße: 2,9 MB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8378-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8378-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8378-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Durmus, Tuncay Juli 2004: Die Bedeutung von Kulturen im Rahmen des Internationalen Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Interkulturell, global, brand heritage, Konsumtheorie, Produktwerbung
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Diplomarbeit von Tuncay Durmus
Problemstellung:
In Anschluss an den 2. Weltkrieg war die internationale Wirtschaft geprägt von einem progressiven Wachstum. In den 60er und 70er Jahren vollzog sich nach Sättigungserscheinungen ein Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt. Anfang der 80er Jahre war zusätzlich noch eine zunehmende Dynamik im internationalen Wettbewerb zu beobachten. Dies führte neben der Steigerung des Welthandels auch zu einer größeren Verflechtung der internationalen Wirtschaftsaktivitäten.
Als Gründe hierfür galten einerseits die jeweils gesättigten Inlandsmärkte sowie die steigende internationale Konkurrenz. Dieser Prozess wurde weiter verstärkt durch politische Veränderungen, wie z. B. im ehemaligen Ostblock oder der Schaffung von Wirtschaftsräumen und Freihandelszonen. Unternehmen versuchten Wettbewerbsvorteile wahrzunehmen, die sich aus globalen Marketingstrategien für sie ergaben. Um im globalen Wettlauf zu bestehen, konnten sie es sich nicht leisten, eine ausschließlich auf den Heimatmarkt ausgerichtete Unternehmenspolitik zu praktizieren.
Unter anderem wurde innerhalb der Globalisierungsdiskussion von einer Angleichung der Konsumentenbedürfnisse gesprochen und ein ’Einheitskonsument’ unterstellt. Somit verloren im Rahmen des Internationalisierungsprozesses die einzelnen lokalen Märkte an Bedeutung. In diesem Zusammenhang wird auch von einer Globalisierung des Marketing gesprochen, bei der im Zentrum die Frage nach der Standardisierbarkeit der internationalen Werbung steht. Auf Basis der Konvergenzthese wird oftmals versucht, durch einen komplett standardisierten Marketing-Mix, Erfolg in Form von Kosteneinsparungen zu generieren.
Dabei wird der Rahmenfaktor Kultur unterschätzt, der einen signifikanten Einfluss auf das Konsumentenverhalten Inne hat. Wird der gegenwärtig bestehende ’Information Overload’ und der damit verbundene Informationsverlust von z. B. 97-99 Prozent der deutschen Konsumenten betrachtet, so lässt sich bereits ohne Analyse feststellen, dass eine Unberücksichtigung von Kulturen im Rahmen der standardisierten Kommunikation ein Risiko darstellen kann.
Ob und inwieweit die Kultur als „strategischer Erfolgsfaktor“ bezeichnet werden muss, ist Gegenstand der vorliegenden Diplomarbeit. Dabei wird untersucht, welche Bedeutung der Kultur im Rahmen des internationalen Marketing beizumessen ist und welche Handlungsempfehlung sich daraus für Unternehmen bilden lassen. Insbesondere werden dabei sowohl Befürwortungen für ein u. a. kultur-ignorierendes und standardisiertes Marketing als auch Argumente für ein kultur-beachtendes und differenziertes Marketing analysiert.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Internationales Marketing | 4 |
| 2.1 | Begriffliche Abgrenzungen | 4 |
| 2.1.1 | Internationales Management | 5 |
| 2.1.1.1 | Wesen des internationalen Management | 5 |
| 2.1.1.2 | EPRG-Konzept von Perlmutter | 6 |
| 2.1.1.3 | Typologien von Bartlett/Ghoshal | 8 |
| 2.1.2 | Internationales Marketing | 9 |
| 2.1.2.1 | Wesen des internationalen Marketing | 9 |
| 2.1.2.2 | Formen, Unternehmenskulturen und Grundorientierung im internationalen Marketing | 10 |
| 2.2 | Rahmenbedingungen des internationalen Marketing | 12 |
| 2.2.1 | Ökonomische Faktoren | 13 |
| 2.2.2 | Politisch-rechtliche Faktoren | 13 |
| 2.2.3 | Technologische Faktoren | 14 |
| 2.2.4 | Soziokulturelle Faktoren | 15 |
| 2.2.5 | Globalisierung als wesentliche Herausforderung im internationalen Marketing | 15 |
| 2.2.5.1 | Wesen der Globalisierung | 15 |
| 2.2.5.2 | These des globalen Marketing | 18 |
| 3. | Kultur: Rahmenfaktor des internationalen Marketing | 22 |
| 3.1 | Definitionen von Kultur | 22 |
| 3.2 | Aspekte der Kultur | 24 |
| 3.3 | Elemente der Kultur | 27 |
| 3.3.1 | Kommunikative Elemente | 27 |
| 3.3.1.1 | Verbale Kommunikation | 28 |
| 3.3.1.2 | Nonverbale Kommunikation | 32 |
| 3.3.2 | Weltanschauungen | 33 |
| 3.3.2.1 | Religionen | 33 |
| 3.3.2.2 | Normen, Sitten, Wertvorstellungen | 34 |
| 3.3.3 | Psychokulturelle Einflüsse | 35 |
| 3.3.3.1 | Farben, Zeichen und Symbole | 35 |
| 3.3.3.2 | Ästhetische Wahrnehmungen, Gewohnheiten | 37 |
| 3.3.4 | Kultur und Nationalität | 39 |
| 3.3.5 | Dynamische Komponente der Kultur | 40 |
| 3.4 | Vorstellung ausgewählter Kulturtheorien | 41 |
| 3.4.1 | Kulturdimensionen nach Hofstede | 41 |
| 3.4.2 | Kulturdimensionen nach Hall | 44 |
| 3.4.3 | Kulturdimensionen nach Trompenaars und Kluckhohn/Strodtbeck | 45 |
| 3.4.4 | Abschließende Betrachtung der vorgestellten Kulturtheorien | 46 |
| 4. | Handlungsempfehlung zur Durchführung eines interkulturellen Marketing | 48 |
| 4.1 | Analyse der Ausgangsposition | 50 |
| 4.1.1 | Culture-free und culture-bound-Produkte | 50 |
| 4.1.2 | Lokalisierungsnotwendigkeit der Branche | 51 |
| 4.2 | Interkulturelle Marktsegmentierung | 52 |
| 4.2.1 | Hypothetische kulturelle Affinitätszonen | 53 |
| 4.2.2 | Ländercluster auf Basis objektiver Kriterien | 53 |
| 4.2.3 | Ländercluster auf Basis subjektiver Kriterien | 54 |
| 4.3 | Interkulturelle Markt- und Konsumentenforschung | 55 |
| 4.3.1 | Besonderheiten innerhalb der interkulturellen Markt- und Konsumentenforschung | 55 |
| 4.3.2 | Country-of -origin-Effekt | 56 |
| 4.3.3 | Buy-national-Mentalität | 58 |
| 4.3.4 | Markenmythos des Produktes | 59 |
| 4.4 | Interkultureller Marketing-Mix | 60 |
| 4.4.1 | Interkulturelle Produktpolitik | 62 |
| 4.4.2 | Interkulturelle Preispolitik | 63 |
| 4.4.3 | Interkulturelle Distributionspolitik | 64 |
| 4.4.4 | Interkulturelle Kommunikationspolitik | 65 |
| 5. | Resümee und Ausblick | 68 |
| Anhang | 71 | |
| Literaturverzeichnis | 93 |
39 kenhaus darstellte. Es wurde nicht beachtet, dass osteuropäische Frauen i. d. R. ihre Kinder zu Hause zur Welt bringen und nur ins Krankenhaus gehen, wenn Komplikationen vorherrschen. Die Werbeanzeige musste annulliert werden, da mit dem Produkt die negative Assoziation einer Erkrankung verbunden war.206 In Spanien und Portugal herrscht die Gewohnheit, dass kleine Kühlschränke den Anforderungen ausreichen. Coca-Cola beachtete dies nicht und versuchte im Rahmen der globalen Marktdurchdringungsstrategie eine 2-Liter-Flasche in Spanien auf den Markt zu bringen, wobei der Erfolg aufgrund der Größe der Flaschen dementsprechend ausblieb.207 Die globale Produktpolitik für Rasierapparate musste von Phillips speziell für den japanischen Markt angepasst werden, damit sie ergonomisch den kleineren Händen der Japaner entsprach. Im Bezug auf Kaffeemaschinen mussten auch Verkleinerung vorgenommen werden, da japanische Küchen andere Dimensionen haben als europäische. Ebenfalls wurde in Japan nicht beachtet, dass nur 3% der Haushalte über einen Backofen verfügen. General Foods musste Millionenverluste hinnehmen, weil in hartnäckiger Weise versucht wurde, eine Kuchenbackmischung in diesem Land einzuführen.208 [...]
orientierten Amerikaner. CPC International konnte im Rahmen der globalen Produktpolitik von ’Knorr’ mit den aus der europäischen Perspektive eher schnell zuzubereitenden Suppenpulvern in den USA keine Erfolge erzielen. Die Konsumenten waren nicht bereit 15-20 Minuten am Herd aufzuwenden, die nötig waren, um die Suppe zuzubereiten.202 Im Rahmen der Marktentwicklung von Walt Disney in Europa werden ebenfalls kulturell bedingte Unterschiede als Begründung für den Misserfolg diskutiert. ’Euro Disney’ wird aufgrund dieser Probleme auch als „kulturelles Tschernobyl“203 bezeichnet. Zahlreiche kulturelle Unterschiede wurden bei der Planung nicht berücksichtigt. Der Park wurde von vornherein auf Basis der amerikanischen Kultur angelegt, ohne die europäischen und insbesondere die französischen Gewohnheiten zu beachten.204 In einem Neustart musste sich Disney an europäische Standards anpassen, bei der in einem Sanierungsplan zahlreiche Änderungen auch in Bezug auf die Kultur verfasst wurden. Symbolisch wurde der Name: ’Euro Disney’, auch assoziiert mit ’Euro Desaster’, auf ’Disneyland Paris’ umbenannt.205 Bei der Firma Johnson & Johnson wurde versucht, ein Produkt in einer polnischen Werbung zu kommunizieren, die eine Mutter mit ihrem neugeborenen Kind in einem Kran198 [...]
Im Rahmen der globalen Marktentwicklung hat Kentucky Fried Chicken beim Markteintritt in Hongkong bis in die 70er Jahre keinen Erfolg verbuchen können. Die standardisierte Produktpolitik entsprach nicht den Vorstellungen der Einwohner, die fest davon überzeugt waren, dass in Fett gebratene Hühner nicht besonders gut schmecken.196 In Brasilien musste das Unternehmen sogar die Produktpolitik von Hähnchen auf Hamburger umstellen, da keine Konkurrenzfähigkeit gegenüber zahlreichen lokalen Anbietern gewährleistet war, die dem brasilianischen Geschmack eher entsprachen.197 Ebenfalls wurden kulturelle Gewohnheiten bei einem amerikanischen Ketchup-Hersteller ignoriert. In der Strategie als ’first mover’ wurde versucht, Ketchup in Japan auf den Markt zu bringen. Als kein Gewinn realisiert wurde, fand das Unternehmen heraus, warum man der ’first mover’ war. Ketchup wurde vom Markt nicht aufgenommen, denn Sojasauce ist die [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832483784
Arbeit zitieren:
Durmus, Tuncay Juli 2004: Die Bedeutung von Kulturen im Rahmen des Internationalen Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Interkulturell, global, brand heritage, Konsumtheorie, Produktwerbung



