Die Baseler Eigenkapitalvereinbarung
Unter Berücksichtigung ausgewählter alternativer Finanzierungsinstrumente aus Sicht der KMUs
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Hannes Kanz
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 166 Seiten
- Dateigröße: 790,2 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8948-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8948-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8948-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kanz, Hannes August 2003: Die Baseler Eigenkapitalvereinbarung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Rating, Mezzanin, Finanzierung, Basel II, Bank
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Diplomarbeit von Hannes Kanz
Problemstellung:
Die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung stellt die Klein- und Mittelbetriebe (KMUs) vor neuen Herausforderungen. Für die Zukunft der Finanzierung von KMUs bringt die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung tiefgreifende Veränderungen mit sich. Banken und Unternehmen müssen sich auf einen völlig neuen Umgang miteinander einstellen, der von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt sein muss. Durch die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung wird versucht, den Banken ein den Gegebenheiten des Kreditgeschäftes angemessenes Instrument zur Risikodifferenzierung an die Hand zu geben.
Dieses Instrument zur Risikodifferenzierung, das einen Kernpunkt der neuen Regeln darstellt, ist das Rating. Von nun an wird jede Bank für jeden Firmenkunden, dem sie einen Kredit gibt oder geben will, ein Rating anzufertigen haben. Nichtsdestotrotz sind die Bedürfnisse der KMUs zu berücksichtigen, deren gewachsene Finanzierungsstrukturen an die neuen Verhältnisse erst angepasst werden müssen. Neben den Stärken der KMUs, wie die hohe Innovationskraft und die Flexibilität, stehen sie im Zusammenhang mit der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung vor allem zwei Problembereichen gegenüber. Einerseits fehlt idR. der Zugang zum Kapitalmarkt. Andererseits ist die Eigenkapitalquote der KMUs im europäischen Vergleich mit durchschnittlich 28 Prozent sehr niedrig.
Die wesentliche Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin, die Möglichkeiten des Umgangs mit der niedrigen Eigenkapitalquote darzustellen bzw. Überlegungen zu alternativen Finanzierungsformen anzustellen. Dabei wird unter der Berücksichtigung der spezifischen Charakteristika dieser Finanzierungsformen, deren Einsatzmöglichkeiten bzw. Anwendungsgebiete erläutert. Dazu wird aufbauend auf das Rating und auf die Baseler Eigenkapitalvereinbarung eingegangen. Die Analyse wird die wesentlichen Unterschiede zwischen internen und externen Ratings hervorheben und endet in einem kritischen Vergleich. Danach wird die Neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung unter Einbeziehung auf die spezifischen Regelungen der KMUs dargestellt.
Neben der eingangs erwähnten Zielsetzung besteht nebenbei eine weitere Zielsetzung in der Darstellung einiger ausgewählter Auswirkungen der Baseler Eigenkapitalvereinbarung auf die KMUs. Hier werden Aspekte untersucht, die von spezieller Bedeutung für KMUs sind. Im Besonderen werden die künftigen Beziehungen zwischen Banken und Unternehmen, die Bedeutung des Ratings für die KMUs, die künftigen Kreditkonditionen und das Leasing untersucht. Insgesamt soll verdeutlicht werden, dass die Eigenkapitalquote zwar nicht eine überragende, aber doch eine bedeutende Stellung im Rating einnimmt und sich somit auf die Kreditkonditionen im Zusammenhang mit der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung auswirkt.
Gang der Untersuchung:
In Kapitel II erfolgt eine Definition der zentralen Begriffe dieser Arbeit. Es wird im Besonderen auf das Bankwesengesetz, die bankbetrieblichen Risiken, die Finanzmarktaufsicht und die Klein- und Mittelbetriebe eingegangen.
Danach, im Kapitel III, erfolgt eine grundlegende Erläuterung der Baseler Eigenkapitalvereinbarung unter Einbezug externer und interner Ratingverfahren. Der Schwerpunkt dieses Abschnitts liegt einerseits in der Darstellung des internen Ratings. Hier werden besonders die Ratingkriterien, die für ein abschließendes Urteil maßgebend sind, hervorgehoben.
Andererseits wird schwerpunktmäßig im Rahmen der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung auf das Kreditrisiko innerhalb der Säule 1 eingegangen. Hier werden vor allem die verschiedenen Ansätze zur Messung der Kreditrisiken erläutert.
Einen wesentlichen Schwerpunkt dieser Arbeit bilden die in Abschnitt IV vorgestellten alternativen Finanzierungsinstrumente. Hier wird ausführlich die Mezzanin- und Venture Capital-Finanzierung dargestellt. Dabei werden die Charakteristika und die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Finanzierungsformen erläutert.
Im darauffolgenden Kapitel V werden spezifische Auswirkungen der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung auf die Klein- und Mittelbetriebe diskutiert. Im Mittelpunkt dieses Kapitels stehen die Auswirkungen auf die zukünftigen Kreditkonditionen einer Bank. Daneben sollen wichtige Aspekte wie das Rating, Leasing und die Beziehung zwischen Unternehmen und Bank erläutert werden.
Abschließend erfolgt im Kapitel VI eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung und ein Ausblick über die zukünftigen Entwicklungen.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | EINLEITUNG | 1 |
| I.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| I.2 | ZIELSETZUNG | 2 |
| I.3 | AUFBAU DER ARBEIT | 2 |
| II. | ALLGEMEINES | 4 |
| II.1 | DIE ENTSTEHUNG DES BANKWESENGESETZES | 4 |
| II.2 | BANKBETRIEBLICHE RISIKEN IM ÜBERBLICK | 5 |
| II.3 | DIE FINANZMARKTAUFSICHT | 8 |
| II.4 | DIE KMUs UND IHRE FINANZIERUNGSSITUATION IM INTERNATIONALEN VERGLEICH | 10 |
| III. | DIE BASELER EIGENKAPITALVEREINBARUNG | 12 |
| III.1 | DIE BASELER EIGENKAPITALVEREINBARUNG VON 1988 (BASEL I) | 13 |
| III.1.1 | Entstehung der Baseler Eigenkapitalvereinbarung | 13 |
| III.1.2 | Ziel der Baseler Eigenkapitalvereinbarung | 15 |
| III.1.3 | Inhalt der Baseler Eigenkapitalvereinbarung | 15 |
| III.1.4 | Schwächen der Baseler Eigenkapitalvereinbarung | 19 |
| III.1.5 | Die Verankerung von Basel I im Bankwesengesetz | 20 |
| III.1.6 | Der Weg von Basel I zu Basel II | 22 |
| III.2 | DIE NEUE BASELER EIGENKAPITALVEREINBARUNG (BASEL II) | 26 |
| III.2.1 | Ziele und Grundsätze der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung | 26 |
| III.2.2 | Die Rolle des Ratings im Zusammenhang mit Basel II | 29 |
| III.2.2.1 | Begriffsdefinition und Abgrenzung des Ratings | 29 |
| III.2.2.2 | Verschiedene Möglichkeiten des Ratings | 31 |
| III.2.2.2.1 | Externes Rating | 32 |
| III.2.2.2.1.1 | Überblick über ausgewählte Ratingagenturen | 32 |
| III.2.2.2.1.2 | Anforderungen an eine Rating Agentur | 33 |
| III.2.2.2.1.3 | Ratingkriterien externer Agenturen | 35 |
| III.2.2.2.1.4 | Ratingskalen und Ratingsymbole externer Agenturen | 38 |
| III.2.2.2.2 | Internes Rating | 40 |
| III.2.2.2.2.1 | Definition, Zielsetzung und Abgrenzung zur Kreditwürdigkeitsprüfung | 40 |
| III.2.2.2.2.2 | Anforderungen an interne Ratingsysteme | 41 |
| III.2.2.2.2.3 | Ratingkriterien interner Ratingsysteme | 42 |
| III.2.2.2.2.4 | Arten alternativer interner Ratingverfahren | 46 |
| III.2.2.2.2.5 | Das Ergebnis interner Ratingsysteme | 51 |
| III.2.2.3 | Kritischer Vergleich zwischen externem und internem Rating | 52 |
| III.2.3 | Das „Drei-Säulen-Modell“ der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung | 54 |
| III.2.3.1 | Säule 1: Die Mindesteigenkapitalanforderung | 54 |
| III.2.3.1.1 | Kreditrisiko | 55 |
| III.2.3.1.1.1 | Standardansatz | 55 |
| III.2.3.1.1.2 | IRB-Ansatz | 58 |
| III.2.3.1.1.3 | Verfahrensvergleich zwischen dem Standard- und IRB-Ansatz | 64 |
| III.2.3.1.2 | Marktrisiko | 66 |
| III.2.3.1.3 | Operationelles Risiko | 67 |
| III.2.3.2 | Säule 2: Das aufsichtsrechtliche Überprüfungsverfahren | 68 |
| III.2.3.3 | Säule 3: Die Marktdisziplin | 69 |
| IV. | AUSGEWÄHLTE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE ZUR STÄRKUNG DER EIGENKAPITALBASIS | 72 |
| IV.1 | ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN ZUM EIGENKAPITAL | 72 |
| IV.1.1 | Definition des Eigenkapitals | 72 |
| IV.1.2 | Funktionen des Eigenkapitals | 73 |
| IV.1.2.1 | Finanzierungsfunktion | 74 |
| IV.1.2.2 | Voraushaftungs- und Verlustausgleichsfunktion | 74 |
| IV.1.2.3 | Risikofinanzierungsfunktion | 74 |
| IV.1.2.4 | Geschäftsführungsfunktion | 75 |
| IV.1.2.5 | Kreditwürdigkeitsfunktion | 75 |
| IV.1.2.6 | Gewinnverteilungsfunktion | 76 |
| IV.1.3 | Optimale Höhe und die Rolle des Eigenkapitals im Hinblick auf Basel II | 76 |
| IV.2 | VENTURE CAPITAL | 79 |
| IV.2.1 | Definition und Charakteristika von Venture Capital | 79 |
| IV.2.2 | Bedeutung von Venture Capital für das Portfoliounternehmen bzw. KMU und für die Venture Capital Gesellschaft | 80 |
| IV.2.3 | Finanzierungsquellen für Start-up und Expansion | 83 |
| IV.2.4 | Phasen einer VC-Finanzierung | 86 |
| IV.2.4.1 | Early Stage | 87 |
| IV.2.4.2 | Late Stage | 88 |
| IV.2.4.3 | Exit | 91 |
| IV.2.4.3.1 | Voraussetzungen für einen erfolgreichen Exit | 91 |
| IV.2.4.3.2 | Die unterschiedlichen Exitkanäle | 92 |
| IV.2.4.3.2.1 | Börsengang | 93 |
| IV.2.4.3.2.2 | Trade Sale | 94 |
| IV.2.4.3.2.3 | Secondary Purchase | 96 |
| IV.2.4.3.2.4 | Buy Back | 96 |
| IV.2.4.3.2.5 | Liquidation/Kündigung | 98 |
| IV.3 | MEZZANINFINANZIERUNG | 99 |
| IV.3.1 | Grundlagen der Mezzaninfinanzierung | 99 |
| IV.3.1.1 | Definition der Mezzaninfinanzierung und Abgrenzung zu Private-Equity und Venture Capital | 100 |
| IV.3.1.2 | Charakteristika mezzaniner Finanzierungsinstrumente | 101 |
| IV.3.1.3 | Abgrenzung der Mezzaninfinanzierung vom Eigenkapital und Fremdkapital | 104 |
| IV.3.1.4 | Klassifizierung eines idealen Mezzanin-Kandidaten | 106 |
| IV.3.1.5 | Typen und Anwendungsgebiete der Mezzaninfinanzierung | 107 |
| IV.3.1.6 | Bedeutung mezzaniner Finanzierungsinstrumente für KMUs | 110 |
| IV.3.2 | Arten privatplatzierter Mezzanininstrumente | 112 |
| IV.3.2.1 | Nachrangdarlehen | 112 |
| IV.3.2.2 | Partialisches Darlehen | 113 |
| IV.3.2.3 | Gesellschafterdarlehen | 115 |
| IV.3.2.4 | Stille Gesellschaft | 117 |
| IV.3.2.4.1 | Typische (echte) stille Gesellschaft | 119 |
| IV.3.2.4.2 | Atypische (unechte) stille Gesellschaft | 120 |
| V. | MÖGLICHE AUSWIRKUNGEN DER NEUEN BASELER EIGENKAPITALVEREINBARUNG AUF DIE KMUs | 121 |
| V.1 | BANK RELATIONS | 121 |
| V.2 | BEDEUTUNG DES RATINGS FÜR DIE KMUs | 122 |
| V.2.1 | Nutzenmöglichkeiten eines Ratings | 123 |
| V.2.2 | Risiken für geratete Unternehmen | 125 |
| V.3 | ZUKÜNFTIGE KREDITKONDITIONEN | 126 |
| V.4 | BEDEUTUNG DES LEASINGS ALS FINANZIERUNGSALTERNATIVE | 129 |
| VI. | RESÜMEE | 133 |
| VI.1 | ZUSAMMENFASSUNG | 133 |
| VI.2 | AUSBLICK | 137 |
| VII. | LITERATURVERZEICHNIS | 139 |
Die dritte Säule im Zusammenhang mit einer angemessene Eigenkapitalausstattung stellt die Marktdisziplin dar.372 Allerdings lässt sie sich besser mit dem Begriff Offenlegungsanforderungen umschreiben. Hierbei handelt es sich um eine Vielzahl von zum Teil sehr weitreichenden Empfehlungen oder Vorschriften zur Offenlegung von Angaben zum Eigenkapital und zur Risikolage einer Bank. Um dieser geforderten Transparenz gerecht zu werden, erarbeitete der Baseler Ausschuss vier Offenlegungsbereiche:373 • Anwendungsbereich der neuen Eigenkapitalvereinbarung – Dabei ist auf konsolidierter Basis darzulegen, welche Gesellschaften zur Unternehmensgruppe gehören und wie diese Beteiligungen bei der Berechnung der Risikopositionen und der haftenden Eigenmittel berücksichtigt wurden. • Angaben zur Eigenkapitalstruktur – In diesem Bereich wird eine Darstellung über die Art und der Umfang der einzelnen Kapitalelemente, wie bspw. die Zu- [...]
fen.363 Der wesentliche Baustein dieses Modells sind interne Verlustdaten.364 Interne Verlustdaten müssen mindestens für einen 5-jährigen Zeitraum vorliegen. Außerdem müssen externe Verlustdaten und qualitative Komponenten wie bspw. Ratings aus Self assessments Verwendung finden. Hinzu kommt noch, dass eine Berücksichtigung von Versicherungen möglich ist. Beim internen Bemessungsansatz ist eine Gliederung der Geschäftsbereiche wie beim Standardansatz vorgesehen.365 Für jeden Geschäftsbereich und jeden Risikotyp legt die Aufsicht einen Gefährdungsindikator (Exposure Indicator, EI) fest. Die Bank schätzt dann entsprechend ihrer internen Verlustdaten die Wahrscheinlichkeit des Schadensfalls und den im Schadensfall entstehenden Verlust. Anhand dieser Daten wird dann das operationelle Risiko berechnet. Die Anwendung des internen Bemessungsansatzes ist an überaus starke Voraussetzungen bzw. Vorschriften, im Vergleich zum Basis- und Standardansatz, gebunden.366 [...]
Unter dem operationellen Risiko wird „die Gefahr von unmittelbaren oder mittelbaren Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder von eintretenden externen Ereignissen“ verstanden.353 Darunter fallen bspw. Rechtsrisiken, Computerfehler, Mitarbeiterfehler oder Betrugsdelikte.354 Strategische Risiken werden nicht zu diesem Bereich gezählt. Hauptsächlich bezieht sich diese Risikokategorie auf betriebliche Abläufe des Back-OfficeBereichs der Kreditinstitute.355 Durch die Aufnahme der operationellen Risiken in die Neue Eigenkapitalvereinbarung soll verstärkt die Aufmerksamkeit auf diese Risikopotentiale gelenkt werden.356 Die quantitative Erfassung der operationellen Risiken, wird durch mehrere verschieden komplexe Messansätze sichergestellt.357 Grundsätzlich wird dies auf Basis eines oder mehrerer Indikatoren berechnet, die das operationelle Risiko eines Kreditinstitutes abbilden.358 Der Basisindikatorsatz stellt den einfachsten Ansatz dar.359 Bei diesem Ansatz müssen Banken für das operationelle Risiko Eigenkapital in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des Bruttoertrages vorhalten.360 Beim Standardansatz werden die Tätigkeiten der Bank in einheitliche Geschäftsbereiche wie bspw. Investmentbanking (Unternehmensfinanzierung), Banking (Privatkundengeschäft, Zahlungsverkehr etc.) und Sonstiges unterteilt. [...]
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Arbeit zitieren:
Kanz, Hannes August 2003: Die Baseler Eigenkapitalvereinbarung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Rating, Mezzanin, Finanzierung, Basel II, Bank



