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Das Barwertkonzept als Steuerungsinstrument des Kundeneinlagengeschäftes von Banken

Das Barwertkonzept als Steuerungsinstrument des Kundeneinlagengeschäftes von Banken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Friebl
  • Abgabedatum: Oktober 1999
  • Umfang: 58 Seiten
  • Dateigröße: 349,3 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4470-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4470-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4470-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Friebl, Andreas Oktober 1999: Das Barwertkonzept als Steuerungsinstrument des Kundeneinlagengeschäftes von Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Barwertkonzept, Steuerungsinstrument des Bankcontrollings

Diplomarbeit von Andreas Friebl

Gang der Untersuchung:

In dieser Diplomarbeit bearbeite ich ein heute unverzichtbares Instrument des Bank-Controlling: Das Barwertkonzept und die sich aus diesem ergebenden Konsequenzen für die zukunftsorientierte Steuerung des bilanziellen Kundengeschäftes.

Da das Barwertkonzept eine Erweiterung der Marktzinsmethode (MZM) ist, werde ich zunächst das Grundkonzept dieser Methode vorstellen. Um den Zusammenhang zum Barwertkonzept herzustellen zeige ich anschließend die mit dem Grundkonzept verbundenen Probleme, insbesondere bei der praktischen Umsetzung des theoretischen Konzeptes.

Im Kern der Arbeit schließt sich die Darstellung des Barwertkonzeptes an. Nach einer kurzen Einführung in die Grundidee des Barwertkonzeptes konzentriere ich meine Ausführungen auf die Vorstellung verschiedener Methoden zur Ermittlung von Konditionsbeitrags-Barwerten. Dabei greife ich mir exemplarisch ein Kundengeschäft aus dem Kreditbereich heraus, anhand dessen ich die Vorgehensweise der verschiedenen Methoden verdeutlichen werde.

Schwerpunkt der gesamten Arbeit wird mein Versuch sein, die vorgestellten Methoden der Ermittlung von Konditionsbeitrags-Barwerten auf das Kundeneinlagengeschäft von Banken anzuwenden.

Da die speziellen Eigenschaften der verschiedenen Arten von Kundeneinlagen maßgeblichen Einfluß auf die Anwendbarkeit des Barwertkonzeptes haben, werde ich diese zunächst ausführlich darstellen und schon an dieser Stelle der Arbeit darauf eingehen, wie etwaigen Anwendungsproblemen mit Hilfe verschiedener Methoden abgeholfen werden kann.

Daß sich das Barwertkonzept auch zur barwertigen Betrachtung von nicht mit dem Zinsgeschäft verbundenen Aufwendungen und Erträgen eignet, auch wenn dies in der gängigen Literatur meist vernachlässigt wird, zeige ich im Anschluß daran. Dazu werde ich am Beispiel einer Termineinlage und einer Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist eine Einzelgeschäftskalkulation durchführen, die sowohl den barwertigen Zinserfolg (in Form des ermittelten KB-Barwertes), als auch die von diesem zu deckenden Kosten berücksichtigt. Bei der Ermittlung der zu deckenden Kosten konzentriere ich mich ausschließlich auf die den Kundeneinlagen direkt zurechenbaren Kosten. Ergebnis dieser Einzelgeschäftskalkulation sind verschiedene Deckungsbeiträge.

Im letzten Abschnitt nehme ich eine Zusammenfassung vor, bevor ich eine persönliche Einschätzung geben werde, wie sich das Barwertkonzept in Zukunft voraussichtlich entwickeln wird.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis IV
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung 1
2. Marktzinsmethode als Grundlage für das Barwertkonzept 2
2.1 Grundkonzept der Marktzinsmethode 2
2.1.1 Einordnung und Funktionsweise 2
2.1.2 Grundlage des Mindestmargenkonzeptes 6
2.2 Grenzen der Marktzinsmethode 10
3. Margenkalkulation bei Kundeneinlagen mit Hilfe des Barwertkonzeptes 12
3.1 Barwertkonzept 12
3.1.1 Grundidee 12
3.1.2 Methoden zur Ermittlung von Konditionsbeitrags-Barwerten 13
3.1.2.1 Retrograde Ermittlung 13
3.1.2.2 Ermittlung über Zerobond-Abzinsfaktoren 15
3.2 Methoden der Barwertermittlung mit Kundeneinlagen 22
3.2.1 Arten und Eigenschaften von Kundeneinlagen und damit verbundene Anwendungsprobleme des Barwertkonzeptes 22
3.2.1.1 Zinsbindung 23
3.2.1.2 Kapitalbindung 26
3.2.1.3 Zinsanpassung 28
3.2.1.4 Leistungsstörungen 29
3.2.2 Einzelgeschäftskalkulation einer Termineinlage 30
3.2.2.1 Berechnung des Konditionsbeitrags-Barwertes 30
3.2.2.2 Ermittlung des Barwertes der zu deckenden Kosten 32
3.2.2.3 Ergebnis der Einzelgeschäftskalkulation 36
3.2.2.4 Beurteilung 38
3.2.3 Einzelgeschäftskalkulation einer Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist 38
3.2.3.1 Berechnung des Konditionsbeitrags-Barwertes 38
3.2.3.2 Ermittlung des Barwertes der zu deckenden Kosten 41
3.2.3.3 Ergebnis der Einzelgeschäftskalkulation 42
3.2.3.4 Beurteilung 43
4. Schlußbetrachtung 44
Literaturverzeichnis 46

Automatisiert erstellter Textauszug:

Variabel verzinsliche Geschäfte sind dadurch gekennzeichnet, daß den Banken bei diesen Geschäften während der Vertragslaufzeit jederzeit das Recht zusteht, den Zinssatz zu ändern und neu festzulegen. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Zinssatz faktisch konstant bleibt. Deshalb sind sowohl Spareinlagen, als auch Sichteinlagen variabel verzinsliche Einlagen. Spareinlagen sind allgemein definiert als Gelder, die der Kunde zur Vermögensanlage einreicht, nicht zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Dabei ist bei der Hereinnahme des Geldes keine Befristung vorgesehen. Sichteinlagen sind de jure jederzeit abrufbare (täglich fällige) Einlagen, die von Kunden bei Banken zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs in Form von Kontokorrent-, Giro- und Scheckkonten unterhalten werden.55 [...]

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Zinsbindung zwischen Geschäften mit fester Verzinsung und Geschäften mit variabler Verzinsung. Festzinsgeschäfte zeichnen sich dadurch aus, daß Kreditinstitute eine vertragliche Verpflichtung eingehen, den Zinssatz während der Zinsbindungsfrist nicht zu verändern, wobei die Zinsbindung länger als einen Tag betragen muß.52 Festzinsgeschäfte sind z.B. Termineinlagen von Kunden, d.h. Gelder, die zum Zweck der Erzielung von Zinsen angelegt werden und keine Zahlungsverkehrsfunktionen erfüllen dürfen. Termineinlagen werden unterschieden in Festgelder, für die eine von vornherein vereinbarte Frist gilt, nach deren Ablauf die Einlage i.d.R. fällig wird und in Kündigungsgelder, bei denen der Kunde zur Verfügung über die Einlage eine besondere Kündigungsfrist einhalten muß.53 Da bei Termineinlagen neben der Zinsbindung auch die Fälligkeit und somit die Kapitalbindung) ex ante feststeht, fällt bei dieser Form der Einlage die Zuordnung einer GKM-Opportunität bis zum Zeitpunkt einer etwaigen Prolongation nicht schwer und [...]

Für die Barwertermittlung mit Kundeneinlagen ist es sinnvoll zunächst aufzuzeigen, welche Arten solcher Einlagen existieren und deren Eigenschaften näher zu untersuchen. Diese Vorgehensweise habe ich gewählt, weil sich das Barwertkonzept der MZM nur unproblematisch auf Geschäfte mit fester Verzinsung für die gesamte Laufzeit und bekanntem Kapitalverlauf anwenden läßt, was weiter unten noch näher erläutert wird. Ein solches Geschäft ist beispielsweise das unter Gliederungspunkt 3.1.2.1. dargestellte Festzinsdarlehen, also ein Aktivgeschäft der Bank. Auch bei Kundeneinlagen, also bei Passivgeschäften, lassen sich vergleichbare Festzinsgeschäfte finden (z.B. Termineinlagen), für die eine Barwertermittlung ebenfalls unproblematisch ist. Problematischer ist die Anwendung des Barwertkonzeptes dagegen bei variabel verzinslichen Geschäften, da hier die zukünftigen Zahlungsströme des Kundengeschäftes unsicher sind. Das Barwertkonzept ist aber als Modell bei Sicherheit konzipiert, wie auch die klassische Kapitalwertmethode, auf der das Konzept basiert.50 Die den variabel verzinslichen Geschäften immanente Unsicherheit führt bei Anwendung der MZM und des erweiterten Konzeptes der barwertigen Betrachtung dazu, daß sich am GKM keine direkt vergleichbaren Anlage- oder Refinanzierungsalternativen zur Duplikation der zu bewertenden Kundengeschäfte finden lassen. Darüber hinaus weisen Bankgeschäfte auch Merkmale auf, die dafür verantwortlich sind, daß zukünftige Zahlungsströme von bestimmten Umweltszenarien abhängig sind und aus diesem Grund als unsicher gelten.51 [...]

Arbeit zitieren:
Friebl, Andreas Oktober 1999: Das Barwertkonzept als Steuerungsinstrument des Kundeneinlagengeschäftes von Banken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Barwertkonzept, Steuerungsinstrument des Bankcontrollings

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