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Basel II - Herausforderung für Kreditinstitute und den Mittelstand

Basel II - Herausforderung für Kreditinstitute und den Mittelstand
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Wolfgang Volk
  • Abgabedatum: Januar 2003
  • Umfang: 127 Seiten
  • Dateigröße: 2,3 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule Aalen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6719-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6719-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6719-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Volk, Wolfgang Januar 2003: Basel II - Herausforderung für Kreditinstitute und den Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rating, Kreditvergabeprozess, Mittelstandsfinanzierung, Praxisbeispiel, Eigenkapitalvereinbarung

Diplomarbeit von Wolfgang Volk

Problemstellung:

Kreditinstitute und der deutsche Mittelstand stehen vor neuen Herausforderungen, da sich die Spielregeln an den Kapitalmärkten tiefgreifend ändern. Die zentralen Stichworte dabei lauten Baseler Akkord II, internes und externes Rating und neue Finanzierungsformen für den Mittelstand.

Kaum ein Thema wird in Unternehmen, Verbänden und Medien derzeit so intensiv diskutiert wie Rating für den Mittelstand. Auslöser dieser Diskussionen ist die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung (kurz: „Basel II“ bzw. „Baseler Akkord“), die erstmals im ersten Konsultationspapier im Juni 1999 veröffentlicht wurde. Ab 2006 müssen Kreditinstitute für risikobehaftetere Firmenkredite mehr Eigenkapital vorhalten als für risikoärmere. Zukünftig müssen Banken zur Eigenkapitalhinterlegung entweder ein externes Rating – sofern dies für ein Unternehmen zur Verfügung steht und die Bank hierauf zugreift – oder das Ergebnis eines intern erstellten Ratings zur Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer nutzen.

Grundsätzlich bedeutet dies, dass spätestens ab 2006 jedes Unternehmen, dass auf eine Fremdfinanzierung angewiesen ist, ein Rating erhalten wird. Ein Rating ist somit sowohl für die Kreditvergabe, die Kreditkonditionen und damit insgesamt für die Finanzierungskosten maßgeblich, es wird zum Dreh- und Angelpunkt im Firmenkundenkreditgeschäft bei den Kreditinstituten. Die einfache Formel dabei lautet:

Gute Bonität = geringes Risiko = niedrige Kreditzinsen.

Schlechte Bonität = hohes Risiko = hohe Kreditzinsen oder kein Kredit.

Gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stellt die neue Eigenkapitalvereinbarung des Baseler Ausschusses eine besondere Herausforderung dar. Während sich Großunternehmen in den letzten Jahren verstärkt über Emissionen von Aktien und Industrieanleihen finanziert haben, tendieren KMU dazu, ihren üblichen Finanzbedarf, insbesondere ihre Investitionen, traditionell über den klassischen (Haus-) Bankkredit zu finanzieren. Der Mittelstand befürchtet, dass die Kredite schlichtweg teurer werden oder sich die Banken zukünftig ganz aus dem Firmenkundengeschäft mit dem Mittelstand zurückziehen. Doch auch beim Mittelstand zeichnen sich Trends zu neuen alternativen Finanzierungsformen ab.

Zielsetzung dieser Arbeit soll es sein, den neuen Baseler Akkord hinsichtlich dessen Auswirkungen auf den Kreditvergabeprozess der Kreditinstitute und die Mittelstandfinanzierung kritisch zu beleuchten.

Gang der Untersuchung:

Im zweiten Kapitel der vorliegenden Arbeit sollen zunächst grundlegende Begriffe definiert und abgegrenzt werden. Dabei wird auf die gesamtwirtschaftliche Definition und Bedeutung von mittelständischen Unternehmen eingegangen. Anschließend wird der Begriff Rating, dessen verschiedene Ausgestaltungsformen und die Ratingsymbolik vorgestellt. In dem darauf folgenden Kapitel sollen die Entwicklung zu Basel II sowie die Gestaltung und der Aufbau der neuen Eigenkapitalvereinbarung unter Berücksichtigung der laufenden Änderungen zum zweiten Konsultationspapier dargestellt werden. Im vierten Kapitel wird das externe Rating der Agenturen vorgestellt. Im fünften Kapitel werden die Auswirkungen von Basel II auf den Kreditvergabeprozess der Kreditinstitute beschrieben. Hierbei wird die Entwicklung der Kreditwürdigkeitsprüfung von den traditionellen Instrumenten der Bonitätsanalyse hin zu neuen bankinternen Ratingsystemen dargestellt. Gleichzeitig wird die Systematik und der Entwicklungsstand von bankinternen Ratingsystemen dargestellt. Abgerundet wird das Kapitel durch ein Praxisbeispiel im Rahmen des neuen BVR-II-Rating der Volks- und Raiffeisenbanken. Darauf aufbauend werden im sechsten Kapitel mögliche Auswirkungen des neuen Baseler Akkords auf die zukünftige Finanzierungssituation des Mittelstands dargestellt. Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch einige Detailfragen von Basel II ungeklärt sind, so scheinen doch bereits heute Grundtendenzen der Konsequenzen für die deutschen mittelständischen Unternehmen ableitbar zu sein. Gleichzeitig werden alternative Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand aufgezeigt. Die Arbeit wird durch ein Fazit abgerundet.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 3
1.1 PROBLEMSTELLUNG 3
1.2 GANG DER ARBEIT 5
2. GRUNDLAGEN 6
2.1 DER BEGRIFF DES MITTELSTANDS 6
2.2 DAS RATING 8
2.2.1 Begriff 8
2.2.2 Ratingarten 8
2.2.3 Bankinternes Rating vs. Externes Rating 10
2.2.4 Ratingsymbole und ihre Bedeutung 12
3. BASEL II - DIE NEUE BASELER EIGENKAPITALVEREINBARUNG 14
3.1 DER BASELER AUSSCHUSS 14
3.2 STAND DER HEUTIGEN EIGENKAPITALÜBEREINKUNFT (GRUNDSATZ I) 15
3.3 DER „FAHRPLAN“ VON BASEL II 18
3.4 ZIELE VON BASEL II 19
3.5 DAS RAHMENWERK - DIE DREI SÄULEN DES NEUEN BASELER AKKORDS 20
3.5.1 Säule Eins: Mindestkapitalanforderungen 20
3.5.1.1 Kreditrisiko 21
3.5.1.1.1 Standardansatz 21
3.5.1.1.2 IRB-Ansatz (International Ratings Based Approach) 24
3.5.1.1.3 Retailgeschäft (Retail Business) und Behandlung des Mittelstands 28
3.5.1.1.4 Mindestanforderungen für den IRB-Ansatz 29
3.5.1.1.5 Techniken zur Risikominderung 31
3.5.1.1.6 Verbriefung von Forderungen 33
3.5.1.2 Operationelles Risiko 34
3.5.2 Säule Zwei: Aufsichtliches Überprüfungsverfahren 37
3.5.3 Säule Drei: Marktdisziplin 39
4. EXTERNES RATING DER AGENTUREN 41
4.1 RATINGAGENTUREN 42
4.2 RATINGANFORDERUNGEN 43
4.3 RATINGPROZESS 44
4.4 RATINGKRITERIEN 47
5. KREDITVERGABEPROZESS DER KREDITINSTITUTE 51
5.1 KREDITRISIKEN 52
5.2 BANKINTERNE KREDITWÜRDIGKEITSPRÜFUNG 53
5.3 INSTRUMENTE DER KLASSISCHEN BONITÄTSANALYSE 54
5.3.1 Die Jahresabschlussanalyse 54
5.3.2 Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) 60
5.3.3 Die Kontendatenanalyse 62
5.3.4 Betriebsbesichtigungen 63
5.3.5 Die Branchenanalyse 64
5.3.6 Permanente Sicherheitenbeobachtung 65
5.4 BANKINTERNE RATINGSYSTEME 65
5.4.1 Analysemethodik 66
5.4.2 Bestehende Ratingsysteme 67
5.4.3 Aktueller Vorbereitungsstand der Kreditinstitute 71
5.5 DAS KREDITRATINGSYSTEM DES BVR 72
5.5.1 Aufbau 72
5.5.2 Praxisbeispiel 75
6. AUSWIRKUNGEN AUF DIE MITTELSTANDSFINANZIERUNG 88
6.1 STRATEGISCHER NUTZEN DES (EXTERNEN) RATING 88
6.2 AUSWIRKUNGEN AUF KUNDE-BANK-BEZIEHUNG 90
6.3 AUSWIRKUNGEN AUF KONDITIONENGESTALTUNG 92
6.4 AUSWIRKUNGEN AUF KREDITVERGABEVERHALTEN 96
6.5 ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN 99
6.5.1 Traditionelle Kreditsubstitute 100
6.5.1.1 Leasing 100
6.5.1.2 Factoring 101
6.5.2 Kapitalmarktbezogene Produkte 103
6.5.2.1 Börsengang 103
6.5.2.2 Corporate Bonds (Unternehmensanleihen) 104
6.5.2.3 Asset-Backed-Securities 105
6.5.3 Private-Equity-Finanzierung 108
6.5.3.1 Direktbeteiligung 108
6.5.3.2 Mezzanine-Finanzierung 109
7. FAZIT UND AUSBLICK 112
ANHANG 115
I. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 116
II. TABELLENVERZEICHNIS 119
III. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 119
IV. LITERATURVERZEICHNIS 119

Automatisiert erstellter Textauszug:

Dieser Untersuchungsbereich zeigt, wie das Unternehmen das Anlage- und Umlaufvermögen finanziert hat. Grundsätzlich sollten langfristig gebundene Vermögensgegenstände auch langfristig, also entweder über Eigen- oder langfristiges Fremdkapital, finanziert werden. Das Net-Working-Capital (NWC) sollte ebenfalls langfristig finanziert werden. Vor allem bei Kreditkündigungen oder verweigerten Kreditprolongationen können kurzfristig finanzierte aber langfristig gebundene Anlagen zu einem Liquiditätsengpass bzw. zur Zahlungsunfähigkeit führen.169 Bei der Analyse der Kapitalstruktur des Unternehmens ist seit langem die Frage nach einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung (Eigenkapitalquote) für die Kreditinstitute von besonderer Bedeutung, zeigen doch aktuelle Insolvenzzahlen, dass vor allem Unternehmen insolvenzgefährdet sind, die eine geringe Eigenkapitalausstattung haben. Die Eigenkapitalausstattung ist verbunden mit der Fähigkeit eines Unternehmens, sich Marktveränderungen anpassen zu können.170 [...]

Die Jahresabschlussanalyse nimmt im Rahmen der traditionellen Bonitätsanalyse eine zentrale Stelle ein. Die Bank erhält auf diesem Weg wichtige Einblicke in die Vermögens-, Finanz-, Ertrags- und Liquiditätslage eines Unternehmens. Aus den gewonnenen Erkenntnissen zieht sie Rückschlüsse auf die Fähigkeit des Unternehmens, den Kapitaldienst für die beantragte Finanzierung zu leisten.165 Jeder Firmenkundenberater muss sich mit den Grundsätzen der Jahresabschlusssauswertung, d. h. der Jahresabschlussanalyse und –kritik, auseinandersetzen. Zum Zweck der Informationsgewinnung werden bei der Jahresabschlussanalyse die Daten der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechung und ggf. des Anhangs und des Lageberichtes ausgewertet. Banken wollen in der Regel die letzten drei Jahresabschlüsse sehen, weil anhand eines einzigen Jahresabschlusses nicht feststellbar ist, ob sich die wirtschaftliche Situation des Unternehmens gegenüber den Vorjahren verbessert oder verschlechtert hat bzw. gleich geblieben ist. Die traditionelle Jahresabschlussanalyse beschäftigt sich überwiegend mit der Bildung von Kennziffern und deren Vergleich und versucht so u. a. Aussagen über die Bonität des Unternehmens zu gewinnen. Generell wird zwischen statischen (Basisinformationen einer Periode) und dynamischen (Basisinformationen mehrerer Perioden) Analysen unterschieden.166 [...]

Aktives Kreditrisiko Verlustrisiko Darunter versteht man das Risiko, dass der Kreditbetrag und/oder die Zinsen nicht oder nur zum Teil zurückgezahlt werden können. Liquiditätsrisiko Dies ist das Risiko, dass der Kreditbetrag und/oder die Zinsen nicht zu den vereinbarten Terminen zurückgezahlt werden. Sicherungsrisiko Das Sicherungsrisiko erfasst das Risiko, dass die vom Kreditnehmer gewährten Sicherheiten an Wert verlieren oder deren Wert falsch eingeschätzt wurde. Passives Kreditrisiko Zinsänderungsrisiko Darunter versteht man das Risiko, dass Zinsverluste bei gewährten Festzinskrediten bei steigenden Zinsen und variabler Refinanzierung entstehen. Geldwertrisiko Dies ist das Risiko, dass infolge von Geldentwertungen, weniger Kaufkraft zurückerhalten wird, als ursprünglich ausgeliehen wurde. Währungsrisiko Das Währungsrisiko umfasst das Risiko, dass bei der Gewährung von Auslandskrediten in Fremdwährung, infolge sinkender Fremdwährungskurse, ein geringerer Euro-Betrag zurückbezahlt wird. [...]

Arbeit zitieren:
Volk, Wolfgang Januar 2003: Basel II - Herausforderung für Kreditinstitute und den Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rating, Kreditvergabeprozess, Mittelstandsfinanzierung, Praxisbeispiel, Eigenkapitalvereinbarung

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