Die Balanced Scorecard als Instrument des strategischen Managements aus Sicht eines mittelständischen Logistikunternehmens
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Peter Helsper
- Abgabedatum: Januar 2003
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 690,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Duisburg-Essen, Standort Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6869-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6869-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6869-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Helsper, Peter Januar 2003: Die Balanced Scorecard als Instrument des strategischen Managements aus Sicht eines mittelständischen Logistikunternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Logistikcontrolling, Spedition, Unternehmensführung, LKW-Maut, Kennzahlen
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Diplomarbeit von Peter Helsper
Einleitung:
In der heutigen Zeit stehen mittelständische Logistikunternehmen, insbesondere Transportunternehmen und Lagerhalter, die im nachfolgenden Kapitel noch näher erläutert werden, unter einem hohen Wettbewerbsdruck. Belegt wird dies durch eine große Anzahl an Insolvenzen in diesem Marktsegment. Dieser Wettbewerbsdruck resultiert zum einen aus der Öffnung der Grenzen für ausländische Unternehmer aus der Europäischen Union und aus Drittländern sowie aus einer Reihe von zusätzlichen Belastungen, die den deutschen Logistikunternehmen vom Gesetzgeber auferlegt werden.
Während Transportunternehmen aus osteuropäischen Drittländern aufgrund wesentlich geringerer Kosten, insbesondere im Bereich der Personalkosten sowie der Besteuerung, mit ihren Angeboten deutlich unter dem deutschen Marktpreis liegen, sind auch die Rahmenbedingungen für Logistikunternehmen innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten noch nicht ausreichend harmonisiert. Beispielsweise sind die Kraftfahrzeug-Steuern in den Niederlanden deutlich niedriger als in Deutschland.
Die fünfte und vorerst letzte Stufe der Öko-Steuer ist zu Beginn des Jahres 2003 in Kraft getreten. Auch die Personalnebenkosten haben sich erhöht und die Kraftfahrzeug-Versicherungsprämien für gewerblich genutzte Lastkraftwagen sind Anfang 2003 um dreißig Prozent gestiegen. Zudem wird voraussichtlich im August 2003 die LKW-Maut je nach Schadstoffklasse des Fahrzeugs mit 0,15 bis 0,21 Euro pro Autobahnkilometer eingeführt. Zwar betreffen diese Mautgebühren auch ausländische Transportunternehmen und können größtenteils auf den Kunden abgewälzt werden, jedoch zeigt sich hier, wie wichtig eine Vermeidung von Leerfahrten und somit eine Verbesserung der Prozesse zukünftig sein wird.
Es wird deutlich, dass ein Logistikunternehmen nur dann bestehen und sich entwickeln kann, wenn es ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit an die sich mit immer größerer Geschwindigkeit verändernden Rahmenbedingungen aufweist.
Dadurch werden die Führungskräfte von mittelständischen Logistikunternehmen vor neue Aufgaben gestellt, die immer schnellere Handlungen und Entscheidungen beinhalten, um auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen weiterhin erfolgreich agieren zu können.
Eine Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, ist die Einführung eines neuen strategischen Managementsystems.
Auch im Hinblick auf den Ausgleich von Finanzierungsengpässen ist ein aussagefähiges und transparentes Managementsystem von Vorteil. Die neue Rating-Strategie der Kreditinstitute nach „Basel II“ verlangt eine Einschätzung des Bonitätsrisikos durch ein so genanntes Rating. Je schlechter das Ergebnis des Ratings, umso höher ist der Kreditzins. Eine Beschäftigung mit diesem Rating wird daher zum unverzichtbaren Bestandteil des Controllings.
Die Entwickler der Balanced Scorecard behaupten, dass mit Hilfe dieses strategischen Managementsystems einem erhöhten Wettbewerbsdruck, dem ein Unternehmen gegenübersteht, standgehalten werden kann. Es soll die Möglichkeit geschaffen werden können, neue Erfolgspotentiale zu identifizieren, zu analysieren und auszubauen, so dass die Wettbewerbsposition gegenüber der Konkurrenz erhalten bleibt oder noch weiter verbessert werden kann.
Ein mittelständisches Logistikunternehmen entscheidet sich für eine Erneuerung des Controllings mit Hilfe der Balanced Scorecard. Es ist aufzuzeigen, wie der Einsatz einer Balanced Scorecard in einem mittelständischen Logistikunternehmen diese Ziele unterstützen kann.
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit der Einsatz einer Balanced Scorecard als ein strategisches Managementsystem dazu beitragen kann, die Wettbewerbsposition eines mittelständischen Logistikunternehmens zu erhalten und zu verbessern. Aus einer Vielzahl von Einflussgrößen werden diejenigen ausgewählt, die als Erfolgsfaktoren das Erreichen der strategischen Unternehmensziele maßgeblich beeinflussen. Zudem werden die für die Zielerreichung relevanten Handlungsfelder aufgezeigt. Die Prozesse werden transparent gemacht, damit ein Plan zur Umsetzung der Balanced Scorecard in einem mittelständischen Logistikunternehmen entwickelt werden kann.
Zunächst werden das strategische Management sowie die Balanced Scorecard erläutert. Neben einer Spezifizierung der Begriffe Logistik und mittelständisches Logistikunternehmen erfolgt auch eine Abgrenzung von mittelständischen zu großen Logistikunternehmen. Im Anschluss daran wird das Grundmodell der Balanced Scorecard von Kaplan und Norton eingehend erläutert. Begonnen wird mit einer Nennung der Gründe vieler Unternehmen für die Erstellung einer Balanced Scorecard. Anschließend werden die Voraussetzungen sowie der nötige organisatorische Rahmen für die Einführung einer Balanced Scorecard behandelt.
Nach einer ausführlichen Darstellung der Entwicklung einer Balanced Scorecard sowie einer Erwähnung der wichtigsten Schritte zur Implementierung erfolgt eine kritische Würdigung des Balanced Scorecard-Ansatzes.
Schließlich wird die Balanced Scorecard mit den bereits gewonnenen Erkenntnissen auf ein mittelständisches Logistikunternehmen übertragen, um eine IT-Perspektive erweitert und ausführlich diskutiert. Abschließend erfolgt eine kurze Darstellung über Chancen und Risiken des Einsatzes der Balanced Scorecard in einem mittelständischen Logistikunternehmen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1 | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung, Motivation | 1 |
| 1.2 | Ziel der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Gang der Arbeit | 3 |
| 2 | Begriffserläuterungen und -abgrenzungen | 3 |
| 2.1 | Das strategische Management | 3 |
| 2.1.1 | Grundsätzliches | 3 |
| 2.1.2 | Differenzierung des Managementbegriffs | 4 |
| 2.1.3 | Merkmale und Objekte des strategischen Managements | 4 |
| 2.1.4 | Prozess und Ebenen des strategischen Managements | 6 |
| 2.1.5 | Einordnung des strategischen Managements | 7 |
| 2.2 | Die Balanced Scorecard | 8 |
| 2.2.1 | Grundsätzliches | 8 |
| 2.2.2 | Grundkonzeption der Balanced Scorecard | 8 |
| 2.2.3 | Die Intentionen der Balanced Scorecard | 10 |
| 2.3 | Der Logistikbegriff | 10 |
| 2.3.1 | Grundsätzliches | 10 |
| 2.3.2 | Definitionen der Logistik | 11 |
| 2.3.3 | Ziele und Funktionen der Logistik | 12 |
| 2.3.4 | Konkretisierung des Logistikbegriffs | 12 |
| 2.4 | Das mittelständische Logistikunternehmen | 13 |
| 2.4.1 | Grundsätzliches | 13 |
| 2.4.2 | Das Logistikunternehmen | 13 |
| 2.4.3 | Abgrenzung zu großen Logistikunternehmen | 14 |
| 3 | Strategisches Management mit der Balanced Scorecard -Überblick | 16 |
| 3.1 | Gründe für die Erstellung einer Balanced Scorecard | 16 |
| 3.2 | Voraussetzungen | 17 |
| 3.3 | Der organisatorische Rahmen | 17 |
| 3.4 | Die Entwicklung einer Balanced Scorecard | 18 |
| 3.4.1 | Die Ableitung der strategischen Ziele | 18 |
| 3.4.2 | Aufbau von Ursache-/Wirkungsbeziehungen | 19 |
| 3.4.3 | Die Auswahl der Messgrößen | 20 |
| 3.4.4 | Die Festlegung der Zielwerte | 21 |
| 3.4.5 | Die Bestimmung von strategischen Aktivitäten | 21 |
| 3.4.6 | Die Erstellung eines Umsetzungsplans | 22 |
| 3.5 | Die Implementierung der Balanced Scorecard | 22 |
| 3.6 | Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard | 23 |
| 3.6.1 | Die finanzwirtschaftliche Perspektive | 23 |
| 3.6.1.1 | Grundsätzliches | 23 |
| 3.6.1.2 | Strukturierung nach Entwicklungsphasen | 24 |
| 3.6.1.3 | Strategische finanzwirtschaftliche Themen | 24 |
| 3.6.2 | Die Kundenperspektive | 25 |
| 3.6.2.1 | Grundsätzliches | 25 |
| 3.6.2.2 | Die Spätindikatoren der Kundenperspektive | 26 |
| 3.6.2.3 | Die Frühindikatoren der Kundenperspektive | 27 |
| 3.6.3 | Die interne Prozessperspektive | 29 |
| 3.6.3.1 | Grundsätzliches | 29 |
| 3.6.3.2 | Die Wertkette der internen Geschäftsprozesse | 30 |
| 3.6.4 | Die Lern- und Entwicklungsperspektive | 32 |
| 3.6.4.1 | Grundsätzliches | 32 |
| 3.6.4.2 | Die Spätindikatoren der Lern- und Entwicklungsperspektive | 33 |
| 3.6.4.3 | Die Frühindikatoren der Lern- und Entwicklungsperspektive | 35 |
| 3.7 | Kritische Würdigung | 36 |
| 4 | Die Balanced Scorecard in einem mittelständischen Logistikunternehmen | 38 |
| 4.1 | Die derzeitige Situation im Unternehmen | 38 |
| 4.2 | Die Voraussetzungen im Unternehmen | 39 |
| 4.3 | Der organisatorische Rahmen | 40 |
| 4.3.1 | Die Festlegung der Balanced Scorecard-Architektur | 40 |
| 4.3.2 | Die Festlegung der Projektorganisation | 41 |
| 4.3.3 | Die Gestaltung des Projektablaufs | 43 |
| 4.3.4 | Die Sensibilisierung der Mitarbeiter | 43 |
| 4.4 | Die Wahl der Perspektiven | 44 |
| 4.5 | Die Entwicklung einer Balanced Scorecard | 46 |
| 4.5.1 | Die Ableitung der strategischen Ziele | 46 |
| 4.5.2 | Der Aufbau von Ursache-/Wirkungsbeziehungen | 54 |
| 4.5.3 | Die Auswahl der Messgrößen | 55 |
| 4.5.4 | Die Festlegung der Zielwerte | 66 |
| 4.5.5 | Die Bestimmung strategischer Aktivitäten | 69 |
| 4.5.6 | Die Erstellung eines Umsetzungsplans | 71 |
| 5 | Zusammenfassung und Ausblick | 71 |
| Literaturverzeichnis | 74 | |
| Eidesstattliche Versicherung | 78 |
Kundenperspektive (2/2) Zielvorschlag Inhalt/Strategiebeitrag Die Einhaltung von Terminen ist eine Grundvoraussetzung, die Geschäftsbeziehungen zu seinen Kunden aufrecht zu erhalten. Ohne ein gewisses Maß an Zuverlässigkeit ist ein Logistikunternehmen, gerade auch unter dem Aspekt von „Just-in-time“, nicht überlebensfähig. Kundenreklamationen sind ärgerlich für den Kunden. Jedoch können sie auch als eine Chance angesehen werden, direkt und unmittelbar mit dem Kunden in Kontakt zu treten. Durch eine schnelle Reaktionszeit sowie durch eine zügige Fehlerbehebung kann dem Kunden signalisiert werden, wie wichtig er von diesem Logistikunternehmen genommen wird. Unter der Voraussetzung, dass die Reklamationen eines Kunden nicht täglich erfolgen, kann so eine Abwanderung dieser Kunden zur Konkurrenz verhindert werden. Die Steigerung der Kundenzufriedenheit ist die Voraussetzung für alle anderen Ziele. Durch unzufriedene Kunden werden beispielsweise keine Empfehlungen ausgesprochen und eine Erhöhung der Kundenbindung ist fast unmöglich. Da ein mittelständisches Logistikunternehmen keine Monopolstellung im Markt hat, ist die Erhaltung beziehungsweise die Erhöhung der Kundenzufriedenheit von existenzieller Bedeutung. [...]
Kundenperspektive (1/2) Zielvorschlag Inhalt/Strategiebeitrag Die Gewinnung von Neukunden (Akquisition) hat gravierende Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Ergebnisse des mittelständischen Logistikunternehmens. Gerade durch die Gewinnung von Neukunden kann die Vision, als mittelständisches Logistikunternehmen in der Spezial- und Stahltransportbranche sowie Lagerhaltung eine Führungsposition im regionalen Bereich einzunehmen, realisiert werden. Die Kundengewinnung durch Empfehlungen ist insbesondere für nicht kapitalstarke Unternehmen interessant, da sie sich häufig keine kostenintensive Werbung leisten können. Im vorliegenden Logistikunternehmen werden zwar Werbemaßnahmen getroffen, jedoch sind auch Empfehlungen für das eigene Unternehmen von Seiten der Kunden wünschenswert, da sie auch die Qualität und Kompetenz der Kundenorientierung aller Mitarbeiter widerspiegeln. Eine gute Dienstleistungsqualität, die Einhaltung der Termine, die Reaktionszeit auf Reklamationen sowie die Vielfalt an Dienstleistungsangeboten führen regelmäßig zu einer hohen Kundenzufriedenheit. Eine hohe Kundenzufriedenheit erhöht wiederum die Kundentreue resp. Kundenbindung. Durch eine verbesserte Kundenbetreuung sowie durch ein Angebot an zusätzlichen Dienstleistungen (Komplementär- und Sonderleistungen) kann der Umsatz der Bestandskunden gesteigert werden. Erhöhte Umsätze führen automatisch zu einer verbesserten Wettbewerbsposition. [...]
Finanzwirtschaftliche Perspektive (2/2) Zielvorschlag Inhalt/Strategiebeitrag Eine ausreichende Liquidität ist für jedes Unternehmen enorm wichtig. Die Liquidität stellt auch in diesem mittelständischen Logistikunternehmen eine Basisanforderung für die laufende Geschäftstätigkeit dar. Ein Logistikunternehmen ist nicht wettbewerbsfähig, wenn es nicht in der Lage ist, logistische Dienstleistungen zu marktfähigen Preisen anzubieten. Das Umsatzwachstum des mittelständischen Logistikunternehmens ist ein Indikator für das Wachstum des Marktanteils im regionalen Bereich. Eine Führungsposition in der Spezial- und Stahltransportbranche ist der zentrale Bestandteil der Vision des Logistikunternehmens. Eine Führungsposition kann nur mit einem Wachstum des Marktanteils im regionalen Bereich realisiert werden. Insbesondere die Eigenkapitalgeber sind an einer hohen Rendite interessiert. Die Eigenkapitalrendite sollte möglichst über dem Marktzinssatz liegen. Eine hohe Rendite impliziert hohe Gewinne. Bei Realisierung hoher Renditen sind die Eigenkapitalgeber eher bereit, Neuinvestitionen in das Unternehmen zu tätigen. Ein hohes Unternehmensergebnis stärkt die Wettbewerbsposition des mittelständischen Logistikunternehmens. Je mehr Finanzreserven ein Unternehmen aufbauen kann, desto höher ist die Überlebenswahrscheinlichkeit des Unternehmens in Krisenzeiten. Zudem führt ein gutes Ergebnis auch zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit, da die Arbeitsplätze erhalten bleiben. [...]
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Arbeit zitieren:
Helsper, Peter Januar 2003: Die Balanced Scorecard als Instrument des strategischen Managements aus Sicht eines mittelständischen Logistikunternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Logistikcontrolling, Spedition, Unternehmensführung, LKW-Maut, Kennzahlen



