Die Bedeutung der Humanressourcen für den Unternehmenserfolg
Ansatzpunkte zur Aktivierung ungenutzter Mitarbeiterpotentiale
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Paskalis Karaiskas
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 135 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9188-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9188-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9188-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Karaiskas, Paskalis September 2005: Die Bedeutung der Humanressourcen für den Unternehmenserfolg, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Resource-based View, Human Resource Management, Leistung, Motivation, Personalentwicklung
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Diplomarbeit von Paskalis Karaiskas
Problemstellung:
Globalisierung, schneller Wandel der Kundenbedürfnisse, abnehmende Produktlebenszyklen und Instabilität sind nur einige zu nennende Aspekte der Wettbewerbsbedingungen, denen die meisten Unternehmen heute ausgesetzt sind. In solchen dynamischen Wettbewerbssituationen gelten andere Regeln als bislang. Dennoch sind die meisten Unternehmen der Auffassung, dass nur die klassischen Faktoren den Unternehmenserfolg bestimmen: die richtige Branche, ein hoher Marktanteil, technologische Vorherrschaft oder eine brillante Strategie. Auch wenn diese Faktoren weiterhin Wettbewerbsvorteile begründen können, so haben sie an Bedeutung verloren, da sie in der Regel durch die Dynamik der Umwelt kurz- oder zumindest mittelfristig eliminiert werden können.
Es stellt sich die Frage, wie überhaupt noch nachhaltige Wettbewerbsvorteile erreicht werden können, wenn selbst die genannten Faktoren kein Garant mehr für nachhaltige Wettbewerbsvorteile sind. Die Antwort auf diese Frage liegt im Menschen, der als Humanressource einer der entscheidenden, wenn nicht sogar der entscheidende Wettbewerbsvorteil ist oder sein kann. Dies wird insbesondere vor dem Aspekt deutlich, dass wir uns in einer Wissensgesellschaft befinden und dass die Ressource Wissen weitestgehend personengebunden ist.
So betonen auch die meisten Unternehmen heute in ihrer Firmenphilosophie die Bedeutung der Humanressourcen als ihr wichtigstes Gut. Dabei zeigt sich jedoch eine Diskrepanz zwischen der kommunizierten und der gelebten Firmenphilosophie, denn die Humanressourcen werden immer noch vorwiegend als Kosten- und nicht als Vermögensfaktor betrachtet. Dies ist nicht verwunderlich, da das Humanvermögen im Rahmen unserer Bilanzrichtlinien nicht als solches bilanziert werden kann, sondern nur als Kostenposition auftaucht. So verwundert es auch nicht, dass die Optimierung des Kapitalnutzens Vorrang vor der Optimierung des Personalnutzens hat und Unternehmen Wettbewerbsvorteile in erster Linie in Kostenreduktionsmöglichkeiten, wie Downsizing und Outsourcing, suchen. Nach wie vor ist Kostensenkung ein probates, weil in der Regel schnell umsetzbares Mittel, um den Erfolg zu steigern. Dabei ist die Entlassung von Mitarbeitern einer der schnellsten Wege, die Kosten zu senken. Die daraus resultierenden Ergebnisse, wie z. B. Gewinnsteigerungen, führen dazu, dass andere, schwerwiegende Probleme mit Produkten, Serviceleistungen, mangelnden Innovationen, usw. ausgeblendet, aber nicht behoben werden. Downsizing und weitere in diesem Kontext verwendete Begriffe stehen dabei dem gesellschaftlichen Wandel von der Industrie- bzw. Dienstleistungsgesellschaft zu einer Wissensgesellschaft gegenüber. Durch Downsizing kann ein Unternehmen schlanker werden, aber es wird nicht unbedingt wettbewerbsfähiger im Hinblick auf die Märkte der Zukunft, denn in „.. der Wissensgesellschaft wird das, was man einerseits schlecht behandelt und abbaut, andererseits zum Engpassfaktor...“.
Nach Malik sind die eingesetzten Managementsysteme in unserer Wissensgesellschaft unbrauchbar, da sie nicht mit einer der klassischen Ressourcen, sondern mit einer vollkommen anderen Ressource arbeiten müssen - Wissen. Die meisten Organisationen behindern folglich die Effektivität ihrer Humanressourcen, so dass Malik bei der Effektivität der Humanressourcen ein mögliches Steigerungspotential von bis zu 50 - 70% sieht. Diese Zahl wäre so gewaltig, dass es sich niemand leisten könnte, sie zu ignorieren.
Auch wenn der gewählte Themenkomplex nicht neu ist, lassen die dargestellte Diskrepanz zwischen der kommunizierten und gelebten Firmenphilosophie sowie die vermuteten Potentiale erkennen, dass dem Thema bislang noch nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ziel dieser Ausarbeitung ist es daher, die grundsätzliche Bedeutung der Humanressourcen für den Unternehmenserfolg und, ausgehend von der Annahme, dass ungenutzte Potentiale vorhanden sind, mögliche Ansatzpunkte zur besseren Nutzung vorhandener bzw. Ansatzpunkte zur Aktivierung ungenutzter Mitarbeiterpotentiale aufzuzeigen.
Gang der Untersuchung:
Nach einer kurzen Einleitung und einem Überblick über das Ziel und den Gang der Arbeit in Kapitel 1 werden in Kapitel 2 zunächst zwei Ansätze aus dem strategischen Management erarbeitet, die sich mit den Ursachen für den Unternehmenserfolg beschäftigen. Diese stellen die Grundlage für eine Überprüfung der Humanressourcen (HR) hinsichtlich ihrer Relevanz für den Unternehmenserfolg dar (Kapitel 3). Im Anschluss daran wird anhand des Human Resource Management (HRM) überprüft, ob HR durch das HRM zielgerichtet beeinflusst werden können und welche Einflussfaktoren dabei zu berücksichtigen sind. Um mögliche Ansatzpunkte der Potentialaktivierung aufzeigen zu können werden in Kapitel 4 die Determinanten der menschlichen Leistung und ihre Einflussfaktoren dargestellt. Ausgehend von der These, dass ungenutzte Potentiale vorhanden sind, wird in Kapitel 5 zunächst die aktuelle Potentialausnutzung untersucht. Anhand dieser Erkenntnisse werden mögliche Ansatzpunkte zur Aktivierung ungenutzter Mitarbeiterpotentiale diskutiert. Dabei werden gemäß den dargestellten Leistungsdeterminanten drei Schwerpunkte gesetzt: das Placement, die Leistungsfähigkeit und die Leistungsmotivation der Mitarbeiter.
Um begriffliche Missverständnisse zu vermeiden, werden - soweit dies im Rahmen des Verständnisses erforderlich ist - die Original-Begriffe und nicht die Übersetzungen verwendet. Ein Beispiel ist die deutsche Bezeichnung der Resource-based View als ressourcenorientierter Ansatz. Wolf weist z. B. darauf hin, dass die Begriffswahl insofern unglücklich ist, da nicht der Ansatz ressourcenbasiert ist. Aus Vereinfachungsgründen werden bei Personenbezeichnungen innerhalb dieser Arbeit vorwiegend Maskulina verwendet, wobei damit selbstverständlich immer auch das feminine Pendant gemeint ist.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Tabellen- und Abbildungsverzeichnis | V | |
| Vorwort | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Erklärungsansätze zum Unternehmenserfolg | 4 |
| 2.1 | Market-based View | 5 |
| 2.2 | Resource-based View | 7 |
| 2.2.1 | Historische Entwicklung | 8 |
| 2.2.2 | Abgrenzung des Ressourcenbegriffs | 8 |
| 2.2.3 | Ressourcen als Quelle von Wettbewerbsvorteilen | 10 |
| 2.2.4 | Weiterentwicklungen der RBV | 12 |
| 2.2.4.1 | Capability-based View | 14 |
| 2.2.4.2 | Knowledge-based View | 15 |
| 2.3 | Zusammenfassung | 16 |
| 3. | Die Bedeutung der Humanressourcen für den Unternehmenserfolg | 17 |
| 3.1 | Begriffsabgrenzung | 17 |
| 3.2 | HR als Quelle nachhaltiger Wettbewerbsvorteile | 18 |
| 3.3 | HRM: Das Management der Humanressourcen im Rahmen der Unternehmensführung | 21 |
| 3.3.1 | Von der Personalverwaltung zum HRM | 21 |
| 3.3.2 | Begriffsabgrenzung HRM | 23 |
| 3.3.3 | Aufgabenbereiche des HRM | 24 |
| 3.3.4 | Gründe für den Auffassungswandel | 28 |
| 3.3.4.1 | Wettbewerbsverschärfung | 28 |
| 3.3.4.2 | Demographische Veränderungen | 29 |
| 3.3.4.3 | Wertewandel | 33 |
| 3.3.4.4 | Veränderung des Menschenbildes | 37 |
| 3.4 | Der Beitrag des HRM zum Unternehmenserfolg | 40 |
| 4. | Determinanten menschlicher Leistung | 44 |
| 4.1 | Leistungsfähigkeit | 47 |
| 4.2 | Motivation als Wille zur Leistung | 48 |
| 4.2.1 | Begriffsabgrenzung | 48 |
| 4.2.2 | Aspekte der Motivationsforschung | 49 |
| 4.2.2.1 | Intrinsische und extrinsische Motivation | 49 |
| 4.2.2.2 | Mögliche Wechselwirkungen zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation | 52 |
| 4.2.3 | Motivationstheorien | 53 |
| 4.2.3.1 | Inhaltstheorien | 54 |
| 4.2.3.1.1 | Die Theorie der Bedürfnishierarchie von Maslow | 54 |
| 4.2.3.1.2 | Die Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg et al. | 57 |
| 4.2.3.1.3 | Die Motivationstheorie von McClelland | 60 |
| 4.2.3.2 | Prozeßtheorien | 62 |
| 4.2.3.2.1 | Die Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie von Vroom | 62 |
| 4.2.3.2.2 | Das Motivationsmodell von Porter und Lawler | 65 |
| 4.2.3.3 | Zusammenfassung | 68 |
| 5. | Diskussion möglicher Ansatzpunkte zur Aktivierung ungenutzter Mitarbeiterpotentiale | 70 |
| 5.1 | Analyse der aktuellen Potentialausnutzung | 71 |
| 5.2 | Ansatzpunkte der Potentialaktivierung | 74 |
| 5.2.1 | HR-Placement | 74 |
| 5.2.2 | HR-Entwicklung | 75 |
| 5.2.2.1 | HR-Entwicklung in der Perspektive des Defizitabbaus | 77 |
| 5.2.2.2 | HR-Entwicklung in der Perspektive der Potentialproduktion | 78 |
| 5.2.2.3 | Von der Selbstentwicklung zur lernenden Organisation | 80 |
| 5.2.3 | Implikationen der motivationstheoretischen Ansätze für die HR-Motivation | 82 |
| 5.2.3.1 | Intrinsische Anreize | 83 |
| 5.2.3.2 | Extrinsische Anreize | 85 |
| 5.2.3.3 | Erwartungen | 89 |
| 6. | Fazit | 91 |
| Literaturverzeichnis | 95 | |
| Anhang | 108 |
ihm heraus angeregt wird. Um dies zu gewährleisten, muß es dem Mitarbeiter ermöglicht werden, autonom und eigenverantwortlich zu handeln412 . Implizit geht McClelland anscheinend von einem positiven Menschenbild im Sinne der Theorie Y aus413 . Festzuhalten ist, daß es im Leistungskontext eine Vielzahl möglicher Kombinationen der Grundbedürfnisse gibt. Die Zusammensetzung wird dabei durch die Determinanten Situation, persönliche Erfahrung und Kultur (sowohl Landes- als auch Unternehmenskultur) bestimmt. Dabei schwanken die Grundmotive zwar kurzfristig in ihren Ausprägungen, sind jedoch grundsätzlich nur langfristig veränderbar414 . Auch das Modell von McClelland bleibt nicht frei von Kritik, wenngleich das Zustandekommen von Motivation insbesondere durch das Machtmotiv plausibel erklärt werden kann. Drumm führt an, daß Macht nicht das einzige Motiv zum Handeln ist und vor allem, daß nicht alle Menschen das Machtmotiv in gleicher Weise durch ihre Sozialisation erfahren haben und folglich auch anstreben. Unklar bleiben in diesem Zusammenhang auch die Verbundwirkungen zwischen den einzelnen Grundbedürfnissen. Ferner geht die Theorie grundsätzlich von dem Vorhandensein des Wertes der Selbstbestimmung aus. Fehlt dieser Wert und fehlt zusätzlich die Eignung zur Leistung, so wären Delegation, Autonomie und Partizipation als Motivationsinstrumente unangebracht415. [...]
Motiv wird bei Maslow zwar nicht ausdrücklich genannt, ist aber den höherrangigen Bedürfnisebenen und in diesen am ehesten der Selbstverwirklichung zuzuordnen406 . Das Streben nach Zugehörigkeit ist mit den Zugehörigkeits- und Liebesbedürfnissen von Maslow vergleichbar. McClelland beschreibt dieses Bedürfnis als das Suchen nach Anerkennung (approval seeking) und Freundschaft, im Sinne von Kameradschaft 407 . Folglich gehört die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ebenfalls zu dieser Bedürfnisart. Machtstreben hingegen äußert sich in dem Versuch, andere Menschen zu kontrollieren und zu beeinflussen und somit Überlegenheit auszudrücken. Menschen, die nach Macht streben, bevorzugen eine klare Hierarchie, in der Status, Autorität und Verantwortung klar abgegrenzt sind. Insofern widersprechen sich das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und das Machtstreben und kommen entsprechend selten zusammen vor408 . Das Vermeidungsstreben wurzelt in der Furcht vor Mißerfolgen wie z. B. Versagen, Ablehnung oder Machtverlust. Folglich ist das Streben darauf ausgerichtet, die Eintrittswahrscheinlichkeit von Mißerfolgen zu verringern409 . McClelland fand heraus, daß das Leistungsmotiv zwar Leistung auslöst, dieser Prozeß aber nicht linear verläuft. Vielmehr erreicht die Leistung bei mittlerer Leistungsmotivation ihr Maximum. Darüber hinaus führt eine weitere Steigerung der Leistungsmotivation zu einem Absinken der Leistung410 . Er liefert für diesen Zusammenhang jedoch keine Erklärung. Rosenstiel führt dazu aus, daß eine zu hohe Motivation zu Nervosität und Angst aufgrund von Versagensängsten führt. Bei einer mittleren Motivationsstärke wirkt diese Angstkomponente noch leistungsfördernd, darüber hinaus leistungshemmend411 . Eine weitere mögliche Erklärung könnte in der Erkenntnis liegen, daß das Leistungsstreben nicht zwangsweise zu einer höheren Leistung für das Unternehmen führt. Strebt ein Mensch nur unter Effizienzkriterien nach Leistung, so führt dies nicht unbedingt zu einer höheren Leistung für das Unternehmen. Vielmehr ermöglicht eine effizientere Arbeit, das gleiche Ergebnis mit weniger Arbeitseinsatz zu erreichen. Unter dieser Bedingung führt das Leistungsstreben zu keinem Leistungszuwachs für das Unternehmen, sondern nur zu einer situativen Verbesserung für den Menschen. Ein Leistungszuwachs für das Unternehmen kommt nach McClelland insbesondere dann zustande, wenn das Leistungsmotiv mit dem Machtstreben zusammen auftritt oder aus [...]
Galt sein Forschungsinteresse zunächst dem Leistungsstreben resp. dem Leistungsmotiv, so kamen später das Machtmotiv, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und das Vermeidungsstreben hinzu. Das Vermeidungsstreben wird dabei jedoch nicht zu den Grundmotiven gezählt, da es aus der Erfüllung eines Grundmotivs entsteht402 . Nach McClelland fokussiert das Leistungsmotiv im wesentlichen das Ziel der Effizienz403 . Es zeigt sich z. B. darin, daß das Erreichen gesetzter Ziele oder die Arbeit selbst Befriedigung auslöst 404. Es handelt sich also im wesentlichen um intrinsische Motivation. Leistungsmotivierte Menschen streben nach persönlicher Verantwortung mit der Möglichkeit zur Innovation, bei kalkulierbarem Risiko. In diesem Kontext sind Anerkennung und die Belohnung guter Leistung (als rascher Feedback) besonders wichtig405 . Dieses [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832491888
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Karaiskas, Paskalis September 2005: Die Bedeutung der Humanressourcen für den Unternehmenserfolg, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Resource-based View, Human Resource Management, Leistung, Motivation, Personalentwicklung



