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Basel II

Kennzeichnung und Beurteilung der Ratinganforderungen an KMU unter Berücksichtigung ausgewählter Kreditinstitute

Basel II
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jakub Szczepanski
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 608,4 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Bremen, University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8725-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8725-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8725-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Szczepanski, Jakub Dezember 2004: Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rating, Mittelstand, BVR II, DSGV, Eigenkapitalvereinbarung

Diplomarbeit von Jakub Szczepanski

Problemstellung:

Seit Veröffentlichung der ersten Baseler Eigenkapitalvorschläge 1999 ist das Stichwort Basel II in der Wirtschaftspresse ein Dauerbrenner. Auch die Nachrichten zum Thema Rating im Zusammenhang mit Basel II, verbreiteten sich nicht nur im Finanzsektor, sondern vor allem unter den Unternehmen wie ein Lauffeuer. Informationsveranstaltungen, -broschüren, Zeitungsartikel, Zeitschriftenbeiträge usw., die sich mit der Erneuerung befassen, nahmen deutlich zu.

Der Grund dafür, dass diese Thematik so große Aufmerksamkeit genießt, sind die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht vorgeschlagenen und im Juni 2004 verabschiedeten Modifikationen der Eigenkapitalstandards. Jedes Kreditinstitut muss bei der Vergabe eines Kredites einen bestimmten Betrag an Eigenkapital „unterlegen“ bzw. bereithalten (Eigenkapitalunterlegung), damit bei Kreditausfällen ihre Existenz nicht gefährdet ist. Während zur Zeit jede Bank pauschal 8% des jeweiligen Kreditvolumens als Eigenkapital zu unterlegen hat, müssen Kreditinstitute nach der neuen Regelung für risikobehaftetere Firmenkredite mehr Eigenkapital vorhalten als für risikoärmere. Dabei wird, und das ist das neuartige daran, das Rating eines Kreditnehmers zukünftig das wesentliche Kriterium zur Bestimmung seiner Bonität und damit zur Bestimmung der Eigenkapitalunterlegung der Kreditinstitute sein. Die Folge ist, dass zukünftig die anhand des Ratings ermittelte Bonität des Unternehmens maßgeblich für die Kreditvergabe und insbesondere für die Zinskonditionen sein wird.

Auf Grund der Tatsache, dass die Fremdfinanzierung durch Bankkredite gerade für mittelständische Unternehmen die zentrale Form der Mittelbeschaffung darstellt, müssen sich diese unbedingt mit dem Thema Rating und den damit verbundenen Anforderungen der Banken auseinandersetzen. Schließlich wird das Ergebnis des Ratings für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Existenz bestimmend sein, denn die Banken werden gezwungen sein, Geschäftsverbindungen zu Kreditnehmern mit einem schlechten Rating zu beenden, um hohe Ausfallwahrscheinlichkeiten und damit Kreditrisiken zu vermeiden, sog. Portfolio-Steuerung.

Oft wissen die Unternehmen jedoch nicht oder nur ungenau, was eine Bank für Ihr Rating braucht, obwohl aus einer Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Banken, Einsichten resultieren können, die eine Verbesserung der Ratingeinschätzung zu Folge haben könnten. Die Erfüllung der Raitinganforderungen stellt für kleine und mittlere Unternehmen auf der einen Seite ein mögliches Problem dar, auf der anderen Seite bietet es Chancen für die weitere Unternehmensentwicklung.

Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher einen Überblick über die Ratinganforderungen der Banken an ihre Kunden (hier speziell an KMU) zu geben. Ferner sollen die sich aus den Ratinganforderungen der Banken ergebenden Auswirkungen für KMU beurteilt werden.

Gang der Untersuchung:

Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst (Kapitel zwei) die begriffliche Grundlegung geschaffen. Dabei werden der für die Arbeit relevante Bereich des deutschen Mittelstandes anhand von qualitativen und quantitativen Merkmalen abgegrenzt und seine Bedeutung und derzeitige Finanzierungssituation erläutert. Darauf folgt eine Definition und Abgrenzung des Begriffes Bank sowie die Erläuterung des deutschen Geschäftsbankensystems. Mit einer Übersicht über Basel II wird der Hintergrund für den eigentlichen Schwerpunkt der Arbeit, nämlich dem Rating und spezieller den Anforderungen des bankinternen Ratings, gezeichnet.

Die Bonitätseinschätzung erfolgt nach Basel II entweder anhand externer Ratingnoten oder mit Hilfe bankinterner Ratingverfahren. Kapitel drei widmet sich dem Thema Rating, erläutert Unterschiede zwischen dem externen und internen Rating und beurteilt deren Relevanz für KMU.

Im Kapitel vier wird der Fokus auf die Ratingpraxis ausgewählter Kreditinstitute gelegt. Es werden hierbei die vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und vom Bundesverband deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) jeweils zentral entwickelten Verfahren vorgestellt.

Anschließend (Kapitel fünf) werden generelle Anforderungen aus der Bankenpraxis (u.a. aus dem BVR-II und DSGV-Rating) abgeleitet, die auf mittelständische Unternehmen, welche sich einem Rating unterziehen wollen oder müssen, zukommen.

In Kapitel sechs schließlich werden die mit den Ratinganforderungen einhergehenden Auswirkungen für KMU beurteilt.

In der Zusammenfassung werden abschließend die zentralsten Punkte der Diplomarbeit herausgearbeitet.

Inhaltsverzeichnis:

Darstellungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise 2
2. Begriffliche Grundlegung 4
2.1 Mittelständische Unternehmen 4
2.1.1 Mittelstandsdefinition und Abgrenzung 4
2.1.1.1 Quantitative Kriterien 4
2.1.1.2 Qualitative Kriterien 6
2.1.2 Der gesamtwirtschaftliche Stellenwert des Mittelstandes 7
2.1.3 Finanzierungssituation mittelständischer Unternehmen in Deutschland 8
2.2 Banken 11
2.2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffes „Bank“ 11
2.2.2 Das deutsche Bankensystem 13
2.3 Basel II – Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung 18
2.3.1 Von Basel I zu Basel II 18
2.3.2 Die drei Säulen von Basel II im Überblick 20
2.3.3 Die Messung des Kreditrisikos unter Basel II 24
3. Das Rating unter besonderer Berücksichtigung der KMU 29
3.1 Definition des Begriffes „Rating“ 29
3.2 Die Einordnung der „Mittelstandsratings“ in den Kontext der verschiedenen Ratingarten 29
3.3 Ratingverfahren und deren Eignung für KMU 31
3.3.1 Externes Rating durch Agenturen 31
3.3.2 Bankinternes Ratingverfahren 34
3.3.3 Internes versus externes Rating im Mittelstand 35
3.4 Die Bedeutung des Internen Ratings für KMU 38
4. Rating für den Mittelstand – Praxis ausgewählter Kreditinstitute in Deutschland 39
4.1 Das interne Rating der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR II) 39
4.1.1 Die Komponenten des BVR II – Ratings 39
4.1.1.1 Quantitative Faktoren 40
4.1.1.2 Qualitative Faktoren 41
4.1.2 Ablauf des Ratings 45
4.1.2.1 Datenerfassung und Anreichung 45
4.1.2.2 Bewertung der Kriterien 46
4.1.2.3 Ratingurteil 46
4.1.3 Bewertung der Sicherheiten 48
4.2 Das interne Rating der Sparkassenorganisation 49
4.2.1 Finanzrating 50
4.2.2 Qualitatives Rating 50
4.2.3 Warnsignale 54
4.2.4 Haftungsverbünde 55
5. Ableitung genereller Ratinganforderungen für KMU 56
5.1 Kommunikation 57
5.2 Dokumentation 57
5.3 Unternehmensstrategie 58
5.4 Eigenkapitalstrategie 59
5.5 Übrige Bilanzpositionen 60
5.6 Liquiditätsmanagement 62
5.7 Controllingsystem 62
5.8 Management 65
5.9 Unternehmensorganisation 66
5.10 Kunden- und Produkt- bzw. Dienstleistungsportfolio 66
5.11 Andere qualitative Kriterien 67
6. Beurteilung der Auswirkungen der Ratinganforderungen für KMU 69
6.1 Mögliche Probleme für KMU 69
6.2 Chancen für KMU 73
7. Zusammenfassung 75
Anhangverzeichnis 80
Anhang 81
Literaturverzeichnis 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

betriebswirtschaftlich rechnet. Diese Umsatzgrenze überschreiten in Deutschland nur 9.000 Unternehmen (das sind ca. 0,3 Prozent aller deutschen Unternehmen).135 Demzufolge kommt ein externes Rating nur für die kleine Gruppe der großen mittelständischen Unternehmen in Frage, die eine gewisse Unternehmensgröße bzw. einen größeren Kapitalbedarf haben. Diesen Kapitalbedarf wollen sie am Kapitalmarkt, wie etwa durch die Ausgabe eine Anleihe oder von Genussrechten decken.136 Überhaupt wird die externe Beurteilung für mittelständische Unternehmen nur dann attraktiv sein, wenn das Rating die Finanzierungskosten senken kann, wobei die Finanzierungskostenersparnisse die Ratingkosten mindestens kompensieren müssen, oder wenn das Rating bei alternativen Finanzierungsformen (zum Bankkredit) eingesetzt wird.137 Für die meisten klein- und mittelständischen Unternehmen ist das externe Rating dagegen wenig geeignet, da es sehr teuer ist und diese Unternehmen nicht so einen großen Kapitalbedarf haben, um die zusätzlichen Ratingkosten durch die Finanzierungskostenersparnisse zu kompensieren. Des Weiteren sei nach Meinung von Marktbeobachtern ein sehr gutes Rating, welches eine Vorrausetzung für eine signifikante Senkung der Finanzierungskosten bildet, für kleine mittelständische Unternehmen aufgrund generell erhöhter Risikopotentiale ohnehin kaum erreichbar. Für die klassische Kreditfinanzierung über die Hausbank, die, wie gesagt, die Hauptquelle der Fremdfinanzierung für die mittelständischen Unternehmen bildet, ist das externe Rating nicht notwendig. Vielmehr wird eine Bank, die den IRB-Ansatz verwendet, gezwungen sein, ihr eigenes internes Rating zur Risikoeinschätzung durchzuführen.138 In der folgenden Abbildung sollen die generellen Vor- und Nachteile des internen und externen Ratings gegenübergestellt werden. [...]

Für die Beurteilung der Eignung der beiden Verfahren „internes- und externes Rating“ für KMU ist zunächst die damit verbundene Zweckdienlichkeit zu klären.132 Hierbei muss sich das Unternehmen die Frage stellen, ob der zukünftige Finanzbedarf durch die Bank oder am Kapitalmarkt gedeckt werden soll. Während das bankinterne Rating als Beurteilungsgrundlage für die Kreditgewährung und die Ermittlung von Kreditmargen (klassische Kreditfinanzierung) dient, ermöglicht das externe Rating den Unternehmen vor allem den Zugang zum Kapitalmarkt (fremdkapitalmarktorientierte Finanzierungsquellen) und verbessert somit ihre finanzielle Flexibilität.133 Gemäß der Kreditanstalt für Wiederaufbau, lässt es sich an Hand einer groben Beispielsrechnung festlegen, ob ein externes Rating für ein mittelständisches Unternehmen sinnvoll ist. Bei dieser Beispielsrechnung wird davon ausgegangen, dass der Zinsvorteil durch ein Rating mittelfristig auf die Konditionen aller zinspflichtigen Verbindlichkeiten übertragen wird, dass das Verhältnis der Verbindlichkeiten zum Umsatz durchschnittlich ca. 33 Prozent beträgt und dass etwa ein Drittel aller Unternehmen in einer Umsatzklasse ein gutes Rating erwartet. Bei durchschnittlichen Ratingkosten von ca. 10.000 €134 und einem Zinsvorteil durch das Rating von 0,25 Prozent (beides pro Jahr) ergibt sich eine Umsatzgrenze von ca. 12 Mio. Euro, ab der sich ein externes Rating für ein Unternehmen [...]

Mit dem bankinternen Ratingverfahren wird eine andere Zielsetzung verfolg. Dieses Verfahren richtet sich nicht an externe Adressaten, wie z.B. den Kapitalmarkt, sondern ist ein wesentlicher Teil des bankinternen Kreditmanagements. Es löst die traditionellen Verfahren zur Kreditwürdigkeitsprüfung ab und wird zukünftig bzw. bereits jetzt schon eingesetzt, um eine risikogerechte Bemessung der Kreditkonditionen, wie sie in Basel II gefordert werden, vorzunehmen. Das bankinterne Rating wird durch die Vielzahl der Kunden, vor allem kleine und mittlere Unternehmen, zwangsläufig zu einem Massenprodukt, das sehr stark standardisiert werden muss, wenn der Aufwand nicht den potentiellen Ertrag des Vorhabens übersteigen soll. Deshalb werden vergangenheitsorientierte und quantitative, auf der Bilanzanalyse beruhende Daten eine höhere Bedeutung haben als die bei der zukunftsorientierten Abschätzung des Geschäftsrisikos, die im Mittelpunkt eines externen Ratings steht.127 Die meisten der in der Praxis eingesetzten internen Ratingsysteme basieren auf mathematischen Verfahren und beziehen im unterschiedlichen Maße Expertenwissen in das Urteil ein. Hinsichtlich des Feinheitsgrades und der Bonitätsfaktoren gibt es teilweise starke Differenzen.128 Hinzu kommt noch, dass es den Kreditinstituten obliegt zu entscheiden, wie stark die einzelnen Kriterien durch das zum Einsatz kommende Ratingsystem gewichtet werden und somit Eingang in die Ratingnote finden.129 Hinsichtlich der einbezogenen Informationen ähneln sich die beiden Ratingverfahren allerdings sehr, und es kann auch erwartet werden, dass sie sich durch Basel II in Anspruch, Qualität und Aussagekraft noch weiter annähern werden.130 Ein kleines bzw. mittleres Unternehmen, das sich bei einem Kreditinstitut einem Rating unterwirft, muss wissen, dass es einerseits ein individueller Kunde ist, dessen Risiken und Potentiale bewertet werden müssen. Andererseits ist das Unternehmen nur ein „sta- [...]

Arbeit zitieren:
Szczepanski, Jakub Dezember 2004: Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rating, Mittelstand, BVR II, DSGV, Eigenkapitalvereinbarung

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