Basel II: Implikationen für kleine und mittlere Unternehmen des Baugewerbes
- Art: Studienarbeit
- Autor: Dennis Salgmann
- Abgabedatum: März 2002
- Umfang: 163 Seiten
- Dateigröße: 4,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6122-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6122-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6122-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Salgmann, Dennis März 2002: Basel II: Implikationen für kleine und mittlere Unternehmen des Baugewerbes, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Basel, Rating, Mittelstand, Bau, Risiko
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Studienarbeit von Dennis Salgmann
Einleitung:
Im Mai 2001 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ein zweites Konsultationspapier zur neuen Eigenkapitalvereinbarung veröffentlicht, das die geltende Eigenkapitalvereinbarung von 1988 ablösen soll. Hintergrund dieser Revision sind verschiedene internationale Bankenkrisen in den vergangenen Jahren. Nach einer weiteren dritten Konsultationsperiode ist zu erwarten, dass die neue Eigenkapitalvereinbarung für Banken im Jahr 2005 in Kraft tritt und für alle deutschen Banken Gültigkeit erlangen wird. Das Papier sieht im Wesentlichen vor, Kreditrisiken in Abhängigkeit von der Bonität stärker zu differenzieren. Die Bonitätseinschätzung der Unternehmen kann entweder von Banken oder Ratingagenturen vorgenommen werden. Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind daher unter anderem die Veränderungen, die sich in der Kreditvergabe ergeben. Die allgemeine Meinung ist, dass Unternehmen mit vergleichsweise schlechter Bonität zukünftig höhere Finanzierungskosten zu erwarten haben. In einer Ifo-Telefonumfrage vom März 2000 unter 502 deutschen Mittelständlern aus den Bereichen Industrie, Handel, Bau und Dienstleistung gaben etwa 37% an, dass sie mit schwierigeren Kreditaufnahmen rechnen, während lediglich ca. 19% eine Erleichterung erwarten. Daher haben mittelständische Unternehmen gegenüber der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung sehr große Vorbehalte.
Aufgrund des in einer Studie der PwC Deutsche Revision aufgezeigten geringen Vorbereitungsstandes der Unternehmen wird in dieser Arbeit neben den Änderungen, die sich im Kreditgeschäft ergeben, die grundsätzliche Unternehmensstrategie von Banken erläutert, um so die Akzeptanz unter den Unternehmen gegenüber Basel II zu steigern. Des weiteren können sich Unternehmen nur dann der Kreditpolitik anpassen, wenn die Sicht der Banken bekannt wird.
Angesichts der bekanntlich niedrigen Eigenkapitalquote deutscher Bauunternehmen im nationalen Branchenvergleich sowie der massiven konjunkturellen und strukturellen Probleme stellt sich die Frage, ob Bauunternehmen von Kreditinstituten auch in Zukunft noch als kreditwürdig erachtet werden. Hinzu kommt, dass die Bauwirtschaft schon fast traditionell mit hohen Risiken, vor allem bezüglich der Produktion, umgehen muss. Es ist davon auszugehen, dass Bauunternehmen von vorneherein mit dem Malus ihrer Branche in ein Rating gehen. Die Brisanz dieser Thematik zeigt sich vor allem in den seit einigen Jahren zunehmenden Insolvenzzahlen im deutschen Baugewerbe. Die sich daraus ergebende Frage ist zunächst, welche Konsequenzen sich aus Basel II bezüglich der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen ergeben. Aus diesem Grund wird in der Arbeit erörtert, wie die Kreditrisiken gemessen werden und welche Einflüsse die verschiedenen Faktoren auf das Bonitätsurteil der Banken haben.
Des weiteren stellt sich die Frage, welche spezifischen Faktoren das Baugewerbe beeinflussen. Es wird daher untersucht, ob die Risiken der Bauwirtschaft insgesamt so hoch sind, dass diese Unternehmen mit erheblichen Finanzierungsproblemen zu rechnen haben. Dazu wird festgestellt, wo die Risiken der Baubranche liegen und wie gut oder schlecht Bauunternehmen im Falle eines Ratings abschneiden könnten. Auf dieser Grundlage ergibt sich die abschließende Fragestellung nach Handlungsempfehlungen für bauausführende Unternehmen. Diese Empfehlungen geben eine Orientierung, um einer möglichen Erhöhung der Kreditkonditionen vorzubeugen, indem sich Bauunternehmen adäquat auf den Ratingprozess vorbereiten.
Auf ein Fallbeispiel wird in dieser Arbeit bewusst verzichtet, weil die Handlungsempfehlungen Allgemeingültigkeit besitzen sollen. Die Arbeit gibt einen Überblick über die Änderungen im Kreditvergabegeschäft und vermittelt Ansatzpunkte, auf denen Unternehmen des Baugewerbes individuelle Maßnahmen und Lösungen aufbauen können.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit gliedert sich in fünf Teile. Im ersten Kapitel wird der Gegenstand der Untersuchung anhand der Aufgabenstellung abgegrenzt. Weiterhin wird die Problemstellung und Zielsetzung sowie der Aufbau und das Vorgehen erörtert. Das zweite Kapitel thematisiert die wesentlichen Änderungen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung im Vergleich zur geltenden Eigenkapitalvereinbarung bezüglich des Kreditgeschäftes. Des weiteren wird die Kreditvergabepolitik von Banken beleuchtet und deren Auswirkungen auf die Kreditkonditionen nach Implementierung der neuen Eigenkapitalvereinbarung dargestellt.
Im dritten Kapitel werden die Faktoren aufgezeigt, welche die Bonität des Schuldners aus Sicht der Banken und Ratingagenturen beeinflussen. Dazu werden die verschiedenen möglichen Verfahren zur Ermittlung der Bonität eines Schuldners analysiert und anschließend ein Überblick über das Rating von Ratingagenturen sowie der Banken gegeben. Auf dieser Grundlage lassen sich Erkenntnisse über die Relevanz wesentlicher Kriterien zur Messung des Kreditausfallrisikos gewinnen. Diese Kriterien werden schließlich gesammelt und zusammengefasst. Sie zeigen, welche Faktoren die Bonität eines Schuldners bewerten.
Das vierte Kapitel stellt die wesentlichen Determinanten des Baugewerbes dar und orientiert sich an den im dritten Kapitel erarbeiteten Ratingkriterien. Dazu wird das Umfeld von Bauunternehmen hinsichtlich der Konjunktur und des Wettbewerbes analysiert. Neben den umfeldbezogenen Faktoren müssen ebenso die unternehmensspezifischen Faktoren des Baugewerbes erarbeitet werden, um weitere mögliche Risikopotentiale aufzuzeigen. Die einzelnen Faktoren werden so verdichtet, dass aus ihnen das Unternehmensgesamtrisiko von Bauunternehmen hervorgeht. Das Gesamtrisiko wird mit Hilfe des operativen und finanzwirtschaftlichen Leverage-Effektes gemessen. Auf Basis der Ratingkriterien und der Determinanten des Baugewerbes werden im letzten Abschnitt des vierten Kapitels Überlegungen bezüglich der Handlungsempfehlungen erörtert. Diese werden im fünften Kapitel dargestellt, um zu zeigen, welche Möglichkeiten Bauunternehmen haben, sich auf den Ratingprozess adäquat vorbereiten zu können. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung ab.
Methodisch wird auf Basis eines weiten Literaturspektrums die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung sowie die Situation des Baugewerbes beleuchtet. Die Erarbeitung der Ratingkriterien stützt sich außerdem auf diverse Studien und Telefoninterviews von Ratingagenturen, um den Bezug zwischen Theorie und Praxis herzustellen. Zur Bestimmung der Risikopotentiale von Bauunternehmen wurden aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes sowie der Deutschen Bundesbank ausgewertet, um verschiedene Kennzahlen zur Ertrags- und Finanzlage aufzuzeigen. Die umfangreich vorhandene Literatur zu den Handlungsempfehlungen bezieht sich in erster Linie auf Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Unter Beachtung der im vierten Kapitel erarbeiteten spezifischen Faktoren des Baugewerbes werden diese Erkenntnisse auf bauausführende Unternehmen übertragen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| Tabellenverzeichnis | X | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Gegenstand der Untersuchung | 1 |
| 1.2 | Problemstellung und Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Gang der Untersuchung | 4 |
| 2. | Die Baseler Eigenkapitalvereinbarung | 6 |
| 2.1 | Überblick | 6 |
| 2.2 | Die geltende Eigenkapitalvereinbarung (Basel I) | 7 |
| 2.3 | Die neue Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) | 8 |
| 2.3.1 | Säule 1: Mindestkapitalanforderungen | 9 |
| 2.3.2 | Säule 2: Überprüfung durch die Aufsicht | 10 |
| 2.3.3 | Säule 3: Marktdisziplin | 10 |
| 2.4 | Konsequenzen von Basel II bezüglich der Kreditvergabe | 11 |
| 2.4.1 | Berücksichtigung des Bonitätsgewichtungsfaktors | 11 |
| 2.4.2 | Berücksichtigung der Sicherheitenstellung | 13 |
| 2.4.3 | Strategie der Banken | 15 |
| 2.4.4 | Auswirkungen auf die Kreditvergabe | 17 |
| 3. | Ermittlung des Bonitätsgewichtungsfaktors | 20 |
| 3.1 | Externes Rating | 21 |
| 3.1.1 | Überblick | 22 |
| 3.1.2 | Mindestanforderungen | 24 |
| 3.1.3 | Ratingklassifikationen und Bonitätsgewichtungsfaktor | 25 |
| 3.2 | Internes Rating | 28 |
| 3.2.1 | Überblick | 28 |
| 3.2.2 | Ermittlung der Risikoparameter | 29 |
| 3.2.3 | Mindestanforderungen | 32 |
| 3.3 | Ratingkriterien | 33 |
| 3.3.1 | Kriterien der externen Ratingagenturen | 36 |
| 3.3.2 | Kriterien der bankinternen Ratings | 38 |
| 3.3.3 | Zusammenfassung der Kriterien | 42 |
| 4. | Ausgewählte Determinanten des Baugewerbes | 46 |
| 4.1 | Umfeldbezogene Faktoren der Baubranche | 46 |
| 4.1.1 | Definitorische Grundlagen | 46 |
| 4.1.2 | Gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft | 47 |
| 4.1.3 | Markt und Perspektiven der Bauwirtschaft | 51 |
| 4.1.3.1 | Nachfrageseite | 51 |
| 4.1.3.2 | Angebotsseite | 53 |
| 4.2 | Unternehmensbezogene Faktoren der Baubranche | 55 |
| 4.2.1 | Unternehmenssituation | 55 |
| 4.2.1.1 | Unternehmensgröße | 55 |
| 4.2.1.2 | Unternehmensstruktur | 57 |
| 4.2.1.3 | Besonderheiten des betrieblichen Leistungsprozesses | 59 |
| 4.2.1.4 | Besonderheiten des betrieblichen Finanzprozesses | 63 |
| 4.2.2 | Ertrags- und Finanzlage | 66 |
| 4.2.2.1 | Besonderheiten der Bilanzierung | 68 |
| 4.2.2.2 | Liquiditätslage | 69 |
| 4.2.2.3 | Erfolgslage | 71 |
| 4.2.2.4 | Vermögenslage | 73 |
| 4.2.3 | Güte des Managements | 77 |
| 4.3 | Gesamtrisiko von Bauunternehmen | 82 |
| 4.3.1 | Risikodefinition | 83 |
| 4.3.2 | Unternehmengesamtrisiko | 83 |
| 4.3.2.1 | Leistungswirtschaftliches Risiko | 85 |
| 4.3.2.2 | Finanzwirtschaftliches Risiko | 88 |
| 4.3.2.3 | Kombination einzelner Teilrisiken | 92 |
| 4.3.3 | Branchenvergleich des Gesamtrisikos | 95 |
| 4.4 | Kritische Diskussion und Überleitung | 96 |
| 5. | Handlungsempfehlungen | 102 |
| 5.1 | Risikomanagement | 102 |
| 5.1.1 | Festlegung der Risikostrategie | 106 |
| 5.1.2 | Risikoidentifikation | 107 |
| 5.1.2.1 | Festlegung von Beobachtungsbereichen | 110 |
| 5.1.2.2 | Bestimmung relevanter Indikatoren | 112 |
| 5.1.2.3 | Ermittlung von Sollwerten und Toleranzgrenzen | 114 |
| 5.1.2.4 | Festlegung der Informationsverarbeitung | 115 |
| 5.1.3 | Risikoanalyse | 116 |
| 5.1.4 | Risikobewertung | 116 |
| 5.1.5 | Risikosteuerung | 117 |
| 5.1.5.1 | Risikovermeidung | 119 |
| 5.1.5.2 | Risikominderung | 119 |
| 5.1.5.3 | Risikotransfer | 120 |
| 5.1.5.4 | Risikoübernahme | 121 |
| 5.1.6 | Risikoüberwachung | 122 |
| 5.2 | Transparenz | 122 |
| 5.2.1 | Ratingprozess | 124 |
| 5.2.1.1 | Vorbereitung auf das Rating | 124 |
| 5.2.1.2 | Managementgespräch | 125 |
| 5.2.1.3 | Kontaktpflege | 125 |
| 5.2.2 | Aufbereitung der erforderlichen Daten | 126 |
| 5.2.2.1 | Datenerhebung und -generierung | 126 |
| 5.2.2.2 | Verbesserung der Bilanzoptik | 129 |
| 5.2.3 | Steigerung der Transparenz durch Rating | 131 |
| 6. | Schluss | 134 |
| 6.1 | Zusammenfassung | 134 |
| 6.2 | Ausblick | 135 |
| Anhang A: Mögliche Parameter eines Ratings | 136 | |
| Anhang B: Exemplarische Frageliste zur Beurteilung qualitativer Rating-Kriterien | 137 | |
| Anhang C: Risiken der Bauproduktion | 139 | |
| Literaturverzeichnis | 140 |
sätzen mit der ARGE erzielen, z.B. durch die Übernahme technischer oder kaufmännischer Aufgaben.287 Ein Problem der vorwiegend langfristige Auftragsfertigung ist die Erfassung der Auftragsprojekte im Jahresabschluss, weil sich die Projekte in der Regel über mehrere Abrechnungsperioden erstrecken. Im Unternehmen entstehen während der Fertigstellung Aufwendungen und erst mit der Abnahme des Bauwerkes durch den Auftraggeber die Erlöse.288 Dies ist für Bauunternehmen besonders problematisch, weil nicht abgerechnete Bauleistungen (unfertige Bauten) den größten Posten in der Bilanz darstellen.289 Im Gegensatz dazu können die in dem jeweiligen Zeitraum erbrachten Bauleistungen und Kosten periodengerecht gegenübergestellt werden. Dies führt zu unterschiedlichen Ergebnissen in der Kosten- und Leistungsrechnung und dem Jahresabschluss.290 Unfertige Bauleistungen werden während der Herstellungszeit zu Herstellungskosten im Vorratsvermögen bilanziert. Sie können am Jahresende in der Bilanz, bedingt durch das Imparitätsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4, § 253 Abs. 1 und 2, § 255 Abs. 2 HGB), nicht als Gewinn ausgewiesen werden.291 In den Perioden der Herstellung wird damit die wirtschaftliche Lage zu ungünstig, in der Periode der Abrechnung zu günstig dargestellt.292 Erschwerend kommt dabei der Bewertungsspielraum hinzu, was es für einen externen Betrachter schwierig macht, das Unternehmen zu analysieren.293 Die langfristige Fertigung kann auch ein falsches Bild bei der Bewertung des Auftragsbestandes vermitteln. Ein hoher Auftragsbestand als Globalzahl könnte ein falsches Bild vermitteln, da es sich um nur wenige Bauvorhaben handeln könnte, die mehrere Jahre laufen.294 4.2.2.2 Liquiditätslage Der Liquiditätsbegriff drückt die jederzeitige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens aus. Er ist eine strenge Nebenbedingung des Rentabilitätsstrebens. Damit ein Unternehmen nicht den Status der Illiquidität erreicht, muss es zu jedem Zeitpunkt zahlungsfähig sein. Ein Unternehmen kann zwar rentabel, muss aber nicht zwangsläufig liquide sein.295 In der Literatur werden die Liquiditätskennzahlen häufig bestandsorientiert nach der Fälligkeit differenziert. Kurzfristige Liquiditätskennzahlen (Deckungsgrade) errechnen sich aus den Relationen von zuvor genau definierten Positionen des Umlaufvermögens und den kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens. Die Kennzahlen sind in der Literatur nicht einheitlich definiert,296 errechnen sich aber im Allgemeinen anhand folgender Verhältnisse: [...]
Der Saisoncharakter der Baufertigung hat mehrere Auswirkungen auf die Bilanz. In der Regel ist der Bilanzstichtag der letzte Tag des Geschäftsjahrs, d.h. die Bautätigkeit ist in dieser Zeit stark eingeschränkt. Weil viele Bauten gerade abgenommen werden, folgt daraus, dass die Position „nicht abgerechnete Bauleistungen“ zum Jahresende geringer und gleichzeitig die Position „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ größer ist als im Jahresdurchschnitt. Des weiteren werden Reparaturen zum Teil erst am Jahresanfang vorgenommen, so dass für die entstehenden Kosten im abgelaufenen Geschäftsjahr Rückstellungen gebildet worden sind. Der Saisoncharakter wirkt sich weiterhin in der Liquidität aus. Diese erscheint besser als im Jahresdurchschnitt, weil die Einnahmen durch die Schlusszahlungen steigen und die Ausgaben sinken.286 Der Einfluss des Bauens in Arbeitsgemeinschaften muss in Relationen zwischen Bauleistung und Vermögen beachtet werden. Die gesamte Bauleistung einer Bauunternehmung ergibt sich aus der eigenen Bauleistung und aus der anteiligen ARGE-Bauleistung. Dies entspricht der Summe aus Gesamtvermögen und anteiligem ARGE-Vermögen. Jedoch besteht das in der Bilanz ausgewiesene Vermögen lediglich aus dem Vermögen des Unternehmens, wodurch die Relationen verzerrt werden. Außerdem wird das Vermögen der Unternehmung auch von der ARGE genutzt. Ein weiterer Einfluss ist in der Gewinn- und Verlustrechnung festzustellen. Anteilige ARGE-Ergebnisse werden erst nach einer Abnahme oder Teilabnahme durch den Bauherrn übernommen. Außerdem können Bauunternehmen in einer ARGE Erlöse aus Um- [...]
stehen. Es sei jeweils auf die Literaturangaben für weitergehende Untersuchungen verwiesen. Die aufgeführten branchenabhängigen Vergleichszahlen sind zeitpunktbezogen, d.h. bestandsorientiert, und sollen der Orientierung dienen, um die Situation des Baugewerbes im Vergleich zu anderen Branchen darzulegen. Zunächst muss jedoch auf die wesentlichen Besonderheiten der Bilanzierung von Bauunternehmen hingewiesen werden, damit die Kennzahlen besser gedeutet werden können. 4.2.2.1 Besonderheiten der Bilanzierung Hinsichtlich der Bilanzierung weist die Bauwirtschaft einige Besonderheiten auf, die für die Darstellung der Ertrags- und Finanzlage von Bedeutung sind. Grundsätzlich besteht die Bauleistung eines Bauunternehmen aus Bauaufträgen, wobei bei den zu bilanzierenden Bauaufträgen unabgerechnete und abgerechnete Gewinn- bzw. Verlustaufträge unterschieden werden.283 Die Beurteilung eines Bauunternehmens anhand der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ist aufgrund der Stichtagsrechnung und Vergangenheitsbezogenheit schwieriger als bei anderen Unternehmen, weil sich diese beiden Aspekte bei der Bewertung eines Bauunternehmens besonders problematisch auswirken.284 Die Bilanzanalyse muss deshalb unter Berücksichtigung der branchenbedingten Besonderheiten erfolgen. Dazu zählen insbesondere285 • • • der Saisoncharakter der Baufertigung, das Bauen in Arbeitsgemeinschaften und die vorwiegend langfristige Auftragsfertigung. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832461225
Arbeit zitieren:
Salgmann, Dennis März 2002: Basel II: Implikationen für kleine und mittlere Unternehmen des Baugewerbes, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Basel, Rating, Mittelstand, Bau, Risiko



