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Bankenregulierung und die Reform des russischen Bankensektors

Bankenregulierung und die Reform des russischen Bankensektors
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Julia Nikonorova
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 60 Seiten
  • Dateigröße: 546,2 KB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2849-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2849-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2849-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Nikonorova, Julia September 2000: Bankenregulierung und die Reform des russischen Bankensektors, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bankenkrise, Eigenkapitalnormen, Deposit Insurance, Emerging-Markei-Länder, Bankenregulierungen

Diplomarbeit von Julia Nikonorova

Einleitung:

Die Liberalisierung des Finanzsektors in einer Volkswirtschaft kann alleine kein effizientes Finanzsystem garantieren. Auch in den Ländern mit einem bereits liberalisierten und gut funktionierenden Bankensystem unterliegen Banken einer strengen staatlichen und institutionellen Aufsicht. Die Arbeit von Julia Nikonorova gibt einen Überblick über die Problematik der Bankenregulierungen in der industriellen Welt und den Emerging-Market-Ländern. Ein weiterer Schwerpunkt wird von der Autorin in der Beschreibung des aktuellen Standes der Reformen im russischen Bankensektor gelegt.

Der erste Teil der Arbeit ist den theoretischen Grundlagen Depositen, Bankruns und Bankenregulierungen gewidmet. Dabei wird das Modell von Diamond/Dybvig „Bankruns, deposit insurance and liquidity“ aus dem Jahre 1983 zur Begründung der Regulierungen im Bankensektor dargestellt. Des weiteren werden die folgenden institutionellen Bankenregulierungen wie Minderreserven, Einlagesicherung und Eigenkapitalnormen im Zusammenhang mit der Bankruns-Problematik diskutiert. Während die Industrieländer sich auf die Lösung der Marktunvollkommenheiten als Folge einer ungleichen Informationsverteilung konzentrieren, sind die Emerging-Market-Länder noch mit spezifischen Problemen konfrontiert. Diese sind bei der Einführung und Beurteilung der Aufsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen.

Auch Russland ist ein Staat, der durch die Transformation des gesamten Wirtschaftssystems und die Umstrukturierung des Finanzsektors mit Schwierigkeiten dieser Art seit Jahren kämpfen muss. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Entwicklung und Struktur des russischen Bankensektors dargestellt und auf mögliche Reformvorschläge zum Aufbau eines funktionierenden Bankensystems eingegangen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung und Arbeitsaufbau 1
2. Depositen, Bankruns und Bankenregulierungen 2
2.1 Eigenschaften der Depositen 4
2.2 Bankruns als Begründung von Bankenregulierungen 5
2.2.1 Das Modell von Diamond/Dybvig (1983) 5
2.2.2 Modellkritik 10
2.3 Regulierungen der Banken 12
2.3.1 Instrumente der institutionellen Bankenregulierungen 12
2.3.2 Eigenkapitalvorschriften und Bankruns 15
3. Bankensektorreformen im Emerging Markt 18
3.1 Auswirkungen der Reform auf das Bankensystem 20
3.2 Anforderungen an eine Reform 23
4. Der Russische Bankensektor 26
4.1 Organisation und Struktur 28
4.1.1 Bank Russland 30
4.1.2 Bankenregulierungen und Aufsicht 32
4.1.3 Geschäftsbanken 35
4.2 Problemstellen und Reformvorschläge 41
4.2.1 Folgen der Bankenkrise von 1998 41
4.2.2 Einführungsproblematik bei Eigenkapitalnormen 43
5. Schlussfolgerung 45
Notation zum Diamond/Dybvig Modell 1983 48
Abbildungsverzeichnis 49
Literaturverzeichnis 50

Automatisiert erstellter Textauszug:

überhöhten Zinssätzen kommen. Falls die Banken beispielsweise eine übermäßige Vergabe von Immobilienkrediten tätigen, um von höheren Zinsen zu profitieren, kann es zu einem starken Anstieg der Preise von Vermögenswerten kommen, was im schlimmsten Fall über den Preis-Mengen-Mechanismus einen Inflationsprozess auslösen kann. In einer solcher Situation wäre es wichtig, die Geldstabilität in einer Volkswirtschaft zu fördern und die Möglichkeit der Verschuldung öffentlicher Haushalte zu begrenzen. Infrastrukturen für eine öffentliche Informationsbeschaffung sollten eingerichtet und transparent gestaltet werden. Eine sinnvolle und kluge Einrichtung von Aufsichtsinstitutionen und Regulierungsmaßnamen könnte das Phänomen der Informationsasymmetrie einschränken, die Marktransparenz verbessern und eine Gefahr des Zusammenbruchs eines Finanzsektors bzw. Bankensektors minimieren. Die Bewertung, Auswahl und Beurteilung von Reformen im Bankensektor hängt unmittelbar mit der Analyse ihrer Auswirkungen auf die für ein gut funktionierendes Bankensystem notwendigen Vorraussetzungen zusammen. Von große Bedeutung sind die Auswirkungen auf folgende Faktoren: [...]

Im Rahmen eines Liberalisierungsprozesses werden Maßnahmen zur Aufhebung von Beschränkungen bei Zinsobergrenzen für Bankkredite und -einlagen, Kreditbegrenzungen, selektive Kreditsubventionierungen und Senkung von Mindestreserven durchgeführt. Zur Wettbewerbsförderung werden den Nichtbanken-Finanzinstituten erlaubt, die Geschäfte auf breiterer Basis zu tätigen. Durch die Öffnung der Finanzmärkte wird der Wettbewerb in dem jeweiligen Land durch ausländische Finanzintermediären verstärkt. Die Privatisierungen auf dem Finanzmärkten und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Finanztransaktionen führen zur Expansion der Aktien- und der Anleihenemissionen. Beschränkungen des Kapitalverkehrs und der Auslandsanlagen von Finanzinstituten sollten aufgehoben werden. Der Staatsverbrauch sollte zu Gunsten der privaten Nachfrage nach Finanzierungstiteln zurückgehen. Wegen diesen Neuerungen und durch das Fehlen einer soliden Finanzstruktur könnten Schwierigkeiten bei der Bestimmung eines angemessenen Kurses der Geldpolitik auftauchen und die Steuerung der gesamten Liquidität in einer Volkswirtschaft außer Kontrolle geraten. Bei einer Freisetzung der aufgestauten Kreditnachfrage und den sprunghaften Anstieg der Bankenkredite kann es zu [...]

Aus der Sicht der Bankensektoranalyse ist eine Aufteilung von Ländern in Emerging Market Länder und Mature Market Länder in der Praxis üblich. Zum Emerging Market zählen Länder Osteuropas und der EX-UdSSR (z.B: Tschechien, Polen, Ungarn, Russland, Ukraine, Belaruss, Baltische Staaten), asiatische Länder (Malaysia, Indonesien, Philippinen, Thailand) und lateinamerikanische Länder (Brasilien, Argentinien, Mexiko). Diese Klassifizierung ist beim Internationalen Währungsfond (IWF), der Worldbankgroup, der International Finance Corporation, bei J.P. Morgan, Reuters und verschiedenen Banken zu finden. Die aufgezählten Länder sind durch einen laufenden Prozess der Liberalisierung des Finanzsektors gekennzeichnet. Es werden dort Reformen zum Aufbau und zur Umstrukturierung des gesamten Bankensektors durchgeführt. Das Ziel ist, eine stabile, effiziente und mit dem Finanzsektor von sogenannten Mature Market Länder (z.B.: Deutschland und westeuropäische Länder, England, USA) zu vergleichende Finanzstruktur zu schaffen. Das Funktionieren von Clearingund Zahlungssystemen, gute Finanztechniken für Kreditrisikoanalyse, ausreichende Liquidität, freie monetäre Transmissionsmechanismen und intensiver Wettbewerb sind nur einige Zeichen für einen „gesunden“ Bankensektor.26 Die Turbulenzen auf dem internationalen Finanzmarkt in den Jahren 1997 und 1998 haben eine „Ansteckungsgefahr“ der Finanzsektoren einzelner Volkswirtschaften sichtbar gemacht: „A global financial crisis was touched off by the devaluation of the Thai baht and spread to southeast Asian countries once held to be models for development, such as Indonesia and Malaysia. The crisis then consumed a global economic powerhouse, Korea, whose economic importance dwarfed that of its southerly neighbours. Russia was next to fall, forced into devaluation and domestic default. Then it was Brazil and the rest of Latin America, who remain under assault from what became a global crisis of investor confidence. This chain of events connecteds countries and regions with vastly different economic characteristics, political institutions, and cultures.“ 27 [...]

Arbeit zitieren:
Nikonorova, Julia September 2000: Bankenregulierung und die Reform des russischen Bankensektors, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bankenkrise, Eigenkapitalnormen, Deposit Insurance, Emerging-Markei-Länder, Bankenregulierungen

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