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Basel II: Strategische Implikationen und Handlungsmöglichkeiten für Banken

Basel II: Strategische Implikationen und Handlungsmöglichkeiten für Banken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mikulas Kohout
  • Abgabedatum: April 2004
  • Umfang: 116 Seiten
  • Dateigröße: 830,4 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9086-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9086-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9086-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kohout, Mikulas April 2004: Basel II: Strategische Implikationen und Handlungsmöglichkeiten für Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Strategie, Bankenregulierung, Basel I

Diplomarbeit von Mikulas Kohout

Einleitung:

In dieser Arbeit werden zwei drastische Eingriffe in die Geschäftstätigkeit der Banken analysiert: Basel I (1992) und Basel II (2007). Beide verfolgen das Ziel die Stabilität im Finanzsektor aufrecht zu erhalten. Da Basel I + II Regulierungsbemühungen der Bankenaufsicht sind, kann man erwarten, dass die Reaktionen der Banken auf die neuen Rahmenbedingungen ähnlich ablaufen. Aus dieser Überlegung werden folgende Forschungsfragen abgeleitet:

- Wie sind die Reaktionen auf Bankenregulierung im allgemeinen?

- Was waren die Ursachen für die Einführung von Basel I und welche Auswirkungen sowie Strategien hatte dies zur Folge?

- Was waren die Ursachen für die Einführung von Basel II?

- Lassen sich Schlussfolgerungen auf die Reaktionen von Basel I auf Basel II ziehen?

- Welche strategischen Auswirkung wird Basel II auf das Bankgeschäft haben?

- Welche strategischen Handlungsmöglichkeiten bieten sich für Banken?

Zur Untersuchung der letzten beiden Fragen wird als methodischer Ansatz das 7-S-System von McKinsey (Strategy, Structure, Systems, Style, Staff, Shared values, Skills) verwendet. In diesem Teil liegt das Schwergewicht der Arbeit.

Banken reagieren auf Regulierungen im allgemeinen mit Kreditverknappung („credit crunch“) und / oder mit legaler Umgehung der ihnen aufgezwungenen Gesetze.

Vor Basel I hatten sich die traditionsbedingten Strukturen, bedingt durch die Zunahme der Innovationen, verschoben. Die Ausdehnung des Off-Balance-Geschäfts und der damit verbundene Wettbewerb der Banken auf Basis der Risikokosten, führte dazu, dass das Durchschnittsrating der Banken in der EG bei Moody´s von Aaa (1980) über Aa1 (1987) auf Aa2 (1989) verschlechtert hat.

Die Änderungen der Eigenkapitalanforderungen unter Basel I hatten für Banken zur Folge, dass die Konkurrenz von Nichtbanken stärker geworden ist, Zinserträge geschrumpft und Dienstleistungserträge gestiegen sind. Formell wurden die verschärften Eigenmittelbestimungen eingehalten (i.e. führten zu einer ausgewiesenen Verbesserung der Eigenmittelquote als Stabilitätsindikator des Finanzsystems). Materiell konnten Banken die Eigenkapitalunterlegungsvorschriften durch Finanzinnovationen teilweise umgehen. Der Wettbewerb fand über Finanzinnovationen oder über den Preis statt. Die Bankenregulierung und die damit verbundenen hohen Unterlegungskosten verursachten ein Steigen der Zinsen. Es kam zu einer regulierungsinduzierten Reduktion der Kreditvergabe („credit crunch“). Um die Gesamterträge stabil zu halten verlagerten die Banken das Geschäft auf risikoreichere Bereiche mit gleichen Eigenkapitalunterlegungskosten. Damals bot sich die Allfinanzstrategie als geeignetes Mittel um die neuen Gegebenheiten zu bewältigen. Der Aufwand für Mitarbeiterschulungen und IT – Ausstattung stieg, mit dieser Strategie verbunden, rapide an.

Unter Basel I waren die aufsichtlichen Kapitalanforderungen zu pauschal und ungenau. Durch zahlreiche Insolvenzzahlen im Mittelstand gerieten Banken zusehends in eine Ertragskrise. Basel II bewirkt jetzt, dass Banken ein risikogerechtes Pricing durchsetzen müssen und, dass innovative Finanzprodukte, welche off-balance-sheet Charakter aufweisen, mit Eigenkapital unterlegt werden. Dieser Basler Eigenkapitalakkord ist in drei Säulen unterteilt. Säule 1 – Mindestkapitalanforderungen: Das Ziel ist eine weitgehende Erfassung und genauere Quantifizierung aller wesentlichen Bankenrisiken. Dies soll vor allem durch differenzierte Ansätze zur Messung von Kreditrisiken und durch die Einbeziehung operationeller Risiken erreicht werden, Säule 2 – Aufsichtliches Prüfungsverfahren: Aufsichtsinstanzen sollen sicherstellen, dass Banken über solide interne Prozesse zur Bewertung ihrer Geschäftsrisiken verfügen. Säule 3 – Marktdisziplin: Offenlegungsvorschriften bezüglich der Controlling- und Managementstrukturen sollen eine einheitliche Transparenz gewährleisten.

Ähnlich wie unter Basel I werden Banken auf andere Bereiche ausweichen. Sie werden sich dem Kapitalmarkt zuwenden, werden verstärkt als Vermittler tätig und werden sich des Outsourcings von Teilen ihrer Geschäftseinheiten bedienen um Risiken weg von der Bilanz zu transferieren. Ob es zu einen „credit crunch“ kommen wird, lässt sich momentan nicht eindeutig klären. Eine Folge dieser neuen Änderungen wird sein, dass es zu Fusionen und Kooperationen kommen wird. Die Allfinanzstrategie muss neu überdacht werden. Ähnlich wie Basel I führt auch Basel II zu begleitenden Kosten. Es wird erwartet, dass Banken insgesamt ca. $25 Milliarden (5 Basispunkte der Bilanzsumme) für die Vorbereitung der Implementierung aufwenden werden. Für die vier größten österreichischen Banken (BA-CA, Die Erste, BAWAG, RZB), mit einer Bilanzsumme (2002) von ca. EUR 364 Milliarden, bedeutet dies einen Aufwand von ca. EUR 182 Millionen.

Im Kreditgeschäft stehen die Gewinner und Verlierer fest. Zu den Hauptverlierern zählen Staaten, Banken sowie kleine und mittlere Unternehmen insbesondere aus Branchen mit niedriger Eigenkapitalquote. Bei Betrachtung der regionalen Auswirkungen der neuen Kapitalrichtlinien gehen Nordamerika und die skandinavischen Länder als Gewinner hervor.

Um einen methodischen Ansatz den vielen punktuellen und operativen Auswirkungen gegenüberzustellen und strategische Herausforderungen herauszuarbeiten, wird im wesentlichen Teil der Arbeit die Auswirkung von Basel II in den McKinsey’s 7 S (Strategy, Structure, Systems, Style, Staff, Shared values, Skills) analysiert.

Abstract:

The European banking sector saw rapid changes brought by deregulation and financial innovation in the last two decades. The way banking services were provided has changed dramatically.

Increased competition from other intermediaries has led to a decline in traditional banking. In this evolving financial environment, the international banking community and the Basel Committee on Banking Supervision of the Bank for International Settlements have introduced an appropriate regulatory framework. This happened in 1992 (Basel I) and will happen again in 2007 (Basel II).

The paper provides an overview of Basel I / Basel II, describes its changes and compares the impact on banks of Basel I / Basel II. Furthermore, it examines whether there are similarities of solving problems arising from the implications of Basel I and Basel II. The last part discusses the strategy implementation of McKinsey’s 7 S framework (Strategy, Structure, Systems, Style, Staff, Shared values, Skills).

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 1
I. Bankenregulierung 5
Auswirkungen 5
Entwicklung der Bankennormen 6
II. Basel I 8
Begründung für rechtliche Änderung 8
Basel I – Auswirkungen und Strategien aufgrund Basel I 10
Fusionen, Kooperationen und Outsourcing 13
Basel I und der „credit crunch“ 15
III. Basel II 16
Begründung für rechtliche Änderung 16
Basel II – Beschreibung 16
Säule I 17
Kreditrisiken 17
Standardansatz 17
IRB – Ansatz 19
Operationelle Risiken 20
Säule II und III: Überprüfungsprozess und Marktdisziplin 21
IV. Schlussfolgerungen von Basel I auf Basel II 22
V. Die Gewinner und Verlierer 27
VI. McKinsey’s 7 S 31
Strategy 33
Wahl zwischen den Ansätzen 33
Standardansatz 33
IRB-Basisansatz und fortgeschrittener IRB-Ansatz 36
Parameter 37
Skaleneffekte 38
M&A Aktivitäten 39
Neuausrichtung der Geschäftsfelder 39
Änderung des Produktangebotes 42
Entwicklungs- und Schwellenländer 49
Offenlegung 52
Zeitpunkt 54
Datenhistorien 56
Änderung der Kundenbeziehung 57
Structure 58
Funktionstrennung 59
Anforderungen an die Kreditorganisation 60
Ratingprozesse 62
Offenlegungsprozesse 62
MaK (Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft) und Basel II 63
Organisation nach „Forderungsklassen“ 65
Auslagerung 65
Kreditbearbeitung 66
Adverse Selektion 67
Systems 68
Limitsysteme 68
Ratingsysteme 69
Validierung 71
Manipulation von Ratings 74
Messung operationeller Risiken 74
Die Messmethodik 77
Verwendung von Sicherheiten 78
Kreditrisikominderung bei Standardansatz 79
Kreditrisikominderung bei IRB-Ansätzen 81
Style 82
Arrangeur statt Finance Provider 82
Risiko-orientierte Kundensicht 83
Staff 85
Trennung in Akquirierung und Risikosteuerung 85
Neuzuordnung zu „Assetkategorien“ 86
Shared values 86
Risiko-handeln als neue Selbstdefinition 86
Von Kommerzbank zu Risikocontroller 87
Skills 88
Risikosteuerung 88
Operationelle Risiken 89
Rating – Kenntnisse 90
Trennung in „CP3-kundige“ Mitarbeiter und „Basel II-Analphabeten“ 91
Knappheit an Spezialisten 91
Conclusio 92
Literaturverzeichnis 97
Anhang 104

Automatisiert erstellter Textauszug:

Sonderfinanzierungen sowie strukturierte Leasingfinanzierungen. Mit Leasing bietet sich die Möglichkeit, im Rahmen des Bonitätsmanagements folgende Vorteile für das Unternehmen zu generieren (BA-CA, 2003b, 37): • Erhöhung der Flexibilität: Leasing eröffnet als bilanzschonende Finanzierungsform mehr Möglichkeiten in der betriebswirtschaftlichen Gestaltung. • Erhaltung von Liquidität und Eigenkapital: Im Vergleich zum Eigentumserwerb steht Leasing für geringere Kapitalbindung und damit für entsprechend höheren finanziellen Spielraum. • Objektdeckung als Vorteil: Basel II bringt auch eine stärkere Berücksichtigung von bankmäßigen Sicherheiten mit sich. Nachdem die Leasing-Gesellschaft rechtmäßiger Eigentümer der solcherart finanzierten Güter ist, kann hier u. U. ein Konditionenvorteil gegenüber dem Kredit liegen. • Aufrechterhaltung freier Kreditlinien: Durch Leasingfinanzierung wird das bilanzielle Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital formell nicht verändert, was einen [...]

Dieser Teil der Diplomarbeit wird sich letztendlich mit der Strategie sowie Reaktionen der Banken, welche durch die neuen Rahmenbedingungen (Basel II) ausgelöst wurde, beschäftigen. Dazu wurden McKinsey´s 7 S als methodischer Rahmen für die strategische Einordnung der einzelnen operativen Auswirkungen und Handlungsmöglichkeiten ausgewählt. McKinsey´s 7 S liefern eine breitere Problemlösungssicht wenn es um eine effektive Neuorganisierung geht. Strategieimplementierung ist nicht nur eine Sache von Strategie und Struktur. Um Probleme, welche mit einer neuen Strategie verbunden sind, bewältigen zu können, müssen Manager ihr Unternehmen als einzigartige Kultur sehen, welche als ein Ganzes bewegt werden muss. Diese Kultur ist eine Funktion von sieben Variablen: Strategy, Structure, Systems, Style, Staff, Shared values, Skills (W a t e r m a n, 1982). [...]

ausgelösten Einbruch im Investitionsaufkommen als auch auf die steigenden Wertberichtigungen, das höhere Risikobewusstsein und die Kreditmargenentwicklung zurückgeführt werden kann. Dabei dürften die negativen Auswirkungen des Strukturwandels im deutschen Bankensektor auf die Kreditvergabe der Banken einer risikobewussteren und damit zurückhaltenden Kreditvergabe Vorschub geleistet haben. Im Wesentlichen spiegelt der Rückgang der Kreditneuzusagen jedoch die Konjunkturabkühlung seit Herbst wider. [...] Der beobachtete Rückgang der Kreditneuzusagen seit Anfang des letzten Jahres lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Anhand eines empirischen Modells konnte gezeigt werden, dass der Konjunkturverlauf und das Zinsniveau die wichtigsten Bestimmungsfaktoren der Kreditneuzusagen sind. Als signifikant erwiesen sich darüber hinaus auch die Veränderung der Ertragsentwicklung bei den Banken wie auch die Zinsänderungserwartungen der Kreditnehmer. Mit Hilfe dieser Faktoren lässt sich die Entwicklung der Neuzusagen vollständig erklären. Diese bilden ökonomisch plausible Reaktionen von Angebot und Nachfrage auf die veränderten Rahmenbedingungen im Kreditmarkt ab. Anzeichen für willkürliche Reduktion des Kreditangebots im Sinne einer Kreditverweigerung der Banken gibt es jedoch nicht“ (D e t k e n / O t t – L a u b [...]

Arbeit zitieren:
Kohout, Mikulas April 2004: Basel II: Strategische Implikationen und Handlungsmöglichkeiten für Banken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Strategie, Bankenregulierung, Basel I

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