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Die Bedeutung der Deubiquitinierung für den intrazellulären Transport von Membranproteinen und bei Signaltransduktionswegen

Die Bedeutung der Deubiquitinierung für den intrazellulären Transport von Membranproteinen und bei Signaltransduktionswegen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Kesseler
  • Abgabedatum: August 2010
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • Bibliografie: ca. 162
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1431-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kesseler, Andreas August 2010: Die Bedeutung der Deubiquitinierung für den intrazellulären Transport von Membranproteinen und bei Signaltransduktionswegen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: nf-kb, EGFR, Deubiquitinierung, nuclear factor kappa, EGF-Rezeptor

Diplomarbeit von Andreas Kesseler

Einleitung:

Die Ubiquitinierung von Molekülen kann durch Deubiquitinasen rückgängig gemacht werden, die Ub von modifizierten Protein abspalten und somit deren Aktivität und Stabilität sicherstellen. Ungeachtet dessen, dass die Enzyme des Ub-Systems schon sehr ausführlich untersucht worden sind, ist weiterhin wenig über die Art und Weise bekannt, wie die Deubiquitinasen funktionell reguliert werden.

Das Ziel des ersten Teils dieser Arbeit war es, die wechselseitigen Regulationswege der Deubiquitinasen und des NF-KB-Signalweges herauszustellen und die Mechanismen zu erörtern, über die die Enzyme in ihrer Funktionalität reguliert werden.

Das Ziel des zweiten Teiles war es, den Einfluss und die genauen Funktionen der DUBs bei der Herunterregulation des EGF-Rezeptors darzulegen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Das Ubiquitin-System 1
1.1.1 Abbau im 26S-Proteasom 3
1.1.2 Formen der Ubiquitinierung 4
1.2 Deubiquitinierung 6
1.2.1 Mechanismus der Deubiquitinierung 8
1.3 Funktionen der Deubiquitinierung 9
1.3.1 Histon-Deubiquitinierung 10
1.3.2 Endozytose 12
1.3.3 Zellzyklusregulation und DNA-Reparatur 12
1.4 Regulation der Deubiquitinaseaktivität 14
1.5 Zielsetzung der Arbeit 17
2. Regulation von Signaltransduktionswegen 18
2.1 Regulationsmechanismen 18
2.2 Der ‘Nuclear Factor kappa-B’-Signalweg 18
2.2.1 Kanonischer Signalweg 19
2.2.2 Nicht-kanonischer Signalweg 20
2.3 Einfluss der Deubiquitinasen auf den NF-KB-Signalweg 22
2.4 Nachweis der Regulation durch die Deubiquitinase CYLD 22
2.4.1 CYLD als negativer Regulator des NF-KB-Signalweges 23
2.4.2 Regulation der CYLD-Expression durch den NF-KB-Signalweg 23
2.4.3 CYLD wird durch NEMO-abhängige Phosphorylierung reguliert 24
2.4.4 Regulation des JNK-Signalweges und der TRAF2-Ubiquitinierung 26
2.4.5 Auswirkungen der CYLD-Expression auf die Genexpression 26
2.4.6 Deubiquitinierung des NF-κB-Aktivators CC2D1A 27
2.5 Nachweis der Regulation durch die Deubiquitinase A20 27
2.5.1 Regulation der A20-Expression durch den NF-KB-Signalweg 28
2.5.2 Ubiquitin-Editing von RIP durch A20 29
2.5.3 A20 fördert den Abbau der Ubiquitin-Konjugasen Ubc5 und Ubc13 30
2.5.4 A20 benötigt Rnf11 zur Herunterregulation des NF-KB-Signalweges 32
2.5.5 A20 benötigt ABIN-1 für die Deubiquitinierung von NEMO 33
2.5.6 Kontrolle der zweiten Phase des NF-KB-Signalweges 33
2.5.7 A20 und IKK-abhängige Phosphorylierung 34
2.6 Nachweis der Regulation durch die Deubiquitinase CEZANNE 35
2.6.1 Regulation der CEZANNE-Expression durch den NF-KB-Signalweg 36
2.6.2 Regulation des NF-κB-Signalweges durch CEZANNE 36
2.6.3 Auswirkungen der Deubiquitinierung von IKK und RIP 37
3. Diskussion 38
3.1 Deubiquitinierung von TRAF2 und TRAF6 durch CYLD 38
3.2 Physiologische Funktionen von CYLD 38
3.3 Phosphorylierung von CYLD durch IKK 39
3.4 Wechselseitige Regulation von CYLD und dem NF-KB-Signalweg 40
3.5 A20-Spezifität 40
3.6 A20 inhibiert die Rekrutierung von RIP und TRADD 41
3.7 Funktionen des A20-Komplexes 41
3.8 Funktionen des C-Terminus von CEZANNE 42
3.9 Interaktionen der Deubiquitinasen 43
4. Zusammenfassung 44
5. Regulation des intrazellulären Transportes von Membranproteinen 45
5.1 Plasmamembranproteine 45
5.2 Der epidermale Wachstumsfaktor(-rezeptor) 45
5.3 Der EGFR-Signalweg 46
5.4 Herunterregulation des EGF-Rezeptors 47
5.5 Kontrolle der Herunterregulation durch Deubiquitinasen 50
5.6 Regulation durch die Deubiquitinase AMSH 50
5.6.1 Nachweis der Assoziation von AMSH und ESCRT-III 50
5.6.2 Funktionen von AMSH bei der Herunterregulation des EGFR 52
5.7 Ubiquitin-spezifische Protease Y 55
5.7.1 Funktionen der Mit-Domäne 55
5.7.2 Funktionen der HRS-STAM-Bindung 56
5.7.3 Rolle von UBPY bei der Herunterregulation des EGFR 57
6. Diskussion 60
6.1 Funktionen der Mit-Domäne von UBPY und AMSH 60
6.2 Interaktionen zwischen AMSH und CHMP3 61
6.3 Funktionen von AMSH bei der Herunterregulation des EGFR 61
6.4 Modifikationen von UBPY 62
6.5 Komplexbildung zwischen UBPY und dem EGFR 62
6.6 Deubiquitinierung des EGFR durch UBPY 63
6.7 Interaktionen von AMSH und UBPY 65
7. Zusammenfassung 66
Literaturverzeichnis 67
Anhang 76

Textprobe:

Kapitel 2.5, Nachweis der Regulation durch die Deubiquitinase A20:

A20 (auch: TNFAIP3) wurde 1990 ursprünglich als Inhibitor von TNF-induzierter Apoptose identifiziert. A20 ist an der Entwicklung der regulatorischen T-Zellen und an der Anti-Tumor-Reaktion beteiligt. Das A20-Protein besteht aus 790 AS und besitzt eine N-terminale OTU-Domäne sowie sieben ZnF-Domänen am C-Terminus. Während erstere für die Deubiquitinierung von Substraten verantwortlich sind, fungieren die Znf-Domänen als E3-Ligase, welche u.a. an Ubc-Enzyme binden, um Lys48-Ketten aufzubauen. Zudem besitzen die ZnF-Domänen selbst Ub-Bindungs-aktivität und sind an der Oligomerisierung von A20 beteiligt. Das bedeutet, dass A20 ein Enzym mit dualer Funktion ist, welches seine Substrate sowohl ubiquitiniert, als auch deubiquitiniert. Diese Doppelfunktion ist von Bedeutung bei der Herunterregulation des NF-KB-Signalweges. Nachdem EVANS et al. aufzeigen konnten, dass A20 Lys48- und Lys63-Ketten in vitro und in vivo von Molekülen deubiquitinieren kann, fanden WERTZ et al. heraus, dass es Lys63-Ketten vom RIP entfernt. Aktuelle Studien bestätigen, dass A20 das regulatorische TAX1-bindende Protein1 (TAX1BP1), den A20-binding Inhibitor of NF-KB-1 (ABIN-1) sowie die Ub-Ligase Itch für seine Aktivität benötigt und die drei Komponenten zusammen einen Komplex bilden. Während TAX1BP1 als Ub-Bindungsfaktor dient und A20 zu seinen Substraten rekrutiert, könnte Itch die Lys48-Ubiquitinierung von A20-Substraten wie RIP übernehmen. Bestätigt wird dies dadurch, dass ein TAX1BP1-Knockdown die A20-Bindung an RIP aufhebt. Weiterhin könnte auch das Ringfinger-Protein 11 (Rnf11), welches Ligaseaktivität besitzt zu dem Komplex gehören. A20 fungiert also in einem Komplex, an dem noch mindestens drei weitere Moleküle beteiligt sind.

2.5.1, Regulation der A20-Expression durch den NF-KB-Signalweg:

Wie bei CYLD wird auch die Expression von A20 transkriptionell durch den NF-KB-Signalweg, nach einer entsprechenden Stimulation, induziert. HE et al. stellten in einer Studie an einer Jurkat-Zelllinie (Leukämiezellen die von menschlichen T-Zellen abstammen) fest, dass diese im unstimulierten Zustand ein sehr geringes A20-Niveau aufwiesen und es ca. zwei Stunden nach einer TNFa-Gabe zu einer Zunahme an A20-Gentranskripten kam. Dies deutet darauf hin, dass A20 als eine Deubiquitinase fungiert, die in einem autoregulatorischem Kreislauf die NF-KB-Aktivität herabsetzt. Hingegen führte die Stimulation in den Zellen, in denen man NEMO ausgeschaltet hatte zu keiner A20-Expression, was ein Beleg dafür ist, dass IKK an der Induktion der Gen-expression durch TNFa involviert ist bzw. ein Mangel an NEMO die TNFa-induzierte A20-Expression inhibiert. Interessanterweise induziert auch IL1 die A20-Expression, obwohl man bisher davon ausgegangen war, dass A20 selbst nicht in dem IL1-Signalweg involviert ist. Darauf aufbauend behandelten WERNER et al. embryonische Mausfibroblasten mit IL1 und setzten diese, sowie eine unbehandelte Mäusefibroblasten einem TNFα-Stimulus aus. Die Unterschiede waren zwar nicht wesentlich, gaben aber einen Hinweis darauf, dass eine IL1-Gabe die Auswirkungen eines darauffolgenden TNFa-Stimulus abschwächt, d.h. dass A20 die Sensitivität für TNFa herabsetzen kann.

Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass Zellen in einem lebenden Organismus zeitnah einer Vielzahl von Stimuli ausgesetzt sind. Neuere Studien konnten nachweisen, dass A20 im IL1-Signalweg an der Deubiquitinierung von TRAF6 und somit auch an dieser Signalkaskade beteiligt ist.

Arbeit zitieren:
Kesseler, Andreas August 2010: Die Bedeutung der Deubiquitinierung für den intrazellulären Transport von Membranproteinen und bei Signaltransduktionswegen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
nf-kb, EGFR, Deubiquitinierung, nuclear factor kappa, EGF-Rezeptor

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