Die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument für Vertrieb und Marketing
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Björn Dietzel
- Abgabedatum: Mai 2005
- Umfang: 64 Seiten
- Dateigröße: 453,5 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Göttingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9069-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9069-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9069-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dietzel, Björn Mai 2005: Die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument für Vertrieb und Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Performance, Measurement, Kennzahl, Vertrieb
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Diplomarbeit von Björn Dietzel
Einleitung:
Die Balanced Scorecard (BSC) als strategisches Managementinstrument wurde von den beiden US-Amerikanern Robert S. Kaplan und David P. Norton 1992 vorgestellt. Seit ihrer Veröffentlichung findet die BSC regen Zuspruch in der Praxis und in der Literatur. Den zwischenzeitlichen Charakter einer Modeerscheinung hat das Konzept inzwischen abgelegt und gewinnt zunehmend auch in Deutschland an Beliebtheit.
Die Fokussierung auf finanzwirtschaftliche Größen allein reicht nicht aus, um dem enormen Wettbewerbsdruck standzuhalten und die Existenz des Unternehmens zu sichern. Globalisierte Märkte, tiefgreifende Veränderungen bei Informations- und Produktionstechnologien, immer kürzere Produkt-lebenszyklen sowie zahlreiche Gesetzesänderungen sind nur einige Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen. Der verschärfte Wettbewerbsdruck lässt die Gewinnmargen immer kleiner werden und die Anforderungen an ein leistungsfähiges Controlling und einer effizienten Unternehmensführung steigen.
Die BSC ermöglicht den Unternehmen, ihre Strategien langfristig verfolgbar zu machen. Das Innovative am Konzept ist es, drei weitere, nicht-finanzielle Leistungsperspektiven, die in Führungssystemen bisher häufig vernachlässigt wurden, die Kundenperspektive, die interne Prozessperspektive und die Lern- und Entwicklungsperspektive, mit einzubeziehen. Die BSC schafft Orientierungsgrößen zur Realisierung strategischer Ziele.
Das Unternehmen lässt sich so mit quantitativen und qualitativen Kennzahlen lenken und steuern. Das System der BSC birgt ein Instrumentarium, welches die Potenziale einzelner Unternehmensbereiche in den Vordergrund stellen kann und deren Anforderungen erfüllen lässt. Marketing und Vertrieb gehören zu den am schwersten steuerbaren Bereichen eines Unternehmens. Erst mit der Einführung der BSC hält das Controlling in einem für diesen Bereich notwendigen Rahmen Einzug. Durch die unzähligen Kontakte zu den Märkten ergeben sich unzählige Schnittstellen und Kontrollbedürfnisse.
Die Messung des aktuellen Leistungspotentials soll hierbei um die Einbeziehung von Frühwarninformationen erweitert werden. Das Steuerungs-, Planungs-, und Kontrollsystem für Marketing- und Vertriebsstrategien muss vielfältig und flexibel sein, ohne als zu komplex zu erscheinen, Widersprüche auftreten zu lassen oder als Datenfriedhof zu enden.
Zusammenfassung:
Die Balanced Scorecard ist in den vergangenen Jahren zu eines der erfolgreichsten Systeme der Unternehmensführung herangereift. Langfristige Ziele werden mit operativer Planung verknüpft, wobei die Strategie eines Unternehmens immer im Vordergrund steht. Erstmals stehen nicht nur finanzielle Größen im Fokus, sondern ebenso die Bereiche Kunden, Prozesse sowie Lernen und Entwicklung. Aus der differenzierten Betrachtung dieser Perspektiven können so die Ursachen und Wirkungen auf ein meist finanzielles Oberziel aufgeschlüsselt werden.
Vertrieb und Marketing gelten als Schnittstelle zwischen dem Unternehmen und dem Markt. In ihr laufen sowohl interne als auch externe Informationen zusammen, die zur operativen und strategischen Planung essentiell notwendig sind. Die Dezentralisierung des Controllings zu einem Bereichscontrolling unterstützt Vertrieb und Marketing bei der Informationsversorgung, Koordination, Planung und Kontrolle.
Bei der Einführung einer BSC in Vertrieb und Marketing besteht die Schwierigkeit hauptsächlich darin, die richtigen Erfolgsfaktoren auszuwählen. Oft ist es notwendig, dass Tests und Abstimmungsschleifen den Regelkreis der BSC mehrfach durchlaufen müssen, bis das System in den Echtzeitbetrieb gestellt werden kann. Entscheidend ist hierbei, dass alle Beteiligten konsequent in den Konzeptionsprozess eingebunden werden. Mangelnde Mitarbeiterakzeptanz sowie fehlende Managementunterstützung würden das System von Beginn an zum Scheitern verurteilen.
Die BSC wirkt als mehrdimensionales Führungsinstrument. Sie ermöglicht es, das umfangreiche und komplexe Aufgabengebiet von Vertrieb und Marketing effektiv umzusetzen und zu steuern. Mit ihr wird sichergestellt, dass die diversen Aktivitäten und Prozesse stets auf die übergeordneten Ziele ausgerichtet werden. Die Unternehmensführung gewährt hierbei einen relativ freien Handlungsspielraum.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Die Balanced Scorecard | 2 |
| 2.1 | Zur Entstehung der Balanced Scorecard | 2 |
| 2.2 | Die Balanced Scorecard in der strategischen Unternehmensführung | 3 |
| 2.2.1 | Vision und Strategie | 5 |
| 2.2.2 | Kommunikation und Verbindung | 6 |
| 2.2.3 | Planung und Vorgaben | 7 |
| 2.2.4 | Strategisches Feedback und Lernen | 8 |
| 2.3 | Die Perspektiven der Balanced Scorecard | 9 |
| 2.3.1 | Anzahl und Auswahl der Perspektiven | 10 |
| 2.3.2 | Die finanzwirtschaftliche Perspektive | 10 |
| 2.3.3 | Die Kundenperspektive | 11 |
| 2.3.4 | Die interne Prozessperspektive | 13 |
| 2.3.5 | Die Lern- und Entwicklungsperspektive | 14 |
| 2.3.6 | Ursache-Wirkungs-Beziehungen | 15 |
| 3. | Die Konzeption des Controlling | 17 |
| 3.1 | Die Definition und Aufgaben des Controlling | 17 |
| 3.1.1 | Controlling als Informationsfunktion | 18 |
| 3.1.2 | Die Planung- und Kontrollfunktion des Controlling | 18 |
| 3.1.3 | Die Koordinationsfunktion des Controlling | 19 |
| 3.2 | Strategisches Controlling mit der Balanced Scorecard | 19 |
| 4. | Kennzahlen | 20 |
| 4.1 | Aufgaben und Arten von Kennzahlen | 20 |
| 4.2 | Traditionelle Kennzahlensysteme | 21 |
| 4.3 | Der Zusammenhang zwischen Steuerungskriterien, Kennzahlen und Messgrößen | 22 |
| 4.4 | Grenzen beim Einsatz von Kennzahlen | 23 |
| 4.5 | Das Management von Kennzahlen | 24 |
| 5. | Marketing und Vertrieb im Rahmen der Balanced Scorecard | 26 |
| 5.1 | Vertrieb und Marketing als Controllinginstrument | 26 |
| 5.1.1 | Aufgaben des Vertriebscontrollings | 26 |
| 5.1.2 | Aufgaben des Marketingcontrollings | 27 |
| 5.2 | Target Costing als Bindeglied zwischen Controlling und der Kundenperspektive | 27 |
| 5.3 | Kennzahlen im Vertrieb und Marketing | 28 |
| 5.3.1 | Die Kennzahlen der Kundenperspektive | 28 |
| 5.3.2 | Die Wertangebote der Kundenperspektive | 32 |
| 5.3.3 | Die Kategorien der Marketing und Vertriebskennzahlen | 34 |
| 6. | Die Marketing Balanced Scorecard | 35 |
| 6.1 | Die Balanced Scorecard im Marketing | 35 |
| 6.2 | Die Perspektiven der Balanced Scorecard im Marketing | 36 |
| 6.3 | Der Prozess der Marketingplanung | 37 |
| 6.4 | Kausalität als Grundprinzip | 38 |
| 6.5 | Einführung einer Marketing Balanced Scorecard | 38 |
| 7. | Ausgewählte Marketing- und Vertriebskennzahlensysteme | 40 |
| 7.1 | Das Renditekennzahlensystem | 40 |
| 7.1.1 | Die Erfolgsrechnung als Basis | 40 |
| 7.1.2 | Die Wertorientierung als Basis | 42 |
| 7.1.3 | Die Portfolio-Analyse | 43 |
| 7.2 | Das Früherkennungskennzahlensystem | 44 |
| 7.2.1 | Früherkennung in der strategischen Unternehmensführung | 44 |
| 7.2.2 | Der Einfluss der Früherkennung auf die operative Planung | 46 |
| 7.2.3 | Einführung eines Früherkennungskennzahlensystems | 46 |
| 8. | Schlussbetrachtung | 48 |
| Anhangsverzeichnis | VI | |
| Literaturverzeichnis | XII | |
| Eidesstattliche Erklärung | XVI |
kennzahlen werden weitere Kennzahlen abgeleitet, die Daten für die übergeordneten Kennzahlen liefern. Dieses Verfahren wird in der Literatur als „Top down Ansatz“ beschrieben106. Preißner vertritt in seinen Ausführungen den Standpunkt, dass die zu bestimmenden Kennzahlen in jedem Fall von einem Team beschlossen werden müssen. Die Notwendigkeit liegt darin, dass die Art der Berechnung und der Verwendungszweck kommuniziert und verstanden werden muss, um evtl. Beanstandungen zu prüfen und ggf. zu berücksichtigen107. Ausgewählte Kennzahlen sollten in einem festgesetzten zeitlichen Abstand überprüft oder ggf. erweitert werden. Erfahrungen, die Mitarbeiter im täglichen Umgang mit Kennzahlen erlangen, helfen, den Nutzen der angewandten Größen aufzuzeigen. Je nach Bedarf kann dann das System erweitert oder komprimiert werden108. Weber/Schäffer beschreiben das Kennzahlensystem (nach den Ausführungen von Robert Simons) im Rahmen der BSC als Zusammenspiel eines diagnostischen und interaktiven Steuerungssystems. Diagnostische Steuerungssysteme laufen im Hintergrund ab und beanspruchen nur wenig Aufmerksamkeit des Managements. Periodische Kontrollen und Management by Exeption109 stellen den reibungslosen Ablauf sicher. Interaktive Steuerungssysteme hingegen stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Managements. Das System fokussiert die Ressourcen des Managements auf den Teil des Unternehmens, durch den die strategische Zielerreichung gefährdet ist110. Ein erstelltes Kennzahlensystem im Rahmen der BSC darf niemals „zu einem unveränderlichen Gerüst erstarren; es muss flexibel und verbesserungsfähig bleiben, um an veränderte Bedingungen und Entwicklungen angepasst zu werden“111. [...]
trolle über die Richtigkeit des Einsetzens best. Werte fehlt aber oft101. Einerseits sind Informationen rund um die eingesetzten Kennzahlen zu umfangund detailreich. Andererseits fehlen in den angewandten Systemen oft die Kennzahlen, die zur Führung eines Unternehmens zwingend nötig sind. Im Rahmen der BSC sollte man sich auf ca. 20 Kerngrößen konzentrieren, die für das Management relevant und aussagekräftig sind102. Gehringer/Michel bezeichnen diese als Schlüsselkennzahlen, die für den Erfolg einer Strategie maßgebend sind103. Mit der schon fast überschwänglichen Euphorie der BSC in den ersten Jahren haben einige Unternehmen den Fehler gemacht, für nahezu alles was in irgendeiner Form messbar ist, Kennzahlen zu erheben. Je mehr Kennzahlen es gibt, desto mehr Widersprüche kommen auf. So geht z.B. eine hohe Lieferfähigkeit automatisch mit einem sehr hohen Lagerbestand einher. Derartige Kennzahlen parallel zu betrachten, erscheint weniger sinnvoll104. Mit einer übertriebenen Menge an Ursache-Wirkungsbeziehungen und somit auch an Kennzahlen, werden hohe Anforderungen an die Informationsverarbeitungskapazität des Managements gestellt. So besteht eine hohe Gefahr, dass Führungskräfte in ihren Interpretationen fehlgeleitet werden und letztendlich die falschen unternehmerischen Entscheidungen treffen. Somit besteht ein Spannungsfeld beim Einsatz eines Kennzahlensystems. Die Komplexität in Bezug auf die Anzahl der Kennzahlen soll so gering wie möglich gehalten werden. Parallel dazu soll jedoch die Unternehmensstrategie vollständig und umfassend abgebildet werden105. Die Herausforderung ist es hierbei, ein „gesundes“ Gleichgewicht zwischen Qualität und Quantität der Kennzahlen zu finden. [...]
ten Zielwerte wiederum gehen ins Detail, sie sind verbindlich formulierte und anzustrebende Werte für eine Messgröße oder eine Kennzahl. Istwerte sind vergangenheitsorientiert und bilden eine Vergleichsbasis für die Zielwerte, um diese realistisch einschätzen zu können. Die bereits erwähnten Messgrößen sind obachtbare und feststellbare Ergebnisausprägungen, die über best. Dimensionen und Zeiträume ermittelt werden98. Die Kennzahlen sind, wie in Absatz 4.1 erläutert, Absolut- oder Verhältniszahlen. Sie stehen für vordefinierte Messgrößen auf einem festgelegten Niveau. Nach Gleich kommt den Kennzahlen im Rahmen von Soll-/Ist-Vergleichen die wichtigste Aufgabe zu. Die Messung der Istwerte stellt die Kontrollfunktion zur Festlegung der Kennzahlen zukünftiger Strategien und Strategiereviews dar. Daraufhin folgen Abweichungskontrollen und –analysen, die die Lücken zwischen Ist- und Planwerten aufzeigen. Sind die Abweichungsursachen analysiert, können Aktivitäten, Maßnahmen und Wege erarbeitet werden, die zur Planzielerreichung führen99. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832490690
Arbeit zitieren:
Dietzel, Björn Mai 2005: Die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument für Vertrieb und Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Performance, Measurement, Kennzahl, Vertrieb



