Basel II - Grundlagen und Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Michael Steinmüller
- Abgabedatum: Mai 2003
- Umfang: 123 Seiten
- Dateigröße: 2,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Regensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7112-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7112-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7112-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Steinmüller, Michael Mai 2003: Basel II - Grundlagen und Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: BVR-II Rating, Neue Eigenkapitalvereinbarung, Rating und Kreditkondition, Rating, Mittelstand
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Diplomarbeit von Michael Steinmüller
Einleitung:
Ist Basel II der Tod des Deutschen Mittelstandes? Kann Basel II als Schreckgespenst oder Chance verstanden werden? Erzwingt Basel II einen Mentalitätswechsel im Mittelstand? Bedeutet Basel II die stille Revolution in der Finanzierung? Bringt Basel II Entlastung für Mittelstandskredite und somit vor allem den Mittelstand voran? Profitiert also die Mehrzahl von Basel II? Was versteht man überhaupt unter Basel II? Wer oder was ist der Mittelstand? Braucht Deutschland wirklich den Mittelstand? Warum steht Basel II in Zusammenhang mit den Finanzierungsmöglichkeiten des Mittelstandes? Warum zwingt die Ertragskrise Banken zu einer veränderten Kreditvergabe? Ist ein Credit Crunch für den Mittelstand vermeidbar? Warum trägt der deutsche Bankensektor überall die rote Laterne? Warum sind gerade im Kreditgeschäft die Margen „zum Gotterbarmen“.
Müssen sich denn Kredite neuerdings lohnen? Was hat der Mittelstand mit der Blutspur in den Bankbilanzen zu tun? Oder sind die Neuen Eigenkapitalvorschriften die Ursache für die Pleitenwelle, von der die Banken neuerdings überrollt werden? „Das wird (bestimmt) brutal“, wenn Geldinstitute bei Mittelständlern extrem vorsichtig werden. Oder sind die Probleme bei Basel II fast gelöst? Warum baut sich gegen Basel II neuerdings wieder Widerstand auf?
Wer will aufgrund dieser Widersprüchlichkeiten noch den Überblick behalten? Der Entwurf der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II oder der Neue Baseler Akkord) hat in Deutschland eine Diskussion um Ratings und deren Auswirkungen auf den Mittelstand entfacht, die weltweit ihresgleichen sucht.
Zielsetzung:
Da die Argumente teilweise sehr von Emotionalität geprägt sind, ist das Ziel dieser Arbeit durch sachliche Argumentation den Ausgleich zwischen Bank- und Mittelstandsinteressen zu ermöglichen. Hierbei ist es notwendig für den Unternehmer die Details/Grundlagen der risikoadjustierten Kreditpolitik zu lüften bevor auf mögliche Kreditzinsveränderungen aufgrund der neuen Baseler Beschlüsse eingegangen wird.
Die Verantwortlichen in Banken sollen beim Studieren dieser Arbeit an die Wichtigkeit des Mittelstandes für die deutsche Wirtschaft erinnert werden, damit jeder Unternehmensstrategie, die darauf ausgerichtet ist auf die Übernahme von Kreditrisiken gänzlich zu verzichten, bereits bei ihrer Entstehung der Nährboden entzogen wird.
Vorgehensweise:
Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, wird dabei der Deutsche Mittelstand zunächst anhand von qualitativen und quantitativen Merkmalen abgegrenzt und dann seine Bedeutung und derzeitige wirtschaftliche Situation dargestellt. Da die derzeitige wirtschaftliche Situation des Mittelstandes in den letzten Jahren seine Spuren in den Büchern von Kreditinstituten hinterlassen hat, wird anschließend auf die Grundlagen und die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit von Ratingsystemen eingegangen. Darauf aufbauend erfolgt eine Analyse des von den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken bundesweit eingesetzten BVR-II-Ratings. Dem Mittelständler sollen hier erste Ansatzpunkte zur Verbesserung seines Ratingurteils gegeben werden. Ausgehend von den Ergebnissen eines Ratings werden dann die Auswirkungen des Ratingurteils auf die Kreditkonditionen untersucht. In einem letzten Schritt wird der Zusammenhang zwischen Rating und den Baseler Empfehlungen hergestellt um dann die unmittelbaren Auswirkungen der neuen Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf den Deutschen Mittelstand zu untersuchen. Demjenigen Unternehmer, der von den mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen betroffen ist, wird abschließend ein Zeitrahmen für die Umsetzung der neuen Eigenkapitalvereinbarung mit auf den Weg gegeben. Es liegt dann am Unternehmer selbst mögliche Veränderungen hinzunehmen oder durch gezieltes unternehmerisches Vorgehen etwaige Chancen der neuen Eigenkapitalvereinbarung zu nutzen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 2 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Deutscher Mittelstand | 3 |
| 2.1 | Qualitative Merkmale | 3 |
| 2.2 | Quantitative Merkmale | 4 |
| 2.3 | Bedeutung und derzeitige wirtschaftliche Situation des Mittelstandes | 9 |
| 2.4 | Wirtschaftliche Situation des Mittelstandes aus dem Blickwinkel von Kreditinstituten | 13 |
| 3. | Rating | 18 |
| 3.1 | Definition Rating | 18 |
| 3.2 | Ratingarten und Varianten | 22 |
| 3.3 | Bedeutung von Ratingsymbolen | 26 |
| 3.4 | Trennfähigkeit von Ratingsystemen | 28 |
| 4. | Entstehung eines Ratingurteils am Beispiel des BVR-II Ratings | 37 |
| 4.1 | Architektur des BVR-II Ratings | 37 |
| 4.2 | Zusammensetzung der einzelnen Teilscores | 44 |
| 5. | Auswirkung des Ratingurteils auf die Kreditkonditionen | 52 |
| 5.1 | Komponenten der Kreditkondition | 52 |
| 5.2 | Standardrisikokosten in Abhängigkeit vom Rating | 58 |
| 5.3 | Eigenkapitalkosten in Abhängigkeit vom Rating | 65 |
| 6. | Unmittelbare Auswirkung der neuen Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf den Deutschen Mittelstand | 68 |
| 6.1 | Status Quo der alten bzw. Ziel der neuen Eigenkapitalvereinbarung | 68 |
| 6.2 | Berechnung der Mindestkapitalanforderungen für das Kreditrisiko | 74 |
| 6.3 | Meilensteine bis zur Umsetzung von Basel II | 81 |
| 7. | Fazit und Ausblick | 84 |
| Anhang 1: Prozess der gesamtbankorientierten Risikosteuerung | 85 | |
| Anhang 2: Systematisierung der Ansätze zur Kreditrisikosteuerung | 86 | |
| Anhang 3: Bezeichnung der lang- bzw. kurzfristigen Emmissionsratings der Big Three | 87 | |
| Anhang 4: Zusammenhang zwischen Ratingklassen und Fleischteilen | 88 | |
| Anhang 5: Power-Curve und Accuracy Ratios von Moody`s | 89 | |
| Anhang 6: Score-Intervalle und BVR-Masterskala | 90 | |
| Anhang 7: Qualitative Fragen des BVR-II Ratings „Mittelstand“ und „Oberer Mittelstand“ | 91 | |
| Anhang 8: Gewichtung der relevanten Fragen im Teilscore QU | 100 | |
| Anhang 9: Screenshot BVR-II-Rating, Qualitativer Fragenkatalog | 101 | |
| Anhang 10: Konsequenzen der Eigenkapitalabitrage durch Sekurisation | 102 | |
| Anhang 11: Formeln zur Berechnung der Risikogewichte | 104 | |
| Literaturverzeichnis | 105 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 117 |
Bevor die Architektur des BVR-II Ratings dargestellt werden kann, muss darauf hingewiesen werden, dass z.B. ein Klassifizierungssystem zur Bewertung von Privatkunden188 nicht gleichzeitig (sog. „Overallrating“) zur Bewertung von Firmenkunden verwendet werden kann. Daraus ergibt sich neben der Trennfähigkeit eine zweite betriebswirtschaftliche Anforderung an ein Ratingsystem. Ratingsysteme müssen sich an die Spezifika der unterschiedlichen Kundengruppen anpassen und deren ökonomische Besonderheiten berücksichtigen. Dies kann jedoch nicht bedeuten, dass für jedes Detailproblem ein unterschiedliches Verfahren zum Einsatz kommt. Bei der Implementierung von Ratingsystemen muss deshalb immer im Sinne einer betriebswirtschaftlichen Vorgehensweise die typische Grenzkosten-Grenznutzenüberlegung angestellt werden189. Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken entwickelt (lässt entwickeln190) zurzeit für acht verschiedene Kundengruppen unterschiedliche Ratingsegmente. Das Privatkundensegment sowie das Firmenkundensegment können dabei nochmals in Untersegmente aufgeteilt werden. Nachfolgend wird die Architektur des Ratingsystems für eines der beiden Kerngeschäftsfelder191, das Firmenkundengeschäft dargestellt. Hierbei erfolgt eine Einschränkung auf die in der Übersicht grün hinterlegten Ratingsegmente „Mittelstand“ und „Oberer Mittelstand“. Im Hinblick auf die Themenstellung dieser Arbeit „Basel IIGrundlagen aus Auswirkungen auf den Deutschen Mittelstand“ muss dabei vorneweg noch auf Folgendes hingewiesen werden. Viele Kreditnehmer von Volks- und Raiffeisenbanken fallen wahrscheinlich aufgrund der Höhe ihres Umsatzes (kleiner 260.000 €192) in das dem Mittelstandsrating vorgelagerte schlanke [...]
Mittel einer von 25 Kunden innerhalb eines Jahres ausfällt. Wichtig dabei ist: „Niemand weiß im Voraus, welcher“185. Außerdem ist noch Folgendes anzumerken. Zweifelsohne fallen Kreditnehmer mit niedrigen Diskriminanzwerten häufiger aus. Ein niedriger Diskriminanzwert muss jedoch nicht immer die Ursache für einen Kreditausfall darstellen186. Demnach gibt es noch eine Reihe anderer Gründe für Kreditausfälle, die nicht in das Rating einfließen. Diese zu kennen und sie im Kreditbearbeitungsprozess zu erkennen ist Aufgabe eines erfahrenen Kreditanalysten. Er erstellt auf der Grundlage der hohen Prognosekraft von mathematisch-statistischen Komponenten in Ratingsystemen das abschließende Kreditvotum bzw. Ratingurteil und weiß, dass das Rating nur ein Mittel zur Entscheidungsunterstützung sein kann. Das Rating ist also „nicht mit der Entscheidung selbst zu verwechseln“187. Notwendige Bedingung ist jedoch, dass der Analyst die Architektur und Funktionsweise seines Ratingsystems kennt, bevor er dessen Ergebnisse für seine Entscheidungsbildung verwendet. [...]
Hätte man also den 20% schlechtesten gerateten Unternehmen eine Kreditgausreichung verwährt, so hätte man nahezu 60 % der Ausfälle vermeiden können. Beide optischen Darstellungsweisen gehören zur Kategorie der Cumulative Accuracy Profiles (CAP) und nicht zur Kategorie der Receiver Operating Characteristic (ROP)177, mit der beispielsweise die Trennfähigkeit des SCHUFA-Scoreverfahrens gemessen wird178. Sowohl für die Darstellung der Trennfähig des Creditreform Ratings als auch für die des BVR-II Ratings gilt jedoch folgende Tendenzaussage von Moody`s179: “For both types of CAP curves, the further the curve bows the northwest corner, the grater the fraction of all defaults that carry low ratings and the more efficient ratings are at sorting defaults from non-defaults“180. Aufgabe eines modernen Rating ist es also, aufgrund spezifischer zeitraumbezogener Informationen über einen Kreditkunden, die Wahrscheinlichkeit zu schätzen, dass innerhalb eines bestimmten Zeitraums - meist ein Jahr - ein präzise definiertes Ausfallereignis eintritt. „Die Definition von Ausfall kann von Verfahren zu Verfahren verschieden sein“181. Den neu entwickelten Ratingverfahren des genossenschaftlichen Verbundes für mittelständische Kunden liegt das Ausfallkriterium „Erstmalige Bildung einer EWB“ zugrunde182/183. Mit Hilfe einer Diskriminanzfunktion wird durch die gezielte Auswahl trennfähiger Faktoren und deren sinnvoller Gewichtung die Grundlage für einen zu ermittelnden Punktwert (Diskriminanzwert) gelegt. Diesem Diskriminanzwert werden sodann Ausfallwahrscheinlichkeiten zugeordnet (Mapping). Fällt demnach ein bestimmter Kreditnehmer aufgrund des Ratings in eine Klasse, der eine Ausfallwahrscheinlichkeit von z.B. 4 %184 zugeordnet ist, dann bedeutet das nur, dass in der Ratingklasse des Kreditnehmers im [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832471125
Arbeit zitieren:
Steinmüller, Michael Mai 2003: Basel II - Grundlagen und Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
BVR-II Rating, Neue Eigenkapitalvereinbarung, Rating und Kreditkondition, Rating, Mittelstand



