Die Bedeutung der Beteiligungskriterien einer Venture Capital Finanzierung in Abhängigkeit der Beteiligungsphasen
Eine empirische Analyse deutscher (renditeorientierter) Venture Capital Gesellschaften
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Markus Habermann
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 94 Seiten
- Dateigröße: 2,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4911-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4911-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4911-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Habermann, Markus Dezember 2001: Die Bedeutung der Beteiligungskriterien einer Venture Capital Finanzierung in Abhängigkeit der Beteiligungsphasen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Venture Capital, Beteiligungskriterien, Finanzierungphasen, Unternehmensfinanzierung, Kritische Inhalte eines Businessplans
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Diplomarbeit von Markus Habermann
Einleitung:
Kaum eine Branche in Deutschland kann auf ein ähnliches Wachstum in den letzten Jahren verweisen, wie die des formellen Beteiligungskapitals. Deutlich wird dies vor allem anhand der Wachstumsraten der Venture Capital Investitionen. Die treibende Kraft auf der Ebene der Venture Capital Gesellschaften sind hierbei die Venture Capital Manager. Ihre Aufgabe besteht in der Auswahl von erfolgversprechenden Beteiligungsprojekten. Dabei wird oft von der Erwartung der Venture Capital Gesellschaften gesprochen, die ein aussichtreiches Produkt, Dienstleistung oder Technologie erwarten, welches auf dem Zielmarkt mit einem hohen Wachstumspotential vermarktet werden kann und zudem von einem qualifizierten Managementteam begleitet wird.
Bislang existiert für den deutschen Venture Capital Markt wenig Klarheit darüber, welche Beteiligungskriterien der Auswahl der Beteiligungsprojekte zugrunde gelegt werden und welche Bedeutung ihnen in den möglichen Beteiligungsphasen zuteil wird. Zwar hat eine Reihe von Studien den Entscheidungsprozess von Venture Capital Managern untersucht und auch Kriterien und ihre Gewichtung einbezogen, doch gerade für Deutschland liegen noch keine Ergebnisse vor, die insbesondere die phasenspezifische Bedeutung der Beteiligungskriterien erforschen. Diese Forschungslücke möchte der vorliegende Beitrag schließen. Er erforscht die Beteiligungskriterien von deutschen renditeorientierten Venture Capital Gesellschaften empirisch und verfolgt dadurch zwei Ziele: In theoretischer Hinsicht wird auf der Basis von Gewichtungsfaktoren die Bedeutung der einzelnen Beteiligungskriterien in den jeweiligen Beteiligungsphasen untersucht. In praktischer Hinsicht wird den Mitgliedern der Venture Capital Gemeinde, also den Venture Capital Gesellschaften, anhand der ermittelten Gewichtungsfaktoren.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Begriffsdefinition des Risikos | 2 |
| 2. | Idealtypischer Verlauf einer Venture Capital Finanzierung | 3 |
| 2.1 | Das Lebenszykluskonzept eines innovativen Produkts | 3 |
| 2.2 | Der idealtypische Verlauf einer Venture Capital Finanzierung | 5 |
| 3. | Der Hintergrund einer Beteiligungsentscheidung | 12 |
| 4. | Grundlagen für die eigene Untersuchung | 18 |
| 4.1 | Die Klassifizierung der eingesetzten Beteiligungskriterien | 18 |
| 4.2 | Statistische Grundlagen zur Datenauswertung | 19 |
| 4.2.1 | Explorative Statistik | 19 |
| 4.2.2 | Bivariate und multivariate Statistik | 20 |
| 4.2.2.1 | Korrelationskoeffizient | 20 |
| 4.2.2.2 | Clusteranalyse | 21 |
| 4.2.3 | Der xz-Verteilungstest | 22 |
| 4.3 | Die Repräsentativität der vorliegenden Stichprobe | 23 |
| 4.4 | Das Erhebungsdesign und die Erhebungsinstrumente | 25 |
| 4.4.1 | Aufbau und Gestaltung des verwendeten Fragebogens | 26 |
| 4.4.2 | Vorgehen bei der Datenerhebung und zeitlicher Ablauf | 29 |
| 5. | Analyse der phasenspezifischen Beteiligungskriterien | 32 |
| 5.1 | Die Analyse der Beteiligungskriterien in der Early Stage Phase | 32 |
| 5.2 | Die Analyse der Beteiligungskriterien in der Expansion Stage Phase | 38 |
| 5.3 | Die Analyse der Beteiligungskriterien in der Late Stage Phase | 43 |
| 6. | Vergleich der einzelnen Beteiligungsphasen | 48 |
| 6.1 | Der Vergleich der Managementkriterien | 49 |
| 6.1.1 | Der Vergleich der Persönlichkeitsmerkmale des Managements | 49 |
| 6.1.2 | Der Vergleich der Erfahrungen des Managements | 50 |
| 6.1.3 | Der Vergleich der sonstigen Managementkriterien | 52 |
| 6.2 | Der Vergleich der Produktcharakteristika | 53 |
| 6.3 | Der Vergleich der Marktcharakteristika | 55 |
| 6.4 | Der Vergleich der finanziellen Beteiligungskriterien | 57 |
| 7. | Clusteranalyse | 62 |
| 7.1 | Typen von Venture Capital Gesellschaften der Early Stage Phase | 62 |
| 7.2 | Typen von Venture Capital Gesellschaften der Expansion Stage Phase | 64 |
| 7.3 | Typen von Venture Capital Gesellschaften der Late Stage Phase | 66 |
| 8. | Zusammenfassung und Ausblick | 69 |
| Anhang | ||
| Studien | ||
| Literaturverzeichnis |
Aus der Auswertung der Ergebnisse der persönlichkeitsrelevanten Beteiligungskriterien geht deutlich hervor, dass die Fähigkeiten des Managements einen sehr wichtigen Aspekt im Rahmen einer Bereitstellung von Venture Capital darstellen. Fünf der sieben in der Befragung verwendeten Beteiligungskriterien weisen einen durchschnittlichen Gewichtungsfaktor von über 2,5 auf. Legt man diesem Durchschnittswert die für die Studie eingesetzten Interpretationen der Gewichtungsfaktoren zugrunde, so handelt es sich bei diesen Kriterien um solche, die bei Nichterfüllung von Seiten der kapitalsuchenden Unternehmen zu einer Ablehnung der Beteiligungsanfrage führen.103 Die hohe Bedeutung der persönlichkeitsrelevanten Merkmale lässt vermuten, dass insbesondere die Fähigkeiten des Managements große Auswirkungen auf das Risiko einer Beteiligung haben. Diese Vermutung wird gestärkt durch eine Studie von Tyebjee/Bruno aus dem Jahr 1984.104 Anhand einer Korrelationsanalyse konnte gezeigt werden, dass der Korrelationskoeffizient zwischen der unabhängigen Variablen „Managerial Capabilities“ und der abhängigen Variabeln „Risk“ die größte negative Korrelation aufwies.105 Von größter Bedeutung hinsichtlich den Erfahrungen des Managements ist deren absolute Vertrautheit mit dem relevanten Zielmarkt der Unternehmung. Legt man die der Early Stage Phase untergeordneten Finanzierungsphasen zugrunde, so ist anzunehmen, dass sich die Erfahrungen - angefangen von ersten Marktrecherchen bzw. Prognosen zur erwarteten Marktsituation, über die Erarbeitung eines detaillierten Marketingplans auf der Basis tiefgreifender Marktforschungsanalysen und Testverkäufen des Produktes bis hin zur Einführung des fertiggestellten Produkts - auf den dafür vorgesehenen Markt erstrecken.106 Intuitiv lässt sich hierbei mutmaßen, dass ein hoher Kenntnisstand hinsichtlich der Gegebenheiten des Zielmarktes dazu beträgt, bestimmte Fehler bereits bei Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeiten zu vermeiden, eine zielmarktorientierte Forschung und Entwicklung, der ebenfalls in dieser Beteiligungsphase eine hohe Bedeutung beigemessen wird, ermöglicht und letztendlich dazu betragen kann, die Verlustpotentiale einer Beteiligung schon von Anfang an zu minimieren. Betrachtet man die erzielten Durchschnittswerte der sonstigen Managementkriterien, so werden diesen allem Anschein nach lediglich eine [...]
Venture Capital Gesellschaften, zu deren Investorenkreis auch der öffentliche Sektor und Industrieunternehmen zählen, nicht berücksichtigt. Bei den Geldgebern des öffentlichen Sektors darf unterstellt werden, dass diese in erster Linie förderorientierte Ziele verfolgen wie z.B. die Förderung der wirtschaftlichen Struktur oder einer neuen Technologie, hingegen renditeorientierte Ziele für sie von nachrangiger Bedeutung sind.100 Ebenso darf bei den Industrieunternehmen unterstellt werden, dass für sie bei einer mittelbaren Beteiligung an einem (mehreren) kapitalsuchenden Unternehmen nicht die Maximierung der Rendite des eingesetzten Kapitals im Vordergrund steht, sondern dass durch die Kapitalbereitstellung eher strategische Ziele verfolgt werden wie das sogenannte „Windows on Technologie“.101 Im Hinblick auf eine regionale Abgrenzung der Untersuchung wurden nur solche Venture Capital Gesellschaften in der Studie zugelassen, deren Investitionsschwerpunkt sich auf Deutschland konzentriert. Als Basis für die Ermittlung eines Teilnehmerfeldes diente das Mitgliederverzeichnis des Bundesverbands deutscher Beteiligungsgesellschaften (BVK), mittels dessen 100102 potentielle Teilnehmer ermittelt werden konnten, die den vorangegangenen Anforderungen entsprachen. Die Einbeziehung von nicht diesem Verband angehörenden Venture Capital Gesellschaften scheiterte aufgrund mangelnder Kenntnis ihrer Existenz. Des Weiteren wurde vermutet, dass eine Mitgliedschaft im BVK als ein Indiz für eine gewisse Kommunikationsbereitschaft gewertet werden kann. Diese Gesellschaften wurden im Zeitraum vom 21.09.2001 bis 28.09.2001 vom Verfasser telefonisch kontaktiert, um eine Auskunft bezüglich einer prinzipiellen Teilnahmebereitschaft zu erhalten. Hierbei stellte sich unter anderem heraus, dass fünf der potentiellen Teilnehmer mehrfach in der dem Verfasser vorliegenden Liste aufgeführt waren und vier in der Liste enthaltene Gesellschaften - trotz anderer Angaben in der vom Verband veröffentlichen Mitgliederliste - den förderorientierten Venture Capital Gesellschaften zuzurechnen waren. Nach Abzug dieser Gesellschaften verblieben für die restliche Grundgesamtheit noch 91 potentielle Teilnehmer, von denen 61 Gesellschaften ein Interesse an der Umfrage bekundeten und 30 eine Teilnahme von vornherein ablehnten. Den 61 interessierten potentiellen Teilnehmern wurde am 1.und 2.10.2001 der für die Umfrage angefertigte [...]
Die Grundlage der Datenerhebung war zunächst die Klassifizierung der Venture Capital Gesellschaften in renditeorientierte und andere Gesellschaften. Hierdurch wurde ausgeschlossen, dass nicht an den auswählten Erfolgskriterien (geforderte Projektrendite und erwartete Portfoliorendite) orientierte Gesellschaften in die Untersuchung mit einbezogen wurden. Für derartige Institutionen, die (auch) nach einer regionalen Strukturförderung streben, wäre eine Anwendung der dargelegten Variablenblöcke kaum sinnvoll, da in diesen versucht wurde, nur diejenigen Beteiligungskriterien zu erfassen, die im Hinblick auf die ausgewählten Erfolgsfaktoren von Bedeutung zu sein scheinen.97 In Folge dessen wurden zur Bestimmung der Grundgesamtheit noch weitere Einschränkungen vorgenommen. So wurden lediglich die Venture Capital Gesellschaften in der Untersuchung berücksichtigt, die sich direkt am Eigenkapital einer kapitalsuchenden Unternehmung beteiligen. Diese Einschränkung wurde bewusst gewählt, weil davon ausgegangen wird, dass durch die unmittelbare Partizipation am Erfolg einer Unternehmung, in Form der Wertsteigerung der erworbenen Kapitalanteile,98 die von den Venture Capital Gesellschaften artikulierte Renditeorientierung zusätzlich unterstrichen wird. Des Weiteren wurde eine Einschränkung bezüglich der Investoren vorgenommen, die den Venture Capital Gesellschaft das für Beteiligungen notwendige Kapital zu Verfügung stellen. In der Untersuchung fanden nur diejenigen Venture Capital Gesellschaften Berücksichtigung, deren Investorenkreis sich aus Privatpersonen, Banken, Versicherungen und Pensionsfonds zusammensetzt, da bei diesen unterstellt werden darf, dass sie durch die Mittelbereitstellung vordergründig renditeorientierte Ziele verfolgen.99 Dagegen wurden [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832449117
Arbeit zitieren:
Habermann, Markus Dezember 2001: Die Bedeutung der Beteiligungskriterien einer Venture Capital Finanzierung in Abhängigkeit der Beteiligungsphasen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Venture Capital, Beteiligungskriterien, Finanzierungphasen, Unternehmensfinanzierung, Kritische Inhalte eines Businessplans



