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Bedeutung des Investor Relations für die Unternehmensführung

Bedeutung des Investor Relations für die Unternehmensführung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jochen Reis
  • Abgabedatum: April 2001
  • Umfang: 70 Seiten
  • Dateigröße: 434,0 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4310-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4310-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4310-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Reis, Jochen April 2001: Bedeutung des Investor Relations für die Unternehmensführung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kapitalmarktkommunikation, Shareholder Value, Value Reporting

Diplomarbeit von Jochen Reis

Einleitung:

„Alle Aktionäre sind dumm und frech – dumm, weil sie ihr Geld aus der Hand geben, und frech, weil sie dafür auch noch Dividenden verlangen“. Diese Aussage von Carl Fürstenberg spiegelte lange Zeit die Einstellung der Aktiengesellschaften zu ihren Aktionären wider. Inzwischen hat sich jedoch dieses Verhältnis und damit der Stellenwert der Aktionäre in der Unternehmung grundlegend verändert. Zahlreiche börsennotierte Unternehmungen haben, nicht zuletzt aufgrund der Globalisierung der Kapitalmärkte und der damit verbundenen Verschärfung des Wettbewerbs um das Kapital der Investoren, in den letzten Jahren die Notwendigkeit erkannt, die Beziehungen zu aktuellen und potentiellen Investoren über das gesetzlich geforderte Maß hinaus zu pflegen, d.h. Investor Relations (IR) zu betreiben. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz des IR für die Unternehmungsführung anhand der zu verfolgenden Ziele und der einer Unternehmung zur Verfügung stehenden Instrumente darzustellen. Im ersten Kapitel wird zunächst geklärt, was unter dem Begriff Investor Relations zu verstehen ist und wie sich die Historie des IR darstellt. Anschließend werden die theoretische Fundierung, die Grundsätze und die Vorgehensweise der IR-Arbeit beschrieben. Das dritte Kapitel behandelt die Ziele, die eine Unternehmung durch IR-Aktivitäten anstrebt. Während sich das vierte Kapitel mit den Zielgruppen des IR befasst, werden im fünften und sechsten Kapitel Instrumente vorgestellt, die eine Unternehmung im Rahmen der IR-Arbeit einsetzen kann. Die Arbeit schließt im siebten Kapitel mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
1. Problemstellung und Gang der Arbeit 1
2. Grundlagen des Investor Relations 1
2.1 Definitorische Abgrenzung 2
2.2 Historische Entwicklung 3
2.3 Theoretische Fundierung des Investor Relations 4
2.4 Grundsätze der Investor Relations-Arbeit 5
2.4.1 Wesentlichkeit 5
2.4.2 Kontinuität 5
2.4.3 Zielgruppenorientierung 6
2.4.4 Sonstige Grundsätze 6
2.5 Investor Relations-Konzept 7
2.5.1 IR-Marktforschung 7
2.5.2 IR-Planung 8
2.5.3 IR-Durchführung 10
2.5.4 IR-Kontrolle 10
3. Ziele des Investor Relations 11
3.1 Finanzwirtschaftliche Ziele 11
3.1.1 Steigerung des Aktienkurses 11
3.1.2 Stabilisierung der Aktienkursentwicklung 13
3.1.3 Senkung der Kapitalkosten 14
3.1.4 Erweiterung und Veränderung des Aktionärskreises 15
3.1.5 Schutz vor feindlichen Übernahmen 16
3.2 Nicht unmittelbar finanzwirtschaftliche Ziele 16
3.2.1 Schaffung von Vertrauen 16
3.2.2 Steigerung des Bekanntheitsgrades 17
3.2.3 Verbesserung des Unternehmungsimages 18
4. Zielgruppen der Investor Relations-Arbeit 18
4.1 Private Investoren 18
4.2 Institutionelle Anleger 20
4.3 Multiplikatoren 22
4.3.1 Finanzanalysten 23
4.3.2 Wirtschaftsjournalisten 24
4.3.3 Sonstige Multiplikatoren 25
5. IR-Instrumente für alle Zielgruppen 25
5.1 Geschäftsbericht 25
5.2 Quartals- und Zwischenberichte 29
5.3 Internet 30
5.4 Dividendenpolitik 35
5.5 Finanzkalender 35
5.6 TV-Interviews 36
5.7 Börseneinführungen an internationalen Finanzplätzen 36
5.8 Betriebsbesichtigungen 36
6. Zielgruppenspezifische Instrumente des IR 37
6.1 Private Investoren 37
6.1.1 Hauptversammlung 37
6.1.2 Aktionärsbriefe und -zeitungen 40
6.1.3 Investor-Relations-Foren 41
6.1.4 Aktionärsmessen 41
6.1.5 Call Center 42
6.1.6 Informationspakete 42
6.1.7 Finanzanzeigen 43
6.1.8 Informationen für Mitarbeiter 43
6.2 Institutionelle Anleger und Analysten 44
6.2.1 Analysten- und Investorenkonferenzen 44
6.2.2 Einzel- und Roundtablegespräche 45
6.2.3 Telefonkonferenzen 45
6.2.4 Investorenhandbuch 46
6.2.5 Road Shows 47
6.3 Wirtschaftsjournalisten 47
6.3.1 Pressekonferenzen 47
6.3.2 Pressemitteilungen 48
7. Zusammenfassung und Ausblick 49
Literaturverzeichnis 51

Automatisiert erstellter Textauszug:

und Firmenkundenbetreuern stattfindet.121 Empfehlungen von Analysten verlieren auch an Glaubwürdigkeit, wenn man bedenkt, daß sie mit Aktien von Unternehmungen handeln dürfen, die von ihnen selbst analysiert und empfohlen werden.122 Analystenmeinungen haben großen Einfluß auf die Performance der Aktienkurse und das Kapitalmarktimage einer Unternehmung. Empfiehlt z.B. Goldman Sachs, neben Morgan Stanley und Merrill Lynch die mächtigste Investmentbank der Welt, eine Aktie zum Kauf, dann steigt diese laut einer Studie am nächsten Tag indexbereinigt im Schnitt um 1,6%. Handelt es sich um eine Verkaufsempfehlung, dann fällt die Aktie um 1,7%.123 Ein wichtiges Instrument, mit dem Analysten Anlageempfehlungen treffen, stellt die Gewinnprognose dar. Je größer die Abweichung dieser externen Gewinnschätzung vom tatsächlichen Ergebnis ist, desto höher ist die Volatilität des Aktienkurses. Für Unternehmungen ist es daher besonders wichtig, in ständiger Kommunikation mit den Analysten zu stehen, um falsche, zu optimistische oder zu pessimistische Annahmen zu revidieren. Häufig lassen Analysten ihre Studien vor der Veröffentlichung auf faktische Ungereimtheiten und eventuelle Mißverständnisse von den Unternehmungen untersuchen. Damit soll sichergestellt werden, daß die Unternehmungsstrategie deutlich dargestellt wird und sich die Gewinnprognosen in einem realistischen Rahmen befinden. Die Unternehmung sollte jedoch unterlassen, in die Unternehmungsbewertung und die Anlageempfehlung der Analysten einzugreifen.124 [...]

Akquisitionen „qualifizieren“ wollen. Außerdem kann die Veröffentlichung von kritischen Studien dazu führen, daß Unternehmungen ihre Geschäftsbeziehungen zu den Banken abbrechen. Angezweifelt wird die Neutralität der Analysten auch deshalb, weil innerhalb einer Investmentbank Analysten und Firmenkundenbetreuer tätig sind. Investmentbanken wehren sich gegen diese Vorwürfe, indem sie auf ihre internen Kontrollsysteme (sogenannte Chinese Walls) und Verhaltensvorschriften hinweisen. So darf sich z.B. ein Analyst einer Investmentbank nicht mehr öffentlich zu einer Unternehmung äußern, wenn die M&A-Abteilung von dieser Unternehmung ein Kundenmandat erhalten hat. Die Unternehmung wird dann auf die sogenannte „Restricted list“ gesetzt. Das Problem ist jedoch, daß es keine externen Instanzen gibt, die überprüfen, ob wirklich kein Informationsfluß zwischen Analyseabteilungen [...]

In der IR-Arbeit der Unternehmungen stellen Finanzanalysten die wichtigste Multiplikatorengruppe dar. Hauptaufgabe der Analysten, die meist bei Banken oder Brokerhäusern angestellt sind, ist die Ausarbeitung ausführlicher unabhängiger und objektiver Studien über Branchen und einzelne Unternehmungen. Aus diesen Studien resultieren dann meist Kauf-, Halte- oder Verkaufsempfehlungen. Finanzanalysten werden auch als Sell-side-Analysten bezeichnet, da ihre Studien zum Teil von privaten und institutionellen Anlegern käuflich erworben und deren Anlageentscheidungen zugrunde gelegt werden.119 Nach Schoenen hat der Finanzanalyst mehrere Funktionen. Zum einen tritt er als Mittler zwischen Kapitalgeber und Unternehmung auf und sorgt durch eine schnelle, vollständige und kostengünstige Informationsversorgung des Kapitalmarktes für eine Transparenzund Effizienzsteigerung. Zum anderen berät der Analyst Investoren dadurch, daß er die Chancen und Risiken der analysierten Unternehmung aufzeigt.120 Großen Investment- und Geschäftsbanken wird in letzter Zeit vorgeworfen, nur noch Kaufempfehlungen und kaum noch kritische Studien über Unternehmungen auszusprechen. Der Grund für die zahlreichen Kaufempfehlungen wird darin gesehen, daß sich Banken bei empfohlenen Unternehmungen für weitere Aufträge wie z.B. die Durchführung von Kapitalerhöhungen, Neuemissionen oder [...]

Arbeit zitieren:
Reis, Jochen April 2001: Bedeutung des Investor Relations für die Unternehmensführung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kapitalmarktkommunikation, Shareholder Value, Value Reporting

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