Die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Juri A. Buddensiek
- Abgabedatum: April 2001
- Umfang: 48 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,2
- Institution / Hochschule: Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4690-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4690-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4690-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Buddensiek, Juri A. April 2001: Die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmensführung, Koordination, Controlling, Strategie, Management
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Diplomarbeit von Juri A. Buddensiek
Einleitung:
Anfang 1992 veröffentlichen Robert S. Kaplan und David P. Norton im Harvard Business Review einen Artikel mit dem Namen „The Balanced Scorecard – Measures that drive Performance“. Seitdem hat sich das Konzept „Balanced Scorecard“ (BSC) in der internationalen Betriebswirtschaftslehre und vielen namhaften Unternehmen fest etabliert. Das Konzept ist allerdings nicht unumstritten. So ist der in der Praxis überwiegend anzutreffende und meist propagierte Vier-Perspektiven-Ansatz nach Kaplan/Norton intuitiv nachvollziehbar und plausibel. Es wird jedoch angezweifelt, ob das vorgegebene „starre“ Schema tatsächlich generell geeignet ist, die Umsetzungsproblematik einer Strategie unternehmensindividuell zu erfassen und zu kommunizieren.
Und in noch einem Punkt scheint sich die Mehrheit der Autoren einig zu sein: Die Balanced Scorecard ist kein [weiteres] Controlling-Instrument, sondern ein strategisches Führungsinstrument. Der zweite Teil dieser Aussage kann ohne großen Widerstand angenommen werden, der erste wohl kaum. Vielleicht liegen unterschiedliche Sichtweisen zum Bereich Controlling und den Aufgaben und Tätigkeitsfeldern eines Controllers vor, die dieses ja offensichtliche Missverständnis begründen? Vielleicht dominiert in der Praxis immer noch das kennzahlenverliebte „Erbsenzähler-und-Berichterstatter“-Image wie in den siebzigern und achtzigern Jahren?
Um diese und noch weitere Fragen im Laufe dieser Arbeit zu beantworten, ist zunächst eine Definition von Controlling notwendig – vom modernen, zukunftsorientierten Controlling in Zeiten der Globalisierung (wie es immer öfter in Zeitungen steht) und im turbulenten Umfeld (ein Blick auf die Börse vermag diesen Eindruck sofort bestätigen). Man muss allerdings feststellen, dass in der Literatur noch keine Einigkeit über die Inhalte des Controlling und die Funktionen der Controller herrscht. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen, die beinahe alle betrieblichen Funktionen und Methoden mit dem Wort „Controlling“ beschreiben. M.E. bringt die Aussage von Schweitzer/Friedl die meisten dieser Definitionen auf einen Nenner:
Unter Controlling ist die Gesamtheit der Aufgaben zu verstehen, welche die Sicherstellung der Informationsversorgung und die Koordination der Unternehmungsführung zur optimalen Erreichung aller Unternehmensziele zum Gegenstand haben. Horváth spricht von „ergebnisorientierter Koordination“ der Planung, Kontrolle sowie Informationsversorgung, die den Drehpunkt des modernen Controlling darstellt. Diese Sicht wird inzwischen von den meisten Autoren geteilt. Dementsprechend herrscht Einigkeit bei den Kernaufgaben des Controlling, die unabhängig von konkreten Anwendungsbereichen gelten: Planung, Kontrolle, Steuerung, Information und Koordination, wobei den letzten beiden in Verbindung mit Kommunikation eine immer bedeutendere Rolle zugestanden wird.
Ob die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument verstanden und ob sie wirkungsvoll zur Erreichung der Unternehmensstrategien und -ziele eingesetzt werden kann – das sind die Fragen, die diese Arbeit zu beantworten versucht.
Gang der Untersuchung:
Dazu wird zuerst das Grundmodell des Konzepts nach Kaplan/Norton und die Vorgehensweise bei der Implementierung dargelegt. Es ist nicht das Ziel dieser Arbeit, die Implementierung in all ihren Schritten inklusive des Einführungskonzeptes zu beschreiben, vielmehr wird insbesondere darauf geachtet, ob die BSC den Aufgaben und den Anforderungen des Controlling gerecht werden kann. Danach werden die bei Implementierungen zutage tretenden konzeptionellen und praktischen Probleme analysiert.
Aus dem Gutachten zur Diplomarbeit:
„Zum Inhalt der Arbeit ist hervorzuheben, dass der Verfasser die im Rahmen der Implementierung der Balanced Scorecard auftretenden Fragestellungen eingehend diskutiert. Die Formulierungen sind flüssig und gut verständlich sowie in fachsprachlicher Hinsicht präzise. Die Ausführungen können als selbständiger und kritischer Beitrag beurteilt werden.
Die herangezogene Literatur ist zur Bearbeitung des Themas voll und ganz geeignet und treffend ausgewertet. Die Form der Arbeit vermittelt unter Berücksichtigung der korrekten Zitierweise einen sehr guten Eindruck.“ Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Aufbau und Funktionsweise der Balanced Scorecard | 5 |
| 2.1 | Gründe für die Einführung | 5 |
| 2.2 | Konzept | 7 |
| 2.2.1 | Finanzperspektive | 9 |
| 2.2.2 | Kundenperspektive | 9 |
| 2.2.3 | Prozessperspektive | 10 |
| 2.2.4 | Lern- und Entwicklungsperspektive | 11 |
| 3. | BSC als Controlling-Instrument | 12 |
| 3.1 | Implementierung | 12 |
| 3.1.1 | Koordination | 12 |
| 3.1.1.1 | Planung | 13 |
| 3.1.1.2 | Steuerung | 15 |
| 3.1.1.3 | Kontrolle | 17 |
| 3.1.2 | Kommunikation | 18 |
| 3.1.2.1 | interne Kommunikation | 18 |
| 3.1.2.2 | externe Kommunikation | 20 |
| 3.1.3 | Datenversorgung | 23 |
| 3.1.3.1 | Verfügbarkeit | 23 |
| 3.1.3.2 | Messbarkeit | 24 |
| 3.2 | Problempunkte und Kritik | 26 |
| 3.2.1 | Komplexität | 26 |
| 3.2.2 | Strukturierung | 28 |
| 3.2.3 | Aufwand | 30 |
| 3.2.4 | Mangelnde Erfahrungen | 30 |
| 4. | Zusammenfassung | 31 |
| Anhang | 34 | |
| Literaturverzeichnis | 37 |
Durch die Eindeutigkeit der formulierten Strategie und Ziele eignet sich die BSC hervorragend als Instrument der internen Kommunikation, um Strategien verständlich zu vermitteln. „Die Kommunikation der Ziele und der Möglichkeiten der Zielerreichung stellt gleichzeitig den Ausgangspunkt für die Verbindung von Strategie und Operation dar.“92 Dabei werden zunehmende Forderungen erfüllt, bei der Versorgung des Managements mit führungsrelevanten Informationen auch Mengen-, Zeit- und Qualitätsdaten einzubeziehen.93 Die Scorecard lässt nämlich jederzeit (vorausgesetzt, die DVPlattform ist im Unternehmen ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht worden) einen kompakten Überblick über den aktuellen Stand der Maßnahmenumsetzung und Zielerfüllung zu. Aber auch die Mitarbeiter bekommen durch die Visualisierung der Wirkungszusammenhänge zwischen den Kennzahlen (welche schließlich verschiedene Prozesse und Ereignisse im Unternehmen widerspiegeln) eine Vorstellung über das tatsächliche Geschehen und ihre eigene Rolle im Unternehmen und können somit für ihr persönliches Engagement im Geschäftsprozess sensibilisiert werden.94 Ein Verständnis für die teilweise abstrakt formulierten Strategien lässt sich am besten eben durch eine bildhafte Darstellung herleiten. Finanzielle Ziele lassen sich durch (diese Ziele im Endeffekt bestimmende) qualitative Kennzahlen und dazugehörende Maßnahmen erklären und nachvollziehen. Sie werden konkret und „greifbar“. Denn nur wenn eine Strategie von den Mitarbeitern verstanden und geteilt wird, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit ihrer erfolgreichen Umsetzung.95 Kontinuierliche und offene Kommunikation bedeutet allerdings nicht nur einseitige „Top-down“-Richtung, vielmehr sollen die Mitarbeiter in den Meinungs- und Erfahrungsaustauschprozess eingebunden werden, nur so kann das Vertrauen in die neue Methode gebildet werden. Zugleich können Rückmeldungen eine wertvolle Übersicht über die BSCAkzeptanz und den Stand der Umsetzung liefern wie auch Verbesserungsvorschläge zum Umsetzungsprozess beinhalten. Aufgrund der Beschränkung auf wenige strategiebeeinflussende Faktoren kann die inhaltliche Diskussion erheblich effizienter geführt und dadurch die Geschwindigkeit der Umsetzung erhöht werden. 96 [...]
sogar (im Falle gänzlich anderer als angenommener internen und externen Einflüsse) grundsätzlich zu verändern.89 Die kausale Ausrichtung der Balanced Scorecard mittels der Ursache-WirkungsKetten erlaubt eine Rückverfolgung und Analyse der Gründe für einen finanziellen Erfolg oder Misserfolg aus der Perspektivensicht.90 Diese wiederum liefern die Basis zur Überprüfung der Existenz und Stärke der Zusammenhänge zwischen den einzelnen Kennzahlen. Die aktuelle und zukünftige Situationsbeurteilung erfolgt also anhand der Kennzahlenentwicklung. Der Überprüfungsprozess geht nahtlos in den Prozess der Maßnahmenverbesserung über. Somit lösen Abweichungsanalysen neue Entscheidungen oder Korrekturen bereits getroffener aus, um sie dem neuen Wissenstand anzupassen und so wieder Gleichgewicht (Balance) in das System zu bringen. Der Übergang von „Do we things right?“ zu „Do we the right things?“ ist dabei fließend. [...]
Ein breiter Konsens in der Theorie und Praxis besteht über den Inhalt der Kontrollaufgabe: nämlich die Durchführung von Soll-Ist-Vergleichen und Abweichungsanalysen.87 Dabei wird die Kontrolle im Rahmen der BSC unter zwei Aspekten geführt. Zum einen soll der Grad der Zielerreichung ermittelt werden. Hiermit wird einerseits nach der Bestätigung der gewählten Richtung gesucht, andererseits wird das Verbesserungspotential der betroffenen Maßnahmen ermittelt (Durchführungskontrolle). Zum anderen, da es sich bei dem Ansatz, wie bereits angemerkt, um ein Hypothesensystem handelt, bedarf es nach seiner Aufstellung einer ständigen Überprüfung einzelner Hypothesen auf ihre Gültigkeit. Dabei werden die Annahmen mit der sich evtl. veränderten Umwelt verglichen (Prämissenkontrolle).88 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446901
Arbeit zitieren:
Buddensiek, Juri A. April 2001: Die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Unternehmensführung, Koordination, Controlling, Strategie, Management



