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Bankmarketing aus institutionenökonomischer Sicht

Bankmarketing aus institutionenökonomischer Sicht
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mila Spiegel
  • Abgabedatum: April 2001
  • Umfang: 98 Seiten
  • Dateigröße: 751,1 KB
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4797-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4797-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4797-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Spiegel, Mila April 2001: Bankmarketing aus institutionenökonomischer Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bankmarketing

Diplomarbeit von Mila Spiegel

Einleitung:

Der Begriff „Marketing“ bezeichnet allgemein auf Märkte gerichtete Tätigkeiten. Einerseits kann Marketing nur mit den auf Absatzmärkte zielenden Aktivitäten in Verbindung gebracht werden, da sie den eigentlichen Verkaufsvorgang betreffen, also die Transaktion von Waren und Dienstleistungen als solche. Andererseits gewinnt die Verhaltensweise der Marktakteure unter Berücksichtigung der psychologischen, soziologischen, kulturellen, ökonomischen und rechtlichen Gegebenheiten an Bedeutung. Dabei tritt der soziale Aspekt des Marketing als der Gesamtheit aller Austauschprozesse und -beziehungen in den Vordergrund.

Marketing setzt den Einsatz absatzpolitischer Instrumente zur Überwindung der zwischen Anbietern und Nachfragern bestehenden Marktwiderstände voraus. Jeder Marktakteur trifft seine Entscheidungen unter Unsicherheit und unvollkommener Information. Die Anbieter und Nachfrager versuchen, miteinander Kooperationen einzugehen und Geschäftsbeziehungen anzubahnen, von denen beide profitieren. Sie können sich aber gegenseitig über die Qualität der Produkte bzw. Dienstleistungen und über ihre persönlichen Absichten und Verhalten nach dem Eingehen der Kooperation täuschen. Beide Seiten erkennen diese Täuschungsmöglichkeit und versuchen, einerseits durch die Vertragsgestaltungen, Informationssuche, Screening den Kooperationspartner zu disziplinieren und andererseits eigene gute Absichten im Hinblick auf die Kooperation zu offenbaren.

Die Unsicherheit und Informationsasymmetrie zwischen den Kooperationspartnern vermindern sich mit Dauer der Kooperation und steigenden Anzahl der Transaktionen.

Unvollkommene Information und Opportunismus machen Marketing notwendig, genauso wie es kein Marketing in einer vollkommenen Welt ohne Opportunismus gibt. Folglich ist Marketing ein Mittel zur Förderung von Austauschbeziehungen zwischen Wirtschaftssubjekten in einer unvollkommenen Welt.

Bankmarketing ist ein Instrument zu Aufbau und Pflege der Kunde-Bank-Beziehung, die durch dieselbe Unsicherheit und Komplexität des Marktes geprägt ist, die die Bankenexistenz und –funktionsweise erklären. Die Besonderheit des Bankmarketings liegt in dem Dienstleistungscharakter der Bankleistungen. Diese Tatsache zieht eine Reihe anderer spezifischen Probleme nach sich, die weiter behandelt werden.

Diese Arbeit liefert eine systematische Betrachtung der Kooperationsprobleme im Bankbetrieb und deren Lösungsansätze durch eine Verbindung von Bankmarketingmaßnahmen mit der Neuen Institutionenökonomik, die in mehreren Teilbereichen der Betriebswirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Gang der Untersuchung:

Im zweiten Kapitel wird der Ansatz der Neuen Institutionenökonomik, ihre Teilbereiche und Vorteile gegenüber der neoklassischen Modellwelt betrachtet. Dabei werden die Prämissen der beiden Theorien und die Ausgangspunkte für Kritik an die neoklassische Theorie aufgezählt. Anschließend wird der institutionenökonomische Inhalt einiger Banktheorien aufgedeckt.

Im dritten Kapitel wird Marketing aus institutionenökonomischen Gesichtspunkten untersucht. Dabei wird die institutionenökonomische Unterscheidung zwischen verschiedenen Typen von Gütern und Kaufprozessen als Grundlage für Marketing-Strategien genommen.

Der vierte Kapitel liefert die Grundlagen der institutionenökonomischen Betrachtung von Bankgeschäften und Bankmarketing. Das Marketing-Instrumentarium einer Bank wird explizit aufgeführt und deren Verankerung in den Theorien der Neuen Institutionenökonomik aufgedeckt.

Die gewonnenen Erkenntnisse lassen die Zusammenhänge zwischen Marketing-Maßnahmen der Bank und der Banktheorien aufdecken. Im fünften Kapitel werden einige Banktheorien kurz dargestellt, um aus ihnen mit Hilfe des institutionenökonomischen Instrumentariums und der in früheren Kapiteln gewonnenen Erkenntnisse die Bankmarketingmaßnahmen abzuleiten.

In der Schlußfolgerung werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Symbolverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einführung 1
2. Neue Institutionenökonomik vs. neoklassische Theorie 2
2.1 (keine) Banken in der neoklassischen Theorie? 3
2.2 Bankenexistenz aus der Sicht der Neuen Institutionenökonomik 4
2.2.1 Property-Rights-Theorie 5
2.2.2 Transaktionskostentheorie 5
2.2.3 Informationsökonomik 6
2.2.4 Principal-Agent-Theorie 7
2.2.5 Institutionenökonomisches Gehalt ausgewählter Banktheorien 9
3. Marketing als Mittel zur Informationsbeschaffung und Unsicherheitsreduktion 10
3.1 Institutionen und Marketing 11
3.1.1 Institutionen: Infrastruktur der Wirtschaft 11
3.1.2 Leistungsfindung und Leistungsbegründung im Marketing 11
3.1.3 Käuferverhalten 12
3.1.4 Kundenbindung 14
3.1.5 Institutionenökonomische Rahmenbedingungen des Marketing 15
3.1.5.1 Austauschgüter, Kontraktgüter und Geschäftsbeziehungen 16
3.1.5.2 Informationsökonomische Begründung der Typologie von Transaktionsarten 17
3.2 Marketing bei Austauschgütern 20
3.3 Marketing bei Kontraktgütern 22
3.3.1 Signaling, self-selection und Screening zum Abbau von Qualitätsunsicherheit 23
3.3.2 Moral Hazard und Principal-Agent-Theorie 24
3.3.3 Hold Up und Transaktionskostenansatz 25
3.3.4 Reputation und Vertrauen bei Kontraktgütern 26
3.4 Marketing von Geschäftsbeziehungen 27
4. Anwendung institutionenökonomischer Ansätze auf Bankmarketing 28
4.1 Institutionenökonomische Besonderheiten der Bankdienstleistungen 28
4.1.1 Anlageberatung aus institutionenökonomischer Sicht 30
4.1.2 Effiziente Einlagensicherung 32
4.1.3 Institutionenökonomische Bewältigung der Unsicherheitsprobleme und Informationsasymmetrie bei der Kreditvergabe 35
4.2 Bankdienstleistungen als Kontraktgüter 38
4.2.1 Informationsmanagement zum Abbau von Informationsasymmetrie 38
4.2.2 Vertragsmanagement und Property-Rights-Theorie 41
4.2.3 Externer Servicewert und Servicenutzen für den Kunden 42
4.2.4 Vertrauen im Kontraktgütermarketing von Bankdienstleistungen 44
4.3 Bankleistungen als Geschäftsbeziehungen 46
4.3.1 Kundenbindungsstrategie 47
4.3.1.1 Kundenzufriedenheit 49
4.3.1.2 Personalqualität 49
4.3.2 Bankloyalität 51
4.3.3 Reputationsmanagement 52
4.4 Strategien, Ziele und Instrumentarium des Bankmarketings aus institutionenökonomischer Perspektive 53
4.4.1 Leistungspolitik 53
4.4.2 Preispolitik 55
4.4.3 Vertriebspolitik 56
4.4.4 Kommunikationspolitik 57
5. Ausgewählte Bankmodelle und Marketing-Maßnahmen als deren Folge 59
5.1 Übersicht über die verwendeten Erklärungsansätze 59
5.2 Marketinginstrumentarium auf der banktheoretischen Basis 61
5.2.1 Marketing der Bankdienstleistungen mit Kontraktgütereigenschaften 61
5.2.1.1 Annahmen, Ergebnisse, notwendige Marketing-Maßnahmen im Modell von Diamond (1984) 61
5.2.1.2 Screening der Projektqualität im Modell von Leland/Pyle (1977) 63
5.2.1.3 Glaubwürdigkeit einer Firmenbewertung nach Ramakrishnan/Thakor (1984) 64
5.2.1.4 Preispolitische Kreditrationierung von Stiglitz/Weiss (1981) 66
5.2.1.5 Leistungspolitisches Screening der Kreditnehmerqualität im Modell von Bester (1985) 68
5.2.2 Marketing der Bankdienstleistungen als Geschäftsbeziehungen 69
5.2.2.1 Langfristige Technologien im Modell von Thadden (1995) 70
5.2.2.2 Reputationseffekte im Modell von Breuer (1995) 71
5.2.2.3 Wert langfristiger Vertragsbeziehungen im Modell von Bolton/Scharfstein (1990) 73
6. Schlussfolgerung 74
Literaturverzeichnis 76

Automatisiert erstellter Textauszug:

den kann.166 Die Verluste des Kreditnehmers sind somit nach unten begrenzt, die Gewinne steigen aber mit der Risikoerhöhung des Projekts (da er mit einer niedrigeren Wahrscheinlichkeit höhere Gewinne erwartet).167 Der Lösungsvorschlag für dieses Problem wäre (wie im Fall hidden characteristics) die Beteiligung mit Eigenkapital und die Begrenzung der Fremdkapitalaufnahme. Die Bereitschaft des Kreditnehmers, sein eigenes Kapital einzusetzen, verleiht Glaubwürdigkeit seinen Versprechungen, nur "gute" Projekte durchzuführen. Je höher die Unsicherheit über den Kunden, desto höher der Preis des Kredits. Der Kunde kann aber seine Kosten reduzieren, indem er:168 die Prognose der Zahlungswahrscheinlichkeit seines Kreditengagements verbessert. Die Kosten der Bank für die Überwachung seines Kredits reduziert. Das auf die Bank übertragene Ausfallrisiko teilweise wieder übernimmt. Das Modell der Kreditrationierung (Stiglitz/Weiss (1981)) beschreibt eine Möglichkeit, adverse selection und Moral Hazard des Kreditnehmers zu vermindern. Es wird gezeigt, daß ein optimaler Zins für die Kreditgeber existieren kann, ab dem sich eine Zinserhöhung wegen adverse selection oder moral hazard nicht mehr lohnt.169 Ein Kreditvertrag legt die Anreizstruktur und Risikoteilung fest. Die Unvollständigkeit der Kreditverträge bezwingt die Vertragsparteien, sich die Nachverhandlungsmöglichkeiten einzuräumen. Diese Unvollständigkeit ist die Ursache für Hold Up Gefahr seitens des Kreditnehmers.170 Die Eliminierung dieses Problems liegt in den entsprechenden Kooperationsdesigns; die Bank kann als Pfand die Reputation des Kreditnehmers oder seine Hoffnung auf künftige Zusammenarbeit nutzen. Die Gefahr des Hold Up Verhaltens wird im allgemeinen mit der Dauerhaftigkeit der Geschäftsbeziehung reduziert. 4.2. Bankdienstleistungen als Kontraktgüter Bankdienstleistungen sind wenig standardisiert. Die neue Entwicklungen in Form von Direktbanken bringen allerdings eine Standardisierung mit sich und können als Austauschgüter mit Such- oder Erfahrungseigenschaften [...]

liches Ausfallrisiko höher als das durchschnittliche ist (adverse selection).158 Jede Erhöhung des Zinses führt dazu, daß sich das Ausfallrisiko noch erhöht und im Extremfall ein Marktversagen eintritt. Die Lösungsvorschläge für dieses Problem sind Signaling, Screening und self-selection. Eine geschickte Kreditvertragsgestaltung veranlaßt den besser informierten Kreditnehmer, seine Bonität durch die Wahl eines der alternativen Verträge glaubwürdig zu signalisieren.159 Ein Signal über die gute Qualität des Kreditnehmers ist z. B. seine hohe Selbstbeteiligung am Projekt.160 Es liegt im Interesse der guten Kreditnehmer, Signale über eigene Bonität auszusenden. Screening bedeutet eine Kreditwürdigkeitsprüfung. Dabei versucht das Kreditmanagement, die Wahrscheinlichkeitsverteilung der künftigen Zahlungen des Kreditnehmers zu schätzen.161 Das angewendete Verfahren wird als Scoring-Verfahren bezeichnet, das auf sachlogischen oder mathematisch-statistischen Methoden basiert.162 Im Privatkundengeschäft werden Informationen über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers gesammelt und seine Sicherheiten bewertet. Im Firmenkundengeschäft werden Jahresabschluß, Markt, Haftungsverhältnisse und Erfolgskennzahlen analysiert.163 Die Verfügbarkeit historischer Werte ermöglicht eine Diskriminanzanalyse.164 Externe unabhängige Institutionen, wie Rating-Agenturen im Firmenkundengeschäft und Schufa im Privatkundengeschäft, stellen ihrerseits Daten über die Qualität des Kreditnehmers zur Verfügung. Kreditsicherheiten sind als Signal der Bonität des Kreditnehmers zu interpretieren, da die "guten" Kreditnehmer eher bereit sind, höhere Sicherheiten im Austausch für einen niedrigeren Zins anzubieten.165 Es besteht auch die Verhaltensunsicherheit (moral hazard) seitens des Kreditnehmers. Nach dem Abschluß des Kreditvertrags eröffnen sich für diesen die opportunistischen Spielräume. Es besteht für ihn der Anreiz, das Risiko des Projekts zu erhöhen, da die Verlustgefahr auf die Kreditgeber abgewälzt wer158 159 160 161 162 163 164 165 [...]

gekennzeichnet.150 Der Verband ist der Agent seiner Principale (der Mitgliedsbanken), aber auch gleichzeitig ihr Kontrolleur und Prüfer. Bei der Aufnahme einer neuen Bank in das Sicherungssystem entstehen die ex ante hidden charakteristics - Probleme; die eintrittswillige Bank muß gegenüber dem Verband ihre Bonität offenbaren (signalisieren).151 Dieses Problem der adverse selection löst der Bankenverband mittels Screening durch verbandseigene Prüfungsstellen, die Kandidaten ergreifen Signaling-Maßnahmen z. B. durch freiwillige Vorlage des externen Prüfungsgutachtens.152 Während der Mitgliedschaft im Verband hat jede Mitgliedsbank eigene Opportunismusspielräume. Bei drohender Insolvenz entstehen für eine Mitgliedsbank die Anreize, risikobehaftete Projekte einzugehen, um ihre wirtschaftliche Lage aufzubessern.153 Dieses Verhalten führt zu Moral Hazard oder Hold Up Problemen.154 Diese Probleme werden durch einen Anreizmechanismus nicht vollständig gelöst, da jede Prämienheraufsetzung wegen Risikoerhöhung den Anreiz zu noch mehr riskanten Politik setzt.155 Eine effizientere Lösung wäre die Angleichung der Interessen von Bankmanagement und Verbandsmanagement mittels eines wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnisses.156 4.1.3. Institutionenökonomische Bewältigung der Unsicherheitsprobleme und Informationsasymmetrie bei der Kreditvergabe Im Kreditgeschäft existieren Informationsasymmetrie sowie Qualitätsund Verhaltensunsicherheiten bezogen auf den Kunden. Qualitätsunsicherheit kommt dadurch zustande, daß die Bank die Eigenschaften des Kreditnehmers vorher nicht kennt, besonders wenn es noch keine Erfahrung mit diesem Kreditnehmer vorliegt. Die finanzielle Situation und Liquidität des Kreditnehmers bleiben vor der Bank verborgen. Der Kreditnehmer ist seinerseits daran interessiert, seine Bonität möglichst gut darzustellen. Wenn die Bank sich an einem durchschnittlichen Ausfallrisiko orientiert und einen durchschnittlichen Zins anbietet, kommt es zu einer Pooling-Situation,157 von der nur die schlechten Kreditnehmer profitieren. Die Bank erleidet in diesem Fall Verluste, da tatsäch150 151 152 153 154 155 156 157 [...]

Arbeit zitieren:
Spiegel, Mila April 2001: Bankmarketing aus institutionenökonomischer Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bankmarketing

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