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Basel II - Wandel der Kreditfinanzierung

Ändern sich die Finanzierungsbedingungen für die mittelständischen Unternehmen??

Basel II - Wandel der Kreditfinanzierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Azra Huskic
  • Abgabedatum: Juli 2003
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 554,9 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7469-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7469-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7469-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Huskic, Azra Juli 2003: Basel II - Wandel der Kreditfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rating, Finanzierungsformen

Diplomarbeit von Azra Huskic

Einleitung:

Dynamische Märkte, zunehmende Globalisierung, eine wachsende Kundenmacht und immer schnellere technologische Entwicklungen sind nur einige Faktoren, die das unternehmerische Umfeld prägen. Nur jene Unternehmen, die die laufend wechselnden Anforderungen schnell umsetzen, werden aus den Chancen des ständigen Wandels profitieren können. Dazu bedarf es jedoch Instrumentarien, mit denen das komplexe Umfeld zielgerichtet und erfolgreich gesteuert werden kann. Denn nicht zuletzt haben die umfangreichen Informationsmöglichkeiten des Internets, die kritische Berichterstattung der Medien sowie ausgedehnte Verbraucherschutzbestimmungen dazu beigetragen, dass insbesondere die private Bankkundschaft die angebotenen Produkte hinsichtlich der Ausstattung und Konditionen viel genauer unter „die Lupe nimmt“, als noch vor zehn Jahren.

So führt unter anderem auch die daraus resultierende Preissensibilität der Kunden, sowie die seit einigen Jahren niedrige Zinsstrukturkurve zu einer Verschärfung des Wettbewerbs in der Bankenlandschaft, die sich letztlich in einer Reduzierung der erzielbaren Margen niederschlägt. Die in der Presse laufend vermeldeten Gewinneinbußen der einzelnen Kreditinstitute werden durch die Institute mit stark zurückgegangenen Zinseinnahmen bei gleichzeitig fortlaufenden Kosten und gestiegenem Aufwand für die Risikovorsorge begründet.

Gerade die Einschätzung des Kreditrisikos ist für die Banken aber von existentieller Prägnanz und bedeutet damit die Notwendigkeit einer aktiven Risikopolitik im Kreditgeschäft. Die Anforderungen an die neuen technischen Systeme werden vor allem darin bestehen, einen erheblichen Beitrag zur Kostenreduzierung zu leisten und gleichzeitig die mit einem Kreditgeschäft verbundenen Risiken besser, vor allem objektiver aufzudecken. Dabei bezeichnen die mit einem Kreditgeschäft verbundenen Risiken grundsätzlich die Gefahr, dass ein Kreditnehmer seinen vereinbarten Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Vor dem Hintergrund der nach wie vor beliebten Finanzierung von Konsumgütern über Ratenkredite im Privatkundengeschäft ist die vorzunehmende Risikoeinschätzung von besonderer Bedeutung. Ende 1998 betrug das Volumen der Konsumentenkredite in der Bundesrepublik Deutschland 399,673 Milliarden DM (204,350 Mrd. EUR), eine Steigerung von 7,8 Prozent gegenüber Ende 1995. Für die 37,5 Millionen Haushalte (Stand: Ende 1998) bedeutet dies eine durchschnittliche Schuldenbelastung aus Konsumentenkrediten in Höhe von 10.649 DM (5.450 EUR). Gleichzeitig gibt es in der Bundesrepublik Deutschland jedoch zur Zeit 2,6 Millionen überschuldete Haushalte (Stand: 02/2002).

Gerade darin besteht für die Kreditinstitute die Herausforderung, Privatkunden bereits zum Zeitpunkt der Kreditantragstellung unter Risikogesichtspunkten so beurteilen zu können, dass die Anzahl der im Nachhinein zahlungsunfähig gewordenen Kreditnehmer möglichst gering bleibt. Neben der notwendigen Risikoeinschätzung eines Kreditantragstellers zwingt auch die größere Anzahl der zu bearbeitenden Kreditneuanträge zur Durchsetzung von Rationalisierungsmaßnahmen.

Schon in naher Zukunft wird sich für die gewerblichen Kunden der Kreditinstitute bei der Kreditvergabe einiges ändern. Die bloße Vorlage von Jahresabschlüssen reicht dann als Basis für eine Kreditvergabe nicht mehr aus. Denn über rein quantitative und in die Vergangenheit blickende Informationen hinaus müssen Kreditinstitute zukünftig in erheblichem Umfang zukunftsorientierte und qualitative Faktoren in ihre Kreditentscheidungen einfließen lassen. Dies ist die Folge des zweiten Konsultationspapiers des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht („Basel II“).

Mit dem zweiten vorliegenden Konsultationspapier strebt der Basler Ausschuss eine Verfeinerung hinsichtlich der Bewertung von Kreditrisiken durch Ratings an. Zukünftig soll die Ermittlung der vorzuhaltenden Eigenkapitalhöhe zur Kreditrisikodeckung bei Banken stärker als bisher auf die tatsächliche Bonität des Schuldners ausgerichtet werden. Es werden also beide Seiten in Zukunft bei der Kreditvergabe mit neuen Anforderungen konfrontiert. Die Kreditnehmer mit überdurchschnittlich gutem Kreditrisikoportfolio müssen daher weniger Eigenkapital als Puffer gegen unerwartete Verluste nachweisen. Für die Banken sind damit starke Anreize geschaffen, Risiken besser zu identifizieren, zu differenzieren und zu steuern, um so das Kreditvolumen, Eigenkapitalrendite und schließlich den Gewinn zu steigern. Aus diesem Grund soll die Menge des Eigenkapitals, das vorgehalten werden muss, zukünftig an der Risikohöhe ausgerichtet werden.

Allerdings wird dadurch für viele Unternehmen vor allem in risikobehafteten Branchen die Kreditfinanzierung nahezu unerschwinglich. Dank Basel II werden sich zukünftig besonders die jungen innovativen Unternehmen und Unternehmensgründer statt für die Kredite, viel stärker als bisher für alternative Finanzierungsformen z. B. Leasing oder Direktbeteiligung interessieren.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es herauszustellen, warum und in welcher Weise dem Basel II in der letzten Zeit eine solche Bedeutung zugemessen wird und inwieweit Basel II Auswirkungen auf die mittelständischen Unternehmen hat. In diesem Zusammenhang sollen die zu erwartenden Auswirkungen von Basel II bei Kreditinstituten und mittelständischen Unternehmen herausgearbeitet und spezifische Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung entwickelt werden, die auf eine Verbesserung der Liquidität mittelständischer Unternehmen abzielen. Des Weiteren soll untersucht werden, ob die Behauptungen hinsichtlich der Verteuerung der Kreditversorgung für mittelständische Unternehmen mit der Implementierung des Basel II im Jahre 2006 zutreffen.

Im zweiten Kapitel wird zunächst der Begriff Rating erläutert. Basel II ermöglicht den Banken die Kreditrisiken durch zwei Ratingsverfahren zu bewerten. Zum Einen durch ein internes Rating der Bankkunden, zum Anderen durch externes Rating der Kreditnehmer. Ziel soll es auch sein, dass die Banken durch Basel II zu einer Stabilität des internationalen Finanzsystems beitragen. Denn, je weiter entwickelt und ausgefeilter das Ratingsystem der Banken ist, desto risikoadäquater können sie ihre Preispolitik gestalten und desto geringer werden ihre erwarteten Verluste ausfallen. Nach der kurzen Darstellung verschiedener Ausgestaltungsformen und der Ratinsymbolik wird die Bedeutung des Ratings für das Kreditrisikomanagement der Banken erläutert. Es wird demnach auf die wesentlichen Unterschiede zwischen internen und externen Ratings eingegangen, um deren Vorteile und Schwachpunkte aufzudecken.

Im dritten Kapitel wird die Einbeziehung von qualitativen und quantitativen Beurteilungskriterien dargestellt, die ausreichende Aussagekraft des Ratings beeinflussen und die für die Durchführung des Ratingsverfahrens notwendig und erforderlich sind.

Im vierten Kapitel werden Bestimmungen von Basel I und Basel II erläutert und wesentliche Kritikpunkte von Basel I genannt. Da aber Basel I den Herausforderungen nicht mehr gerecht werden konnte, führte dies zur einer Überarbeitung der Eigenkapitalübereinkunft mit dem Ziel, die Sicherheit und Stabilität des Finanzsystems weiterhin zu gewährleisten und weiterzuentwickeln sowie die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. Anschließend folgt eine Darstellung weiterer Ziele, die zu Basel II führten sowie die vom Basler Ausschuss vorgeschlagenen Methoden, die es den Kreditinstituten erlauben, auf eigene Schätzungen der Risikoparameter zurückzugreifen.

Im fünften Kapitel werden Chancen und Problemfelder der Kreditinstitute analysiert und kritisch erläutert. Es wird der Frage nachgegangen, was sich tatsächlich durch Basel II für den Kunden und die Bank hinsichtlich des Ratings ändert, und zu welchen Auswirkungen dies im Bezug auf das Kreditvergabeverhalten und das Verhältnis „Kunde-Bank“ führt.

Im sechsten Kapitel werden mögliche Auswirkungen von Basel II auf zukünftige Finanzierungssituation der mittelständischen Unternehmen untersucht. Zu dem sollen alternative Finanzierungsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen in Betracht gezogen werden, denen zukünftig von den Kreditnehmern größere Bedeutung beigemessen wird.

Die Arbeit schließt mit einem Fazit, welches das Thema noch einmal reflektiert und einen Ausblick für die Zukunft gibt.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis 1
II. Abkürzungsverzeichnis 3
III. Abbildungsverzeichnis 5
1. Einleitung 6
2. Begriffsbestimmung des Mittelstandes 10
2.1 Hintergrund und Rolle des Ratings für die mittelständischen Unternehmen 11
2.2 Rating als Mittel zur objektiven Bonitätsbeurteilung des Unternehmens 12
2.3 Aktuelle Ratingsarten und deren Bedeutung für die Unternehmen 13
2.3.1 Emissionsrating – Emittentenrating 13
2.3.2 SolicitedRating- Unsolicited Rating 14
2.3.3 Debt-Rating - Equity-Rating 14
2.3.4 Auskunftsrating 15
2.3.5 Mittelstandsrating 15
2.4 Bankinternes versus bankinternes Rating 15
2.5 Zusammenfassung 18
3. Berücksichtigung der quantitativen und qualitativen Beurteilungskriterien beim Ratingsverfahren 18
3.1 Soft Facts - Berücksichtigung der qualitativen Faktoren 19
3.1.1 Qualität des Managements 19
3.1.2 Absatzmarkt und Branchensituation 21
3.1.3 Kundenbeziehung 22
3.1.4 Unternehmensentwicklung 23
3.2 Hard Facts - Berücksichtigung der quantitativen Faktoren 24
3.2.1 Beurteilung des Jahresabschlusses 24
3.2.2 Gesamte Vermögensverhältnisse 28
3.2.3 Ermittlung des Ratingsergebnisses 29
3.3 Zusammenfassung 30
4. Basel II - Die neue Basler Eigenkapitalvereinbarung 30
4.1 Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht 30
4.1.1 Erste Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel I) 31
4.1.2 Zweite Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) 32
4.2 Die Bestandteile des Basel II 33
4.2.1 Säule I – Mindesteigenkapitalanforderungen 34
4.2.1.1 Kreditrisiko 34
4.2.1.1.1 Standardansatz 36
4.2.1.1.2 IRB – Ansatz 41
4.2.1.2 Operationelles Risiko 46
4.2.1.3 Marktrisiko 48
4.2.2 Säule II - Aufsichtsrechtlicher Überprüfungsprozess (Supervisory Review Process) 49
4.2.3 Marktdisziplin 50
4.3 Zusammenfassung 53
5. Auswirkungen des Basel II auf das Kreditgeschäft mittelständischer Unternehmen 53
5.1 Auswirkungen auf Kunde - Bank – Beziehung 55
5.2 Auswirkungen auf Kreditkonditionen und Kreditvergabeverhalten 56
5.3 Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft 58
5.4 Zusammenfassung 60
6. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für KMU im Hinblick auf deren zukünftige Liquiditätsverbesserung 60
6.1 Sonderformen der Finanzierung mit Kreditsubstitutionscharakter 62
6.1.1 Leasing 62
6.1.2 Factoring 65
6.2 Fremdfinanzierung über kapitalmarktbezogene Produkte 67
6.2.1 Börsengang 67
6.2.2 Corporate Bonds (Unternehmensanleihen) 69
6.2.3 Asset-Backed-Securities 70
6.3 Eigenkapitalbeteiligung - deutlicher Zuwachs im Rahmen der Gesamtfinanzierung 71
6.3.1 Private - Equity – Finanzierung 72
6.3.2 Direktbeteiligung 72
6.3.3 Mezzanine – Finanzierung 74
6.4 Zusammenfassung 75
7. Fazit 76
8. Literaturverzeichnis 79

Arbeit zitieren:
Huskic, Azra Juli 2003: Basel II - Wandel der Kreditfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rating, Finanzierungsformen

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